Total War: Warhammer Review Chaoskrieger-DLC

PC
Jetzt Kaufen

 

Wie viel Laune bereitet es die Alte Welt in Brand zu setzen? Wir haben es für euch im Chaoskrieger-DLC von Total War: Warhammer ausprobiert! Lest jetzt unseren Test zum ersten Total War: Warhammer-DLC.

 

Archaon der Ewigauserwählte, führt die Chaoskrieger von Norden heraus an, um die Alte Welt, allen voran das Imperium und Bretonnia, in Brand zu setzen. Stemmt man sich als jede der anderen Spezies diesem unnachgiebigen Feind entgegen, dreht sich durch das Chaoskrieger-DLC die Perspektive: Nun nimmt der Spieler die Rolle der Apokalypse bringenden Chaoskrieger selbst ein.

Der Feldzug des Ewigauserwählten

Auf der Kampagnenkarte greifen sie die aus Total War: Attila bekannte Horden-Mechanik als Nomadenvolk wieder auf. Das bedeutet, dass die Chaoskrieger keinerlei Städte erobern können, sondern ihre Gebäude als Zeltstädte mit sich führen. Bis zum Erscheinen der Tiermenschen mit Call of the Beastmen werden die Chaoskrieger die einzige Hordenfraktion in Total War: Warhammer sein. Das Horden-Dasein passt ausgezeichnet zu der Rolle der Chaoskrieger als Weltenzerstörer. Es liegt nun einmal eindeutig nicht im Interesse der Chaosgötter ein florierendes Reich zu errichten, stattdessen sehnen sie sich nach Blut, Feuer und Zerstörung. (Anm. d. Red.: Und Sex. Wir wollen Slanneesh nicht vergessen.) Infolgedessen bleibt auch die Wirtschaft der Horden eher kläglich. Wichtig zu bedenken ist dabei, dass Gebäudebau, der vor allem für neue Einheitentypen benötigt wird, und auch die Regeneration von Einheiten nur in der Lagerstellung stattfinden kann.

Um neue Gebäude errichten zu können, muss der Spieler sowohl Gunst, das ist die Währung der Chaoskrieger, als auch Wachstum aufwenden. Dieser von Städten der anderen Fraktionen bekannte Wert wächst von allein mit der Zeit an. Zusätzlich beeinflussen ihn Charaktereigenschaften, Ereignisse und das Niederbrennen von Regionen. Zwar reduzieren höhere Gebäude-Stufen die Kosten von Einheiten in den Horden, aber nur eine einzige Kette wirft wirklich Geld ab. Daher müssen die Chaoskrieger ihr Geld vor allem durch Plündern, Ausrauben und das Gewinnen von Schlachten zusammensammeln und verlieren durchgehend Geld, wenn sie dies unterlassen. Dieser Zwang treibt die Chaoskrieger dazu an, immer weitere Regionen auszurauben. Da die Chaoskrieger als Siegesbedingungen die Bretonnen, das Imperium, und in der langen Kampagne auch die Zwerge, auslöschen müssen, ziehen die Chaos-Anhänger alsbald eine Schneise der Verwüstung durch die Alte Welt. Gleichsam verbreiten sie die Chaoskorruption: Sie schädigt ab einem gewissen Wert feindliche Streitkräfte, die nicht plündern. Außerdem kann sie zu Chaosaufständen führen, die die Feinde des Chaos weiter schwächen.

Anders als die Vampirfürsten erhalten Chaoskriegerhorden jedoch keine Mali, wenn sie in Gebieten ohne Chaoskorruption agieren. Dafür schädigt sie die vampirische Korruption mit der ihre eigene Korruption konkurriert. Sind sowohl Chaoskräfte als auch vampirische Einflüsse in einer Region aktiv, beeinflussen sich beide Korruptionstypen gegenseitig. Je mehr Chaoseinfluss, desto stärker sinkt der Vampirische und umgekehrt. Der Grad der Korrumpiertheit wird auf der Kampagnenkarte durch die sich verändernde Landschaft angezeigt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Eine weitere wichtige Eigenschaft der Chaoskrieger bildet die Rivalität zwischen den Horden. Platziert der Spieler zwei Horden in zu großer Nähe zueinander kommt es durch die rivalisierenden Truppen zu Verschleiß. Folglich muss der Spieler abwegen, wann es Sinn macht mit der gebündelten Kraft zweier Horden anzugreifen und wann nicht. Diese Besonderheit lässt es risikoreich werden, eine neue Horde auszuheben, da schützende Nähe zu einer weiteren sie ständig schädigen würde. Auch wenn ich diese Eigenschaft theoretisch spannend finde, strapazierte sie praktisch meine Nerven. Da ich den Verschleiß vermeiden wollte, habe ich bereits mehrfach neue Horden verloren, was mich stark ausgebremst hat. Andererseits könnten die Chaoskrieger ohne sie auch schnell zu mächtig werden. Übrigens…generell hatte ich das Gefühl, dass eine Kampagne mit den Chaoskriegern eine Weile braucht, bis sie in Fahrt kommt, was daran liegt, dass man zu Beginn erst einmal im Norden bei den Chaos-Barbaren-Stämmen festhängt.

Angeführt wird eine Horde durch einen Lord oder einen legendären Lord. Bei den Standard-Lords stehen der Meisterhexer des Chaos und der Kriegsherr des Chaos zur Auswahl. Beide kommen mit neuen Fähigkeiten daher und können sogar auf den mächtigen Mantikoren und Chaosdrachen reiten. Wie die Zauberer des Imperiums können auch die des Chaos auf mehrere Lehren zurückgreifen. Das gilt auch für den Helden-Zauberer. Neben diesem gibt es auch noch den Erhabenen Held: Beide Helden vollführen die Agentenaufgaben des Chaos und sind natürlich auch in Schlachten einsetzbar.

Zu Anfang einer jeden Kampagne gilt es einen Legendären Lord zu wählen. Alle weiteren können später nachrekrutiert werden. Die neue Rasse bietet gleich drei zur Auswahl an: Archaon der Ewigauserwählte, Sigvald der Prachtvolle und Kholek Sonnenfresser. Alle drei folgen eigenen Questreihen, die in Questschlachten münden und die Mühen mit speziellen Items entlohnen. Für Kholek gibt es allerdings nur eine einzige Questschlacht, die seinen mächtigen Hammer freischaltet. Ebendiese habe ich auch ausprobiert und kann berichten, dass sie sehr viel Spaß bereitet hat. Leider starten alle drei legendären Lords exakt vom selben Startpunkt, wodurch sich kaum Gründe ergeben, warum man in einer neuen Kampagne mal einen anderen ersten Lord ausprobieren sollte. Diesem Problem nimmt sich Creative Assembly erst in Call of the Beastmen an.

Sogar die Chaoskrieger können in einem Technologiebaum ihre tödlichen Truppen noch weiter verbessern: In ihrem Baum unerteilen sich die Technologien in unterschiedliche Stufen. Jede nächsthöhere Stufe wird durch das Aufwenden von einem festen Betrag von Gunst freigeschaltet, wobei die Beträge sehr schnell in die Höhe schießen. Die letzte Stufe verlangt gar 40.000 Gunst vom Spieler ab, was selbst für einen fleißig ausraubenden Chaos-Anhänger eine beträchtliche Summe darstellt.

Die Armeen des Chaos

In meinem Let’s Play könnt ihr einen Blick in eine Schlacht mit den Chaoskriegern werfen.

Wie sieht es mit den Armeen der Chaoskrieger aus? Zusammengenommen kann diese Rasse auf 23 verschiedene Einheiten zurückgreifen, was die drei legendären Lords, zwei Lords und zwei Helden noch nicht miteinschließt. Das ist eine anständige Summe und kann sich sehen lassen. Immerhin verfügen sie damit über mehr Einheiten als die Vampirfürsten, die nach wie vor die kleinste Einheitenauswahl nutzen können. Der Kern einer Chaos-Armee besteht zumeist aus drei Kerntypen: Bei ihnen handelt es sich um normale Nahkämpfer, Kämpfer mit Zweihandwaffen und Kämpfer mit Speeren.

Die beiden ersten Typen erhält man zuerst als Chaos-Barbaren, danach als Chaoskrieger und schlussendlich als Auserkorene. Die Speerträger kommen ab dem Level der Chaos-Krieger hinzu. Alles in allem überragen die jeweils besseren Varianten ihre Vorgänger in quasi allen Aspekten, wodurch spätestens wenn man sich Auserkorene leisten kann, die Standard-Chaosbarbaren höchstens noch als Kanonenfutter herhalten können. Anders als in Total War: Attila kann man sie aber auch im späteren Verlauf einer Kampagne immer noch rekrutieren. Durch die Verfügbarkeit von besseren Einheiten, die die selben Rollen einnehmen, wie schwächere Archetypen, reduziert sich die effektive Einheitenauswahl der Chaoskrieger etwas. Dieses Phänomen tritt aber nicht in jeder Kategorie zu Tage.

Die große Schwäche der Armeen des Chaos ist ihr Mangel an Fernkämpfern, nur ihre Kanone und die zwei Plänkler-Kavallerieeinheiten können mit Fernkampfwaffen aufwarten. Weiterhin kommen die meistens schwergepanzerten Chaoskrieger auf keine hohe Bewegungsgeschwindigkeit, weswegen die Spieler auf billigere Chaoshunde und ebenjene berittenen Fernkämpfer zurückgreifen müssen. Selbst die schwer zuschlagenden Chaosritter werden von den feindlichen Kavallerieeinheiten einfach abgehängt.

Wer ausgefallene Einheiten mag, wird besondere Freude an den Chaoskriegern haben. Abgesehen von den Chaos-Barbaren lassen sämtliche Einheiten das Normale schnell hinter sich. Besonders eindrucksvoll sind die monströsen Einheiten und die Höllenkanone. Bei Ersteren können die Spielenden zwischen der grausig aussehenden Höllenbrut, Chaos-Trollen, Chaos-Riesen, Drachenogern und Drachenoger-Shagorraths wählen. Dazu kommen monströse Reittiere wie Chaosdrachen und Mantikore. Doch auch Infanteristen wie die Auserkorenen, deren Waffen durchgehend brennen, und die mutantenartigen Ausgestoßenen können sich sehen lassen. Allgemein stechen schwer gepanzerte Infanteristen und starke Monstereinheiten als die beiden großen Stärken der Chaoskrieger hervor. Alles in allem bin ich mit der Einheitenauswahl der Chaoskrieger sehr zufrieden. In den Schlachten sorgen ihre unterschiedlichen Truppen für coole Erfahrungen, die sich von den anderen vier Rassen deutlich abheben.

Total-War-Warhammer-Choaskrieger3  Review Chaoskrieger-DLC

Fazit: Eine sehr gelungene Fraktion, die Neues einbringt

Für das Chaoskrieger-DLC steckt Creative Assembly seitens der Fans immer wieder Kritik ein. Dementsprechend viele negative Reviews finden sich auch auf seiner Steam-Seite. Doch das liegt eindeutig nicht an der Qualität des hier abgelieferten Fraktionspakets. Klar, anders als früher finden sich keine drei Völker in diesem DLC, aber dafür unterscheiden sich die Chaoskrieger stärker von den anderen Fraktionen von Total War: Warhammer, als es die Fraktionen in den historischen Teilen überhaupt taten. Über den Preis von 7,49€ lässt sich natürlich streiten. Wie immer gilt der Grundsatz, dass Creative Assembly nach einer Weile seine DLCs auch in Steam-Sales runtersetzt. In meinen Augen bietet das DLC vergleichsweise viel Inhalt. Ein Debakel wie beim ersten DLC zu Attila (den Vikingervorfahren) müsst ihr nicht erwarten. Alles in allem bereitet mir das Spielen mit den Chaoskriegern großen Spaß, weshalb ich Fans von Total War: Warhammer, denen der Spielstil der Chaoskrieger gefällt, den Kauf des DLCs guten Gewissens empfehlen kann. Vor allem der Perspektivwechsel selbst den Verheerer spielen zu dürfen, verleiht dieser kleinen Erweiterung ihren besonderen Reiz, der durch qualitative neue Inhalte gut unterfüttert wird.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password