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Z: The Game im Test

Z: The Game im Test 1-Z1

Ich liebe den Geruch von Raketensprit am Morgen

Eine echte Story sucht man in Z: The Game leider vergebens. Was nicht heißen soll, dass es nicht zumindest einen Ansatz gibt. In gerenderten Videosequenzen begleiten wir General Zods Schützlinge Brad und Allan, die mit ihrem Raumtransporter die jeweiligen Sektoren anfliegen und sich dabei Wortgefechte untereinander und mit ihrem Bordcomputer liefern, den sie „Ziege“ genannt haben. General Zod selbst taucht nur hin und wieder mal auf und entpuppt sich als ziemlich genaue Kopie von Robert Duvall aus Apocalypse Now, inklusive dem selben Hut.

Handlung bieten die Szenen zwar nicht, unterstreichen aber den skurrilen Humor, der sich durch das ganze Spiel zieht. Denn die Roboter sind alles andere als wohlerzogene Maschinen. Wenn sie in der Gegend herumstehen, fangen sie irgendwann an zu trinken, Comics zu lesen oder zu rauchen. Manchmal ist ihnen sogar so langweilig, dass sie wild auf umher kriechende Kleintiere feuern, welche die fünf Planeten des Sektors Z bewohnen. Namen haben die Planeten zwar nicht, aber unterscheiden sich bzgl. Terrain in Wüste, Vulkan, Eis, Dschungel und urbane Stadt. Jede Welt hat ihre kleinen Eigenheiten. In den Dschungel- und Stadtlevels z.B. kriechen Alligatoren und Metall fressende Würmer durch die Gewässer und verspeisen manchmal achtlose Roboter, die einen Weg hindurch suchen. Die Lavaseen der Vulkanwelt hingegen können von niemandem betreten werden.

Z: The Game im Test 2-Z2

All eure Basis gehört jetzt uns

Wer die Umgebung eines klassischen Echtzeitstrategiespiels erwartet, ist bei Z: The Game an der falschen Adresse. Nebel des Krieges? Basisbau? Ressourcen? All das gibt es hier nicht. Stattdessen stehen die Gebäude schon vollständig auf der Karte herum und müssen von der jeweiligen Seite eingenommen werden. Eine kleine Flagge markiert das Zentrum eines Sektors und sobald man sie mit einer Einheit berührt, wechselt es die Seite. Automatisierte Fabriken konstruieren dann Roboter, Fahrzeuge und Geschütze. Das einzige was dafür benötigt wird ist Zeit. Eine große Uhr an der Front zeigt an, wie lange die ausgewählte Einheit zur Produktion braucht. Die Zahl daneben gibt von 1 bis 5 an, welches Techologielevel die Fabrik hat. Je nach Level stehen dann weitere Einheitentypen zur Verfügung. Neben Fabriken sind auch Reparaturwerkstätten für Fahrzeuge und Radarstationen einnehmbar, die die feindlichen Einheiten auf der Minikarte anzeigen.

Natürlich ist die Navigation nicht für jeden einfach. Oft versperren Felswände den Weg, die von Infanterie – mit Ausnahme des Panzerfaust tragenden Kämpfers – nur mit Hilfe von aufhebbaren Granatpäckchen zerstört werden können. Außerdem können Brücken und Gebäude zerstört werden, um darauf befindliche Einheiten zu eliminieren bzw. den Gegner von Nachschub abzuhalten. Allerdings kann dieser sie mit Hilfe eines Kranes auch wieder aufbauen.

Eigentliches Ziel ist es, das feindliche Fort zu zerstören und das eigene zu halten. Forts agieren als eigene Fabriken, die je nach Planet alle Arten von Einheiten produzieren können. Man gewinnt, in dem man alle Einheiten des Gegners zerstört, das Fort von außen niederreißt oder eine einzelne Einheit in den Eingang schicken kann.

Die Levels an sich variieren recht gut voneinander und jede Karte stellt neue Einheitentypen vor. Leider enthält die Neuauflage von Z: The Game nur die zwanzig Levels des Originals. Auf die zusätzlichen Karten aus der Erweiterung muss man leider verzichten.

Z: The Game im Test 3-Z3

Lasst es brennen!

Leider ist die Präsentation ziemlich enttäuschend. So wurden kaum PC-spezifische Optionen hinzugefügt wie Auflösungen oder Maus-Optionen – was sich z.B. darin äußert, dass die Tasten vertauscht sind. Rechtsklick aktiviert Einheiten und Links gibt ihnen Befehle. Alles andere als intuitiv. Zudem enthält die Übersetzung in andere Sprachen wie Spanisch ärgerliche Fehler. Zum Glück gilt das nicht für die immer noch hervorragende deutsche Synchronisation.

Das Interface ist leider 1:1 von der Mobile-Fassung übernommen worden. So gehen ein paar humoristische Details verloren. Im alten Spiel reagierten die Einheitenportraits der Roboter auf ihre Auswahl und quittierten das mit einem Grinsen, einem Daumen nach oben oder einem Zwinkern. Hier hingegen sind die Menüs so schnell zu, dass man keine Reaktion mehr wahrnimmt. Es soll wohl der besseren Übersicht dienen, aber es sieht auf dem PC auch einfach nicht richtig aus. Zum Vergleich wie pragmatisch die Oberfläche ist, hier das Interface der Z-Neuauflage:

Z: The Game im Test 4-Z5

Und hier wie es in der MS-DOS Version auf DosBox aussieht:

Z: The Game im Test 5-Zoriginal

Wahrscheinlich ist auch die Vergangenheit als Mobile-Port der Grund, wieso sich das Spiel zu einfach anfühlt. Das alte Z war hart und fordernd, setzte schnelle Reflexe und Befehle voraus. Diese Version hingegen spielt sich etwas zu leicht – und das trotz der drei anpassbaren Schwierigkeitsgrade.

Dann sind mir ein paar Bugs aufgefallen: Einheitenportraits sind anscheinend dauerhaft vertauscht worden. Psychos sehen aus wie Pyros, Pyros sehen aus wie Sniper und Sniper haben das Psycho-Bild. Umso konfuser ist, dass die Portraits im Baumenü immer noch das richtige Bild anzeigen. Nur im Auswahlbildschirm ist es anders. Ein anderer ärgerlicher Bug verhinderte mein Weiterkommen in einer Mission, als ich eine Brücke reparieren wollte. Das Spiel stürzte jedes Mal in dem Moment ab, als die Brücke fertig gestellt wurde.

Immerhin gibt es Äußerungen von Entwickler TickTock Games, einige Probleme mit Patches zu beheben. Und zudem auch noch fehlende Inhalte nachzuliefern, denn was in dieser Neuauflage schmerzlich fehlt ist ein Mehrspielermodus. Z: The Game hatte einst einen sehr beliebten Mehrspielermodus, in dem 2 bis 4 Spieler gleichzeitig gegeneinander antraten konnten. In der Mobile-Version ist er bereits zu finden. Auf dem PC wird er allerdings erst noch nachgereicht, weil man einen Weg suchen möchte, die Besitzer einer Steam- und GoG-Version gemeinsam spielen zu lassen.

Einst war es die Grafik, die Z von anderen Echtzeitstrategiespielen abhob. Es war seiner Zeit das erste Spiel seines Genres in hochauflösender SVGA-Grafik. Natürlich hat man die Grafik hier einfach nach oben skaliert, aber eine völlig verschrobene Auflösung gewählt, die man – wie schon erwähnt – nicht wechseln kann. Doch selbst wenn, wäre die Optik größtenteils nur für Nostalgiker geeignet. Selbiges gilt für die Musik, die zwar erheblich besser klingt, aber auch irgendwie seltsam gleich, mit der Ausnahme des Dschungelthemas.

Z: The Game im Test 6-Z4

FAZIT: Z wie zermürbend, aber mit altem Charme

Summary
Eines ist klar: Wer wirklich sehr auf seine Freiheit als PC-Spieler pocht, wird mit Z: The Game in seinem jetzigen Zustand nicht glücklich werden. Zu vieles fehlt einfach, um es zu seiner Zufriedenheit anpassen zu können. Was bleibt ist Zs spaßige, aber kurze Einzelspielerkampagne. Immerhin bleibt ein Ausblick auf neue Spieleinhalte. Sollte der alte Mehrspielermodus tatsächlich für Online-Schlachten kommen, dürfte Z: The Game durchaus eine Zukunft haben. Bis dahin ist es vielleicht nicht verkehrt, noch etwas zu warten.
Good
  • Guter Humor
  • Tolle deutsche Lokalisation
  • Recht einfach zu lernen
  • Gut für zwischendurch
Bad
  • Mäßige Umsetzung
  • Kaum Optionen
  • Einige Glitches und Bugs
  • Insgesamt etwas kurz
  • (Noch) kein Mehrspielermodus
5.5
Mittelmässig
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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