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Review zu Lego Marvel Super Heroes

Helden: Versammeln!

Das Surfbrett des Silver Surfer ist nach einem Unfall beschädigt und in kleine, mit kosmischer Energie geladener Teile zersprungen. Während der Surfer selbst, ohne sein Brett, entkräftet an Bord des S.H.I.E.L.D. Helicarriers pausieren muss, reißt Superschurke Dr. Doom einige der Steine an sich. Sein finsterer Plan: Mit Hilfe der Steine eine Superwaffe bauen, um damit die Erde zu unterwerfen. Bis „Dr. Doom’s Doomsray of Doom“ allerdings zur Vollendung kommt muss er in den Besitz weiterer Steine kommen. Dazu schart er einige der bekanntesten und gefürchtetsten Schurken des Marvel Universums um sich. Neben Doc Ock, Whiplash und Magneto gesellt sich auch Loki zu Dr. Dooms Armee und verfolgt dabei ganz eigene Pläne. Jetzt ist es an der Zeit die Helden der Marvel Comics auf die Bildfläche zu rufen und mit vereinten Kräften Dr. Doom und seinen teuflisch fiesen Plan zu stoppen.

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Der Weg zur Rettung der Erde führt durch insgesamt 15 Storymissionen, die ihr immer mit einem anderem, aber vorgegebenen, Team an Helden bestreitet. Dabei müsst ihr echtes Multitasking beweisen und stellenweise mit bis zu 4 Charakteren jonglieren. Diese braucht ihr nämlich um die kleinen Hindernisse und Rätsel des Spiels zu überwinden. Fliegende und netzschwingende Helden können problemlos auch in höher gelegene Abschnitte gelangen und Abgründe überwinden. Charaktere mit elektrischen Fähigkeiten, wie Thor und Storm, können Schaltmechanismen wieder in Gang bringen und der Hulk lässt die Muskeln spielen und bewegt selbst die schwersten Objekte. Mit der Kampagne hat man gut und gerne 10 Stunden zu tun, was hauptsächlich daran liegt, dass man natürlich keinen Stein auf dem anderen lassen kann und so alles zerstört was einem in die Quere kommt.

Häufig wird gesagt, dass das Spielen mit Lego die Kreativität fördern soll. Das scheint allerdings nicht für Lego Videospiele zu gelten. Schade eigentlich. Die stellenweise auftretenden Rätsel sind meistens keine harten Kopfnüsse und können sogar als lästig empfunden werden, da sie unnötig den Spielfluss aufhalten. Zudem wird man als Spieler stets an die Hand genommen. Welcher Charakter den Schalter zu bedienen hat wird angezeigt, stellen an denen Spider-Man klettern oder Wolverine graben kann sind ebenfalls hervorgehoben. Etwas mehr Freiheit und Experimentiermöglichkeiten hätte ich mir schon gewünscht. Auch einige Bosskämpfe sind zwar nett inszeniert, aber jedoch zu einfach. Statt eines Zeitfensters in dem man den Oberbösewicht verletzen kann, bleibt dieser so lange verletzlich am Boden bis ihr ihm Schaden zugefügt habt. Das Ganze wird, nach der goldenen Regel der Videospiele, drei mal gemacht. So laufen alle Bosskämpfe nach dem gleichen Prinzip ab. Optionale Bosskämpfe nach Beenden der Story sind noch um einiges langweiliger.

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Was in einem Lego Spiel nicht fehlen darf ist natürlich, neben vielen vielen Legosteinen, der Lego Slapstickhumor. Die Witze in Lego Marvel Super Heroes reichen von „unglaubliche flach“ bis zu „gut gelungener Gag“. Besonders der Hulk weiß mit seinem einfachen Gemüt die Lachmuskeln zu animieren („Hulk reißt hässliche Kotletten ab!“). Das bringt uns auch gleich zum nächsten, leider nicht so prächtigen Punkt: Die deutsche Sprachausgabe. Diese ist mittlerweile Standard bei den Lego Spielen. Jedoch passen die Stimmen einfach nicht zu den Charakteren und verfremden diese unnötig. Hier wäre es wohl besser gewesen wie bei Lego Batman gänzlich auf Sprachausgabe zu verzichten. Wer die Möglichkeit hat, sollte also unbedingt auf die englische Sprache umschalten.

Lego Marvel Super Heroes kann, wie andere Lego Spiele auch, per dynamischem Splitscreen im Ko-Op bestritten werden. Leider geht dabei hin und wieder die Übersicht gänzlich verloren, besonders wenn große Figuren wie Hulk, Das Ding und Iron Mans Hulkbuster Anzug dargestellt werden.

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Natürlich finden sich auch in Marvel Super Heroes wieder allerlei Sammelgegenstände. Haltet ihr Augen und Ohren offen findet ihr in jedem Level einen „Stan Lee in Gefahr“, welchen ihr mit euren Superkräften retten könnt. Außerdem warten noch 150 Lego Minikits darauf von euch entdeckt zu werden, so wie satte 250 goldene Legosteine. Auch Spaßvogel Deadpool hat rote Legosteine an besonderen Orten versteckt. Mit diesen Steinen lassen sich Cheats freischaltet, wie Multiplikatoren für gesammelte Legosteine, extra Lebensherzen und und und. Diese können über das Pausemenü nach belieben aktiviert und deaktiviert werden. Aber nicht alle Sammelgegenstände und Charaktere lassen sich im Rahmen der Story freispielen. Die meisten sind in der offenen Spielwelt New York versteckt.

Zu viel Salz

Das riesige New York lädt dazu ein die Story für ein paar Minuten links liegen zu lassen und auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Das macht nicht nur richtig Spaß sondern lohnt sich auch. Während ihr euch mit Spider-Man netzschwingend durch die Häuserschluchten navigiert entdeckt ihr kleine Nebenmissionen, weitere Charaktere, Fahrzeuge, Minispiele und bekannte Gebäude. Hier haben TT Games wirklich noch einmal einen wunderbaren Sandkasten gebaut, in dem man sich vor allem nach der Kampagne einige weitere Stunden lang austoben kann. Zwar beklagen sich einige darüber, dass vieles in der Welt nicht aus Lego gebaut wurde, ich persönlich finde das Verhältnis von Lego Objekten zu realer Umwelt allerdings ganz ausgewogen.

Insgesamt könnt ihr in die Haut von 132 Figuren schlüpfen. Einige der Charaktere haben zudem noch Variationen, wie zum Beispiel Iron Mans Mark 1 Anzug, sowie Mark 6, 7, 42, Heartbreaker und weitere. Auch Fahrzeugtechnisch gibt es einige interessante zur Auswahl. Neben den normalen Autos, Bussen, LKWs und Booten gibt es auch spezielle charakterbezogene Fahrzeuge wie Dr. Dooms Jet, Wolverines Motorrad und der Truck des Punishers. Jedoch lassen sich nur die wenigstens Figuren während der Story freispielen und die Fahrzeuge müssen allesamt in der Stadt gefunden und gesammelt werden. Um die ein oder andere Spritztour durch New York kommt ihr also nicht drum herum.

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Die große Spielwelt mit vielen Aktivitäten, Möglichkeiten und Charakteren sollte eigentlich für das Spiel sprechen, allerdings könnte man meinen, dass TT Games sich hier ein wenig übernommen haben. Die Nebenmissionen für „Bürger in Not“ ähneln sich ein ums andere mal. Entweder müsst ihr ein Haustier oder einen Freund abholen und von A nach B schleppen oder euch gegen eine kleine Schaar Gegner beweisen, die urplötzlich in der Gegend auftauchen. Auch die große Charakterauswahl ist bei genauerer Betrachtung ernüchternd. Zwar ist es besonders für Fans der Marvel Comics schön zu sehen, dass auch unbekanntere Figuren wie Power Man, Groot und Wasp spielbar sind, leider gleichen sich viele Charaktere wie ein Ei dem anderem. Spielerisch gibt es keine Unterschiede zwischen Spider-Man, Venom und Carnage oder dem Hulk und Das Ding. Hier kommt es eher darauf an, welcher Skin euch mehr gefällt. Zudem reicht es nicht die Charaktere in der Spielwelt zu finden und einzusammeln. Diese müsst ihr im Charakterroster auch noch kaufen. Als Zahlung dienen die von euch eingesammelten Lego Steine, den Studs. Die günstigsten Charaktere fangen bei 150.000 Studs an, für einige andere dürft ihr bis zu 250.000 berappen. Bei der oben genannten Größe der Palette kann man sich leicht ein Bild davon machen wie viele Steine gesammelt werden müssen um alle Charaktere kaufen zu können. Wer also alle Charaktere freispielen will muss einige Zeit mit Stud- Grinding verbringen.

Was schon bei Saints Row 4 seltsam und überflüssig war ist in Lego Marvel Super Heroes auch nicht besser. Die Rede ist von Autos. Einerseits ist es nachvollziehbar, dass die Entwickler auch einige Autos in der Stadt umherfahren lassen wollten, andererseits: Wer will schon Auto fahren und sich mit einer hakeligen, hektischen Steuerung plagen, wenn er als Iron Man durch den Himmel fliegen kann? Allerdings wird euch genau das auferlegt, zumindest wenn ihr an die goldenen Lego Steine wollt. Denn einige dieser Steine können nur bei den in der Stadt verteilten Autorennen gewonnen werden.

Auch technisch ist Lego Marvel Super Heroes nicht ganz ausgereift. Die KI scheint darauf getrimmt worden zu sein euch das Leben so schwer wie möglich zu machen. Auf der Straße wird man ständig von KI Kontrollierten Autos überfahren. Sitzt man selbst hinterm Steuer kommt es beinahe an jeder Straßenkreuzung zum Unfall, da die anderen Verkehrsteilnehmer partout nicht auf die Bremse drücken wollen. Auch der eigene KI Partner, welcher euch durch die Spielwelt folgt, ist da keine Ausnahme. Zwängt man sich zum Beispiel als Ant-Man durch ein kleines Labyrinth versucht der KI Partner dem eigenen Charakter zu folgen und bleibt letztendlich zwischen den Gängen stecken. Dann hilft nur noch sich so weit vom Ort des Geschehend zu entfernen bis der Partner magisch wieder zum Spieler teleportiert wird. Schlussendlich treten auch klassische technische Pannen wie in Böden clippende Autos und Charaktere und starkes Tearing beim scrollen der Weltkarte auf. Häufige, überdurchschnittlich lange Ladebildschirme tun ihr übriges.

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Getestet wurde die PS3 Version.

Summary
Technisch schwach, spielerisch keine Herausforderung und selbst der Humor ist nicht so zündend wie erhofft. Durch das immer gleiche Prinzip der Levels, den zu einfachen Rätseln und monotonen Bossen sind die 10 Stunden der Kampagne leider mehr als man möchte. Zwischendurch brauchte es einiges an Motivation noch mal zum Controller zu greifen und weiter zu spielen. Auch die Nebenmissionen in New York scheut man, da diese ebenfalls immer wieder auf Schema F zurückgreifen. Nachdem man die Stadt zu genüge erkundet und alles wichtige mal gesehen hat zieht es einen nur schwer wieder zurück in das Superheldenkostüm. Da motivieren leider auch die freispielbaren Charaktere nicht viel, da diese erst zu sammeln und dann nach einigem Stud- Grinding zu kaufen sind. Schade, dass Lego Marvel Super Heroes eher ein Titel ist, der sich mehr über seine Lizenz verkauft, als durch interessantes Gameplay und gekonnt verwerteten Vorlagen.
Good
  • Viele Charaktere...
  • Riesige Spielwelt
  • Viele Missionen und Sammelobjekte
Bad
  • ...die sich leider nicht großartig Unterscheiden
  • Nebenmissionen ähneln sich stark
  • kein spielerischer Anspruch
  • Charaktere müssen gefunden und gekauft werden...
  • ...wofür Studs gegrindet werden müssen
  • schlechte deutsche Sprachausgabe
  • viele technische Mängel
6.5
Okay
Written by
Spielt von RPGs bis Shooter fast alles - aber nur auf der Konsole.

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