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Watch Dogs Review

Lang hat es auf sich warten lassen. Mit einer Entwicklungszeit von fünfeinhalb Jahren und einer Verschiebung des Release-Datums auf den 27. Mai dieses Jahres mussten die Fans des Open-World-Titels von Ubisoft lang genug ausharren, bis sie endlich zu den Controllern greifen durften. Promt entfachte sich der bereits zuvor angedeutete Hype mit dem Release des Spiels. Ubisoft zeichnete unglaubliche Verkaufszahlen auf: dem Publisher zufolge soll das Spiel bereits in der ersten Woche über vier Millionen mal verkauft worden sein und ist somit für Ubisoft das bisher am besten verkaufte Spiel in der ersten Verkaufswoche. Wir haben den Titel für euch getestet und verraten euch, ob dieser Erfolg gerechtfertigt ist und haben versucht, die Stärken und Schwächen des Spiels für euch auf den Punkt zu bringen.

„Der Rächer“ schlägt zu

Zu Beginn des Tests einen kleinen Einblick in die Welt des Protagonisten von Watch Dogs: Der junge Mann mit dem Namen Aiden Pearce lebt in Chicago und agiert als talentierter Hacker. Seine Stadt wird komplett durch ein als Sicherheitssystem bezeichnetes Programm mit dem Namen ctOS überwacht, weshalb an jeder Ecke der Stadt eine Kamera aufzufinden ist und somit ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten für unseren Hacker bietet. Angetrieben von einem harten Schicksalsschlag in seiner Vergangenheit wird Aiden dazu bewegt, sich gezwungenermaßen näher mit dem etwas suspekt wirkendem Sicherheitssystem auseinander zu setzen und erlangt von den Bewohnern der Stadt durch seine Art zu Handeln den Namen „der Rächer“. Er dringt tiefer und tiefer in die dunklen Geheimnisse der Stadt ein und findet sich in einigen brenzlige Situationen wieder.

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Es gibt viel zu tun

Der Singleplayer-Modus von Watch Dogs bietet eine große Anzahl an verschiedenen Möglichkeiten, mit denen man sich die Zeit in Chicago vertreiben kann. Angefangen natürlich bei der Kampagne, welche eine nette Story und spannende Missionen liefert. Der Story-Modus ist in fünf Akte unterteilt, welche alle, bis auf den letzten Akt, in mehrere Untermissionen abgegrenzt wurden.

Während die Story selbst sehr interessant ist, fällt jedoch auf, dass beinahe alle Missionen den gleichen Ablauf beinhalten: gelange zu einem von Feinden bewachtem Ort, hacke ein Zielobjekt, fliehe unbemerkt oder töte deine Verfolger, wobei man sich in den meisten Fällen entscheiden darf, ob man eher die „mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Spielweise wählt und alle seine Feinde einen nach dem anderen ausschaltet, oder sich eher für die Stealth-Version entscheidet und versucht unbemerkt an den Feinden vorbei zu gelangen.

Auch wenn zum Teil etwas die Kreativität bei der Auswahl neuer Ideen für die unterschiedlichen Missionen vermisst wird und wirklich sehr häufig das gleiche Schema für den Ablauf dieser verwendet wurde, etwa wie bei dem ersten Teil der Assassin’s Creed Reihe, macht dies dem Spaßfaktor der Kampagne zum Glück keinerlei Abstriche, auch wenn die Missionen eher selten Abwechslung bieten. Die Kampagne von Watch Dogs macht nämlich durchaus süchtig und bietet bis zum Schluss eine Menge Spaß. Auch das Rufsystem, durch welches der Spieler sich entscheiden kann, ob er die Bürger der Stadt beschützen und seinen Ruf rein halten oder ob er zum Schrecken der Stadt werden will, finde ich passend. Lediglich die emotionalen Szenen, die das Spiel an manchen Stellen bietet, hätte ich mir etwas ausdrucksstärker gewünscht, da diese meist relativ kurz ausfallen und damit wenig Zeit besteht, sich voll und ganz in das Geschehen hineinzuversetzen. Außerdem habe ich zu Beginn des Spiels eine kleine Einführung in die Welt von Watch Dogs vermisst, da ich denke, dass es sicherlich etwas kompliziert sein könnte zu verstehen was zum Beispiel das ctOS ist, wenn der Spieler keinerlei Hintergrundinformationen besitzt oder sich vorher nicht informiert hat. Jedoch ist ein besonderes Lob für die Auswahl der Charaktere in Watch Dogs auszusprechen. Sowohl das Aussehen, als auch die Art zu Handeln und zu Sprechen jedes einzelnen wichtigen Charakters finde ich so gut getroffen, wie bei wenigen anderen Spielen bisher. Der Spieler kann zudem weitere Informationen zu vielen wichtigen Charakteren erhalten, indem er versteckte Audiologs sucht und durch das Hacken dieser teilweise die Vorgeschichte oder Gedanken der jeweiligen Person erhält.

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Auch nach dem Abschluss der Story gibt es natürlich für unseren Hacker noch eine Menge zu entdecken und zu erledigen. Mit einer ganzen Reihe von abwechslungsreichen Nebenmissionen wird das Spielen von Watch Dogs so schnell nicht langweilig. So gibt es zum Beispiel sogenannte Fixer-Aufträge, welche es dem Spieler zum Ziel machen, die Polizei Chicagos durch das Durchfahren verschiedener Checkpoints in einer bestimmten vorgegebenen Zeit anzulocken, denn an den Checkpoints befinden sich immer Kamerapunkte des ctOS, welche Aiden erspähen und der Polizei seinen Standpunkt vermitteln. Ist die Polizei einmal angelockt, muss diese auch wieder abgehängt werden, ohne sich erwischen zu lassen. Neben dieser Rennmission kann Aiden zudem durch das Untersuchen von verschiedenen Passanten Hinweise auf geplante Verbrechen entlarven und versuchen, diese zu verhindern. Hierbei muss der potentielle Verbrecher in einem gekennzeichneten Gebiet entdeckt und bei dem Begehen eines Verbrechens erwischt werden, erst dann kann Aiden diesen durch einen Takedown ausschalten. Zusätzlich wird der Spieler immer wieder auf Verbrecher Konvois stoßen, welche ausgeschaltet werden können. In Chicago sind außerdem einige Gangs voller Straftäter vertreten, welche Aiden durch das Finden eines Gang-Versteckes einschüchtern kann. Der Spieler erhält das Ziel, ein Gangmitglied durch einen nicht tödlichen Takedown auszuschalten, um Angst unter den Verbrechern zu verbreiten. Jede dieser Missionen ist in einer großen Anzahl in ganz Chicago verteilt und bietet viele Stunden Beschäftigung, wenn man wirklich jede einzelne erledigen möchte.

Aber auch mit dem Abschließen dieser Nebenmissionen ist die Arbeit von Aiden Pearce noch immer nicht getan. Durch das Hacken von einigen ctOS-Türmen werden noch viele weitere interessante Aktivitäten, neue Verstecke, Orte an denen Sammelobjekte warten und sogenannte Schwachstellen im ctOS, durch welche der Spieler die Bürger der Stadt in deren eigenen vier Wänden ausspionieren und somit seine Neugier befriedigen kann, freigeschaltet. Vor allem letzteres hat mir eine Menge Spaß bereitet, da die Gespräche, welche man beim Beschatten der Bürger miterleben darf, teilweise echt lustig gemacht sind. Zudem ist es dem Spieler möglich, QR-Codes, welche in der ganzen Stadt verteilt sind, zu scannen, womit eine neue Nebenmission freigeschaltet wird. Dies ist auch mit dem Abschließen bestimmter Untersuchungen möglich, welche ich aber um Spoiler zu vermeiden nicht weiter ausführen möchte.

Sollte trotzdem einmal Langeweile aufkommen, bietet Chicago noch weitere nette Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Klassische Minispiele wie Schach, Trinkspiele, Hütchenspiele und Poker können an vielen Orten der Stadt gespielt werden. Mit erfolgreichem Abschließen einer Runde eines Minispiels steigert sich zudem jedes Mal der Schwierigkeitsgrad für den Spieler. Auch der sogenannte Cash Run, welcher den Spieler in eine Art Oldschool-Videospiel befördert, sorgt für eine Menge Spaß für zwischendurch. Hier muss der Spieler pixelige Münzen, wie man sie aus Super Mario kennt, einsammeln, ohne dass die Zeit abläuft. Hierbei stellen sich dem Spieler kleine rote Monster in den Weg und dürfen nicht berührt werden, da ansonsten eine Zeitstrafe droht. Auch eine Art Laser-Shooter wurde eingebaut, bei welchem neonfarbene Aliens, die in mehreren Wellen auftreten, mit einer Laser-Waffe ausgeschaltet werden müssen. Meiner Meinung nach sehr lustige Ideen und eine nette Abwechslung zwischen den normalen Nebenmissionen und der Kampagne.

Schonmal von digitalen Trips gehört?

Nein? Dann wird es aber höchste Zeit. Denn an einigen Ecken von Chicago warten Dealer auf euch, welche euch diese digitalen Trips anbieten. Ihr könnt zwischen vier verschiedenen Trips mit seltsamen Namen auswählen: Madness, Alone, Psychedelic und Spider-Tank warten darauf, von euch ausgetestet zu werden. Wenn ihr diese annehmt, warten jeweils unterschiedliche Trips auf euch, welche euch vor bestimmte Aufgaben stellen. Vor allem Madness und Spider-Tank haben mir persönlich sehr gut gefallen, da man in Madness mit einer Art sprechenden Höllen-Auto durch ein in Flammen stehendes Chicago rast und die Seelen von Dämonen einsammelt, während man in Spider-Tank eine riesige Roboter-Spinne steuert, mit welcher man die komplette Stadt verwüsten muss um möglichst viele Punkte zu erlangen. Psychedelic hat mich wohl am meisten zum Lachen gebracht, da dieser Trip mit Abstand die verstörendste Welt für den Spieler eröffnet. Alone ist eher etwas für die Spieler, die sich gerne an ihre Feinde unbemerkt heranschleichen und bedacht vorgehen, da man sich an einer Reihe von ctOS-Robotern entweder vorbeischleichen muss, oder diese möglichst einzeln ausschalten sollte, damit das Ziel erreicht werden kann. Ich möchte aber nicht zu viel verraten und kann das Ausprobieren aller digitalen Trips nur empfehlen, es lohnt sich.

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Ein belebtes Chicago

Das Chicago, dass dem Spieler mit Watch Dogs geboten wird, ist unglaublich belebt. Wie bereits von den Entwicklern im voraus erwähnt, kann man an vielen Stellen der Stadt immer wieder neue Geschehnisse verfolgen. Es kann zum Beispiel passieren, dass man beim Entlanglaufen einer Straße Zeuge eines Auffahrunfalls wird und im Anschluss ein Streitgespräch zwischen den beiden Fahrern miterleben darf, oder eine Unterhaltung über den neuen Freund von einer Frau, welche sich mit ihrer besten Freundin über diesen unterhält, mitbekommt. Eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Szenarien wird dem Spieler in Watch Dogs geboten, was das Spiel sehr belebt wirken lässt. Es macht wirklich Spass durch Chicago zu streifen und einfach nur den Menschen bei ihren Gesprächen zu zuhören. Einzig die Intelligenz der Autofahrer ist meiner Meinung nach etwas schleifen gelassen worden, da diese beispielsweise nicht an Hindernissen vorbeifahren, sondern warten, bis diese aus dem Weg geräumt werden. Wenn ich also mein Motorrad auf der Straße abstelle, bildet sich hinter diesem ein kleiner Stau mit hupenden Autos.

Außerdem kann man die Handys vieler Bewohner der Stadt hacken, um an deren Bankdaten zu gelangen und später die dazugehörigen Konto räumen zu können. Es ist ebenfalls möglich, einige Bewohner bei ihren Telefonaten zu belauschen oder deren SMS mitzulesen, was manchmal zum Entdecken eines potentiellen Verbrechens führen kann, welches dann von dem Spieler in einer Nebenmission verhindert werden kann. Bei wenigen NPCs kann man zudem auf deren Musik zugreifen und sich so neue Lieder für die Media App und somit für das Auto freischalten. Im Vergleich zu GTA V zum Beispiel finde ich jedoch die Musikauswahl eher schlecht, da es nur wenig wirklich bekannte Musik gibt und die meisten Songs meiner Meinung nach nicht so passend sind. Das ist aber natürlich Geschmackssache und hängt vom jeweiligen Musikgeschmack ab. Die Musik, welche in bestimmten Momenten während den Missionen der Kampagne gespielt wird, empfand ich jedoch als gelungen und auch durchaus passend. Zusätzlich erhält man zu jedem einzelnen Bewohner Chicagos den Namen, den Beruf und eine bestimmte Eigenschaft der Person, wenn man durch das Verwenden von Aidens Handy ein Profil dieser anlegt. Dies ist vor allem hilfreich, wenn man im Begriff ist eine Straftat zu begehen. Denn in den Massen der Menschen könnte sich immer wieder jemand befinden, der Aidens Taten der Polizei oder dem ctOS melden möchte. Dann heißt es schnell Handeln, in dem man dieser Person das Handy entwendet oder spezielle Hilfsmittel, welche ich später erwähnen werde, verwendet. Gelingt dies dem Spieler nicht, hat er die Polizei am Hals und es kann passieren, dass ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt wird, welches sich dann andere Spieler in bestimmten Online-Missionen verdienen können.

Die Welt von Watch Dogs bietet also eine Menge zu Entdecken, zu Erforschen und zu Sehen und wird so schnell nicht langweilig. Es lohnt sich das Spiel auch nach dem Abschließen der Kampagne noch weiter zu untersuchen, da man sonst viele nette Kleinigkeiten und Details übersehen und das Spiel nicht in vollem Umfang gesehen haben würde.

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Waffen und Crafting

Unser Protagonist ist in Watch Dogs mit einer Nahkampfwaffe und mehreren Schusswaffen ausgestattet. Bei der Nahkampfwaffe handelt es sich um einen Schlagstock, mit welchem Aiden seine Gegner leise und schnell ausschalten kann. Jedoch ist es natürlich nicht immer möglich leise vorzugehen. Für diesen Fall werden dem Spieler auch einige Schusswaffen an die Hand gelegt, welche von normalen Pistolen bis hin zu Sturmgewehren und Granatwerfern reichen. Diese werden durch Sterne gekennzeichnet, welche deren Qualität veranschaulichen. Es ist sowohl möglich Waffen der Gegner einzusammeln, als auch die gewünschte Waffe in einem Laden zu erwerben. Außerdem kann sich der Spieler Granaten und USVs craften, für welche man überall in Chicago verteilt nützliche Teile finden kann. Auch das Craften von verschiedenen Hilfsmitteln, wie sogenannten „Jam Coms“, wurde eingebaut. Mit dem Verwenden dieser zum Beispiel lässt sich das Kommunikationssystem stören, was Gegner davon abhalten kann Verstärkung zu rufen oder Bürger beim Anruf bei der Polizei unterbrechen. Auch kann durch das Herstellen des „Black Outs“ der komplette Strom der Stadt ausgeschaltet werden und somit in brenzligen Situationen entscheidend zur Flucht verhelfen.

Was und wie wird geskillt?

Das Skillsystem in Watch Dogs ist unglaublich vielfältig. Es gibt eine große Menge an freischaltbaren Fähigkeiten und Verbesserungen, die durch das Einsetzen von Skillpunkten erhalten werden können. Die benötigten Punkte erlangt man hier durch das Abschließen von Haupt und Nebenmissionen und das nicht gerade in geringer Anzahl. Eine Spezialisierung des Helden ist somit nicht erforderlich, da man relativ leicht an Skillpunkte gelangt und es auf jeden Fall möglich ist, Aiden in seinen Fertigkeiten zu perfektionieren. Den Fähigkeitenbaum kann man ganz leicht über das Smartphone von Aiden aufrufen und wurde übersichtlich gestaltet: Durch die vier Oberkategorien Kampf, Fahren, Crafting und Hacken kann sich der Spieler so zuerst den Bereich aussuchen, in dem er seinen Helden verbessern möchte und darauf hin aus einer großen Anzahl an Möglichkeiten auswählen.

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Und die Grafik ?

Über die Grafik des Open-World-Titels wurde wohl vor dem Release mit am meisten diskutiert. Während zwischenzeitlich die Rede von 1080p und 60 FPS auf der Playstation 4 war, gab es viele Skeptiker, die immer wieder befürchteten, dass Watch Dogs grafisch eine GTA V Kopie werden würde. Für mich hat sich diese Vermutung nun zum größten Teil bestätigt, da man sich stets stark an GTA erinnert fühlt. Zudem lässt sich für mich kein großer Unterschied zwischen der PS3-Version von GTA V und Watch Dogs auf der PS4 erkennen. Ein Lob jedoch ist meiner Meinung nach vor allem für die Raucheffekte auszusprechen, da diese wirklich realistisch gestaltet wurden, ebenso wie das Wasser, welches wirklich Klasse aussieht. Gelungen finde ich auch den Regeneffekt, da sich wirklich jeder kleine Wassertropfen auf den Straßen erkennen lässt. Insgesamt ist die Grafik also meiner Meinung nach eher enttäuschend, es gibt aber einige Highlights, welche wirklich so aussehen, wie es sich wohl die meisten Spieler gewünscht hätten.

Der Online-Modus

Der Online-Modus von Watch Dogs unterscheidet sich von anderen Spielen darin, dass man immer Teil dieses ist. Alle Spieler können, solange man die Online-Funktion aktiviert hat, in die Singleplayer-Welt anderer Spieler eindringen, um eine von zwei Missionen auszuführen. Es ist möglich einen anderen Spieler in seiner Welt zu hacken oder zu beschatten. Beide Möglichkeiten erscheinen random beim Spielen des Singleplayer-Modus und können dann einfach angenommen werden. Nach der Wartezeit befindet man sich dann in der Welt eines anderen Spielers.

Hat man die Hacking-Mission aktiviert, bekommt man das Ziel, den anderen Spieler aufzuspüren und ihn zu hacken. Man sollte sich ein gutes Versteck suchen, da der Gegner versuchen wird, den Hacker zu finden und auszuschalten. Nachdem der Hackprozess gestartet wurde, füllt sich eine Prozentleiste, welche bis auf 100 % volllaufen muss, damit der Angriff erfolgreich war. Sollte das Versteck gut genug sein, kann man seinem Gegner gemütlich dabei zuschauen, wie er verzweifelt durch das Gebiet läuft und nach dem Angreifer sucht. Wird man jedoch entdeckt, heißt es die Beine in die Hand nehmen und versuchen zu flüchten. Sollte dies nicht gelingen, gilt der Angriff als gescheitert.

Die zweite Mission, eine Beschattungs-Mission, erfordert etwas mehr Vorsicht, da man hierbei seinem Ziel hinterher laufen und diesen unbemerkt ausspionieren muss. Natürlich sieht man in beiden Fällen anders aus als der Protagonist, da man sonst viel zu schnell entdeckt werden würde. Mir haben die Missionen durchaus Spaß bereitet, es ist sogar ein wenig spannend darauf zu hoffen, dass man nicht entdeckt wird. Wenn der Gegner direkt an dem eigenen Versteck entlang läuft und man sich nicht sicher ist, ob man nun gesehen wurde oder nicht, ist das schon ein kleiner Nervenkitzel. Einzig und allein finde ich es manchmal ein bisschen nervig, wenn man gerade in die Story der Kampagne von Watch Dogs vertieft ist und dann durch einen Eindringling davon abgehalten wird, weiter zu spielen. Wenn man jedoch selbst eher selten Gebrauch von den Online-Aufträgen macht, wird man auch weniger häufig Opfer eines Angriffes.

Natürlich gibt es auch einen klassischen Multiplayer-Modus, in welchem man zusammen mit Freunden eine freie Welt erkunden kann, Rennen bestreiten darf und die sogenannte ctOS-Mobil-Herausforderung starten kann, in der ein Spieler, welcher die App zu dem Spiel besitzt die Polizei und das ctOS steuern kann und einen so daran hindern muss, ein vorgegebenes Ziel zu erreichen.

2. Fazit von Michael Bragg (PC und PS4)

Oh Mann…was habe ich mich Anfangs nach der Ankündigung und den ersten Trailern auf Watch Dogs gefreut, doch mit der Zeit und vor allem nach der letzten Verschiebung des Release wurde ich immer skeptischer. Ob das Spiel wirklich was werden wird? Wird das Hacking sehr schnell monoton und macht man stundenlang nur noch das selbige? Zum Glück aber bestätigte sich dies alles nicht. Watch Dogs macht wahnsinnig viel Spaß und selbst die ganzen Nebenmissionen wurden von mir erledigt, was bei mir nicht bei vielen Spielen vorkommt. Auch wenn Watch Dogs seine kleinen Macken hat, wie zum Beispiel das Autos nicht selbständig um Hindernisse vorbei fahren oder auch, dass Passanten immer nur ein vorgegebenes Programm abspielen, wirkt die Spielwelt extrem detailreich und belebt. An jeder Ecke passiert etwas, überall gibt es etwas zu entdecken. Am überraschendsten war für mich allerdings, dass die PC-Fassung die schlechteste Umsetzung ist, was auf einen nicht ganz so guten Port hinweist. Erst war ich sehr enttäuscht, dass mein PS4-Pad vom Spiel komplett ignoriert wurde und musste auf Tastatur / Maussteuerung zurückgreifen und dann stellte sich diese auch noch ziemlich schwammig dar, was mir den Spaß ein wenig geraubt hat. Zum Glück allerdings bin ich zusätzlich relativ günstig an eine PS4-Fassung gekommen, so dass ich Watch Dogs doch noch in vollen Zügen genießen konnte. Ich bin wahnsinnig froh darüber, denn sonst hätte ich ein aktuelles Highlight verpasst, was ich mit Sicherheit bereut hätte.

Vor allem aber freue ich mich auch schon auf einen Nachfolger zu Watch Dogs, da ich hier einige Parallelen zu Assassin´s Creed sehe. Könnt ihr euch noch an den ersten Teil erinnern? Die Missionen hatten teils immer den gleichen Ablauf, was auch bei Watch Dogs der Fall ist. Und wenn man bedenkt, was Ubisoft mit Assassin´s Creed 2 für einen wahnsinnig geilen Kracher hinterhergeschoben hat, hoffe ich, dass genau dies auch bei Watch Dogs passieren wird, denn noch hat Watch Dogs einiges an Potential, welches nicht genutzt wurde. Wenn Ubisoft hier ein wenig mutiger wird und das Problem der gesellschaftlichen Komplettüberwachung nicht nur ankratzt, dann wird Watch Dogs 2 ein absoluter Hit. Allerdings sollten die Entwickler hierfür noch ein paar kleine Macken entfernen. Für die PlayStation 4 kann ich Watch Dogs nicht nur empfehlen, sondern jeder sollte das Spiel mal gespielt haben. Auf dem PC kann ich das Spiel aufgrund des großen Hardware-Hungers nur bedingt empfehlen und vor allem solltet ihr euch definitiv vorher erkundigen, ob euer Gamepad unterstützt wird, da die Tastatur / Maussteuerung in Chicago alles andere als super geworden ist.

Fans von Open World-Games werden bei Watch Dogs voll auf ihre Kosten kommen!

3. Fazit von David Kosfeld (PS3)

Die Zeit vor dem Release von Watch Dogs war für mich ein auf und ab. Grundsätzlich kann ich mich aber in den meisten positiven Dingen Vanessa ganz anschließen und sagen, dass Ubisoft eine gute neue IP abgeliefert hat, die viel Potenzial bereithält. Ich bin also gespannt was uns Ubisoft in ihrem 10-jahresplan noch alles liefern wird.

Eine Sache die mir leider bisher viel zu kurz gekommen ist, ist die Liebe zum Detail die Ubisoft hier walten ließ. Nicht nur die vielen Konversationen der virtuellen Mitbürger lassen mich immer wieder innehalten. Während des ersten Treffens zwischen Clara und Aiden wird deutlich, dass viel Recherche in die Hacker Thematik gesteckt wurde. Social Engineering, Phone Phreaking, etc. alles Details an Aidens Persönlichkeit für die ich die Entwickler noch einmal deutlich loben muss. Gleichzeitig ist es aber auch schade, dass genau diese Ansätze nicht weiter verfolgt wurden. Spielerisch ist Watch Dogs ein sehr guter Titel. Leider liegt genau da auch ein Knackpunkt. Für ein Open World Titel ist mir Watch Dogs deutlich zu kurz. Auch im Vergleich zu Far Cry fällt die Kampagne deutlich kürzer aus. Zudem hat man ab einem Gewissen Punkt auch hier das Gefühl, dass sich die Missionen immer wieder wiederholen (was auch schon in Assassin´s Creed 1 extrem nervend war). Wie man aber auch an der AC- Reihe sieht, hat sich spielerisch viel getan. Ich bin also gespannt wie es weitergehen wird.

Zur Steuerung kann ich eigentlich auch nur lobende Töne finden. Das Deckungssystem funktioniert und hat mir nur in wenigen Situationen mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch das Schießen und die Verfolgungsjagden gehen sehr gut von der Hand. Unglücklicherweise trügt in diesem Open World Spiel das seltsame Fahrverhalten und die damit zusammenhängende Physik das Erlebnis etwas. Selbst auf dem Motorrad hatte ich das Gefühl in einem Panzer zu sitzen und alles wegholzen zu können was sich mir in den Weg stellt. Die Nebenmissionen sind wirklich cool geworden und passen auch thematisch meistens ins Spiel (QR Codes suchen, Wegwerftelefone, etc.). Nur die KI lässt manchmal zu wünschen übrig, was vor allem dann nervig ist, wenn Zielpersonen, die wir eigentlich mit nicht tödlichen Takedowns niederstrecken sollen, ihren sicheren Wagen verlassen und dann von den eigenen Bodyguards überfahren werden. Die größte Kritik am Spiel muss sich sowohl die einfallslose Musik für den Media Player als auch die Grafik gefallen lassen. Zwar sind einige Künstler ziemlich cool (Kid Cudi, Wu-Tang Clan, Alice Cooper und Curtis Mayfield), das Gesamtbild der Musikauswahl trifft jedoch nicht wirklich meinen Geschmack. Sicherlich wurde Watch Dogs mit einem Fokus auf die neuen Konsolen entwickelt, die Grafik auf der PS3 war mir allerdings doch teilweise etwas zu lieblos. Im direkten Vergleich zur PS4 Version fehlen mir zum Beispiel die wirklich tollen Wassereffekte oder der Rauch, welche auf der PS4 nochmals deutlich besser aussieht.

Die vorher als so „seamlessly“ angekündigte Verknüpfung von Single- und Multiplayer hat mich aber dann doch etwas enttäuscht. Viel zu lange befand ich mich in Ladescreens und muss für alles eine gesonderte Einladung annehmen. Trotz einiger kleiner Mängel kann ich letztendlich nur zum Kauf von Watch Dogs raten. Immer wieder zieht es mich in das virtuelle Chicago zurück, um noch mehr über die Welt, die Menschen und natürlich das ctOS herauszufinden.

Watch Dogs ist seit dem 27. Mai für PlayStation 4, PlayStation 3, Xbox One, Xbox 360 und PC erhältlich. Für die Wii U wird mit einer Version von Watch Dogs im November gerechnet.

Summary
Insgesamt hat Watch Dogs mir eine Menge Spaß bereitet. Die Kampagne des Spiels und die vielen verschiedenen Nebenmissionen haben mich lange beschäftigt und tun es zur Zeit immer noch. Manchmal bin ich einfach durch die Straßen Chicagos geschlendert und habe mir nur die vielen verschiedenen Situationen und Menschen angesehen, welche an jeder Ecke der Stadt auf einen warten. Details liefert das Spiel ständig und überall, was die Welt sehr belebt und echt wirken lässt. Die Musik war nicht so mein Ding, weshalb ich meistens zwei ausgewählte Lieder oder gar keine Musik in den Fahrzeugen gehört habe, was ein wenig schade ist. Dafür hat mir die Musik in den Hauptmissionen des Spiels gut gefallen. Schade fand ich ebenfalls, dass die wirklich emotionalen Szenen des Spiels manchmal ohne Wirkung zu zeigen einfach an mir vorbei gegangen sind, dort hätte man sich meiner Meinung nach mehr Mühe geben können. Trotzdem hat mir das Spiel im Gesamten gesehen gut gefallen und auch wenn die Grafik nicht dem Versprochenen entspricht, hat mich dies eher wenig gestört. Eine gut ausgefeilte Charaktergestaltung liefert wieder einen starken Pluspunkt, genau wie die vielen Skillmöglichkeiten und die sogenannten digitalen Trips. Für mich ist Watch Dogs auf jeden Fall einen Blick wert und es lässt sich gespannt auf den zweiten Teil des Spiels warten.
Good
  • viele Möglichkeiten
  • tolle Charaktere
  • viele Nebenmissionen
  • lustige Ideen wie digitale Trips und Minispiele
  • viele kleine Details
  • sehr belebte Welt
  • Nachts und im Regen eine wahre Augenweide
  • Rauch-, Wasser- und Regen-Effekte
  • riesiger Fuhrpark
  • großes Arsenal an Waffen
  • Moralsystem beeinflusst Zivilisten
  • sehr gutes Deckungssystem
  • hartnäckige Cops
  • guter Skilltree
  • sehr gute deutsche Sprachausgabe
  • erfrischende Multiplayer-Komponenten
Bad
  • Story könnte etwas länger ausfallen
  • immer wieder der selbe Ablauf in Missionen
  • Grafisch nicht immer Next Gen-Niveau
  • Musik in Fahrzeugen
  • Schadensmodell der Autos
  • schwammiges Fahrverhalten
  • Schießen aus dem Auto heraus nicht möglich
  • durch Bankzugriffe bei Hacks spielt Geld keine große Rolle
  • Profiling eher nur ein Gimmick
  • Schwierigkeit meiste Zeit zu leicht
  • lange Landezeiten (PS3)
  • Standard Open World Fehler (z.B. Popups) (PS3)
  • nicht alle Gamepads (z.B. PS4-Pad) werden Unterstützt (PC)
  • schwammige Maussteuerung (PC)
  • Hohe Hardware-Anforderungen (PC)
8
Sehr gut
Studentin und Gamerin.

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