The Walking Dead im Review

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Das von Telltale Games entwickelte Spiel zur gleichnamigen Serie ist nicht, wie es Serienkenner erwarten würden, ein actiongeladenes Spektakel, sondern ein klassisches Point & Click Adventure. Wobei man das „klassisch“ getrost weg lassen könnte. Zwar Orientiert sich The Walking Dead an klassischen Adventures und spielt sich im Prinzip auch so, macht jedoch einiges anders.

Ähnlich wie das Spiel zu „Zurück in die Zukunft“ wurde The Walking Dead in Form von fünf zeitlich nacheinander erschienenen Episoden veröffentlicht. Die einzelnen Episoden beginnen zumeist mit einem Rückblick auf die vergangenen Ereignisse der vorherigen Episode und enden serientypisch sogar mit einer Vorschau auf die kommende Episode. Wie in einer TV Serie eben. Allein die Spielzeit von rund 2 Stunden pro Episode unterscheidet sich von den zumeist nur 45 Minuten dauernden Episoden der TV Serie, jedoch wäre das für ein Videospiel auch extrem kurz.

Der Spieler beginnt in der Rolle des wegen Mordes verurteilten Geschichtsprofessors Lee Everett, der sich gerade in einem Polizeiwagen auf dem Weg ins Gefängnis befindet. In den ersten Spielminuten geht es um das Gespräch mit dem Polizisten am Steuer. Schon dort zeigt sich, was den Spieler im weiteren Verlauf erwartet. In The Walking Dead geht vieles über die Kommunikation mit den anderen Charakteren im Spiel. Doch die Kommunikation endet abrupt als der Polizist am Steuer einen Frontalzusammenstoß mit einem über die Fahrbahn schleichenden Untoten verursacht und samt Gefährt im nächsten tiefer gelegenen Straßengraben landet. Und als unser Held nach einer Weile aus seinem vom Aufprall verursachten Zustand der Bewusstlosigkeit erwacht ist, ist nichts mehr wie es war. Nachdem er den Polizisten, der merkwürdig entstellt wurde und versucht hatte Ihn zu attackieren, erledigt hat (auf welche Art? dafür hat der Spieler mehrere Optionen), zieht er zu Fuß weiter. Als er plötzlich von einer Horde Untoten verfolgt wird, flüchtet er schließlich in einem durch einen Holzzaun abgegrenzten Vorgarten und betritt das dort befindliche Haus. Dort trifft er auf die 8 jährige Clementine, deren Eltern in einer anderen Stadt waren, als die Zombie Apokalypse Ihren Lauf nahm.

 

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Schon von diesem Zeitpunkt an verändern Entscheidungen, die der Spieler in Gesprächen trifft, den weiteren Verlauf der Geschichte. Erzählt man dem kleinen Mädchen, dass man gerade auf dem Weg ins Gefängnis war? Oder geht man lieber den bequemeren Weg und erzählt, man sei auf der Flucht vor den Beißern in das Haus gekommen? Was ja auch eine Form der Wahrheit ist, jedoch einen wichtigen Teil von Lee’s Vergangenheit außen vor lässt.

Oft wird auf Entscheidungen, die man trifft, auch direkt reagiert, so dass sich aus einem einfachen Gespräch ein heftiger Streit entwickeln kann. Da solche Entscheidungen meist in einer kurzen Zeit getroffen werden müssen, hat der Spieler nur einen kurzen Moment um die Möglichkeiten abzuwägen und sich für die Option zu entscheiden, die seiner Meinung nach die beste ist. Dadurch entscheidet man sich als Spieler oft so wie man es tun würde, als wenn man die Entscheidung gerade eben in dieser Form selber treffen müsste.

Schnell findet sich das auf den ersten Blick ungleiche Paar aus Mörder und kleinem Mädchen mitten in einer Gruppe von Überlebenden wieder, was sehr stark an die Serie erinnert. Auch das Antreffen einiger aus der Serie bekannten Charaktere hilft vor allem Serienkennern zu Anfang beim Einstieg in das Spiel. Jedoch dreht sich das Spiel im Großteil vornehmlich um die für das Spiel erdachten Figuren. Diese lernt man zu Anfang des Spiels, besonders in den ersten beiden Episoden, immer näher kennen und zuweilen Stoßen auch im späteren Spielverlauf immer neue Personen zu der Gruppe hinzu.

Jedoch wird der Spieler auch ab und an weitreichende Entscheidungen treffen müssen, wenn er sich unter anderem dafür entscheiden muss, welchem Mitstreiter er in einer bedrohlichen Situation beisteht. In solchen Momenten, von denen es so einige gibt, kommt ein Gefühl der Entscheidungsfreiheit auf, wie man Sie so bislang noch in wenigen Spielen zuvor erlebt hat. Der Spieler bestimmt durch sein Handeln in hohem Ausmaß den weiteren Verlauf der Geschichte.

Grafisch ist das Spiel in einem Comic-Look gehalten, der in der heutigen Zeit zwar im ersten Moment nicht mehr zeitgemäß wirken mag, jedoch braucht The Walking Dead auch keinen anderen Stil, um es zu einem ganz besonderen Spiel zu machen, denn das ist es bereits. Und wer sich auf das Spiel einlässt, der wird recht bald feststellen, dass selbst der Comic-Look des Spiels vor Details nur so protzt.

 

twd_600x338  Review

 

 

Telltale Games ist es mit The Walking Dead gelungen die Erfolgsserie fast 1:1 auf ein Videospiel zu übertragen. Wer dachte, eine Zombie Serie lässt sich nur durch einen Shooter als Spiel realisieren, dem beweist dieses Spiel das Gegenteil. Der Großteil des Spiels lebt von dessen fesselnder Story, von der man, wie in einer TV Serie, direkt wissen möchte wie es weiter geht. Dazu gesellen sich Adventure-Elemente, die sich mit gelegentlichen Kämpfen perfekt in das Gesamtbild einfügen.

Die Bedrohung, die von den Untoten ausgeht, bleibt immer spürbar und in diesen harten Zeiten zeigt sich auch innerhalb der kleinen Gruppe von Überlebenden oft die hässliche Seite des Menschen. Der Spieler bekommt sogar einen Ansatz zum Nachdenken, über solch moralische Fragen wie: „Wie soll man mit einem Kind umgehen in solch einer Welt?“ oder „Was ist gut oder schlecht“ oder „Wem kann man trauen?“

FAZIT

Ich kann das Spiel jedem Fan der TV-Serie nur wärmstens empfehlen! Wer die TV Serie bislang noch nicht gesehen hat, sollte das vielleicht besser zuvor noch nachholen, denn diese ist mindestens genauso fesselnd wie das Spiel. Das Spiel erinnert von seiner Intensität an Spieleperlen wie Fahrenheit oder Heavy Rain und fängt dennoch gleichzeitig gekonnt die Stimmung der TV Serie bestmöglich ein.

Good

  • Logische Rätsel
  • Packende Emotionale Geschichte
  • Durchdachtes Episodenformat
  • Glaubhafte Charaktere
  • weitreichende Entscheidungsfreiheit
  • Spannung bis zur letzten Minute
  • Season 2 bereits angekündigt
  • Stimmungsvoller emotionaler Soundtrack
  • tolle Sprecher

Bad

  • Nur ein Ende
  • Rätsel etwas zu simpel
  • leider nur auf Englisch
8.2

Sehr gut

Brain spielt, schon immer ! Bereits seit dem NES und sogar einen funktionstüchtigen Atari 2600 hat er noch im heimischen Wohnzimmer stehen (samt E.T. !). Wenn Brain nicht spielt ? Dann entwickelt er Spiele oder schreibt für games!, ist doch klar! Oder ?

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