Als Dieb hat man es in Steampunk-London nicht leicht. Killer-Roboter, Elektro-Fallen, verwirrende Architektur. Mit all diesen Dingen hat man im Raubzug-Roguelike The Swindle zu kämpfen. Hier unser Review.

Kurze Anekdote: Kurz vor Beginn der gamescom fragte mich unser Cheffe, ob ich nicht Lust hätte mir The Swindle anzusehen. Ich hatte keine Ahnung wobei es sich bei diesem Spiel handelte, aber der Artstyle hat mir gefallen, also sagte ich zu. Quasi schon auf dem Weg zur Messe habe ich dann erfahren, dass das Spiel für einige Systeme bereits erhältlich ist und ein PS4 Release kurz bevor steht. Da fühlt sich die wertvolle Messe-Zeit fast schon ein bisschen vergeudet an, ein Spiel zu spielen, dass ich auch schon zuhause haben könnte. Doch zum Glück hatte ich auf Anhieb sehr viel Spaß mit The Swindle und ich wollte mich unbedingt mehr damit auseinander setzen.

 

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Mein Ersteindruck zu The Swindle war ungefähr “Boah geil, das sieht ja aus wie Steampunk Mark of the Ninja!”, was zwar keine vollständige Beschreibung ist, aber ich muss sagen immer noch eine recht treffende. Wer Mark of the Ninja nicht gespielt hat, der sollte das eh erst mal sofort nachholen. Geht nur, ich warte.
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Also, The Swindle ist ein 2D Stealth Game, in dem es gilt unentdeckt durch schwer bewachte Komplexe zu schleichen um dort gelagertes Geld zu stehlen. Der große Unterschied, einmal abgesehen vom Setting, ist, dass es sich hier um eine Roguelike handelt, d.h. jedes Level wird zufallsgeneriert.

 

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Ihr schlüpft in die Rolle eines (ebenfalls zufallsgenerierten) Diebes, mit dem ihr in Gebäude einbrechen und Geld klauen müsst. Mehr Geld bedeutet bessere Diebstahl-Ausrüstung und Zugang zu neuen Gebieten um letztlich ganz zum Schluss in eine Polizeistation einzubrechen und die Aktivierung eines Verbrechen-bekämpfenden Supercomputers namens The Devil’s Basilisk zu verhindern. Insgesamt habt ihr 100 Tage (also Level) Zeit um bis zur finalen Mission vorzudringen und diese auch erfolgreich zu beenden.

Jedes Level beginnt damit, dass euer Dieb in seiner dampfbetriebenen Landungskapsel vor der Tür eines neuen Zielorts landet. Von dort aus muss man irgendwie in das Gebäude eindringen, die Roboter-Wachen umgehen/ausschalten, Computer hacken, Geld einsammeln und dann wieder, wenn möglich unentdeckt, zurück zur Landungskapsel kommen. Wird der Alarm ausgelöst tauchen nach kurzer Zeit Polizisten auf und stürmen das Gebäude, was das Entkommen nochmals erschwert. Die Raubzüge sind zu Beginn noch super einfach; die Roboterwachen haben nur einen sehr kleinen Sichtbereich und interessieren sich generell nur für Dinge, die direkt vor ihrer Nase passieren.

 

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Doch in den Slums gibt es nicht viel zu holen, also erkauft man sich Zugang zu neuen Gebieten wie dem Villen-Viertel und der Kasino Meile, die aber selbstverständlich besser bewacht werden. Auf einmal sind die Türen verschlossen, Kameras überwachen ganze Korridore, die Wachen sind mit Gewehren oder Giftgas bewaffnet und solltet ihr den Alarm auslösen, werden weitere Abwehrmaßnahmen gestartet.

Mit der erbeuteten… ähm… Beute kauft ihr euch auch neue Ausrüstung. Stärkere Nahkampfangriffe, Doppelsprünge, Bomben, sogar kurzzeitige Unsichtbarkeit dank Dampfwolke. Am sinnvollsten erschienen mir aber nach einige Anläufen zu Beginn vor allem die Items, mit denen man mehr Geld verdient.

 

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Die zufallsgenerierten Level haben ihre Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite kann man Glück haben und die Sicherheitszentrale, in der man Kameras und Fallen abstellen kann, findet sich nahe am Eingang. Oder aber, der ganze Komplex ist so gebaut, dass die Beute hinter einer Mauer liegt. Aber für sowas gibt es ja Sprengsätze, mit denen man sich mal schnell einen zusätzlichen Ein- bzw. Ausgang schafft.

 

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Auf jeden Fall sorgt das Grundprinzip für Abwechslung und erhöht den “Nur noch ein Level”-Faktor enorm. Auch wenn man versagt und erneut einen neuen Dieb vorgesetzt bekommt denkt man sich “ah, vielleicht klappt das nächste Level ja besser”. Was an The Swindle gleichzeitig so perfide wie genial ist, dass es konstant eure Gier auf die Probe stellt. Meistens wartet der erste Computer relativ nahe am Eingang und man könnte sich an diesem Punkt ja leicht wieder aus dem Staub machen. Aber vielleicht wartet tiefer im Gebäude ein noch viel größerer Schatz. Und schwupps ist unser Ganove erschlagen, aufgespießt oder in die Luft gejagt.

 

The-Swindle_20150818004309  The Swindle Review

 

The Swindle wandert wie ein Meisterdieb, der sich an einer Dachkante entlang hangelt, auf dem schmalen Grad zwischen super frustrierend und super süchtig machend. Simple Grundmechaniken die euch vor immer größere Herausforderungen stellen kombiniert mit einem interessanten Zeitlimit, halten das Spiel auch in mehreren Durchläufen spannend. Und viel mehr kann ich auch gar nicht zu diesem Spiel sagen. Wirkliche Kritikpunkte habe ich nicht, denn das was The Swindle macht, macht es gerade zu fehlerfrei. Manche Passagen erscheinen durch das Zufalls-Element geradezu unschaffbar, aber gerade das macht auch den Charme des Spiels aus, wenn die eigene Gier den gesunden Menschenverstand überlagert…

 

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Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß mit The Swindle, es ist ein Spiel das zum “immer wieder mal reinkucken” einlädt und genau das plane ich zu tun.

The Swindle ist für PC, PS3, PS4, PS Vita, Xbox One und Wii U erhältlich. Getestet wurde die PS4 Version.

8

Sehr gut

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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