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Total War: Attila Review DLC Das Zeitalter Karls des Großen

Endlich kehrt Total War ins Mittelalter zurück und das in eine Zeit, in der es noch nie gewesen ist. Kann das Zeitalter Karls des Großen überzeugen oder ist es doch nur eine DLC-Gurke? Erfahrt es bei uns im DLC-Test zu Das Zeitalter Karl des Großen.

Im Zeitalter Karls des Großen sind die Apokalypse durch Attilas Horden und der Zurückeroberungsversuch Ostroms vorübergezogen. Es ist der Beginn einer neuen Zeit, einer Zeit der mittelalterlichen Königreiche. In ihr gilt es eine von acht Fraktionen auf einer neuen Kampagnenkarte, die sich von der iberischen Halbinsel bis an die Grenzen des heutigen Deutschlands und des heutigen Italiens erstreckt, zur Errichtung eines blühenden Königreichs zu verhelfen.

Da wären die Dänen, die als Vikinger die Küsten verheeren. In England wartet Mercia, die das Königreich England als Ziel gefasst hat und seine Konkurrenten auf den Inseln zerschlagen will. Auf der iberischen Halbinsel stehen sich das christliche Königreich Asturien und das muslimische Emirat von Cordoba gegenüber, die beide ein Königreich beziehungsweise ein Kalifat errichten wollen. In Norditalien wartet das Königreich der Langobarden auf seine Stunde, muss sich aber mit dem Papst anfreunden und wird vom Norden her durch die Franken bedroht: Von den beiden fränkischen Königreichen ist natürlich das von Karl dem Großen spielbar. Als dieser legendärer Herrscher gilt es, das Königreich des Bruders nach und nach einzunehmen und gleichzeitig eine Vielzahl von anderen Fraktionen in Schach zu halten. Dann lauern östlich der Franken noch die Sachsen unter dem Namen Welfalen. Noch viel weiter im Osten abgetrennt von jeder der anderen Königreiche lauern die Awaren ein sesshaft gewordenes Nomadenvolk ausgestattet mit der allseits beliebten Bogenkavallerie.

Gemeinsam haben diese acht unterschiedlichen Völker, dass sie sich nicht so drastisch in ihrer Spielweise unterscheiden wie die Kulturen des Hauptspiels: Westrom zu spielen, bedeutet dort, eine Art Survival-Strategie-Kampagne anzutreten, als Hunne ist man die Geißel Gottes selbst und wird nie rasten, sondern immer weiter voran preschen und zerstören. Zwischen den Kampagnen der verschiedenen Kulturen von Total War: Attila liegen teils wirklich Welten.

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Erobert man alle benötigten Provinzen ruft die eigene Fraktion ein neues Königreich aus.

Im Zeitalter Karls des Großen ist dem nicht so: Die acht Völker stehen in etwa vor demselben Problem: Wie kann ich ein möglichst großes Königreich errichten, das meine Stammgebiete umfasst?

Das klassische Setting kommt auch mit einem klassischeren Kampagnen-Gameplay daher. Folglich bietet das Zeitalter Karls des Großen eine deutlich andere Erfahrung als die vorherigen beiden Kampagnen und sammelt damit Pluspunkte. Eine solche klassischere Erfahrung gab es bisher für Total War: Attila einfach noch nicht. (Selbst die Sassaniden dürften seit dem letzten Patch dank der neuen kostenlosen Fraktion, den Weißen Hunnen, mitunter echte Schwierigkeiten bekommen und können nicht einfach mehr nur Reichsausbau betreiben.)

Allgemein bieten die unterschiedlichen Völker dennoch leicht unterschiedliche Herausforderungen. Beispielsweise sind Asturien und das Emirat eine ganze Weile damit beschäftigt, sich gegenseitig in einem Kampf der Religionen auszuspielen, da beide die Vorherrschaft auf der Halbinsel anstreben. Mercia kann sich theoretisch lange Zeit auf den britischen Inseln austoben und die Franken müssen sich an sich selbst die Zähne ausbeißen. Beim Fraktions-Gameplay ist das DLC damit kein Rückschritt, sondern eher ein Schritt zur Seite: Es ist anders und das ist großartig.

Natürlich können die neuen Fraktionen auch in den benutzerdefinierten Schlachten gegeneinander antreten und stehen auch im Multiplayer zur Verfügung. Auch die neue Kampagne kann hier im Coop oder im Konkurrenzkampf bestritten werden.

Ebenfalls kein Rückschritt macht Creative Assembly bei der neuen Kampagnenkarte. Diese ist gewohnt toll, relativ groß und verfügt über viele neue Regionen, die auch detailierter ausgearbeitet worden sind. Dazu kommen passende frühmittelalterlich anmutende Verzierungen, die der Atmosphäre gut tun.

Ein neues Zeitalter bringt neue Krieger hervor

Moment mal, acht Fraktionen, eine neue Kampagnenkarte, eine neue Epoche – irgendwo muss doch ein Haken sein, oder nicht? Bei den Einheiten findet sich dieser auf jeden Fall nicht. Jede der Fraktionen erhält eine eigene Auswahl epochenspezifischer Soldaten. Dazu kommen neue Schiffe, die sie sich teilweise aber teilen. Zwar verfügen die Völker über ein paar weniger Einheiten als die des Hauptspiels, das fällt aufgrund des kleineren Preises aber nicht sonderlich ins Gewicht. Viele der Einheiten sind nicht nur optisch gelungen, sondern nutzlose Einheiten finden sich unter ihnen eigentlich nicht. Zudem werden sie fast nicht durch neue Versionen ersetzt und selbst so manche nicht spielbare Fraktion hat eigene Soldatentypen. So haben die Waliser und Schotten ein paar eigene Truppen und sogar der Kirchenstaat. Laut Creative Assembly seien etwa 300 neue Einheiten in der Kampagne enthalten. Nach so vielen fühlt es sich ehrlich gesagt jedoch nicht an.

Nichtsdestotrotz enthält das Zeitalter Karls des Großen mit seinen acht spielbaren Fraktionen und den nicht spielbaren derart viele Einheiten, dass es sämtliche voran gegangenen Kampagnenpakete für 15€ locker aussticht. Ich kann allerdings nicht ganz beurteilen, ob die Gesamtbalance der Einheiten schon 100% perfekt ist.

Diese Inhaltsfülle hat allerdings auch Nachteile: Wie Creative Assembly zugab, habe das Geld nicht mehr ausgereicht, um die neuen Truppen zu vertonen. Daher benutzen die Truppen Stimmen aus dem Hauptspiel, was sich zum Teil recht merkwürdig anmutet. Zum Glück reichte die Zeit, um ihnen dafür Einheitenkarten zu verpassen, die an frühmittelalterliche Kunstwerke angelehnt sind. Das gilt übrigens auch für die Gebäudebilder.

Kulturelle und materielle Konstruktionen

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Alle im DLC präsenten Gebäude sind neu. Dann unterscheiden sich die Bauten der von unterschiedlichen Religionen geprägten Völker nochmal zusätzlich. Mithin zeigt sich dies beim Emirat von Cordoba, das Moscheen statt Kirchen und nahöstliche statt römisch anmutende Städte errichtet. Die Dänen und Wikinger bauen als Heiden natürlich auch keine Kirchen, sondern Haine und darüber hinaus auch Gebäude wie die Kriegerhallen. Insgesamt ist der verwalten der Städte im Zeitalter des Karls des Großen etwas einfacher als in der Großen Kampagne von Total War: Attila. Viele der Gebäude verfügen über keinerlei Nachteile. Leider bieten manche wiederum kaum Vorteile. Schön ist eben deshalb die Idee provinzübergreifende Effekte einzuführen, die manche der neuen Gebäude aufweisen.

Parallel hierzu sind auch die Technologiebäume, die in zivil und militärisch geteilt sind, vollständig neu, unterscheiden sich unter den Fraktionen aber nicht ganz so drastisch. Selbst die Fähigkeitsbäume der Agenten, Armeen und Generäle wurden generalüberholt und bieten neue Auswahlmöglichkeiten. Der Technologiepart mag etwas abgespeckt sein, erfüllt aber seinen Zweck vollständig. Gleichsam entspricht die Fähigkeitsverwaltung vollends meinen Erwartungen und bleibt auf dem anständigen Niveau der beiden Attila Kampagnen.

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Ein König für ein Königreich.

Fazit: Ein Geschenk für Fans von Total War: Attila

Summary
Selten war ein DLC von Creative Assembly so groß, wie es bei dem Zeitalter Karls des Großen der Fall ist. Es ist kein Geheimnis, dass die Kampagnenpakete immer schon das beste Preisleistungsverhältnis hatten, aber dieses Mal hat sich das britische Studio wirklich einmal selbst übertroffen. Acht Fraktionen, eine neue Kampagnenkarte, eine Vielzahl neuer Einheiten, neue Gebäude, neue Technologien und neue Quests sprechen für sich: Vom Umfang ist das Erweiterungspaket einfach sehr empfehlenswert. Auch sein Preis von 15€ ist mehr als angemessen.Auf seiner spielerischen Seite bietet es durch klassischen Aufbau eines Reiches eine willkommene Abwechslung zur großen Kampagne und kommt mit spaßigen Fraktionen daher. Von dieser Abwechslung sollte jedoch nicht erwartet werden, dass sie Total War gänzlich neu erfindet: Eine Revolution ist das Zeitalter Karls des Großen mitnichten. Allerdings erwarte ich das von einem Erweiterungspaket in dieser Preisklasse auch nicht.Seine klassischere Ausrichtung dürfte vielen längeren Total War-Fans gut gefallen. Generell kann ich das Paket jedem, der Gefallen an Total War: Attila gefunden hat, ans Herz legen. Doch auch Spieler, die eher Rome 2 favorisieren, könnten Gefallen an ihm finden, da das Zeitalter Karls des Großen von der Philosophie eher in dessen Richtung tendiert.Alles in allem ist Total War: Attila - Das Zeitalter Karls des Großen ein wirklich gelungenes Erweiterungspaket. Auf zur Errichtung eines neuen Königreiches, eine Krone wartet!
Good
  • acht neue Völker
  • komplett neue Einheiten für jedes Volk
  • Einheitenzahl ist überaus gut im Verhältnis zum Preis
  • neue Gebäude, die teils unterschiedlich sind unter den Fraktionen
  • neuer Technologiebaum
  • eher klassische Ausrichtung
  • schöne neue und vergleichsweise große Kampagnenkarte
Bad
  • keine neuen Stimmen für die Einheiten
  • Gebäudebalance ein wenig unstimmig
Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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