Tom Clancy´s The Division Review

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Der langerwartete RPG-Shooter The Division hat es endlich in die Wohnzimmer der Gamergemeinde geschafft und begeistert seither die Spieler. Doch wie gut ist nun eigentlich das Spiel von Massive Entertainment und hat der Hype im Vorfeld vielleicht zu viel versprochen? Wir sagen es euch in unserem Test.

 

Die Geschichte in die der Spieler in The Division geworfen wird, ist ziemlich schnell erklärt. Ein gefährliches Virus das sich über Geldscheine rasend schnell in New York und später durch die gesamte USA verbreiten konnte, hat nach kurzer Zeit das normale Leben vollständig zum erliegen gebracht. Die Stadt ist abgeriegelt und die Gesellschaft hat sich, wie auch in anderen postapokalyptischen Szenarien, in mehrere Fraktionen gesplittet. Der Spieler hat als Mitglied der Division die Aufgabe für Ordnung zu sorgen, den Ursprung des Virus zurückzuverfolgen und nach Möglichkeit ein Heilmittel zu finden.

Bevor der Spieler aber seine Reise durch New York beginnt, will erstmal ein geeigneter Charakter erstellt werden. Der Charaktereditor in The Division ist einer der übersichtlichsten den ich seit Jahren gesehen habe. Damit gemeint ist, dass der Editor sehr wenig Möglichkeiten bietet seinen Char so individuell wie möglich zu gestalten. Veränderungen an Kinn, Wangen, Kiefer oder anderen Gesichtsmerkmalen ist nicht möglich. Es gibt ganze acht vorgefertigte und nach Ethnien sortierte Gesichter für Weiblein und Männlein. Dazu passende (und dennoch wenige!) Frisuren, Gesichtsbehaarungen, Schmuck, Tattoos und ein paar andere Sachen zu Abrundung der eigenen virtuellen Erscheinung. Im großen und ganzen ist das ok, aber im Vergleich zu anderen Spielen wie etwa Fallout wo man teilweise Stunden damit verbringen könnte den inneren Schönheitschirurgen in sich zu wecken um das perfekte Gesicht zu modellieren, stinkt der Editor in The Division schon ab.

Die ersten Stunden im Spiel

Haben wir unseren Agenten erstellt, geht es im Spiel mit einer kurzen Einführung, die uns das Gameplay und die Spielwelt näher bringt direkt los. Wir starten im Stadtteil Brooklyn und nach und nach entdecken wir das abgeriegelte New York, bekämpfen erste kleinere Banden, helfen den Zivilisten und bahnen uns den Weg zur Operationsbasis frei.

Das im Spiel umfunktionierte New Yorker Postamt ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte in der alle wichtigen Missionen geplant werden. Doch bevor wir sie richtig nutzen können, müssen wir sie erstmal auf Vordermann bringen. Die Basis teilt sich in drei große Flügel auf: Medizin, Technologie und Sicherheit. Jeder dieser Flügel hat seine eigene Funktion und kann nach und nach ausgebaut werden, was uns wiederum neue Fähigkeiten und Vorteile für unseren Charakter einbringt. Um die Flügel auszubauen bedarf es selbstverständlich und inzwischen typisch für Ubisoft allerlei Ressourcen, die wir durch das erfüllen von Aufträgen und Nebenmissionen erhalten.

Die kleinen Aufträge sind meist schnell abgehandelt und hier gilt es Geiseln zu retten, Wasserpumpen zu reparieren, Antennen neu auszurichten oder Nachschubgüter zu schützen. Diese Art von Missionen ziehen sich durch den gesamten Spielablauf und tauchen in jedem neuen Gebiet das wir entdecken erneut auf. Somit kommen wir auch schon zum ersten großen Manko des Spiels. Denn auch wenn das absolvieren all dieser Aufgaben schon einen gewissen Sinn erfüllt, sind die an uns gestellten Abläufe immer die selben und schon nach einigen Stunden fehlt es an Abwechslung. Hier unterscheidet sich The Division kaum von anderen Genre-Kollegen, die dem Spieler immer wieder die selbe Art von eintönigen Aufgaben abverlangt.

Doch zum Glück gibt es ja noch die großen Missionen in denen wir uns entweder allein oder gemeinsam in der Gruppe durchschlagen dürfen. In der Missionsauswahl über die Karte können wir ganz leicht nach anderen Mitspielern suchen und werden meist auch schnell fündig. Durch die Missionen ballern wir uns zwar auch nur von einem zum anderen Ende und dort wartet meist ein Endboss, aber diese Gefechte sind fest mit der Story verbunden und bieten oft gute Unterhaltung und Hintergrundinformationen zur Geschichte. Jeden Einsatz im Spiel dürfen wir beliebig oft und in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wiederholen. Während auf Normal die Gegner recht einfach zu besiegen sind, stellen sie auf Schwer schon ein ganz andere Bedrohung dar, da sie meist über eine Rüstung und Fähigkeiten verfügen. Hier entscheidet gutes Teamplay über Sieg oder Niederlage. Der Schwierigkeitsgrad Herausforderung ist erst ab Stufe 30 wählbar und sollte nur von hartgesottenen Spielern mit guter Ausrüstung angegangen werden.

Den Höchstlevel im Spiel erreicht man selbst bei lockerer Spielweise relativ schnell. Nach etwa 40 Spielstunden hatten wir in unserem Test den Level-Gipfel erklommen, aber das heißt nicht das wir dann Däumchen drehen mussten. Es gab noch dutzende an Nebenaufträgen und Missionen zu absolvieren. Man hat also noch einiges an End-Game-Content auch wenn sich dieser ziemlich rasch abarbeiten lassen dürfte. Zudem wartet ja dann auch noch die Dark Zone, doch dazu später mehr.

Viele Waffen im Spiel haben zudem sekundäre Eigenschaften, die beispielsweise die kritische Trefferchance erhöhen oder Munition wieder auffüllen wenn wir einen Gegner töten. Diese Eigenschaften benötigen eine Mindestpunktzahl in den Kategorien Schusswaffen, Ausdauer und Elektronik. Zwar könnte man die Waffe auch benutzen ohne diese Anforderungen zu erfüllen, aber gerade diese Bonus-Eigenschaften machen solche Waffen oft erst reizvoll. Haben wir dann eine Waffe optimal angepasst, möchte man sich natürlich sofort ins nächste Gefecht stürzen.

Ohne Talente geht nichts

Ohne Fertigkeiten und Talente die uns im Kampf unterstützen, wäre The Division nur ein halbgares Rollenspiel. Auch hier hat der Spieler die Möglichkeit seinen Charakter offensiv, defensiv, als Gruppenheiler oder einer Mischung dieser Fertigkeiten auszurichten. Jeder Charakter kann zwei Fertigkeiten nutzen, die dann per Tastendruck aktiviert werden können. Jede Fertigkeit kann per Modifikation zusätzlich angepasst werden. So verwandelt sich der Geschützturm beispielsweise in einem Flammenwerfer, die Sucherminen bestehen statt nur aus zwei plötzlich aus acht kleinen tödlichen Kugeln oder die Heilung ist noch effektiver und verstärkt zusätzlich die Abwehrkräfte der Gruppe. Im späteren Verlauf des Spiels wird eine dritte (Super-) Fertigkeit freigeschaltet, die über kurze Zeit die Kräfte aller Gruppenmitglieder immens stärkt. Allerdings verfügt sie über einen langen Cooldown, in der die Fähigkeit nicht genutzt werden kann. Man sollte sie also mit bedacht und nur in besonderen Situationen, wie etwa harten Bosskämpfen einsetzen.

Hinzu kommen die verschiedenen Talente die wir nach und nach durch den Ausbau der Operationsbasis freischalten. Diese passiven Fähigkeiten von denen wir maximal vier auswählen können, sollten am besten so gewählt sein das sie die aktiven Skills und die persönliche Spielweise am besten unterstützen. Mit der Auswahl der Waffen, den Verbesserungen auf den Ausrüstungsgegenständen sowie den Fertigkeiten und den Talenten besitzt The Division eine ausgezeichnete Spieltiefe, die nicht zu komplex , aber auch nicht zu simpel ist.

Die Dark Zone

Auch wenn die normale Spielwelt sehr hübsch ist, so ist sie doch sehr eintönig und trist. Ein paar Zivilisten hier, ein paar Gegner dort und das wars. Wenn wir nicht gerade in einer Gruppe unterwegs oder in einem der vielen Schutzräume sind, treffen wir auf keinen einzigen Spieler in ganz New York, was sehr schade ist. Denn gerade das macht Online-RPGs ja so interessant, wenn man auf andere Spieler beim questen trifft. Doch da gibt es diesen einen Ort, diesen einen abgesperrten Bereich dessen Name jede weitere Beschreibung überflüssig macht: Die Dark Zone

Die Dark Zone liegt zentral in der Spielwelt und ist der einzige Ort an dem wir auf andere Menschen treffen können, während wir durch die Häuserschluchten ziehen. Jeder Spieler kann jederzeit den anderen angreifen und ihm seine Beute streitig machen, die er von NPCs erhalten hat. Die Dark Zone sortiert die Spieler beim betreten nach ihrem Level, damit es nicht allzu unfair wird. Wer andere Spieler angreift wird selbst zum Ziel und als abtrünniger Agent für alle Spieler sichtbar markiert und muss um sein Leben rennen bis die Markierung aufgehoben oder er getötet wurde. Doch alles ist kann, nichts ist muss. So kann es durchaus vorkommen das man sich ratzfatz mit anderen Spielern zusammenschließt und gemeinsam durch das Gebiet streift um fette Items zu bekommen. Zusammen in der Gruppe ist man hier eindeutig besser aufgehoben. Solisten sind hier ganz klar im Nachteil.

Alle Gegenstände die man in der Dark Zone findet sind mit Viren kontaminiert und werden in einem speziellen gelben Behälter transportiert der nur eine geringe Aufnahmekapazität hat und den wir per Helikopter aus der Zone schaffen müssen. An speziellen Abholpunkten können wir diesen rufen und müssen uns dann für kurze Zeit vor anstürmenden NPCs verteidigen. Haben wir das geschafft, befestigen den Kanister am Seil des Helis. Die Beute erwartet uns dann frisch gereinigt in der Lagerkiste.

Durch das töten von Feinden und erfüllen von Aufträgen erhalten wir neben einer speziellen Währung auch Erfahrungspunkte, die unseren Dark Zone-Rang steigern. Hier geht es ebenfalls bis zur 30sten Stufe. Bei den Händlern in der DZ erhält man dann besonders starke Ausrüstung.

Die Dark Zone bietet eine der wohl spannendsten und atmosphärisch beeindruckendsten Spielgefühle in The Division. Hier ist man von Anfang bis Ende mit Adrenalin geladen und das Gefühl der Freude ist fast unbeschreiblich wenn man endlich seine Items ausgeflogen hat und die Gruppe jubelt. Mit der Dark Zone hat Ubisoft ganze Arbeit geleistet.

Schöner kann Winter kaum sein

New York im Winter. Der Grafikmotor hinter dem Spiel nennt sich Snowdrop und macht seinem Namen alle Ehre. Nicht nur weil die gebotene Grafikpracht mit all ihren Shader- Schatten- und Lichteffekten eine sehr beeindruckende Kulisse auf den Bildschirm zaubert, sondern auch weil die weiße Winterlandschaft oft so wunderschön in Szene gesetzt wird, dass man gerne innehält um sich das Wetterspektakel in Ruhe anzusehen.

Oft ist das Wetter klar und Wolkenfrei und die Sonnenstrahlen brechen sich durch die Baumwipfel und erhellen die breiten Straßengassen. Aber was wäre der Winter ohne Schneefall? Den gibt es selbstverständlich auch und kann entweder gering oder richtig heftig inklusive Nebel und geringer Sichtweite daher kommen. Dann verwandelt sich New York in eine schaurig schöne Winterlandschaft mit gewaltig beeindruckenden Partikeleffekten die es sonst kaum in so einer Intensität zu sehen gibt. Zusätzlich werden bei Schneefall sogar Objekte und auch unser Charakter von einer leichten Schneeschicht bedeckt, der dann langsam abschmilzt wenn wir ein warmes Gebäude betreten. Dieses ist nur eines von zahlreichen Details mit der die Spielwelt geschmückt wird. Da muss sich die Konkurrenz warm anziehen um mithalten zu können. In Sachen Grafik läuft The Division allen Online-RPGs auf dem Markt den Rang ab.

Vorallem auf dem PC kann die Snowdrop Engine die Muskeln spielen lassen und wer über einen besonders potenten Rechner verfügt, darf sich über eine Menge Frames, eine tolle Sichtweite und hohe Objektdetails freuen. Doch The Division macht auf allen Plattformen einen grandiosen Eindruck und auch Konsolenspieler bekommen eine mehr als gute Grafik spendiert, die sich nicht verstecken braucht. Zwar kann es an manchen Stellen noch zu kleineren Grafikfehlern kommen, aber diese sind zum Glück selten und leicht zu beheben.

Soundtechnisch ist dem Spiel nichts vorzuwerfen und die gebotene Großstadtkulisse rundet den Gesamteindruck sehr gut ab. Einen permanenten Soundtrack gibt es allerdings nur in bestimmten Missionen zu hören und Musik schallt nur aus Radios die vereinzelt zu finden sind. Leider gibt es kein Feature im Spiel das es uns erlaubt auch unterwegs Musik zu hören, während wir Aufgaben erledigen. Ein tragbarer MP3-Player wäre doch für einen Division-Agenten machbar, oder?

Fazit von Daniel Martin (PC)

award-games-the-division  ReviewThe Division hat im Vorfeld viel versprochen und konnte vieles auch einhalten. Grafik und Sound sind über die Maßen toll und lassen kaum Wünsche offen. Das Gameplay geht ganz locker von der Hand, auch wenn wir hoffen das Ubisoft noch ein bisschen Feinschliff ins Deckungssystem bringt um sich den schnell verändernden Situationen im Spiel besser anpassen zu können.
Die Geschichte die uns während unseres Aufenthalts im Spiel erzählt wird reißt zwar keine Bäume aus, ist aber stellenweise sehr unterhaltsam und spannend. Die gebotene Spielwelt ist angesichts der Tatsache das wir ohnehin nur zu Fuss unterwegs sind mehr als groß genug und bietet viele Erkundungsmöglichkeiten für Hobbyforscher und das sowohl Über- als auch Unterirdisch. Allerdings sind wir immer noch großer Hoffnung das man die Spielwelt irgendwann um weitere Bezirke des Big Apple erweitern wird.

The Division ist genau das Spiel geworden das wir uns erhofft hatten und sogar noch mehr. Wir hatten bisher viel Spaß während unserer Spielzeit und freuen uns weiter durch das Spiel und die Dark Zone zu patroullieren und sind gespannt auf die kommenden Erweiterungen.

Fazit von Michael Bragg (PS4)

Ich muss zugeben, dass der Einstieg in The Division nicht ganz so aufregend wie gedacht war. Eine Story, die wie erwartet keine Bäume ausreißen wird, ein Charakter-Editor der mich für ein Multiplayer-Game fast erschrecken lies. Um so mehr hatte ich mich über Brookly als Tutorial-Gebiet gefreut. Die Shooter-Mechanik geht locker von der Hand und es macht einen riesen Spaß Item für Item und somit immer mehr fürs Crafting bzw. für den eigenen Char zu sammeln. Allerdings muss ich aber auch sagen, dass das Spiel schon seine Schwächen hat. So sticht für mich vor allem das mangelnde Treffer-Feedback heraus. Egal wie fix jemand auf seinen eigenen Charakter zurennt und egal mit wie vielen Kugeln man ihn durchsiebt, so wird der Gegner zu keinem Zeitpunkt langsamer. Von durch Treffer niedergestreckte Gegner kann man hier nur träumen…

Dennoch zieht die Itemspirale extrem an. Man möchte Item für Item sammeln, Mission für Mission erledigen. Suchtgefahr pur! Und dann noch die Dark Zone…oh man, was ich dort schon für tolle Erlebnisse hatte… Für mich ist The Division aktuell das Spiel der Spiele und es könnte trotz der Schwächen auf meiner persönlichen GotY-Liste weit, wenn nicht sogar ganz nach oben schaffen. Dafür muss aber Ubisoft für stetigen Content-Zuwachs sorgen. Derzeitig können wir aber nur fürs erste einen Award ziehen und wer weiß, ob am Ende des Jahres ein weiterer für das Spiel folgen wird!

Good

  • Große Spielwelt mit vielen Möglichkeiten der Erkundung
  • Spannende Story und Charaktere
  • Flüssiges, eingehendes Gameplay
  • Anpassbare Fertigkeiten bieten ausreichend Spieltiefe
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten für den Charakter
  • Craftingsystem
  • Bombastische Grafik und Effekte
  • Viele Sammelobjekte innerhalb der Spielwelt
  • Tolle Soundkulisse
  • Dark Zone das spannendste Feature im ganzen Spiel
  • Suchtgefahr!

Bad

  • Mangelnde K.I. Mit gelegentlichen Aussetzern
  • Ein paar Grafikbugs hier und da (man kann durch den Boden fallen)
  • Charaktereditor etwas spärlich
  • Deckungssystem oft hackelig
  • Level 30 ist schnell erreicht
  • Nebenmissionen sehr repetitiv und eintönig
9

Großartig

Shooter-Urgestein, Let´s Player und Twitch-Streamer, Abgedreht und doch freundlich

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