Total War: Thrones of Britannia – Ersteindruck

PC

 

Wir haben uns in Thrones of Britannia der Mission angenommen, ein Königreich zu Blüte zu führen. Was macht das Total War-Spinoff für einen Eindruck?

Wenn sich Königreiche der Angelsachsen, Gälen, Waliser und Wikinger um die Throne der britischen Inseln zanken, scheint auf den ersten Blick in Total War: Thrones of Britannia alles beim Alten geblieben zu sein. Was zu erwarten gewesen wäre, schließlich handelt es sich bei dem etwas umständlich benannten A Total War Saga: Thrones of Britannia „nur“ um eine Auskopplung aus der großen Mutterreihe. Stellenweise wähnten manche es sogar nur als eine weitere Erweiterung von Total War: Attila. Was ich bisher mit Wessex und Dublin sah, schlägt diese Befürchtungen in den Wind.

Die Ausgangslage auf den britischen Inseln

Total War: Thrones of Britannia begrüßt seine Spieler und Spielerinnen auf den Britischen Inseln in einer Zeit, in der gefühlt jeder Landstrich seinen eigenen König hatte. Doch das muss ja nicht so bleiben. Immerhin bieten geopolitische Instabilität und Gespaltenheit den perfekten Nährboden, ein neues großes Königreich zu formen! Diese Chance erkannt, stehen euch auf dem Weg zum vorherrschenden Königreich auf der rundenstrategischen Weltkarte zehn Königreiche zur Auswahl.

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Meine ersten Schritte machte ich mit dem Königreich Wessex oder Westsachsen, wie es merkwürdigerweise in der deutschen Übersetzung heißt. Als eins der letzten beiden verbleibenden angelsächsischen Königreichen startet Wessex aus einer Wohlfühlposition heraus. Es ist vergleichsweise groß, hat mehrere Vasallen und muss daher keine unerwartete Vernichtung befürchten. Perfekt, um sich mit allem Neuen vertraut zu machen! Selbst als langjähriger Spieler der Reihe hatte ich das bitter nötig. Dublin hingegen startet mit nur wenigen Regionen im Osten Irlands und muss sich erst als bedeutende Macht etablieren.

Viel Neues auf der Strategiekarte

Vor allem auf der Kampagnenkarte wirft Thrones of Britannia einige Dinge um, die die letzten Spiele niemals in Frage gestellt haben. Um die Nachbarn davon zu überzeugen, dass sie sich gevölligst Wessex beugen sollen, brauchte ich natürlich Truppen. Doch da fängt es schon an. Thrones of Britannias Truppenrekrutierung funktioniert maßgeblich anders als in den Vorgängern. Diese werden jetzt global rekrutiert, verlangen Nahrung und Versorgung und starten nur mit 25% der Gesamtstärke. Die Verwaltung von Provinzhauptstädten funktioniert genauso wie in Rome 2, aber bei den kleineren Siedlungen handelt es sich nur um Dörfer, deren Gebäude nicht frei wählbar sind und die ohne Garnision auskommen. So ohne spezialisierte Militärgebäude bleibt noch mehr Raum für wirtschaftliche Gebäude, die in Thrones of Britannia einerseits mehr ausmachen als zum Beispiel in Total War: Warhammer und nicht mit so vielen Mali verbunden sind wie in Total War: Attila.

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Wie in Letzterem spielen die Politik und der Familien-Stammbaum wieder vermehrt eine Rolle. Bisher stolperte ich bereits über mehrere Bürgerkriege, die ich in den älteren Teilen so selten zu Gesicht bekam, dass ich kaum einen Gedanken an sie verlor. Den Änderungen zum Opfer gefallen sind die Agenten und Edikte deren Funktionen großteils auf die Generäle und Statthalter aufgeteilt wurden – kein Agentenchaos ist wohl ein Pluspunkt für das Spiel. Ähnlich wie in Total War: Warhammer 2 hat das Saga-Team jede Kultur mit ein paar fraktionsspezifischen Features ausgestattet. Bisher habe ich von ihnen jedoch noch nicht so viel zu spüren gekommen, was auch daran liegen dürfte, dass ich beide Kampagnen noch nicht annähernd durchgespielt habe. Ob die genannten und weiteren Änderungen auf Dauer gut funktionieren, muss sich noch zeigen. Insgesamt gefällt mir allerdings der Schritt hin zu einem strategischeren Total War.

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Die Rückkehr der Stadtbelagerungen und solide Schlachten?

In die Echtzeitschlachten sind vor allem kleine Änderungen und der Epoche zugerechnete Features eingeflossen. Wer einen der Vorgänger gespielt hat, weiß was ihn erwartet. Die Schlachtgeschwindigkeit scheint angemessen und die Einheitenmodelle sind wie gewohnt detailliert. Typisch für die Ära bestimmen Schildwälle das Schlachtenbild. Das bedeutet allerdings auch, dass es nicht besonders gut um die Truppenvielfalt steht. Zwar führen die unterschiedlichen Kulturen ihre eigenen Truppen ins Feld, aber optisch und von den Rollen ähneln sie sich etwas, dennoch bin ich positiv gestimmt. Grund zur Freude besteht bei der Umsetzung der Belagerungsschlachten. Das Saga-Team hat eigene Belagerungskarten entworfen, die einerseits versuchen mit den Problemen der Karten von Rome 2 und Attila aufzuräumen und andererseits ganze Städte abbilden, anders als die von Total War: Warhammer, in denen man nur einen Mauerabschnitt angreift. Allerdings will ich lieber noch ein paar Städte einrennen, bevor ich mir ein Urteil erlaube.

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Zwischenstand

Bis wenige Monate vor seinen Release hielt sich meine Vorfreude auf Thrones of Britannia in Grenzen. Die bloße Ankündigung von Total War: Three Kingdoms überstrahlte es einfach. Mit der Zeit weckten die Entwickler jedoch mit Posts über all die angestrebten Veränderungen mein Interesse und das zurecht. Thrones of Britannia punktet vor allem auf der strategischen Seite. Neben den großen Änderungen haben sich so viele kleine Dinge getan, die es auszuprobieren gilt und die sich bis jetzt gut anfühlen. Ob die Veränderungen jedoch alle klug waren und gut ineinandergreifen, vermag ich noch nicht einzuschätzen. Auf dem Schlachtfeld macht Thrones of Britannia einen grundsoliden Ersteindruck, sticht aber bisher nicht besonders hervor.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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