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Donkey Kong Country: Tropical Freeze im Test

Es ist ein Spiel, dass eigentlich niemand so wirklich haben wollte. Noch ein 2D Jump’n Run für die Wii U? Von einem Entwicklerstudio, von dem man sich wünscht, sie würden ihre Zeit lieber in ein völlig neues Projekt anstatt eine Fortsetzung zu stecken. All diese Vorurteile halten genauso lange, bis ihr Donkey Kong Country Tropical Freeze zum ersten mal spielt. Denn es ist absolut wundervoll.

Erneut ist die Donkey Kong Insel das Ziel eines finsteren Schurken. Dieses mal sind es die Viehkinger, eine Bande von räuberischen Tieren aus dem hohen Norden. Diese blasen die Kong Familie von ihrer Insel und hüllen sie in ewiges Eis. Jetzt müssen sich Donkey, Diddie, Dixxy und Cranky Kong durch sechs Welten zurück auf ihre Heimat kämpfen um den eisigen Nomaden ordentlich Feuer unter dem Hintern zu machen. Aber eventuell sollte ich die Einleitung noch etwas erläutern. Mit Donkey Kong Country Returns etablierte sich Retro Studios (Metroid Prime) erneut als eines von Nintendos besten Entwickler-Teams und wir waren alle super gespannt darauf, welchem alteingesessenem Franchise sie als nächstes zu neuem Ruhm verhelfen würden. Nach der Ankündigung es würde sich um ein Spiel handeln “von dem viele Leute wollen, dass sie es machen”, machte sich Enttäuschung breit, dass es sich “nur” um ein neues 2D Donkey Kong handelte. Nun, die Sorge war unbegründet, denn Tropical Freeze ist geil. Um genau zu sein verdient es einen neuen Namen. Nennen wir es… Donkey Kong Country Returns 2: Country harder.

Dieses Spiel ist so herrlich fies, ich musste die ganze Zeit lang über beide Ohren grinsen. DKCTF ist ein exzellentes 2D Jump’n Run, dass sich nicht nur problemlos mit dem aktuellen Genre-König Rayman Legends messen kann, sondern auch erneut die hauseigene Konkurrenz der New Super Mario Bros. Staub schlucken lässt. Was die Bananenhatz auszeichnet ist eine geradezu perfekte Kombination der simpelsten Mechaniken mit grandiosem Level-Design.

Der wichtigste Unterschied zu Rayman Legends: Donkey Kong ist ein 300 Pfund schwerer Gorilla und bewegt sich deswegen etwas schwerfälliger. Die Sprünge müssen richtig sitzen, Momentum ist dabei weniger entscheidend als Geduld und Präzision. Man kann mit Hilfe der Rollattacke einen weiten Sprung ausführen, aber der führt einen meist so weit aus dem sichtbaren Bereich hinaus, dass er das Risiko einfach nicht wert ist. Während selbst die fiesesten Level in Rayman Legends so aufgebaut sind, dass man sie theoretisch in einem Rutsch bewältigen kann (looking at you, Land of the Livid Dead), hält Tropical Freeze so einige böse Überraschungen parat, bei denen ich mich oft nicht zwischen laut fluchen und herzhaft lachen entscheiden konnte. Ich muss also vor der ansteigenden Tinte davon schwimmen, den von oben herabfallenden Seeigeln ausweichen und gleichzeitig darauf achten, dass mir die Luft nicht ausgeht? Das ist so fies. Und toll!

Unterstützung bekommt Donkey von Diddy, Dixxie und Cranky Kong. Alle drei haben bestimmte Fähigkeiten die einem den Affen-Alltag erleichtern und unverzichtbar bei der Jagd nach den zahlreichen Secrets sind.

Wie auch schon im Vorgänger bewegen sich die Kongs ab und ab per Minenlore oder Raketenfass fort. Hier wird das Gameplay noch mal mehr simplifiziert, weil man nur eine Taste benötigt. Eigentlich Gameplay auf dem Niveau von Flappy Bird, aber es ist die wundervolle Präsentation und das geniale Leveldesign die aus diesen simplen Mechaniken so grandiose Erlebnisse machen. So fährt man auf einer Lore z.B. durch ein Sägewerk während gigantische Kreissägen hinter euch den Level zersägen und Holzblöcke auf die Schienen werfen. Bei einem Raketenritt über einer Bucht gilt es die Riesenfische im Hintergrund zu beachten.

Besonderes Lob verdienen auch die großartigen Bosskämpfe, jeder einzelne eine grandiose Studie wie Bosskämpfe in klassischen 2D Plattformernern funktioniert haben. Knifflige, aber klar zu erkennende Bewegungs- und Angriffsmuster, die mit jedem Treffer gemeiner und schneller werden. Mein persönlicher Favorit: Der 2. Boss, eine Wikinger-Eule, die ihr mit ihren eigenen Jungen bewerfen müsst.

Es gibt einen 2-Spieler Modus, aber wie im Vorgänger ist dieser leider weniger sinnvoll. Viele Spielertode basieren nämlich auf gemeinen Fallen und gemeinen Sprüngen, so, dass meist beide Spieler gleichzeitig sterben und damit auch die doppelte Anzahl Extraleben verlieren. Das ist so ziemlich das einzige Manko, dass ich an diesem Spiel finden kann, inkl. der Tatsache, dass sich Nintendo einfach nicht von dem veraltetem Konzept der Extra-Leben loseisen kann.

Optisch hat das Spiel natürlich einen weiten Sprung nach vorne gemacht und das Gameplay hat davon auf subtile Weise profitiert. In bestimmten Szenen wechselt die Kamera aus der klassischen 2D-Perspektive heraus. Das ändert die grundlegenden Mechaniken zwar nicht, macht die Welt aber viel lebhafter.

Der Soundtrack ist eine wahre Wonne. Der original Donkey Kong Country-Komponist David Wise konnte für das Spiel gewonnen werden und sorgt für eine wundervolle musikalische Untermalung die nicht nur jedes Level perfekt begleitet, sondern auch für den einen oder anderen Nostalgie-Flash sorgt.

Unsere Wertung

Pros

Cons

Fazit

Donkey Kong Country: Tropical Freeze ist nicht die Sorte Spiel, welches die Wii U gerade braucht. Es fällt mir schwer ein 2D Jump’n Run das die Funktionen der Konsole überhaupt nicht nutzt als Killer-App zu verkaufen. Aber das ändert nichts daran, dass es sich hier um ein großartiges Spiel handelt und einer der besten Genre-Vertreter der letzten 5 Jahre. Wenn mich jemand fragt, warum ich Nintendo so mag, kann ich auf Spiele wie Tropical Freeze verweisen. Es ist, so kitschig das jetzt auch klingen mag, mit Liebe gemacht. Liebe für das Medium, Liebe für das Franchise und Liebe für das Genre. Manchmal ist es zum Controller in die Ecke pfeffern frustrierend. Aber es macht so viel Spaß, dass euch das egal sein wird.

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Über den Autor

Nach einer Über-Dosis Breath of the Wild mag Konrad keine Open-World Spiele mehr und befasst sich inzwischen fast nur noch mit gemütlichen Indie Games die sonst niemanden interessieren. Zwischendurch ist aber mal Zeit für eine Comic-Adaption.

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