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Titanfall 2 – Zu Recht im Schatten von Call of Duty und Battlefield?

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Ist Titanfall 2 nur irgendein austauschbarer Shooter? Nein: Der achterbahnartige Multiplayer mit seinen Titankämpfen wird euch im Gedächtnis bleiben.

„Nicht schon wieder ein Science Fiction-Shooter!“ Austauschbar, skillbefreit, langweilig – all diese tollen Eigenschaften dürfen besonders eifrige Scifi-Shooter für sich beanspruchen. Ich könnte mir an dieser Stelle jetzt viel Arbeit sparen und sagen: Titanfall 2 sei genau so ein Shooter, spart Zeit und Geld, meidet es und tschüss. Damit täte ich dem Multiplayer-Shooter von Respawn Entertainment allerdings großes Unrecht.

Dass die Kampagne von Titanfall 2 wirklich gelungen ist, hat sich bereits herumgesprochen. Besonders die Mission „Effects and Cause“ beweist, dass mehr in der Kampagne steckt als Knarren und Explosionen. Dem Multiplayer hingegen hat der Release zwischen Battlefield 1 und Call of Duty: Infinite Warfare überhaupt nicht gut getan. Die vergleichsweise niedrigen Spielerzahlen tragen Zeugnis von diesem Umstand. Würde Titanfall 2 von heute auf morgen verschwinden, wäre das Fazit von vielen wohl: War da was?

Willkommen im Grenzland, Pilot

Ihr seid ein Pilot, ein Elitekämpfer auf den interstellaren Schlachtfeldern von Titanfall 2. Auf diesen ist Materialschlacht das, was einem Titanfall-Klassiker am nähsten kommt. Materialschlacht sammelt ihr für jede Ausschaltung eines NPCs, Piloten oder Titans Punkte für euer Team aus fünf Spielern. Wer zuerst 500 Punkte erreicht, gewinnt. Wann kommen dabei die Titans ins Spiel? Sofern ihr nicht gerade die ausschließlich auf Piloten ausgerichteten Modi Live Fire oder Pilot-Only spielt, zeigt euch eine Anzeige links unten am Bildschirm, wann euer nächster Boost und wann euer Titan bereit ist. Nach einem Druck auf die richtige Taste heißt es dann: Ready for Titanfall – und euer mechanischer Freund fällt vom Himmel. Einmal eingestiegen, übernehmt ihr die Kontrolle, die ansonsten einer mäßig agierenden KI obliegt, und erlangt „geringfügig“ mehr Feuerkraft. Anders als im Original stellt ihr in Titanfall 2 nicht euren ganz persönlichen Titan zusammen. Stattdessen wählt ihr zwischen sechs Chassis mit bestimmter Bewaffnung und Spezialfähigkeiten, die sich ein klein wenig individualisieren lassen. Das Abfallen von der Bastelmanie tut dem Balancing gut, gibt den Titans Profil, nimmt einem aber das Gefühl in einem ganz persönlichen Titan zu sitzen.

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Sich von einem anderen Titan von hinten überraschen zu lassen, kann ganz schnell übel enden.

Die sechs bisherigen Titans glänzen durch abwechselndes Design und wirken stimmig. So könnt ihr als sehr agiler Ronin mit Shotgun und Schwert um schwerfälligere Tones herumtanzen, während diese versuchen euch mit Raketen und einem Projektilgewehr zu zersägen. Mit etwas Pech lauft ihr auch in einen Scorch – weshalb ihr alsbald in einem durch Napalm induzierten Feuerball enden werdet. Leider sind sie noch nicht 100% ausgeglichen. Derzeit nimmt Ion beispielsweise dank ihres sehr genauen und starken Schulterlasers Northstar irgendwie die Rolle als Sniper weg. Außerdem wird Scorch recht schnell hilflos, wenn man ihn auf Abstand hält, da er weder sprinten noch ausweichen kann. Titankämpfe bleiben ein Feld für sich: Es gilt Fähigkeiten gescheid anzuwenden, Angriffen auszuweichen und gleichzeitig nicht den Überblick zu verlieren. Obwohl ihr in einem Stahlkoloss sitzt, müsst ihr euch dennoch vor den Piloten in Acht nehmen. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass Piloten gern mal Anti-Titan-Waffen auf euch abfeuern, sondern dass sie eurem Titan gern seine Batterie abnehmen würden.  Sofern ihr sie nicht mit eurem Anti-Rodeo-Elektrorauch verscheucht oder vorher zerquetscht, werden sie sich kaum davon abhalten lassen. Sollte das passieren, verliert ihr ein gutes Stück Leben. Springt ein Gegner ein weiteres Mal auf euren Titan, kann er euch mit dem automatischen Wurf einer Granate in den Batterieslot erheblichen Schaden zufügen. Habt ihr das gesamte Leben des durchgezogenen Lebensbalken verloren, wird euer Titan todgeweiht. Jeder andere Titan kann euch jetzt einfach durch eine Exekutionsanimation umhauen, durch wenige Angriffe ausschalten oder ein Pilot mit einem Rodeoangriff euch in die Luft sprengen. Doch keine Panik – eine Batterie kann abhelfen. Holt ihr euch eine weitere Batterie, erhält euer Titan ein zusätzliches Schild. Das funktioniert genauso außerhalb des Todgeweihtseins.

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Auch bei anderen Titans lohnt es sich Batterien abzugeben: Erstens füllt das die Titananzeige, zweitens stärkt es das eigene Team, drittens leuchtet man nicht mehr wie eine Weihnachtskugel.

 

Ohne Titankämpfe wäre Titanfall 2 kein Titanfall und insgesamt, macht es bei ihnen einen besseren Eindruck als der Urtitel. Etwas mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Bewaffnung der einzelnen Chassis wären cool gewesen, dennoch tun die jetzigen Beschränkungen dem Spiel aber wenig Abbruch. All der Liebe zu eurem Titan zum Trotz wird früher oder später der Moment kommen, in dem er euch unter den Füßen wegbricht, weil er zu viel Schaden abbekommen hat. Wie ihr eine solche Situation handhaben wollt, bleibt vollständig euch überlassen. Natürlich könnt ihr mit eurem Titan zusammen untergehen. Weniger dramatisch ist es, vorzeitig auszusteigen und die KI eure Gegner ablenken zu lassen oder ihnen nach dem Ausstieg per Schleudersitz, euren explodierenden Titan als Präsent zu hinterlassen. (Mit dem Nuklearer Ausstieg-Perk geht das besonders gut.)

Wie spielt sich Titanfall 2 ohne Titan?

Eurem Titan beraubt, steht euch eine Auswahl an unterschiedlichen Waffen als Antwortmöglichkeit auf alle erdenklichen Widersacher zur Verfügung. Kits fassen diese Ausrüstung ähnlich wie in Call of Duty  zusammen. Grundsätzlich bestehen sie aus einer Primärwaffe (Sturmgewehr, Maschinenpistole, Sniper, Pumpgun oder Granatwerfer) und einer Anti-Titanwaffe oder einer Pistole. Doch erst zusammen mit einer Taktik, eines Granatentyps, eines Perks und einer Exekution habt ihr ein vollständiges Kit vor euch.

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Mit einer Anzahl von  21 Primärwaffen, 4 Anti-Titanwaffen und 5 Pistolen wird Titanfall 2 zwar keine Highscores knacken, bietet aber eine gewisse Auswahl. Jede Waffe verfügt über ihre Eigenheiten: Das gilt auch für Waffen derselben Gattung  als Beispiel zwei Maschinenpistolen: Der Alternator lässt sich auf größere Entfernungen mit Einzelschüssen überraschend gut spielen, während die R97 ein viele Kugeln verschießendes Hipfire-Wunder ist. Bis auf wenige Ausnahmen sind die allermeisten nicht übermäßig stark oder unendlich schwach. Wie in fast jedem Shooter gibt es dennoch bessere und schlechtere Waffen für jeweilige Situationen oder bestimmte Spielertypen. Aufgrund der Spielgeschwindigkeit spielen sich Waffen wie Scharfschützengewehre und Granatwerfer anspruchsvoller als Maschinenpistolen und Sturmgewehre. (Ausnahmen: Wenn ihr Mitspieler aufregen wollt, packt das Devotion MG aus.) Wie gut spielt sich das Waffenhandling? Wie fühlt es sich an, womit ist es am ehesten zu vergleichen? Gerade weil das Waffenhandling so wichtig ist, ist es unglücklich, dass seine Qualität stark dem subjektiven Empfinden unterworfen ist. Titanfall 2s Schusswechsel sind in der Regel eher von kurzer Dauer, da ein hoher Waffenschaden einen schnell ins Jenseits befördert. Dabei fühlen sich die von extremen Rückstoß zumeist verschonten Waffen meines Erachtens sehr gut an. Titanfall 2 setzt hier weniger auf Authenzität sondern vermehrt auf ein schnelles Spaß bereitendes Gunplay. Hier lässt sich das Spiel wohl am ehesten mit Call of Duty vergleichen, was nicht verwunderlich ist, da Respawn Entertainment zu einem gewissen Teil aus ehemaligen Entwicklern von Infinity Ward besteht.

Neben den Waffen am prominentesten verleihen Taktiken einem Piloten nicht nur eine nützliche Taktik-Fähigkeit, sondern verpassen ihm zuzüglich ein anderes Aussehen. Gemein haben sie, dass eine größere Zahl von ihnen äußerst stark ist. Manche argumentieren sogar, dass Taktikfähigkeiten einen zu hohen Einfluss auf das Gameplay von Titanfall 2 haben. Sofern sie jedoch nicht von einem absoluten Experten eingesetzt werden, sollte jede Taktik konterbar bleiben. Eins ist sicher: Der Spaßfaktor stimmt. Sich mit dem Greifhaken über die Map zu schwingen, mit dem Holopiloten Gegner zu verwirren oder mit Phaseshift gerade noch in Sicherheit zu bringen, bereitet einfach Freude. Können Granaten besonders sein? Der ewige Shooterstandard erhält in Titanfall 2 einen zu den wilden Schusswechseln passenden Scifi-Touch. Natürlich gibt es die normalen Frag-Granaten. Daneben können Piloten ebenso gut mit Feuerwurftsternen, Gegner anziehenden Gravity Stars, Elektrorauchgranaten oder Sprengstoffpaketen werfen. Findige Piloten können diese Explosivspielzeuge mit ihrem Vorgehen kombinieren, um ihren Gegnern noch ein kleines Stückchen weiter voraus zu sein. Will ein Kontrahent gerade per Schleudersitz aus seinem Titan aussteigen? Dann heftet ihn einfach mit einem Gravity Star an seinen Titan und seht zu, wie er hilflos mit seinem mechanischen Freund in die Luft fliegt! Exekutionen lassen sich mit gehaltener Nahkampftaste auslösen, sie befördern den betroffenen Gegner mit einer speziellen Nahkampfanimation ins Jenseits. Am langweiligsten bleibt das zusätzliche Perk oder Upgrade, es hat kaum bedeutenden Einfluss auf das Spiel und geht gegenüber den anderen deutlich visuelleren Bestandteilen etwas unter.

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Begegnungen in der Luft sind keinesfalls auszuschließen in Titanfall 2.

Überdies kommt ihr in den Genuss eines Boosts – einer nützlichen Zusatzfähigkeit. Er wird ähnlich wie die Titans durch Spielaktionen freigeschaltet. Leider heben sich die beiden Boosts Verstärkte Waffen und die Smartpistol deutlich von den anderen ab. Erstere gibt einen Schadensboost, was genauso stark ist, wie es sich anhört. Zweitere ist die aus dem Original-Titanfall bekannte Aimbot-Pistole, die einfach sehr nervig sein kann. Andere wie eine zusätzliche Batterie oder ein Antipilotengeschütz sind noch halbwegs nützlich, der Rest zu schwach.

Der Übeltäter für Titanfall 2’s irres Tempo ist schnell gefunden: Das agile Movement ist schuld. Außerhalb eures Titans seid ihr nicht wie normale Menschen nur auf bloßes Laufen angewiesen. Etwas Übung vorausgesetzt wird das sogar eher zur Ausnahme. Durch Schlittern, Wandläufe und Wandsprünge kann Titanfall 2 zu einem unheimlich schnellen Shooter werden.  Allein durch die normalen Wandläufe baut ihr bereits mehr Geschwindigkeit auf als in jedem Battlefield. Verbindet ihr das mit häufigerem Springen zwischen Wänden und nutzt statt Sprinten das sogenannte Slidehopping und erlernt zusätzlich Airstrafing werdet ihr regelrecht über die Karten fliegen. Das Movement ist mit Abstand eine der größten Stärken von Titanfall 2 und hebt es deutlich von der Konkurrenz ab. Auch wenn die Grundsätze schnell erlernt sind, erfordert eine Perfektionierung des Movements eine Menge Ehrgeiz, Ambition und Geduld. Doch auch ohne eine trainierte Handhabung all dieser Mechaniken lässt sich eine Menge Spaß haben. Am Ende mag die agile Bewegung über die Karten wichtig sein, allerdings sollten angehende Piloten dafür nicht ihre Zielgenauigkeit, Kartenkenntnis und ihren Überblick über die Situation vernachlässigen.

Alle anderen Modi und etwas Mapphilosphie

Materialschlacht hat sowohl in diesem Artikel als auch generell in Titanfall 2 genug Aufmerksamkeit erhalten. Wie sieht es eigentlich mit den anderen Modi aus? Erst einmal alle Modi außer Live Fire und Kolloseum teilen sich denselben Mappool von 11 Karten. Natürlich spiele ich auf bestimmten Karten etwas lieber als auf anderen, aber keine fällt besonders negativ auf. Angel City und Exoplanet gefallen mir beispielsweise besonders gut. Insgesamt passen alle Karten zum Spielprinzip von Titanfall 2 und lassen einen meistens gut die Bewegungsmechaniken ausnutzen – das funktioniert natürlich auf Karten mit mehr senkrechten oder ebenen Strukturen wie Wänden und Schluchten besser. Live Fire und Kolosseum nutzen ihre jeweils eigenen Karten. Bei Live Fire gefällt mir Stacks erheblich mehr als seine Alternative Meadow, denn Stacks baut einen besseren Flow auf.

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Eine der unscheinbaren aber erfreulich effektiven Verbesserungen von Titanfall 2 war die Einführung des Mixtape-Matchmakings. Wenn ihr euch ein Match suchen wollt, klickt ihr die Modi an, die in Frage kommen und lasst euch automatisch einem Match zuweisen. Da genug Leute nach mehreren Modi suchen, finden sich sogar für unbeliebtere Vertreter wie Capture the Flag deutlich mehr Matches als zuvor.

Weiterhin muss sich Titanfall 2 nicht vorwerfen lassen, einen Haufen zweitrangiger Modi anzubieten. Bis auf Alle-Gegen-Alle finde ich die Modi allesamt gut gelungen, nur eben mit Letzterem kann ich nicht besonders viel anfangen. Nichtsdestotrotz bleibt die vielfältige Materialschlacht der Community-Liebling.

Kopfgeld & Amped Hardpoint

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Kopfgeld

Kopfgeld kommt dem Community-Liebling Materialschlacht am nähsten. In ihm jagen die zwei Teams von der Restflotte abgesetzten NPC-Gegnern hinterher. Ihre Ausschaltung bringt den einzelnen Spielern Kopfgelder ein, die es in einer Ablieferphase an zwei bestimmten Punkten auf das Teamkonto einzuzahlen gilt. Tötet man einen Spieler, verliert dieser 50% seines nicht eingezahlten Guthabens und man selbst erhält einen Anteil davon.

Amped Hardpoint

Hat hier jemand Herrschaft gesagt? Amped Hardpoint deckt sich weitgehend mit den Herrschafts-Modi anderer Shooter mit weniger Spielern in einem Match. Der Unterschied ist, dass ihr einen Eroberungspunkt durch einen längeren Verbleib in seiner Nähe verstärken könnt, damit er mehr Punkte ausschüttet. Diese Verstärkung klingt jedoch schnell wieder ab, wenn man den Radius des Punkts verlässt.

Livewire, Last Titan Standing und Capture the Flag

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Im Hintergrund seht ihr die Karte Stacks – die beste Karte von Live Fire

Live Fire

Live Fire ist der jüngste Neuzugang von Titanfall 2 und ein echter kompetitiver Modus. 6 Spieler treten gegen 6 Spieler an – jeder hat nur ein Leben. Das Team, das am Ende noch steht oder nach Ablaufen der Zeit, die in der Mitte platzierte Flagge herumträgt, gewinnt eine Runde. Das Team mit mehr gewonnenen Runden trägt den Sieg davon.

Was macht Live Fire so besonders? Selbst für Titanfall 2’s Verhältnisse ist der Modus blitzschnell – nach 60 Sekunden ist alles vorbei und die nächste Runde steht an. Live Fire bietet eine Spielerfahrung, die für den Shooter absolut einzigartig ist.

Last Titan Standing

In diesem Modus ist der Name Programm: 6 Titans gegen 6 Titans. Das Team, das am Ende mehr Titans übrig hat, – oder überhaupt einen – gewinnt. Ähnlich wie bei Live Fire wird Last Titan Standing in mehreren Runden ausgetragen.

Capture the Flag

Auch in Titanfall 2 findet sich der Shooter-Klassiker wieder. Respawn Entertainment hat wenig an dem Originalkonzept geändert. Zwei Teams balgen sich um die Flagge des jeweils anderen und versuchen sie in ihre Basis zu bringen, was nur einen Punkt bringt, wenn die eigene Flagge noch nicht entwendet wurde.

Pilot-Only, Alle-Gegen-Alle und Kolloseum

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Pilot-Only

Ihr kennt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Teamdeathmatch. Pilot-only ist Teamdeathmatch ohne Titans.

Alle-Gegen-Alle

Alle-Gegen-Alle ist kein besonders kreativer Modus. 18 Spieler treten in einem Kampf jeder gegen jeden an, der mit den meisten Kills gewinnt.

Kolosseum

Um an Kolosseum teilnehmen zu können, müsst ihr euch Tickets erspielen. Habt ihr eins, könnt ihr in diesem Modus 1 gegen 1-Kämpfe bestreiten. Je nach Woche stehen euch dabei andere Waffen zur Verfügung, um die Duelle halbwegs fair zu halten. Durchgeführt werden diese Duelle auf eigens für den Modus geschaffenen Karten.

Ein Umstand gibt mir bei Titanfall 2 allerdings Rätsel auf: Warum gibt es keinen kompetitiven Modus? Titanfall 1 hatte seinen Rangchip, der gut von der Community aufgenommen wurde. Titanfall 2 hat überhaupt nichts in die Richtung und das, obwohl sich mehrere seiner Modi exzellent für ein kompetitives Szenario eignen würden. Liebe Leute bei Respawn Entertainment: Warum habt ihr diese Chance liegen lassen?

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Quasi alles lässt sich in Titanfall 2 leveln

Wie hält es Titanfall 2 mit Belohnungen und Progression?

Die großen dauerhaft erfolgreichen Shooter haben gemein, dass sie auf ein gut durchdachtes Belohnungssystem setzen. Polemisch gesprochen reicht es heuzutage nicht mehr aus, gutes Gameplay mit genug Inhalten abzuliefern, sondern es muss immer genug zum Freischalten geben – quasi eine Karotte vor der Nase.

Titanfall 2 dahingegen… Ja, was macht Titanfall 2 hier? Okay man kann Ausrüstung freispielen, den Piloten, Titans und Waffen leveln, sie regenerieren und danach noch mehr leveln, was zumindest halbwegs motivierend sein kann. (Ähnlich dem Prestige-System aus CoD). Die allermeiste Ausrüstung ist schnell freigespielt. Danach wirft Titanfall 2 einen noch mit Bannern, Skins und Icons zu, die man unter anderem aus in einem tristen Menü versteckten Freundespaketen bekommt. Klickt man auf den passenden Dialog poppen die neuen Banner, Icons, Credits und Skins rechts am Bildschirm auf – Spannung Fehlanzeige. Die Banner und Icons sind eine lustige Sache und die Skins ganz nett. Dabei versäumt Respawn Entertainment etwas, was die Konkurrenz ihnen weit voraus hat.

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Freund-Geschenke sind der ideale Kandidat für die langweiligsten Lootboxen des Jahrzents

Viele erfolgreichen Spiele manipulieren unser Glücksempfinden mit aufwendig inszenierte und viel versprechende Lootboxen und wir wollen sowas. Jeder der sich daran erinnern kann, wie es sich anfühlt, seine ersten Lootboxen in Overwatch zu öffnen, weiß wovon ich spreche. Rainbow Six Siege wiederum lässt einen Charakterindividualisierungen oder neue Operator freispielen. Die besten Individualisierungen von Titanfall 2 wie die Prime Titans versteckt Respawn Entertainment hinter einer Paywall, damit das Team die Weiterentwicklung finanzieren kann. Lobenswerterweise sind alle sonstigen Inhalte kostenlos. Nichtsdesotrotz hätte man das auch anders lösen können. Es sollte viel mehr Prime Titans und coole Skins geben, die sich dann aufwendig freispielen lassen. Das muss dann einfach so aufwendig sein, dass genügend Spieler die Geduld verlieren und zum Geldbeutel greifen. Schlussendlich dient Titanfall 2 als Beispiel für folgende These: Ohne ein gut durchdachtes Belohnungssystem haben es heutige Multiplayerspiele verdammt schwer.

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Schlusswort: Ready for Titanfall!

Was macht Titanfall 2 wirklich aus? Es vereint agile Kämpfe mit hervorragendem Movement zwischen Piloten und seinen kolossalen Titans. Dabei hebt es sich deutlich von der Konkurrenz ab, bietet viel Raum für Selbstverbesserung und überzeugt durch sein Spieldesign. Das Waffenhandling weiß zu gefallen, wenn man schnelle Shooter mag, die Titans sind abwechslungsreich, die Map- und Modi-Auswahl stimmt. Besonders lobenswert ist, dass Respawn Entertainment sämtliche neuen Modi, Maps, Waffen und sonstige Gameplay relevanten Inhalte kostenlos nachliefert. Was fehlt? Titanfall 2 leidet unter dem fehlenden kompetitiven Modus, unter fehlender Aufmerksamkeit in den Medien und einem unzureichenden Belohnungssystem. Kleinere Baustellen betreffen ein paar Balancing-Macken und etwas weniger Freiheit bei den Titans als im Original.

Für wen eignet sich Titanfall 2 im Multiplayer also? Er ist offensichtlicherweise nichts für Realismusfans. Titanfall 2 fokussiert sich eher auf Matches mit kleinen Spielerzahlen und hoher Spielgeschwindigkeit. Weiterhin solltet ihr euch auf seine Eigenheiten einlassen können, gerade weil es sich anders spielt als übliche Shooter. Trotz der vergleichsweise geringen Spielerzahlen findet ihr zu normalen Zeiten auch am PC noch zuverlässig Matches. Sofern ihr das Setting mögt, mal etwas anderes spielen wollt und das schnelle Gameplay anziehend findet, kann ich es euch guten Gewissens ans Herz legen. Attraktiverweise müsst ihr für Titanfall 2 zudem keine 60€ mehr berappen: Auf Amazon.de ist es für 30€ für den PC und für 40€ für die Konsolen zu haben. Wollt ihr es als Key erwerben, lohnt sich ein Blick auf isthereanydeal.com, das ausschließlich Keypreise von authorisierten Verkäufern vergleicht.

Zusammengenommen ist Titanfall 2 also weder langweilig, noch skillbefreit oder austauschbar. Klar gegenüber Rainbow Six: Siege und Overwatch ist es in Sachen kompetitivem Modus und Belohnungsystem klar im Nachteil. Dennoch braucht es sich bei seiner Qualität und dem aus seinem Gameplay resultierenden Spielspaß nicht zu verstecken. Anders als Battlefield 1 hat es Modi, die in einem kompetitiven Szenario hervorragend funktionieren würden. Anders als Call of Duty wird es nicht von unfairen Mikrotransaktionen gequält und hat ein wirklich gut durchdachtes Setting. Titanfall 2 verdient eine Chance.

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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