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Review: Dishonored Die Maske des Zorns

Bereits im Vorfeld zur Veröffentlichung von Dishonored: Die Maske des Zorns hatten die Entwickler mit dem Spiel eine Trophäe nach der anderen abgestaubt. Auf der Gamescom 2012 hat Dishonored sogar mit 3 offiziellen Awards einen Rekord aufgestellt. Ist es wirklich das Spiel der Spiele dieses Jahr oder gar der letzten Jahre geworden und sind alle Belobigungen im Vorfeld berechtigt?

Die Story von Dishonored: Die Maske des Zorns

Die Story von Dishonored räumt wahrlich keinen Innovationspreis ab und ist recht schnell erzählt.

Der Protagonist Corvo kehrt nach einer langanhaltenden Reise in die Stadt Dunwall zurück. Nach einem kurzen Versteckspiel mit der Tochter der Kaiserin, was als kleines Tutorial genutzt bzw. betitelt werden kann, kehren wir zur Kaiserin zurück. Leider zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, da, während die Kaiserin uns ihr Bedauern ausdrückt, einige Attentäter sie auflauern und wir einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Selbstverständlich wird die Kaiserin getötet und ihre Tochter entführt. Als die Wachen eintrafen, ist von den Attentätern nichts mehr zu sehen und Corvo wird selbstverständlich des Mordes an der Kaiserin bezichtigt.

Nachdem er einige Folterungen über sich ergehen lassen musste, damit die Politiker ein Geständnis erhalten, landet Corvo zum nachdenken und ausruhen in einer kleinen Zelle, wo uns ein unbekannter Anhänger ein Geschenk überlässt. Selbstverständlich wird das Geschenk direkt angenommen und die Flucht ergriffen, wobei Corvo immer wieder mit kleinen Nachrichten, die auf Zetteln hinterlassen wurden, dem Ziel näher bringen. Am Zielort angekommen, wartet auch schon eine Gruppe von Kaisertreuen auf Corvo, die auf seine Unterstützung zur Rettung der Tochter der Kaiserin hoffen.

Und somit nimmt die Rache seinen ersten Lauf.

Das Ziel ist der Weg

In der ersten Nacht, die Corvo in Freiheit verbringt, werden ihm vom Outsider, einer mystischen Gestalt, diverse magische Fähigkeiten geschenkt, welche durch zusätzlich im Spiel versteckte Runen und Knochenamulette erweitert werden können. Genau diese Kräfte sind es, die euch die wahre Welt von Dunwall zeigen lässt, denn durch diese werden so viele Möglichkeiten erst möglich gemacht, wie man sie in kaum einen anderen Spiel je gesehen hat. Fast alles was ihr im Spiel seht, ist auch erreichbar. So könnt ihr zum Beispiel mittels Teleportation über hohe Gitterzäune bzw. auf Dächer gelangen oder ihr übernehmt die Kontrolle einer Ratte und infiltriert die Gebäude durch die Kanalisation. Solch eine Freiheit lädt selbstverständlich direkt zum Entdecken der Gegenden ein, allerdings muss ich euch hierbei ein wenig enttäuschen, denn sonderlich viel gibt es nicht zu entdecken, außer das ihr den Weg zu eurem Ziel sucht und dabei entweder heimlich oder gar Offensiv vorgeht. Die Steuerung ist nach kurzer Eingewöhnung genau richtig und lässt euch spielend durch die Gegend ziehen.

Die wahre Stärke des Spiels

Offene Welt und viele Möglichkeiten sind sehr gut umgesetzt und machen einen heiden Spaß, aber dies ist nicht die größte Stärke von Dishonored: Die Maske des Zorns. Die wahre Stärke liegt für mich in der Stadt Dunwall selbst! Dieses Artdesign ist eines der schönsten, wenn nicht sogar das schönste, was ich in einem Spiel bisher gesehen habe. Viktor Antonov ist bei der Gestaltung der Stadt völlig über sich hinaus gewachsen und hat mit seinem Team eine Stadt aus dem Nichts gehoben, welche sehr glaubhaft wirkt und tatsächlich in einer Parallelwelt existieren könnte. Ich kann mich an die erste Szene überhaupt des Spiels erinnern, in der man mittels einem Boot auf ein riesiges Gebäude zusteuert, welches sich nachher als ein Schleusentor entpuppt. Das war ein so großartiger Moment, welcher mein Kinn herunterfallen lassen hat. Überhaupt gibt es in Dunwall so viele Orte, an denen man erst einmal verweilt und sich nur noch umschaut. Auch wenn die Grafik unter so extrem schwammigen Texturen zu kämpfen hat, sofern man an manchen Stellen zu Nah an die Texturen herangeht, ist dieses Art Design ein wahrer Traum. Selbstverständlich erkennt man an allen Ecken und Kanten, dass Leute von Half Life 2, Bioshock und auch anderen Spielen mitgewirkt haben, aber ich würde wahnsinnig gerne mehr Spiele mit dieser fantastischen Stadt sehen!

Ich könnte wahrscheinlich Seitenweise über diese Stadt und ihr Artdesign schwärmen, allerdings wäre auch das nix, wenn es nicht dieses tolle Spiel von Licht- und Schatteneffekten bieten würde. Man muss sich das wirklich einfach mal selber anschauen, denn es ist schwer zu beschreiben, wie fantastisch es aussieht. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Grafik des Spiels alles andere als aktueller Stand der Technik ist. Dennoch erzeugt dies in Verbindung mit einer tollen Musikuntermalung eine einzigartige Stimmung. Übrigens wurde der Sountrack wieder von Daniel Licht produziert, welcher bereits kürzlich bei Silent Hill: Downpour bereits im Einsatz war und wieder zeigt er, welch tolle Videomusik er produzieren kann. Bitte bitte bitte…ich möchte mehr Spiele mit der Musik von Daniel Licht hören. Er hat ein sehr gutes Händchen mit entsprechender Musikuntermalung eine tolle Stimmung zu kreieren.

Zwei Gameplaystile – Zwei Schwierigkeitsgrade

Um noch einmal ein wenig auf das Gameplay zurück zu kommen muss ich sagen, dass Dishonored zwei primäre Wege anbietet, um eure Mission zu beenden. Zu einem gibt es die Möglichkeit schleichend durch die Gegend zu ziehen und es ist sogar Möglich das Spiel ohne eine einzige Leiche zu beenden. Das wiederum wirkt sich auf euren Chaosfaktor des Spiels aus. Dieser Faktor ist dafür zuständig, auf wie viele euch feindselig eingestellte Ratten oder verseuchten Personen begegnet, die euch gerne töten würden. Zum anderen ist der Chaosfaktor auch für das Ende des Spiels zuständig. Denn desto mehr Tote ihr in dem Spiel hinterlasst, desto düsterer wird das Spiel, desto mehr Wachen sind unterwegs und auch das Ende wird entsprechend böser ausfallen. Seid ihr allerdings schleichend unterwegs, was wirklich eine Herausforderung darstellt und tötet kaum bis wenig Personen, desto freundlicher wird auch das Spiel enden.

Solltet ihr euch entscheiden, euren Weg nur mit Leichen zuzupflastern, dann muss ich anmerken, dass das Spiel stark an Schwierigkeit abnimmt. Es ist um einiges leichter mordend durch die Gegend zu ziehen, statt euch zu verstecken. Aber auch das Töten macht einen Heidenspaß…wer wollte nicht schon immer mal in einem Schussgefecht nach dem Abfeuern eines Schusses die Zeit verlangsamen, in den Körper der schießenden Person wechseln und diese an eine Stelle zu positionieren, dass sie sich selbst erschießt? Solche Möglichkeiten und Kombinationen sind einfach nur herrlich und davon gibt es wahrlich genug im Spiel, welches immer wieder zum Experimentieren einlädt.

Allerdings muss ich auch anmerken, dass die KI der Gegner nicht gerade die tollste ist. So ist es zum Beispiel der Fall, dass man immer wieder auf patrouillierende Wachleute trifft. Wenn man nun eine Wache ausschaltet und diese plötzlich nicht mehr zu sehen ist, so fällt es der Patrouille nicht weiter auf und sie interessiert sich nicht dafür. Auch plötzlich offenstehende Türen lässt die Wachen gerne mal kalt und diese ignorieren das einfach eiskalt.

Nervende Bücher

Ich persönlich mag es, wenn eine Story immer wieder voran getrieben wird. Auch wenn es Sammelobjekte gibt und diese eigene Geschichten in der Spielwelt vermitteln. Wenn dies allerdings in gefühlten Tausend Büchern vermittelt wird, die nach dem anschauen auch nicht einmal aus der Welt verschwinden, fühle ich mich doch ein wenig, auf gut deutsch gesagt, verarscht. Anfangs fand ich die Idee auch noch Klasse, vor allem da in solchen Büchern auch gerne mal Rätsel für die Codes von diversen Safes stecken, aber wenn man in allen Ecken des Spiels sämtliche Bücher findet und man diese immer und immer wieder anschauen und lesen kann, ohne das diese ins Inventar verschwinden und sie in der Spielwelt an der gleichen Stelle liegen bleiben, wird es einfach nur noch nervig. Es sind so viele Bücher verteilt, dass man irgendwann aufhört, sich diese länger als eine Sekunde anzuschauen, da man gar nicht mehr wissen will, ob man das Buch schon zum x-ten mal geöffnet hat oder ob es endlich mal wieder ein neues ist.

Unsere Wertung

Pros

  • der Spieler hat immer die Wahl
  • hoher Wiederspielwert
  • kombinierbare Fähigkeiten
  • gute Steuerung
  • deutsche Synchronisierung erstklassig
  • glaubhafte Welt
  • geiles Artdesign
  • tolles Spiel mit Licht- und Schatteneffekte
  • deaktivierbares Interface
  • klasse Musikuntermalung von Daniel Licht

Cons

  • brutaler Weg zu einfach
  • Fähigkeiten werden zu mächtig
  • dumme KI
  • undurchsichtiges Chaossystem
  • Grafikqualität leidet extrem
  • schwache Story
  • enttäuschender Outsider – wäre mehr möglich gewesen
  • nervige Bücher – weniger ist manchmal mehr

Fazit

Ich muss zugeben, dass ich bei Dishonored: Die Maske des Zorns doch ein wenig mehr erwartet hatte. Vor allem was die Story betrifft, so wäre durch eine größere Einbindung des Outsiders viel mehr möglich gewesen. Ein wieso, weshalb und warum gibt es nicht, statt dessen wird es einfach durchgezogen. Aber das soll nicht heißen, dass Dishonored ein schlechtes Spiel ist, denn das ist es auf keinen Fall. Ich habe dennoch viel Spaß mit dem Spiel gehabt und vor allem diese tolle Stadt Dunwall ist der reinste Wahnsinn. Dieses Art Design ein wahrer Traum und das sollte jeder Spieler da draußen mal gesehen haben! Spielerisch haben Freunde des Stealth und Zocker, die gerne experimentieren, viel mehr Spaß an Dishonored, als es Freunde der brutalen Offensivkunst haben, aber dennoch lege ich allen dieses Spiel nah, denn sollten die kleinen Kritikpunkte in einem weiteren Teil nicht mehr auftauchen, so wird uns dann wahrscheinlich das beste Spiel der letzten Jahre erwarten. Bis hierhin bleibt es aber erst einmal nur ein gutes Spiel, welches vor allem durch seine geniale Optik aus der Masse herausragt.
8
Sehr gut

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Über den Autor

Michael ist unser Inhaber und Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er zockt, was ihm alles unter die Finger kommt. Am liebsten allerdings Sport inklusive Racing, Simulationen und Action-Adventure.

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