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Vertical Drop Heroes HD im Test

Eine Schar von Helden

Bereits zu Beginn macht der Titel klar, dass hier die gescheiterten Recken im Vordergrund stehen. Wenn man dann nach wenigen Minuten das erste Mal das Zeitliche segnet und kurze Zeit später gleich wieder, dann versteht man was die Entwickler damit meinten. Der Titel ist nämlich wie das Original nicht bloß ein Plattformer, sondern auch ein Rogue-Game in seinem Herzen. Das bedeutet also, dass jeder Tod endgültig ist und an die Stelle des Verstorbenen ein neuer, zufällig generierter Charakter tritt.

Bei jedem Start hat man die Möglichkeit zwischen drei verschiedenen Helden auszuwählen. Diese unterscheiden sich in Lebenspunkten und Angriffsstärke, aber auch durch individuelle Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten sind einerseits Attacken wie das Beschwören eines gigantischen Drachens, der alle Feinde vom Bildschirm tilgt, oder ein herkömmlicher Feuerball. Dazu gibt es auch noch Unterstützende Fähigkeiten wie erhöhter Schaden. Zwei dieser Fähigkeiten kann ein Held haben und auch diese werden zufällig verteilt.

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Weiter, weiter in den Abgrund

Den Titel Vertical Drop Heroes nimmt das Spiel durchaus wörtlich, denn das Ziel ist es tatsächlich immer weiter nach unten zu fallen, wo dann auch der Boss der jeweiligen Welt wartet. Trifft man allerdings unvorbereitet auf den Unhold, hat man schnell einen weiteren Grabstein zu verantworten. Daher sollte man sich nicht einfach so schnell wie möglich nach unten fallen lassen, sondern auf den zahlreichen Plattformen Halt machen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Tatsache, dass eure Helden automatisch zuschlagen und ihr nicht durch möglich schnelles Button-Mashing gewinnt. Anfangs ist das zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Endeffekt hilft es dem Spiel, da diese Design-Entscheidung die RPG-Elemente in den Vordergrund hebt.

In den Welten warten zahlreiche Gegner auf euch, die bei einem Ableben fleißig Erfahrungspunkte spendieren und euren Recken somit nützliche Level-Ups spendieren. Dadurch erlernen sie zwar keine neuen Fähigkeiten, aber die Lebenspunkte und Angriffsstärke erhöhen sich drastisch. Allerdings lauern nicht nur Feinde auf euch, sondern überall sind auch Kisten mit zahlreichen Heiltränken und ähnlichem versteckt, die man aber nur mittels einem Schlüssel öffnen kann. Diese Schlüssel liegen überall verstreut in den Welten herum, aber mit etwas Glück hat der aktuelle Held auch grade eine Fähigkeit, die ihm gleich zu Beginn seiner Odyssee fünf Schlüssel schenkt.

Um für etwas Abwechslung zu sorgen, gibt es auch in den Welten zufällige Quests. Diese sind allerdings sehr simpel und beschränken sich immer auf „Töte diesen Gegner“ oder „Finde X“. Lohnenswert sind sie aber dennoch, denn durch das Erfüllen erhält man immer massig Erfahrungspunkte und Goldstücke. Letzteres ist besonders nützlich, da es auch nach dem Tod des Helden übernommen wird und euch ermöglicht nicht nur neue Fähigkeiten zu kaufen, sondern auch permanente Verbesserungen der Werte für die Charaktere oder auch das Aktivieren von Portalen in bereits besuchten Welten, damit ihr bequem sofort dorthin teleportiert werdet – inklusive angepasstem Level des aktuellen Helden.

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Viele Fähigkeiten und nicht immer allein

Wie bereits erwähnt, müsst ihr alle Fähigkeiten der Helden erst kaufen. Skill-Händler stehen in den Welten an zufälligen Orten rum und bieten euch eine Fähigkeit für vergleichsweise wenig Geld an. Das Kaufen von neuen Attacken und ähnlichem ist dabei wirklich motivierend und macht die Charakterauswahl auch immer spaßiger. Die Kehrseite ist allerdings, dass man zu Beginn noch keinerlei Fähigkeiten hat und somit die Charaktere sehr ähnlich sind. Hat man diesen Dämpfer allerdings verdaut, bekommt man recht schnell genügend Fertigkeiten zusammen und sorgt so für mehr Individualität.

Der stetige Ausbau der folgenden Heldenschar, die sich in das Getümmel stürzt, macht wirklich Laune und gepaart mit der Portal-Funktion reduziert es den Frustfaktor auf ein Minimum. Leider ist spielerisch aber nicht alles Gold, was glänzt. So ist beispielsweise die Kollisionsabfrage teils mangelhaft und teils bleibt man an einer Ecke hängen, wenn man wieder nach oben will. Das stört ein wenig den Spielfluss und es ist schade, dass man hier nicht noch ein wenig mehr Polishing betrieben hat.

Ein großer Pluspunkt ist aber der Coop-Modus, in dem ihr euch einen Kumpel schnappen könnt und via Splitscreen Monster verkloppt. Das ist grade für diejenigen hilfreich, die ein wenig überfordert mit dem Gameplay sind und Hilfe benötigen. Aber auch ansonsten bringt der Modus Spaß, da so der Titel noch ein wenig chaotischer wird. Hat man keine Lust auf einen geteilten Bildschirm, so bietet einem das Spiel auch LAN-Unterstützung.

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Durchschnittliche Schönheit

Eine Schönheit ist Vertical Drop Heroes HD nun allerdings nicht. Die generelle Stimmung der einzelnen Welten ist zwar recht nett und auch die Helden haben ihren gewisse Charme, aber grade die Umgebungen sind doch sehr bieder geworden. Leider ist auch das Interface zu klobig und überfrachtet, so dass man zu Beginn nicht wirklich Vorfreude auf die nächsten Stunden verspürt. Der Soundtrack hingegen bietet einige durchaus nette Melodien und passt meist recht gut zu dem Visuellen.

Natürlich muss man auch in Betracht ziehen, dass der Titel von keinem großen Team mit gigantischem Budget entwickelt wurde. Dadurch lassen sich die Kritikpunkte zwar zumindest etwas verschmerzen, aber mit ein wenig Mühe hätte man doch wenigstens das Interface schon einen Tick besser und zugänglicher gestalten können.

Vertical Drop Heroes HD erschien am 20. Mai und ist für knapp 5€ bei GOG erhältlich.

Summary
Vertical Drop Heroes HD ist ein kleines Indie-Game, das mich nach anfänglichen Zweifeln dann doch recht überzeugt hat. Mit all seinen kleinen Problemchen ist es zwar kein herausragender Titel geworden, macht aber durchaus Laune. Grade das Upgraden der Charaktere motiviert ungemein und wenn man kurz vorm Sterben dann doch noch einmal den Drachen beschwört und man so den letzten Fiesling in der Welt von der Landkarte fegt, ist es ungeheuer befriedigend.Hübsch ist es aber nicht, das Interface ist überfrachtet und ein wenig mehr Polishing hätte dem Spiel in vielen Belangen gut getan. Wer aber über die Mängel hinwegsehen kann und einige Stunden Spaß für 5€ bekommen will, sollte dem Spiel durchaus eine Chance geben.
Good
  • Motivierendes Spielprinzip
  • Viele Fertigkeiten
  • Netter Soundtrack
  • Lokaler Multiplayer-Modus
Bad
  • Kollisionserkennung nicht perfekt
  • Mittelmäßige Grafik
  • Klobiges Interface
6.5
Okay
Ehemaliger Student, begeisterter Videospieler und leidender Fußballfan.

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