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The Vanishing of Ethan Carter im Test

Nachdem einige Lets Player und bekannte Größen aus der Spielebranche dieses Spiel für sich entdeckt und dann der Welt vorgestellt haben, verbreitete sich der Hype wie ein Lauffeuer. Überall wurde von der beinahe unwirklich schön erscheinenden Grafik gesprochen. Man wolle ewig einfach in dieser Welt verweilen und den herumwirbelnden Blättern im Wind zusehen.

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Ich bin Detektiv. Privatetektiv.

Die auf vielen Bildern gezeigte Brücke mit den teilweise fehlenden Holzplatten muss von Detektiv Paul Prospero überquert werden. Dies sind einige seiner ersten Schritte in das wohl schlimmste und auch gewaltigste Abenteuer seines Lebens. Als Privatdetektiv hat er schon viel in seinem Leben gesehen. Oft bekommt er Briefe: von Frauen, von Männern, hilfesuchende Briefe & Fanbriefe. Auch Kinder schrieben ihm. Der Brief von Ethan fing an wie alle anderen auch. Doch irgendetwas war dieses Mal anders…

Als Ethan Carter wenig später verschwand war es nun seine Arbeit den Jungen ausfindig zu machen. Scheinbar spurlos scheint der kleine Junge aus seinem Umfeld gerissen worden zu sein. Und genau hier fängt unsere Arbeit an. Eine vermeintlich alltägliche Spurensuche beginnt. Paul hatte ja keine Ahnung, auf was er sich da eingelassen hat!

Ich sehe Geister!

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Wenn wir es dann endlich geschafft haben den Blick von den in Herbstlaub gehüllten Bäumen zu nehmen, wenden wir uns einmal den Tiefen dieses Games zu. In der erstaunlich ruhigen und einsam wirkenden Welt von The Vanishing of Ethan Carter schlüpfen wir also in die Rolle von Paul Prospero, der durch die Wälder streift um Hinweise auf den kleinen Jungen zu finden. Dies passiert allerdings nicht in einem einfachen Lootingsystem, wie man es eventuell aus anderen Games kennt.

The Astronauts haben sich genau auf diesen Part gestürzt und dort ihren ganz eigenen Touch einfließen lassen. Paul besitzt nicht nur den Scharfsinn eines Ermittlers – er hat außerdem die Möglichkeit gefundene Hinweise in einer parallelen, geisterhaften Welt genauer zu untersuchen, sodass diese dann einen Sinn ergeben. Manchmal müssen mehrere Hinweisteile gefunden werden, die sich dann zu einem Ganzen zusammensetzen. Daraufhin ändert sich die Welt um Paul herum und er taucht immer tiefer in die Geschichte ein.

Oh, ein Stein!

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Neben dem zusammensetzen einzelner Hinweise zu einer brauchbaren Information wird Pauls Scharfsinn immer wieder auf die Probe gestellt. Die Umgebung weist oft darauf hin, dass etwas nicht so ist wie es auf den ersten Blick erscheint. Vielleicht müssen Gegenstände verschoben oder ganz und gar entfernt werden, um einen besseren Blickwinkel zu bekommen.

Mit ein wenig Glück erhält Paul somit weitere Informationen über die nächsten Schritte die er gehen sollte. Die von mir als: Flying Word System getaufte Mechanik zeigt dem Spieler die ungefähre Richtung an, wo der gefundene und für falsch bestimmte Gegenstand in Wirklichkeit hingehört. Informationen und wichtige Fragestellungen fliegen umher, vermitteln dem Spieler ein Gefühl der Unsicherheit und viele Fragen stapeln sich im Kopf, auf die es einfach keine Antwort zu finden scheint. Vereinen sich diese Wörter, kommt man dem Ziel näher.

Das ist ja wie im Kino!

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Hat man, wie bereits oben angeschnitten, genügend Hinweise in einem Areal gesammelt, geht die Detektivarbeit nahtlos weiter. Dank Pauls ungewöhnlicher Fähigkeit in eine Parallelwelt blicken zu können, eröffnen sich ihm Schlüsselsequenzen. Allerdings wüst durcheinander. Die Aufgabe des Spielers ist es nun, diese Puzzleteile in die richtige Reihenfolge zu bringen, damit die Geschichte einen Sinn ergibt.

Hat man sich für die richtige Reihenfolge entschieden, darf sich der Spieler zurück lehnen und den Geschehnissen in bewegten Bildern und Farbe folgen. Kaum denkt man die wichtigste Frage gelöst zu haben, türmen sich gefühlte einhundert mehr auf und man muss sich erneut auf die Suche begeben. Denkt man einmal das Spieleprinzip verstanden zu haben, stolpert man bei The Vanishing of Ethan Carter regelrecht in eine neue Sequenz wo plötzlich wieder alles anders ist. Kannst du einen kühlen Kopf bewaren oder lässt du dich verunsichern?

In Love mit einem Baumstamm

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Es ist der absolute Wahnsinn mit welcher Detailverliebtheit sich die Entwickler bei The Vanishing of Ethan Carter Mühe gegeben haben, welches zugegebenermaßen mit 4-5 Spielstunden wirklich sehr kurze Abenteuer so abwechslunsreich wie möglich zu gestalten. Die aufkommenden Fragen und die Unsicherheit eines jeden Schrittes die man geht werden von den traumhaft schönen Melodien und Klängen unterstützt. Besonders in den Wäldern wirkt alles Harmonisch und Idyllisch, doch leider auch etwas leer.

Erkundet man abseits der Hauptwege die Natur, so wird man immer wieder aus den unterschiedlichen Seiten Tiergeräusche wahrnehmen. Eichhörnchen, Uhus.. doch man erblickt sie niemals. Außer Paul und seinen aus der Geisterwelt stammenden Hinweisen ist diese Welt wirklich sehr leer. Doch das kann man den Spiel getrost durchgehen lassen, da man sowieso direkt vom nächsten Baumstamm wieder verzaubert wird.

Unreal Engine 3 mal anders

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In The Vanishing of Ethan Carter verwendet das Entwicklerstudio die Unreal Engine 3, welche bisher als zumeist sehr comichaft gilt. Umso überraschender ist es für jemanden, der erst die Spielegrafik zu Gesicht bekommt und dann lesen wird, dass hierbei die Unreal Engine 3 verwendet wird. Man kann zweifelslos sagen, dass The Vanishing of Ethan Carter das bis dato bestaussehendste Spiel auf dem PC ist. Es ist zum ersten Mal ein Spiel, bei welchem man von Fotorealismus sprechen kann.

Der Fotorealismus wird durch einen Technik erreicht, welche eigentlich als ziemlich kostspielig gilt. Hierbei wurden diverse Schauplätze auserkoren und fotografiert. Mittels einigen Tools haben The Astronauts diese Fotos in Grafiken umgewandelt. Daher auch die extrem tolle Grafik! Zudem muss angemerkt werden, dass das Spiel mit ungewöhnlich niedrigen Anforderungen an den PC daherkommen. Ihr benötigt für das Spiel lediglich einen Intel Core2Duo oder einen vergleichbaren Prozessor. Zudem sogar lediglich eine DirectX-9-kompatible Grafikkarte mit nur 512 MByte Videospeicher! Die Forderung nach 4 GByte Arbeitsspeicher runden die minimalen Systemanforderungen an und dies sind alles Angaben, welche die meisten Spiele-PCs zuhause heutzutage erfüllen dürften.

The Vanishing of Ethan Carter gilt als Erstlingswerk des noch relativ neuen Entwicklerstudios The Asronauts und wartet mit ungewohnt viel Kreativität und Liebe zum Detail auf. Trotz geringem Budets gelang es den Entwicklern, Kriminalfall, Horrorgeschichte und Mystery Abenteuer in ein verhältnismäßig kurzes Adventure zu packen.

Fazit Michael Bragg:

Puuuhhhh, was für ein Erlebnis. Einerseits bin ich ein klein wenig enttäuscht, wie kurz The Vanishing of Ethan Carter doch wirklich ist. Aber dürfte das Spiel, so wie die Story aufgebaut ist, wirklich länger sein? Ich denke eher nicht, weswegen es im nachhinein betrachtet dann doch die richtige Entscheidung bzgl. der Spiellänge war.

Mit The Vanishing of Ethan Carter erwartet euch das bisher am bestaussehendste Spiel, welches derzeitig am Markt gibt. Wenn man vorher einen Blick auf die Systemanforderungen des Spiels wirft, erwartet man dies eigentlich um so weniger.

Aber The Astronauts haben etwas technisch so beeindruckendes geschaffen, was bisher kaum jemanden gelungen ist: einen schon fast fotorealistischen Look. Aber nicht nur die Grafik, sondern auch die Spielmechanik selbst weiß voll zu überzeugen und ist zudem noch sehr innovativ. Zudem erwartet euch noch eine sehr interessante und spannende Story.

Ich kann mich bei The Astronauts für dieses Spiel eigentlich nur bedanken. Vielen Dank für The Vanishing of Ethan Carter! Es wird eines der Spiele sein, welche ich für immer im Gedächtnis halten werde! Ich kann nur meinen Hut vom Kopf nehmen und mich vor The Astronauts verneigen. Bitte…bitte gebt uns mehr davon!

Summary
Selbst für eingefleischte Konsolenzocker wie mich war Steuerung und Handling allgemein bei diesem Game absolut kein Problem. So sehr ich auch in meine Playstation verliebt bin, hat mich The Vanishing of Ethan Carter vollkommen überzeugt.Schnell zieht die atemberaubend schön gestaltete Welt einen in seinen Bann und lässt nicht locker, bis man hinter die geheimnisvollen Geschehnisse geblickt hat. Dieser Titel ist leider von der reinen Story her unglaublich kurz, allerdings kann man auch problemlos viele Stunden damit verbringen, einfach durch die Wälder zu streifen und die Landschaft zu bewundern. Von der Grafik abgesehen, haben die Entwickler eine vermeindlich einfache Storyline über das verschwinden einen Kindes so dermaßen kreativ umgesetzt, dass mir regelrecht die Worte fehlen. Auf dem ersten Blick ein Krimispiel, ändert sich alles wenn Paul Prospero das erste mal in die Geisterwelt eintaucht, um dieses Rätsel zu lösen. Überraschende Wendungen, Rätsel bei denen man seinen Kopf tatsächlich einmal anstrengen muss und eine Grafik die an fiktive Elfenländer erinnert machen dieses Spiel zu einem meiner Highlights dieses Jahr.
Good
  • Wahnsinnig schöne Grafik (stellenweise gar Fotorealismus)
  • Gelungene Atmosphäre
  • Neuartiges Lootingverfahren/Zusammensetzen gefundener Indizien
  • Einsatz der Parallelwelt
  • Stimmungsvolle Inszenierung
  • Unerwartete Wendungen
  • Interessante Rätsel
  • Spannende Abschnitte (Mine)
  • Intuitive Steuerung
  • Großartige Sprachausgabe
  • Sehr niedrige Systemanforderungen
  • Genialer Soundtrack
Bad
  • Viel zu kurz
  • Recht leere Welt
  • Zu wenig Rätsel
  • Gelegentliche Lags (beim Speichern)
  • Automatisches Speichern nur beim erfolgreichen Abschluss eines Rätsels
  • Man kann leicht Ereignisse / Rätsel verpassen
  • Kein manuelles Speichern möglich
9
Großartig
Zockerprinzessin, quirlig, Japanischstudentin und Cupcake Lover <3

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