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Total War: Rome 2 Review

Total War

Wie erklärt man einem Neuling die Total War-Reihe?  Sie ist eine der größten und am längsten fortgesetzten existierenden Strategiespielreihen der Spielgeschichte mit einer äußerst treuen Fanbase. Der eine Teil des Spiels besteht aus einer großen rundenbasierten Weltkarte auf der Truppen ausgebildet und verschoben; Politik und Diplomatie verwaltet; Wirtschaftszweige errichtet und Provinzen erobert und verwaltet werden. Der Fokus von Total War liegt dabei auf dem Militär und den Eroberungsfeldzügen, doch ohne Moos ist eben nichts los.

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Sollte das Wort mal wieder versagen, wird der Klappstuhl ausgegraben und das Gemetzel beginnt. Treffen zwei Armeen aufeinander wird dem Spieler die Möglichkeit gegeben als General auf das Schlachtfeld zu schreiten und in taktischen Schlachten das Kriegsglück zu lenken. Diese zwei Aspekte umschreiben Total War heruntergebrochen recht gut.

Die Kampagnenkarte

Rome 2, inzwischen das sechste Total War, ist der langerwartete Nachfolger vom ersten Ausflug in die Antike. Unser Spielplatz erstreckt sich vom Norden Afrikas bis in den Iran im Westen und bis nach Schottland im Norden. Nördliche Bereiche und südliche Bereiche zum Beispiel unterscheiden sich sogar von der unterschiedlichen Farbgebung her und verleihen dem Spiel eine schöne Atmosphäre.Gegenüber Shogun 2 gibt es einen deutlichen kulturellen Unterschied zwischen verschiedenen Fraktionen.

Barbaren und Römer zum Beispiel unterscheiden sich signifikant in allen Bereichen. Genauso unterscheiden sich ihre Städte, die alle unterschiedliches Aussehen spendiert bekommen haben. Die Fraktionen besitzen sogar unterschiedliche Agenten. Die spielerische Vielfalt ist einfach großartig und lässt jedes Total War-Herz höher schlagen. Versteht mich nicht falsch, Shogun 2 war ein wunderbares und großartiges Spiel und wird uns auch noch einige Male als Vergleich herhalten müssen, aber das Szenario bietet einfach keine große Vielfalt.

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Eine einzelne Provinz ist nun unterteilt in mehrere Regionen, in denen jeweils eine kleine Siedlung steht. Verwaltet wird diese Provinz über nur ein Städtebaufenster, das seine Aufgabe außerordentlich gut erfüllt. Dieses einzelne Fenster reduziert die Klickorgien und Suchaktionen der Vorgänger ein wenig.

Menüs der Kampagne

Das GUI (Graphical User Interface) oder die Menüs eines Total War, sind auch nicht völlig zu vernachlässigen. Sie entscheiden, ob man im Ernstfall den Überblick behält oder dem Chaos anheimfällt. Das neue Städtebaumenü ist wunderbar aufgeräumt und lässt einem auf einen Blick die Gebäude einer ganzen Provinz verwalten. Die Zusatzfenster sind zunächst recht störrisch und lassen einen mit einem unguten Gefühl zuück. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit entdeckt man allerdings die Vorteile dieses Systems: Bei Mausberührung gibt die GUI weitere Infos über die Stadt preis.

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Der Fakt, dass das neue GUI dadurch sogar noch mehr genauere Infos über unsere Städte preisgibt und die Aufgeräumtheit machen es schlussendlich doch zu einem Fortschritt. Allerdings kann man das auch als Nachteil interpretieren, da alle weiterführenden Informationen sich irgendwo im Hintergrund verstecken.

Ein Punkt sticht allerdings negativ ins Auge. Gebäudeketten sind nur in der Enzyklopädie einsehbar, was zu Beginn einer Kampagne mit einer neuen Kultur zu einem Rätselraten verkommt, welche Gebäude, welche Einheiten freischalten.

Forschung und Charakterentwicklung

Der Forschungsbaum von Total War: Rome 2 ist in mehrere Fenster zersplittert worden, was es nicht unbedingt einfach macht den Überblick zu behalten. Dazu ist er vor allem in zivilen Bereich stark kastriert worden. Die Charakterentwicklung von Agenten, ist ebenfalls zusammengeschnitten worden. Wie stark es kastriert worden ist, vermag man gar nicht festzustellen, da die drei Technologiefenster furchtbar unübersichtlich sind. Waren die Zweige eines Agenten in Shogun 2 noch ähnlich lang wie der eines Generals hat er nun nur noch 3 Ebenen.

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Daneben sind die Charakterbäume der Generäle nur in der spieleigenen Enzyklopädie einsehbar. Ohne die Enzyklopädie kann man nur raten, welche Fähigkeiten als nächstes folgen werden. Generäle können dazu nur noch drei Eigenschaften erwerben und ihr Gefolge ist auf nur eine Person begrenzt. Beides schmerzt tief in der Seele dieses Spiels.

Traditionelle Kriegsführung

Eine Glanzleistung des Spiels sind die neuen Traditionen von Armeen. Diese leveln nun wie die Generäle und können sich mit Traditionen weiter spezialisieren. Darüber hinaus kann man ihnen einen Namen geben, zwischen verschiedenen Wappen umschalten und hat eine genaue Einsicht in die Schlachtenhistorie seiner Armee.Sollte eine Legion trotz liebevoller Pflege aufgerieben werden, kann man eine neue Armee dazu aufrufen das Banner der Vorfahren wieder zu erheben.Außerdem können die Armeen auf der Kampagnenkarte verschiedene Marschstellungen einnehmen, die ihnen unterschiedliche Vorteile gewähren.

Familiytree und Innenpolitik

Wo wir gerade schon bei Skillbäumen sind. Der Stammbaum der eigenen Familie wurde ersatzlos aus dem Spiel gestrichen. Anstatt ihn aus dem Vorgänger zu übernehmen und das Design leicht anzupassen, tritt überhaupt nichts an dessen Stelle. Sollte das Oberhaupt sterben, tritt einfach eine weitere gesichtslose Person an seine Stelle, man kann zwar Töchter verheiraten, hat aber laut dem Spiel nicht einmal welche! Die vorher beschriebene Innenpolitik ist nicht nur verwirrend, sondern scheint auch völlig überflüssig zu sein.

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Man bekommt rein gar nichts über die Familie seiner ach so tollen gesellschaftlichen und militärischen Führer zu Gesicht bis auf die Ernennung und den Tod des Oberhauptes. Bei Letzterem bekommen wir zumindest ein kleines CGI-Video zu Gesicht. Apropos Cutscenes, diese wurden bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls komplett aus dem Spiel entfernt. Unsere Spione schleichen nicht in kleinen Videos durch die Burgen unserer Feinde, um uns mit ihrem Tun zu unterhalten. Genauso wenig besitzen die einzelnen Fraktionen ein Introvideo wie im Vorgänger, das unbestreitbar seinen Anteil an der Atmosphäre hatte.

Agenten

Spione sind in Total War: Rome 2 nicht der einzige Agententypus: Neben ihnen gibt es noch Gesandte und Veteranen. Wirklich gut ausgearbeitet ist deren Konzept aber noch nicht wirklich. Die Wirkungsbereiche der einzelnen Agenten überschneiden sich stark, sodass sie nur wenige Alleinstellungsmerkmale haben. Hier scheint das alte Agentensystem aus Shogun 2 die Nase vorne zu haben, allein durch die deutlich komplexeren Skillbäume.

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KI – das Leid eines Strategen

Hach, die KI der Total War-Reihe– sie war noch nie das funkelnde Kronjuwel der Reihe. Immer schon machte sie dem Spiel mehr Ärger, als den Entwicklern lieb war. Dieses Mal jedoch übertrifft sie alle Erwartungen – im negativen Sinne. Sie ist so dämlich, dass einem teilweise die Worte dafür fehlen. Auf der Kampagnenkarte greift sie liebend gern nur mit einem General an, erklärt einem ungern den Krieg und begeht gigantische strategische Fehler. Dazu bestehen die meisten Armeen der Feinde zu Großteilen aus Steinschleudern und Low-Einheiten. Wenn die KI es denn überhaupt schaffen sollte eine Armee zu bauen, die über 8 Einheiten hinaus reicht, besteht sie meist nur aus 2 Varianten. Doch hier dran scheint CA bereits zu Arbeiten. In der Diplomatie wiederum neigt die künstliche Dummheit dazu völlig sinnfreie Sachen zu verlangen oder sinnvolle Dinge abzulehnen. Eine der besonders interessanten Dinge, die die KI gerne macht, ist es ihre Truppen einzusacken und marodierend durch schlechter verteidigte Regionen des Spielers zu ziehen. Dabei legt sie aber keinerlei Wert darauf, ob sie die eroberte Siedlung halten kann, sondern zieht einfach weiter.

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In den Genuss solcher Erfahrungen kommt man natürlich nur, wenn einem tatsächlich einmal der Krieg erklärt werden sollte und die entsprechende Fraktion dann auch einmal anständig angreift. Durch diese dümmlich agierende KI ist das Spiel ein wahres Kinderspiel, auch auf den hohen Schwierigkeitsgraden fordert sie einen sehr selten heraus und man hat eher Probleme mit den regelmäßig aufploppenden Rebellionen. Sehr schwer ist momentan vielleicht gerade einmal auf dem Niveau vom normalen Schwierigkeitsgrad des Vorgängers.

Zurück aufs Schlachtfeld

Das Grundprinzip der Feldschlachten der Total War-Reihe ist unkaputtbar. Doch die meisten Änderungen in diesem Bereich scheinen in Total War: Rome 2 eher unfreiwillig passiert worden zu sein. Anstatt in Reih-und Glied mit eiserner Disziplin zu kämpfen verklumpen selbst die eifrigsten Legionäre in riesigen Pulks, die ihre Feinde totwuseln. Eine Funktion, die sie dazu zwingen würde ihre Linien zu halten, wurde genauso raus rationalisiert wie genauere Positionierungsknöpfe der Regimenter wie in Shogun 2.

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Spezialformationen wie die Schildkrötenformation oder die Phalanx brechen in Kämpfen einfach auseinander. Legionäre sind nicht dazu fähig in der berühmten Testudo zu kämpfen, sondern verfallen sofort wieder in ihr Wuselverhalten im Falle eines Nahkampfes. Phalanxen zaubern aus dem Nichts Piken herbei, um vorzugsweise im Kampf wieder zu zerbrechen. Das GUI der Schlachten ist übrigens allgemein dezent unübersichtlich. Die Minimap hat sich zurückentwickelt und das Interface ist nicht gerade selbsterklärend. Doch bei einem Klick auf ein kleines Minussymbol am unteren linken Rand bekommt man zumindest eine Anzeige für die Einheitenwerte zurück. (Diese hatte ich in meiner vorigen Kolumne einfach übersehen*pfeif*) Da man auf den größeren Schlachtfeldern und den gemischten Schlachten recht leicht die Übersicht verlieren kann. Spendierte The Creative Assembly dem Spiel eine Übersichtskarte im „Supreme Commander-Stil“, was eine schöne Erweiterung des Spielprinzips darstellt.

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Hier hören die Merkwürdigkeiten leider noch nicht auf: Die allgemeine Schlachtgeschwindigkeit und Laufgeschwindigkeit in Landschlachten ist in der Releaseversion und auch nach dem ersten Patch extrem hoch. Anstatt sie zu senken wie vor dem Release versprochen, wurde sie deutlich im Vergleich zum Vorgänger angezogen. Als kleinere sinnvolle Neuerung sind realistischere Sichtlinien ins Spiel gewandert, durch welche Truppen hinter Hügeln oder in Wäldern vor den Augen des Gegners verborgen bleiben. Symbole über den eigenen Truppen verraten, ob sie vor den Augen der Gegner verborgen sind.

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Tatsächlich sind die Landschlachten bisher einer der wenigen Bereiche, in denen sich die KI ansatzweise schlau verhält. Warum nur ansatzweise? Weil sie teilweise fröhlich auf dem Schlachtfeld rumwuselt, wie man in etwaigen Videos sehen konnte, vor dem Feind abbremst und wieder wegrennt, ihren General von Plänklerkavallerie veräppeln lässt und so weiter. Die Liste von Merkwürdigkeiten ist leider endlos.

Belagerungen

Die Belagerungsschlachten des Spiels haben sich gegenüber dem Vorgänger noch weiter dem alten Rome und Medival 2 angenähert. Bei der Belagerung von Provinzhauptstädten muss der Belagerer eine stark befestigte Stadt einnehmen die es in der Theorie erst einmal mit Belagerungswaffen zu erstürmen gilt. In der Theorie: Praktisch kann man einfach zu den Toren stürmen und sie abfackeln, da die KI sie sowieso nicht sonderlich gut verteidigt.

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Auch die Verteidigung einer Stadt wird dadurch erschwert, da die KI es zwischendurch sogar schafft die Tore anzuzünden. Etwas Kopfzerbrechen bereitet allerdings, dass Rammen und Belagerungstürme erst sehr spät im Spielverlauf freigeschaltet werden. Auch hier gewinnt die KI überhaupt keinen Blumentopf. Sollte sie eine Stadt oder Siedlung verteidigen gibt sie sich völlig passiv und lässt sich fein einkreisen, um sich dann in Stücke reißen zu lassen. Bei Angriffen schafft sie es teilweise immer noch nicht durchs Tor oder lässt sich beim Abfackelversuch einfach stören. Belagerungswaffen seitens der KI habe ich noch keine gesehen.

Flaggenwahn

Bei einem Angriff auf eine Armee in Gewaltmarschstellung generiert das Spiel einen Eroberungspunkt auf dem Schlachtfeld ähnlich wie es sie auch in den Belagerungen gibt. Diese führt dazu, dass die gesamte Schlacht auf die Verteidigung oder die Eroberung dieses Punktes ausgerichtet wird und die historische Genauigkeit des Spiels, mit der sich die Reihe eigentlich rühmt, absolut ad absurdum führt. Warum sollte eine germanische Armee einen Punkt mitten in der Pampa verteidigen? Diese Situation führt nur dazu, dass man taktisch extrem stark eingeschränkt wird, da bei einem Verlust der Flagge der Kampf nach 50 Sekunden vorbei ist.

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Abgesehen von diesen offenen Schlachtsituationen, in denen diese Flaggen wirklich stören, gibt es sie noch in Belagerungsschlachten und Siedlungsschlachten. Interessanterweise reagiert die KI auf diese Flaggen auf ihre ganz eigene Art und Weise. Ab und zu reagiert sie wie ein Stier auf das zuckende Stofftuch: Sobald sie eine Flagge sieht und stürmt sie ohne Sinn und Verstand mit allen Truppen zu ihr. Das tut sie selbst dann, wenn vor der Flagge eine ganze Armee feinsäuberlich aufgestellt worden sein sollte. Daraus resultierend verliert die KI-Armee nicht selten alle Truppen inklusive ihres Generals ohne, dass man sonderlich ins Schwitzen kommt, wenn man nicht gerade Einheiten mit der Moral eines Rehs ins Feld führt.

Auf der See

Seeschlachten können in einem Total War so schön sein… In Total War: Rome 2 scheitern sie jedoch an dem Balancing, das sie wirklich völlig überflüssig macht. Eine Armee, die auf der Kampagnenkarte das Meer überschreitet, zimmert sich eigenständig eine eigene Transportflotte.

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Man könnte meinen, das wäre ja eine gute Sache an sich, da man nun nicht mehr unnötig Schiffe bauen muss, wenn man nur ein wenig transportieren muss. Die ganze Geschichte hat nur einen Haken: In Echtzeitschiffschlachten schicken diese Transporterflotten liebend gern teure, liebgewonnene Kriegsmarine auf den Meeresgrund. Würde das Balancing stimmen, versprächen die antiken Schiffschlachten sicher ein riesen Spaß zu werden, inklusive anständiger Enterschlachten mit Bodentruppen auf Schiffen – das Feature habe ich mir schon immer gewünscht- Rammangriffen und Belagerungswaffen auf unseren Kähnen.

Technik und Grafik

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Grafisch sieht Total War: Rome 2 der Tradition der Reihe entsprechend wieder richtig toll aus. Auch wenn es nicht die Qualität mancher Screenshots vor dem Release erreicht.Viele Spieler klagen über Abstürze und starke andere Defizite. Zu Release verwandelten sich die Texturen des Spiels in eine matschige Angelegenheit, wenn der VideoRam der eigenen Grafikkarte voll laufen sollte. Zu Verwunderung von Spielern, bei denen alles einigermaßen lief, klagten diese dann über die unterdurchschnittliche Grafik des Spiels.

Generell ist die Performance des Spiels stark durchwachsen und es treten unregelmäßige Abstürze auf. Beides sollte sich bald geben vor allem dadurch, dass CA nun auch Multicore-Unterstützung in ihr Spiel integriert hat.

Multiplayer

Um ehrlich zu sein habe ich den Multiplayer bisher eher vernachlässigt und zwar aus mehrerlei Gründen. Zum einen klagten zumindest zu Release ziemlich viele Leute über Desync Probleme bei der Koop-Kampagne. Zum anderen wurde das Avatar-Kampagnenminispiel aus Shogun 2 restlos entfernt. Anstatt dem Mutliplayer in Rome 2 ein wenig Liebe zu kommen zu lassen, vertröstet der Entwickler auf den Free-to-play-Ableger Total War: Arena. Wirklich anfreunden kann ich mich mit der Entscheidung nicht, vor allem da die Weiterentwicklung des eigenen Generals immer ziemlich viel Spaß gemacht hat. Der Multiplayer enthält somit nur noch Echtzeitschlachten und die Coop-Kampagne.

Schlusswort

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Ich liebe die Total War-Reihe, auch wenn ich mit ihre meine Höhen und Tiefen hatte. Genauso habe ich meinen Narren an Rome 2 gefressen, das bei weitem kein schlechtes Spiel ist. Trotz regelmäßigen Meckerns meinerseits verfalle ich dann doch wie gestern mit Leichtigkeit 2.5 Stunden Rome 2-Sessions. Die Grundfunktionen des Spiels, das Konzept und die Kulturvielfalt sind da und sind super. Der momentane Zustand des Spiels jedoch macht es zu einer Hassliebe. Die KI agiert dermaßen katastrophal, das man den Aussagen, dass dieses Spiel deutlich mehr Budget als der Vorgänger hatte, nur mit einem zynischen Lächeln begegnen kann. Die neuen Funktionen wie Armeetraditionen, gebündelte Land-und Seeschlachten, Rückkehr zu den alte Belagerungen und die Sichtlinien mögen wundervoll sein, verblassen aber gegenüber dem, was nicht funktioniert oder gänzlich fehlt. Das Spiel wurde höchstens im Beta-Stadium released, wenn die KI nicht sogar erst im Alpha-Stadium rumdümpelt, da sie manchmal sogar Komplettaussetzer hat. Ein bis drei Monate Entwicklungszeit mit einer großen öffentlichen Beta hätten dem Spiel sehr gut getan. Ein Zyniker würde vermutlich sagen, dass diese große öffentliche Beta seit dem Release stattfindet .

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Ich persönlich erwarte selbstverständlich das Korrigieren aller Fehler und eigentlich auch der Designmacken. Wie es aussieht scheint The Creative Assembly auch gewillt zu sein die Zusammenarbeit mit der Community auf ein neues Level zu heben und auch außerhalb ihrer meist zu teuren DLCs neuen Content hinzuzufügen. Außerdem haben sie das Nachschieben von Features versprochen, die der Community schmerzlich fehlen. Vielleicht werden wir also ein freudiges Wiedersehen mit dem Familienstammbaum haben und mit anständigen Formationskämpfen. Der bittere Nachgeschmack wird bleiben: Zwei Teile nach Empire folgt nun Rome 2 quasi als Empire 2.0, das an sehr ähnlichen Kinderkrankheiten knabbert wie der Teil von 2009.

Keine Kaufempfehlung

Summary
So leid es mir auch tut, ich kann nach dem jetzigen Stand niemanden empfehlen sich Total War: Rome 2 jetzt zu kaufen. Das Spiel würde das Bild der Reihe für einen neuen Spieler einfach zu sehr ankratzen. Für einen Einstieg in die Reihe empfehle ich momentan die Goldedition von Total War: Shogun 2 und auch Fans der Reihe lege ich nah erst einmal ein wenig Zeit ins Land zu ziehen zu lassen, bis dieses Spiel wirklich Goldstatus erreicht hat.
7.5
Gut
Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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