ChromaGun Review

Mobile PC

 

   

Farben haben es deutschen Entwicklern wohl angetan: Nach Mimimi Productions The Last Tinker kommt nun mit Pixel Maniacs ChromaGun ein weiterer auf Farben basierender Titel auf dem PC. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf, denn ChromaGun konzentriert sich ganz auf Futter für die Gehirnzellen. Hier unser Test!

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Das kommt bekannt vor

Zu Beginn findet man sich vor dem Schreibtisch am Empfang bei ChromaTech wieder, wo man als Testsubjekt anfangen soll…und wer jetzt schon mit dem Kopf nickt, der kann sich bestätigt fühlen: Von Anfang an wird deutlich, wo ChromaGun seine wichtigsten Anleihen hernimmt. Nämlich von Valves Portal, wo ebenfalls mit einer umfunktionierten Waffe Rätsel gelöst werden müssen. Hier sind sie allerdings farbenbasiert. Mit Hilfe der Farbkanone müssen Mauerstücke und Werkdruiden beschossen werden, um Schalter zu aktivieren und so Türen zum Ausgang zu öffnen. Es ist ein simples Konzept, das ChromaGun recht weitläufig ausnutzt. Man lässt dem Spieler durchaus lange Zeit, um sich an die Mechanik zu gewöhnen, die auch für kompliziertere Sachverhalte physisch an einigen Stellen genutzt werden muss.

Etwas anderes was ChromaGun von Portal kopieren will ist die Story – und fällt dabei leider auf die Nase. Mittendrin während der eigentlichen Tests wird einem eröffnet, dass die Anlage jetzt abgebrannt wird und man sich doch bitte beeilen möge. Ich habe da erst einmal mit der Stirn runzeln müssen, denn einen besonderen Aufbau zu dieser Wendung gab es eigentlich nicht sonderlich. Sicher, es gab die körperlose Stimme eines Mannes die an GLaDOS erinnert hat, aber was nützt einem das, wenn man über die Person dahinter nichts weiß? Auch fehlen die ganzen kleinen Details, mit denen Valve einst die visuelle Art zum Geschichtenerzählen so gut traf. ChromaGuns Handlungsstrang wirkt dadurch sonderbar aufgesetzt und steht im Widerspruch zum restlichen Spiel.

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Vereinfachter Regenbogen

Denn die Rätsel selbst sind sehr schön designt worden. Die Titel-gebende ChromaGun verschießt wahlweise blaue, gelbe oder rote Farben, von denen jeweils zwei auch miteinander kombiniert werden können. Dadurch erweitern sich die Grundfarben noch auf drei weitere: Lila, Orange und Grün. Diese Farben können angewendet werden auf Wände, spezielle Bodenplatten und vor allem die kleinen rundlichen Roboter, die zum Aktivieren der Schalter benötigt werden.

Sowohl die Ausgangslage als auch der Lösungsansatz kann meist gut nachvollzogen werden. Was etwas negativ aufstößt: Wer ein methodischer Denker ist, wird vor allem in den späteren Leveln auf eine harte Probe gestellt, weil einem durch aggressive Roboter oder auflösende Wände wenig Zeit zum Nachdenken gelassen wird. Hat man einen gravierenden Fehler gemacht hilft einem nur der Neustart, wodurch man am Anfang des Raumes wieder beginnt. Das kann ärgerlich sein für Räume, die verschiedene Abschnitte haben und man dadurch gezwungen wird, Passagen zu machen, deren Lösung man schon längst kennt. Dennoch muss ich sagen, dass ich nur bei einem Raum tatsächlich Probleme hatte, weil eine Mechanik eingeführt wurde, die vorher keinerlei Verwendung fand. Ansonsten ging man mit gutem Gefühl aus jeder Herausforderung hervor, genau wie man es von einem guten Puzzlespiel erwartet.

Aussehen ist in ChromaGun leider nur zweitrangig. Vom Artstyle her ähnelt das Spiel einem anderen Puzzler aus der Egoperspektive, nämlich Antichamber, dank eines großzügigen Einsatzes der Farbe Weiß. Das viele Weiß lässt die Umgebungen sehr steril wirken und dient wohl eher der Zweckmäßigkeit des Rätseldesigns als der Ästhetik, was aber wie gesagt auf Kosten zumindest etwas visueller Erzählfreiheit geht. Bei der Musik hätte ich mir erhofft, ein wenig mehr zu hören, weil mir die Stücke zwar gut gefielen, sie sich aber auch oft wiederholt haben. Mag sein, das dies auf die Portierung von iOS zurückzuführen ist. Denn das Interface sieht sehr danach aus, als könnte man es immer noch ohneweiteres auf einem Touchscreen spielen.

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FAZIT: Ein anständiger Puzzler, von dem man mehr sehen möchte.

ChromaGun kombiniert einfaches Konzept mit gutem Rätseldesign, von dem man sich etwas mehr Inhalt für seinen Preis erhoffen hätte können. Denn drei Stunden Spielzeit ist nicht viel für ein Puzzlespiel. Andererseits war das erste Portal auch nur eine anderthalb Stunden Sache. Daher kann man zuversichtlich sein für ein hoffentlich kommendes Sequel, das mit noch mehr Ideen aufwarten kann.

Getestet wurde die PC-Version. Es ist außerdem für iOS-Geräte erhältlich.

7

Gut

Profilbild von Christian Mutig
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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