Preview: The Division

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The Division war sicherlich eines der Highlights, als es zum ersten Mal auf der E3 2013 gezeigt wurde. Ein atmosphärisches Third Person Shooter- MMO, angesiedelt im postapokalyptischen New York. Aber schon kurz nach der Ankündigung wurde es still um The Division. Sehr still. Hin und wieder konnten einige wenige Informationen ergattert werden – und dann waren es meistens Gerüchte um eine Releaseverschiebung, da die Entwickler in der kurzen Zeit bis zum geplanten Launch das umfangreiche Spiel nicht fertigstellen können.

Ehrlich gesagt habe ich über die lange Durststrecke, mit der uns Ubisoft hingehalten hat, schon ein bisschen das Interesse verloren. Und dann das Konzept der, in späteren Trailern vorgestellten, Dark Zone. Ich soll anderen Spielern vertrauen? Kommunizieren? Da war das Projekt für mich zum Scheitern verurteilt. Trotzdem habe ich mich gefreut als dann unerwartet die Alpha Einladung in meinem Postfach lag. Und ich muss sagen, es hat mich wirklich begeistert. Zwar gab es kleinere und größere Bugs, aber alles in allem hat mich das Spiel mitgenommen. Meine Erfahrungen lest ihr im Folgenden.

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The Division Alpha

Die Alpha war mein erster richtiger Kontakt mit The Division. Zwar war das Spiel noch in einem frühen Stadium, trotzdem konnte man bereits einige Abweichungen von dem auf der E3 vorgestellten Spiel erkennen. Das Drohnenfeature wurde aufgrund von Balancingproblemen entfernt, was aber zu dem Zeitpunkt bereits bekannt war. Das Menü hat einen komplettes Redesign bekommen und wird, wahrscheinlich aufgrund schlechter Usability, nicht mehr über die Armbanduhr des Spielers bedient. Die holografische Map wurde zwar in der Grundidee beibehalten, allerdings nicht einfach über die Spielwelt projiziert, sondern präsentiert sich vor schwarzem Hintergrund. Das macht ein bisschen weniger Eindruck, aber auch hier denke ich wurde die Entscheidung zugunsten der Bedienbarkeit getroffen. Die Karte an sich wirkte verhältnismäßig klein, was Ubisoft jedoch durch eine lebendige und immersive Spielwelt ausgleichen wollte. Das haben wir doch bei Watch_Dogs schon gehört… und was daraus wurde…

Grundlegende Spielmechaniken wie das Deckungsfeature funktionierten grundsätzlich sehr gut und gehen von der ersten Minute an intuitiv von der Hand. Nur bei Bewegungen um die Ecke zickte The Division manchmal rum, so dass man unerwartet plötzlich im Schussfeld der Gegner stand. Das Waffenhandling war schon zu dem frühen Zeitpunkt gut, lediglich die Sounds waren teilweise noch etwas schwach. Was The Division allerdings gehalten hat, ist eine packende Spielwelt. Es hat mir wirklich Spaß gemacht durch die verwaisten Straßen und engen Gassen zu streifen, über Zäune und auf Dächer zu klettern und nach Loot und Collectibles Ausschau zu halten. Anfangs vermutete ich hinter jeder Ecke Gegner und richtete Instinktiv meine Waffe auf jeden anderen Menschen der sich mir nährte. Erst nach ein paar Auseinandersetzungen und dank der guten Cover- und Shootmechaniken wagte ich eine offensivere Spielweise.

Kaputte Autos, Dampfschwaden aus der Kanalisation, Schüsse in der Ferne und herumstreunende Hunde erzeugten eine sehr coole und in sich stimmige Atmosphäre, wie man sie auch aus Filmen wie I am Legend kennt. Natürlich hat man ein grafisches Downgrade zu den in den Trailern gezeigten Szenen erkennen können, was ich aber mit einem “Is ja auch nur ne Alpha” vergeben konnte. Da wird sicherlich noch aufpoliert. Selbst die Darkzone, gegen welche ich von vorn herein Vorbehalte hatte, machte Spaß. Selbst nachdem ich grundlos vom erstbesten Spieler erschossen wurde. Aber der Nervenkitzel, wenn man dann endlich das erste Loot gefunden hat und sich damit nur noch schnellstmöglich aus dem Staub machen will war schon genial. Während man auf den Helikopter wartet und Schüsse hört, auch wenn Sie nur von Spielern abgegeben wurden die gegen NPCs kämpfen, erhöht sich zwangsweise der Puls. Der rettenden Helikopter kann, auch wenn er eigentlich gar nicht landet, nur an bestimmten Hubschrauberlandeplätzen gerufen werden. Da diese fest sind liegt es nahe, dass sich Spieler immer in der nähe der Landeplätze aufhalten und auf euer Loot gieren. Was mir dabei am meisten aufgestoßen ist, ist dass ein Landeplatz quasi direkt neben einem Spawnpunkt liegt.

Und leider wurde der Mut auch nicht immer belohnt, da viele Kisten, die sich in der Darkzone finden lassen, sich nicht einfach öffnen lassen, sondern einen gewissen Darkzone Rank benötigen. Man levelt also Charakterlevel und den Level im Darkzone Bereich getrennt voneinander. Während in der “normalen” Spielwelt keine Framerateeinbrüche zu bemerken waren leidete die Darkzone bei mehreren Spielern und Kampfanimationen gleichzeitig auf dem Schirm stark. Dynamische Lichteffekte, wie in den Trailern gezeigt, sind auch nur selten zu finden. Insgesamt hat sich meiner Meinung nach die Lichtstimmung stark verändert.

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The Division Beta

Der Release rückt näher und endlich ist auch mein Beta Code angekommen. Nachdem die Alpha mich schon sehr angesprochen hatte wollte ich wissen, was sich seitdem getan hat.

Grafisch hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan. Nicht dass The Division schlecht aussieht, aber eben auch nicht phänomenal. Da haben die Trailer also doch wieder ein bisschen zu viel versprochen. Die Sirenen der Polizeiwagen zersplittern nicht so wie in den Trailern gezeigt, nicht einmal Windschutzscheiben lassen sich komplett zerschießen. Dafür hängen die Türen nach wenigen Treffern leicht schief, was wiederum ein schönes Detail ist. Grundsätzlich legt The Divisionen einen hohen Wert auf kleine Details, die während des normalen Spielens wohl eher kaum auffallen dürften. Das nette “beim Vorbeischleichen die Autotür zuschubsen”- Feature, das verräterische Bellen der Hunde wenn man sich ihnen nährt und der Detailgrad an Müll und Dreck auf der Straße sind Details die mir sehr gefallen und zu einem stimmigen Setting beitragen. Leider lädt diese Detailverliebtheit auch ein sich die Dinge näher anzusehen und dabei entdeckt man an vielen stellen Pop-ups sowie matschige und spät nachladende Texturen.

Das Gunplay und Deckungssystem waren wie berichtet bereits in der Alpha gut umgesetzt. Einige Waffen, die ich benutzt habe haben im Vergleich zur Alpha allerdings noch einmal deutlich sattere Soundeffekte bekommen. Waffen lassen sich mit bis zu 5 Modifikationen ausstatten. Dazu gehören Farbe, Unterlauf, Visier, Magazin und Lauf. Jede Änderung ist auch an der Waffe sichtbar, die wiederum immer am Rucksack des Spielers hängt und damit immer zu sehen ist. Die Freiheit mit der man sich durch New York bewegt ist allerdings an einigen Stellen offenbar grundlos beschränkt. So kann ich zum Beispiel an einer Stelle nicht von einem Stapel Holz springen und renne gegen eine unsichtbare Wand (ernsthaft, wir haben 2016!), ein paar Meter weiter kann ich mich fallen lassen – weil das Spiel es so vorsieht. Auch die Möglichkeit einen kleinen Sprung zu tun wäre schön, da so einige tolle Parkourmöglichkeiten, welche auch strategischen Vorteil bringen können, ungenutzt bleiben. Die KI Gegner stellen, nachdem man sich an Ihre Angriffsmuster gewöhnt hat, kaum noch eine Schwierigkeit da. Der Schwierigkeitsgrad für Solospieler dürfte meiner Meinung nach noch etwas angehoben werden. Zwar versucht die KI den Spieler zurückzutreiben, schont dabei aber oft keine Ressourcen. Da war einfach wild losgestürmt, grundlos die Deckung verlassen und ähnliche Fehlentscheidungen getroffen, was es nicht nur geübten Spielern sehr einfach macht auch größere Gegnergruppen auszuschalten.

Obwohl nicht wenige Beta Codes ausgeliefert wurden wunderte es mich, dass ich kaum einen Spieler innerhalb der Spielwelt antreffen konnte. Die Darkzone konnte ich aus Zeitgründen diesmal leider nicht testen, hier haben sich wohl die meisten Spieler aufgehalten. Natürlich handelt es sich nicht um das fertige Spiel und die in der Beta enthaltenen Inhalte waren stark beschränkt. Jedoch stellte sich nach dem kurzen Einblick in die Kampagnen bald Langeweile ein. Beim Erkunden der Welt merkte man doch recht schnell, dass man wieder und wieder nur im Kreis gelaufen ist und eigentlich schon alles gesehen hat, was das Beta- Areal zu bieten hat. Natürlich ist die komplette Spielwelt um ein vielfaches größer, kann aber, laut Aussagen der Entwickler, nicht mit der Größe eines GTA V mithalten. Ich fürchte, dass die Spielwelt schnell langweilen könnte (siehe zum Beispiel auch Destiny), Ärger aufgrund von unpassend gesetzten Spawnpunkten in der Darkzone entsteht und die Langzeitmotivation schnell auf der Strecke bleibt.

Ob meine Vermutungen stimmen bleibt abzuwarten. Einen Blick aufs fertige Spiel sollte man allerdings ruhig mal riskieren, auch wenn der Ausflug ins epidemische New York nicht von langer Dauer sein sollte.

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Die DarkZone (von Jacqueline Müller)

Auch ich hatte das Glück und die Freude die The Division Beta am Wochenende anzuzocken. Mein Hauptaugenmerk lag dabei allerdings mehr auf der DarkZone. Es ist ein großer Unterschied, sobald man die DarkZone betritt: Traue niemandem! Sei immer auf der Hut! Man weiß nie, welcher der Spieler auf einmal Amok laufen könnte.

Betritt man die DarkZone, so ist, je nachdem wie man es sehen möchte, keiner zunächst dein Feind. Jeder startet zunächst neutral in die Runde und könnte sich im Laufe des Spiels als Freund oder Feind herausstellen. Sobald man selbst sich dazu entscheidet auf einen Mitspieler zu schießen, so wird man zum Rogue Agenten. Und als Rogue Agent wird man gejagt.

Ziel der DarkZone ist es an Loot zu kommen und diesen zu beschützen. Erst wenn man es schafft, sein Loot in eine Evakuierungszone zu bringen, es dort vor anderen Spielern sowie bösen NPCs schützen kann und es schlussendlich schafft, dieses erfolgreich zu extrahieren – erst dann befindet sich alles gesammelte im tatsächlichen eigenen Besitz. So schnell wie man also sein Loot zusammensammelt hat, so schnell kann man es auch wieder verlieren. Spannend ist hierbei besonders abzuwägen, wer sich im letzten Moment noch gegen einen wenden könnte und wem es wichtiger ist, sein eigenes Loot einfach zu sichern und sich deswegen zurückhält.

Einfacher ist es natürlich in einem Team zu spielen. Ein Team kann aus bis zu 4 Spielern bestehen. Hier kann man sich (mehr oder weniger) auf Teamwork verlassen und gemeinsam anderen Spielern auflauern. Ob man nun nur versucht sein eigenes Loot zu schützen oder ob man selbst zum Rogue Agenten wird – beide Seiten haben ihren Reiz und bringen ihren Spaß mit. Was mir allerdings negativ auffiel und recht sauer aufgestoßen ist: Ab einem gewissen Zeitpunkt fingen Spieler an, an den Eingängen der DarkZone zu kampieren. Kaum betrat man die DarkZone, so wurde man innerhalb von 30 Sekunden bereits niedergemetzelt. Und dabei hatte man noch nicht mal irgendwas an Loot gesammelt! Ganz dickes NERV dafür. Für dieses Problem hoffe ich, dass das Team von The Division sich noch etwas einfallen lässt. Denn hat man da kein Team zur Hand ist es wirklich schwer, gegen 3 Camper anzukommen.

Hinweise zur Preview von The Division:
Die Alpha von The Division wurde von David Kosfeld auf der Xbox One gespielt. Zudem spielte er auch auf dieser Konsole die Beta-Version. Jacqueline Müller hat die die Beta von The Division auf der PlayStation 4 angeschaut.

The Division wird am 08. März 2016 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen.

Spielt von RPGs bis Shooter fast alles - aber nur auf der Konsole.

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