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Z: Steel Soldiers im Test

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Triumph in Z? Eher Satz mit X

Kurzer Rückblick: General Zod und seine Männer Brad und Allan feierten ihren Triumph in Sektor Z, doch bei ihrer Rückkehr in die Heimat steht ihnen eine böse Überraschung bevor: Ihr Arbeitgeber, die rote MegaCom Corporation, und ihr größter Konkurrent, die Blauen von TransGlobal Empires, haben sich nach 509 Jahren auf einen Friedensvertrag geeinigt. Wie sich herausstellt, hat Zod in Sektor Z gegen ausdrückliche Befehle verstoßen und wird nach einem Prozess zum Captain degradiert. Bald schon findet er sich in einem neuen Aufgabengebiet wieder: Die entmilitarisierte Zone des Planeten Rigal, wo er zusammen mit einem Großteil seiner alten Robotergarde, darunter auch Brad, Allan, dem Späher Clarke und dem Techniker Lassar Patrouillendienst schieben soll. Doch hinter den Linien entdecken Zod und Co., dass TransGlobal trotz der Friedensbemühungen Truppenaktivität zeigt. Obwohl er kein Kommando mehr führen darf, entscheidet sich Captain Zod dazu, der Sache nachzugehen…

Man merkt sofort: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger will Steel Soldiers eine Geschichte erzählen. Gar nicht mal so einfach, denn Z hatte im Prinzip nie eine Story. Doch der Plot von Medievil-Autor Martin Pond macht das beste daraus, direkt für zwei Spiele einen roten Faden zu liefern. Das meiste davon wird rüber gebracht mit animierten Zwischensequenzen, die in Comicpanels aufgeteilt sind. Eine ungewöhnliche Entscheidung, wo Z: The Game noch komplett gerenderte Videosequenzen hatte, doch die entpuppt sich als ziemlich gut dank des wieder sehr eigenem Humor, für den Zods Männer so bekannt sind. Die Präsentation ist jedenfalls wieder gut gelungen und kann dank talentierter Sprecher auch in der Lokalisation mithalten. Ein wenig irritierend ist, dass keiner der alten Sprecher in seine bekannte Rolle zurückgekehrt ist – was besonders beim Bordcomputer, im ersten Teil noch „Ziege“ genannt, ins Gewicht fällt. Von allen Rollen ist der neue Bordcomputer leider der humorbefreiteste und langweiligste. Angesichts der massiven Änderungen im Gameplay lässt sich die Neubesetzung aber verschmerzen.

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Für alle(s) was dabei

In Z: The Game war es noch relativ simpel: Es ging darum in kürzester Zeit so viel Territorium wie möglich einzunehmen. Jegliche Ablenkung wie Nebel des Krieges zum Erkunden oder Bau von Einheiten oder Gebäuden wurde entweder automatisiert oder gleich ganz weggelassen. Steel Soldiers hingegen ist da nicht so zuvorkommend. Zwar gibt es den Kampf um Territorien immer noch, doch ist längst nicht garantiert, dass auch Gebäude im Sektor stehen. Z: Steel Soldiers erlaubt nämlich diesmal den Bau von Gebäuden dank Konstruktionsbots, die exklusiv in der Fortfabrik gefertigt werden. Neben Roboter- und Fahrzeugfabriken gibt es diesmal auch Schiffswerften und Flugplätze, in denen alle möglichen Arten von Kriegsschiffen, Hubschraubern, Bombern und anderen Waffentypen produziert werden können. Viel taktische Finesse hat man bei der Planung allerdings nicht, denn die Bauten sind oftmals so groß, dass sie locker den halben Sektor einnehmen können – vorausgesetzt, man hat genug Bauland frei, denn auch das wird durch Berge, Hügel, Gewässer und andere territoriale Eigenschaften verdeckt. Auch sind die neuen Fabriken nicht mehr automatisiert. Einheiten müssen jetzt in jedem Gebäude einzeln bestellt werden und kosten Credits, die man zum Glück nicht selbst sammeln muss sondern automatisch generiert werden.

Auch wird diesmal ein sehr großer Fokus auf Infanterie gesetzt. Denn sie sind die einzigen Einheiten, die eine Sektorenflagge einnehmen können. Verstärkt werden ihre Reihen durch Techniker, die in guter alter Command & Conquer-Manier gegnerische Gebäude und sogar Fahrzeuge übernehmen können. Leider können sie diesmal kein Wasser überqueren, wozu man diesmal auf Schiffe umsteigen muss. Geschütze, wie man sie Z: The Game noch kennt, gibt es zwar immer noch, aber werden sie jetzt als Gebäude klassifiziert. Zusätzlich können mit Hilfe von Bunkern wichtige Gebiete mit verschanzter Infanterie verteidigt werden.

Man merkt, worauf ich hinaus will: Z: Steel Soldiers wirft in ein eigentlich relativ einfaches Konzept auf einen Schlag alle möglichen Arten von Konstanten und Variablen. Das Gameplay geht mit einem Schlag von zu einfach auf fast schon zu überladen. Zwar versucht man einige Dinge bekannt zu halten (z.B. die Roboter und Fahrzeuge, die aus dem ersten Teil übernommen worden waren), aber man kann es nicht auf Dauer verbergen: Z: Steel Soldiers ist ein in jedem Maße größeres Spiel als sein Vorgänger. Auch die Missionsziele sind inzwischen dynamischer. Statt einfach in jeder Mission das gegnerische Fort zu zerstören muss man diesmal etwas klassischer bestimmte Einheiten von A nach B bringen, wichtige Gebäude einnehmen oder Gebiete verteidigen. Das mag innovativ sein, wird allerdings durch eine Sache völlig zunichte gemacht: Die absolut grauenvolle Navigation in Z: Steel Soldiers!

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Maus mit Arthritis

Ich kann nicht wirklich sagen, was schief gelaufen ist. Z: Steel Soldiers steuert sich schwammig und ungenau. Die Maus hat ein extrem großes Problem dabei, Einheiten richtig zu erfassen oder überhaupt anzuzeigen, welche Einheiten nun eigentlich Befehle von einem erhalten. Sie werden beim Erfassen teilweise schlichtweg nicht markiert. Da ist es immer ein Glücksfall, wenn man eine Gruppe von Einheiten steuert, dann mal eine Einheit austauschen will und sich beim darauffolgenden Befehl trotzdem die ganze Gruppe bewegt. Erschwerend kommt dazu, dass die Minikarte sofort verschwindet, wenn man angegriffen wird. Stattdessen wird live auf die betroffene Einheit geschaltet, so das man direkt dort hin switchen kann. Im Prinzip ein guter Gedankengang – wenn das Scrollen nicht so unglaublich träge wäre oder man andere Einheiten in die Gegend schicken möchte, die auf der anderen Seite der Karte stationiert sind. Am meisten habe ich mich in einer Mission geärgert, in der ich ein wichtiges Gebäude einnehmen sollte. Doch als meine Hubschrauber am Ziel ankamen, deuteten sie meinen Angriffsbefehl auf eine gegnerische Einheit als Angriff auf das Gebäude und zerstörten es – und das obwohl ich alles getan habe, um es zu verhindern. Doch was ich auch versucht habe: Das Spiel hat sämtliche Bewegungsbefehle ignoriert. Umso frustrierender ist es deswegen, dass Z: Steel Soldiers auch keine automatische Speicherfunktion hat, wie man sie vielleicht aus StarCraft II kennt. Immerhin gibt es manuelles Speichern.

Auch in Sachen Umfang lässt Z: Steel Soldiers zu wünschen übrig. So gibt es beispielsweise weder einen Mehrspieler- noch einen Gefechtsmodus, die beide im Original von 2001 vorhanden waren. TickTock Games hat diese Features zwar für die Zukunft versprochen, aber das wirft die Frage auf, wieso man nicht mehr Zeit investiert hat, um beides direkt zu liefern. Einzig die Einzelspielerkampagne ist komplett vorhanden. Die bietet zwar wieder Variation dank mehrerer Welten wie z.B. Wald, Eis und Lavawelt, die sich über insgesamt 30 Missionen erstrecken, kann aber auf Dauer auch nicht allzu lange motivieren, vor allem nicht mit den schon beschriebenen Problemen mit der Steuerung. Immerhin ist die Musik dieses Mal etwas besser. Sie orientiert sich stark an den aus Z: The Game bekannten Melodien, wirkt aber dank mehr als nur einem Stück pro Planet abwechslungsreicher. Hervorheben kann man auch die Grafik, die im Vergleich zum Original stark angepasst wurde und nun mit mehr Schärfe und neuen Modellen gar nicht mal so schlecht aussieht. Vielleicht nicht Grafik der nächsten Generation, aber eine deutliche Aufwertung.

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FAZIT: Z wie zerstritten, aber trotz Änderungen solide.

Summary
Leider ist die Neuumsetzung von Z: Steel Soldiers weniger gelungen als Z: The Game. Das mag daran liegen, dass das Original einst sich zu sehr von seinem Vorgänger abhob, aber auch sicher daran, dass Steel Soldiers zeitgleich für Android-Geräte erschien. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es hier nur um einen Mobile-Port handelt, keine echte für den PC entwickelte Version. Zu deutlich sieht man das an dem Touch-orientierten neuen Interface und der merkwürdig verschrobenen Steuerung. Allerdings haben meine Erfahrungen mit Z: The Game gezeigt, dass TickTock Games sich Kritik an ihrem Spiel zu Herzen nimmt und an vorhandenen Problemen arbeitet. Oftmals sogar sehr schnell. Für die Zukunft ist daher sicher noch Luft nach oben.
Good
  • Immer noch guter Humor
  • Viele Einheitentypen
  • Gut aufpolierte Grafik
  • Einfache, aber unterhaltsame Story
Bad
  • Sehr fehleranfällige Steuerung
  • Ein paar Bugs
  • Kein Mehrspielermodus
  • Kein Gefechtsmodus
  • Navigation lässt sehr zu wünschen übrig
5
Mittelmässig
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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