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Saints Row im Test

Saints Row ist zurück. Nachdem die Serie sich in der Jagd nach Superlativen verloren hat, kehrt das neue Saints Row zu einem vergleichsweise „ruhigen“ Setting zurück, das ala Saints Row The Third quasi einer überdrehten GTA Parodie gleichkommt.

Wie bei einem Reboot zu erwarten ist, fängt euer selbst erstellter Boss, dem man – hier wird Saints Row dem Marketing gerecht – in einem umfangreichen Editor selbst erstellen kann. Leider fällt die Ausfall an vorgefertigen Gesichtstypen seitens der Entwickler jedoch etwas dünn aus und ich hätte gerne noch 1-2 mehr verschiedenere Stimmen gehört. So ist man aktuell eher darauf angewiesen, dass die Community sich richtig mit den vorhandenen Mitteln austobt.

Gunplay und Fahrzeuge

Ihr startet in Saints Row als Mitglied der Privatarmee Marshals und jagt in der ersten Mission den Chef der Los Pantheros einer klischeehaften latein-amerikanischen Auto vernarrten Gang. Hier führt euch Saints Row auch gleich in den Kernteil seines Gameplays ein – dem Niederschießen von Gegnern. Da ihr in Saints Row abgesehen von Autofahren kaum etwas anderes mehr machen werdet, ist das Gunplay ein wichtiger Teil des Spiels. Insgesamt bereitet mir das Gunplay mit Maus und Tastatursteuerung am PC Spaß, es macht Laune mit den verschiedenen Schusswaffen von Saints Row – von denen jede eine Spezialfähigkeit bzw. Passive hat, die sich freischalten lässt, Gegner umzuschießen. Allerdings kann Saints Row nicht mit der Direktheit und dem Spielgefühl manch anderer Third Person Shooter mithalten: Meiner Meinung nach schießt es sich in GTA5 wesentlich besser, da Saints Row eine gewisse Schwammigkeit innewohnt oder Waffen, von denen man erwarten würde, dass sie auf moderate Distanz präzise schießen, erstaunlich ungenau sind. Zudem fehlt es im Gunplay an Tiefe, da vollautomatische Waffen sich doch relativ ähnlich anfühlen. Eine Gameplay-relevante Waffenanpassung gibt es zudem auch nicht, was ich irgendwie erwartet hätte. Passend zum Setting bin ich davon ausgegangen, dass man sich abgedrehte Waffen bauen kann. Zumindest lässt sich die Optik jedoch etwas anpassen. Alles in allem machen die Feuergefechte von Saints Row Spaß.

Was gut ist, denn Saints Row liebt es euch in Feuergefechte, Explosionen und Autoverfolgungsjagden zu werfen. Das arcadige Fahren, ob in den erwähnten Verfolgungsjagden oder entspannter auf einer Landstraße von Saints Row passt perfekt zu dem, was es sein will, und macht viel Freude. Das gilt erst recht mit Fahrzeugen wie den Monster Trucks, aber auch insgesamt mit allem, was man im Spiel findet. Dazu lassen sich Fahrzeuge moderat umfangreich optisch anpassen, wobei ich es bei den Fahrzeugen angemessen finde, dass diese keine großen Gameplay-relevanten Änderungen mit sich bringen. Allerdings steuern sich die meisten Wagen der gleichen Klasse also Standardwagen, Sportwagen, Motorrad – trotz einer Fahrzeugtyp spezifischen Spezialfähigkeit – nicht wesentlich unterschiedlich. Vielleicht ist aber auch genau das gewollt und um ehrlich zu sein, braucht ein solches Spiel vermutlich nicht viel mehr in diesem Bereich.

Saints Row Bild 1

Wie gut sind die Missionen von Saints Row?

Das nächste Herzstück von Saints Row sind seine Missionen, immerhin ist es prinzipiell ein Story-getriebenes Open World Spiel:
Das Writing der Missionen ist jedoch eher Mittel zum Zweck und die Handlung, die ich bisher erlebt habe, ebenfalls. Auch die Dialoge taugen nicht besonders viel – zweckmäßig trifft es auch hier. Zum Teil sind sie aber etwas lustig. Tiefgründige Dialoge hätte ich von einem Saints Row aber auch wirklich nicht erwartet. Das Missions-Design hat mich leider nicht begeistert. Es ist etwas formelhaft und kann eindeutig nicht mit den teils großartig inszenierten Missionen von Rockstar mithalten. Auch die Atmosphäre leidet teilweise, gerade auch, weil die Musikabmischung unbeholfen wirkt, mal passt die Musik nicht so ganz oder ist zu leise – wirklich auf den Punkt bringen kann ich diesen Kritikpunkt leider nicht. Insgesamt kommen mir viele Missionen von Saints Row – ob Haupt oder Nebenmission – und das klingt vielleicht jetzt hart – eher als Nebenmissionen aus ähnlichen Story-getriebenen Spielen vor. Dabei hilft nicht, dass Saints Row zwischen seinen weniger wichtigen Aufträgen und Hauptaufträgen nicht unterscheidet. Es fehlt meiner Meinung nach an kreativem Mission, Level Design und zum Teil auch an cineastischer Inszenierung. Interessante parodische Ideen hat Saints Row zum Teil aber dennoch, beispielsweise gibt es einen ganzen Strang an Missionen, in denen man Live Action Roleplay (LARP) betreibt. Trotz der genannten Aspekte machen mir die Missionen von Saints Row jedoch Freude, die Qualität anderer großer Titel sollte man aber nicht erwarten.

Nebenaktivitäten und Unternehmungen

Außerhalb der Missionen wird Saints Row leider sehr formelhaft, auch wenn es diese Formelhaftigkeit auf den ersten Blick versucht clever zu verbergen. Als Saints Boss ist es eure Aufgabe kriminelle Unternehmungen aus dem Boden zu stampfen – klingt cool, wäre es auch – theoretisch. Ähnlich wie in einer Wirtschaftssimulation, fließt von diesen Unternehmungen auch nach und nach Geld auf euer Konto. Doch da hört der Vergleich auch schon auf, denn anstatt eure Unternehmungen zu managen, Leute anzuheuern, zu investieren, Entscheidungen zu treffen etc., müsst ihr quasi die Aufgaben der Unternehmungen selbst erledigen, um ihr Level jeweils zu erhöhen. Die Aufgaben für die kriminellen Unternehmen sind dabei leider Schema F – die erste ist immer erstmal ganz witzig, beispielsweise müsst ihr für den Autohändler Autos stehlen und zu ihm bringen, aber daraufhin, muss man das halt noch einmal und noch einmal und noch einmal tun. Ähnlich sieht es bei den als Foodtrucks getarnten Drogensverkäufen aus: Hierfür gilt es die Foodtrucks der Konkurrenz zu stehlen und unter abwegig brutaler Verfolgungsjagd zur Basis zu bringen und das dann mehrfach in sehr ähnlicher Art und Weise. In einer anderen Unternehmung gilt es mehrfach Abfalltransporte zu übernehmen… ihr merkt schon. Auf den ersten Blick ganz witzige Ideen, aber dann doch nur beim allerersten Mal. Unglücklicherweise kann man die kriminellen Unternehmungen nicht komplett ignorieren, sondern muss sie aufleveln, um Missionen freizuschalten. Solches quasi Levelcap-Grinding empfinde ich als lästig.

Saints Row Bild 2

Darüber hinaus gibt es noch Nebenaktivitäten, die dem exakt gleichen Muster folgen: Eine beim ersten Mal spaßige Aktivität, die daraufhin x weitere Mal auf der Karte platziert wird, wo man sich fragt, warum genau man das jetzt immer wieder in leicht anderer Variation machen sollte. Ich persölich würde dazu raten, jeweils nur die erste Version der Nebenaktivitäten zu spielen, außer ihr seid wirklich vernarrt in Saints Row.

Technisch hinterlässt Saints Row bei mir einen sehr gemischten Eindruck. Richtig Probleme hatte ich damit, das Spiel überhaupt zu starten und das bei quasi jedem Mal. Der Saints Row Launcher, den der Epic Games Launcher launcht, ließ mich das Spiel meist nur nach 3-5 Versuchen überhaupt starten. Ansonsten habe ich von vielen Bugs gelesen, von denen mir nicht besonders viele untergekommen sind. In einer Mission bin ich mir aber nicht sicher, ob die die Saints angreifenden Cops wirklich auf einer Highway-Brücke campen sollten, intended wirkte das jedenfalls nicht. Während die Grafik von Saints Row insgesamt gut, aber nicht umwerfend ist, gefällt mir das optische Design der Stadt und Umgebung

Unsere Wertung

Pros

  • Enjoyable Gunplay...
  • Spaßiges Fahren
  • Missionen lassen sich gut spielen...

Cons

  • ...aber ohne Tiefe
  • Sehr formelhafte Open World Aktivitäten, die sehr schnell repetitiv werden
  • ...verfügen aber über eher mittelmäßiges Mission Design
  • Sehr schnell repetitiv werdende Unternehmungs-Aufgaben

Fazit

Saints Row ist nicht die erwartete bombastische Rückkehr der GTA Parodie-Reihe. Es weiß zu unterhalten, kann qualitativ mit anderen großen oder mittelgroßen Story-basierten Spielen - ob mit oder ohne Open World - aber nicht mithalten. Zu Saints Rows Glück gibt es aktuell sehr wenig GTA-ähnliche Spiele, da kommt Fans dieser Genre-Nische das Popcorn Saints Row Reboot eventuell genau richtig. Denn Spaß haben kann man mit Saints Row eindeutig, aber ein Höhenflug erwartet euch mit diesem Spiel nicht.
6.5
Okay

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Über den Autor

Stellvertretender Chefredakteur - mag viele verschiedene Spiele, hat jedoch eine Vorliebe für Shooter, Total War, League of Legends und Rollenspiele. Ansonsten ist er Studierender der Informatik im Master-Studium.

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