The Sexy Brutale Review

PC PlayStation 4 Xbox One

 

   
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The Sexy Brutale hatte mich gepackt, seit man mir das Spiel letztes Jahr auf der Gamescom erklärt hat. Time Travel Murder Mystery mit einem Schuss Metroidvania? Klingt super. Aber bleibt es auch interessant?

 

Das Sexy Brutale, das sollte man eingangs vielleicht erklären, ist ein extravagantes Casino/Villa unter Leitung des Marquis. Jedes Jahr veranstaltet er ein großes Fest für alle seine Freunde, doch beim diesjährigen Maskenball stimmt etwas nicht. Die Belegschaft hat es nämlich auf die Gäste abgesehen und versucht sie auf verschiedene und perfide Arten um die Ecke zu bringen. Das ist aber noch nicht alles: schlägt die Uhr 12, so wird die Zeit zurück gedreht und alles geht wieder von vorne los.

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Nun liegt es an euch in der Rolle des Priesters Lafcadio Boone das Sexy Brutale zu erkunden und die Gäste zu retten, bzw. die Mordversuche der Dienerschaft zu sabotieren. Da es tatsächlich gar nicht so viele Morde zu verhindern gilt, möchte ich eigentlich keinen weiteren davon verraten. Der Clou ist aber in jedem Fall erst sorgfältig alle Räume zu durchsuchen und die Bewegung von Mördern und Opfern zu verfolgen.

Ein Fluch, der auf den Masken liegt, hindert Boone daran mit anderen Menschen direkt zu interagieren, deswegen muss man um weitere Hinweise zu bekommen, sich in Schränken verstecken, durch Schlüssellöcher schielen und geflüsterten Gesprächen lauschen. Dabei hilft eine 4-dimensionale Karte, in der aufgezeichnet wird, wo und wie sich Gäste und Bedienstete bewegen. Jedes mal wenn Boone einen seiner Freunde rettet, erhält er eine zusätzliche Kraft, die es ihm erlaubt neue Teile der Villa zu erforschen. Man könnte also durchaus von Metroidvania-Elemente sprechen.

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The Sexy Brutale hat ganz wundervolle Ideen und es macht einen Heidenspaß zu Beginn jedes neuen Falls erst sorgfältig die Situation zu untersuchen. Dabei geht alles immer recht fix, die 12 Stunden des Tages sind in der Spielzeit gerade mal 10 Minuten und die Herausforderungen somit meistens sehr kompakt. Ich hatte selten Schwierigkeiten die Lösungen für Rätsel zu finden, denn auch wenn das Sexy Brutale selbst ein sehr merkwürdiger Ort ist, gibt es keine großen Hirnverknoter. Jedes Item wird kurz und knapp erklärt und die Herausforderung liegt daran, den richtigen Personen zu lauschen und nicht einfach jedes Item mit jedem Ort zu kombinieren. Insgesamt fällt das Spiel dadurch relativ „einfach“ aus, aber es ist die clevere Kombination von Elementen und ein wirklich anderes Spielgefühl, als das 08/15 Point & Click Adventure sonst bietet, was das Spiel zu etwas Besonderem macht.

Das ganze Haus selbst gleicht einer tickenden Uhr, aber anstatt Glockenschläge hört ihr Anzeichen dafür, dass es den nächsten Gast erwischt hat. Ein Schuss hier, flackernde Lampen da. Der Tod ist nicht einem selbst, aber jedem anderem ständig auf den Fersen. Es erinnert ein wenig an die verdammte Welt von Termina in Majora’s Mask.

Das Spiel bietet einen so cleveren Aufbau mit der Art, wie sich immer mehr Räume im Casino öffnen und man immer wieder einen neuen Gast rettet, es ist fast schon ärgerlich, wenn das Spiel dann auf einmal die Dreistigkeit hat viel früher aufzuhören, als man es sich gewünscht hat. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl es wird auf ein großes Finale hingearbeitet in dem man mehrere Gäste auf einmal retten muss, doch das tat es dann einfach nicht. Vielleicht wenn ich dann doch noch alle Spielkarten finde. So lange kann das ja nicht mehr dauern.

Ein Element was The Sexy Brutale (das Spiel selbst und das Casino) gemeinsam haben ist der Überfluss an Style. Das Spiel lebt vom faszinierenden Design der Welt, ein an sich kleiner Ort, aber gespickt mit vielen kleinen erzählerischen Details in Form von Statuen, Gemälden und Büchern im Regal. Die großartige Musik tut ihr Übriges, egal ob euch der fröhliche Jazz Beat in den Casinos mitwippen lässt, düstere Klänge mehr bedrohliche Schatten vorauswerfen oder fröhliche Zirkus-Klänge den grausamen Tod zweier Gäste auf perfide Art untermalen.

 

Fazit

The Sexy Brutal ist ein Killer-Cocktail von einem Spiel. Eine Basis aus Shadow of Memories, etwas Majora’s Mask, einen Schuss Metroid und eine Prise Metal Gear Solid. Es ist ein Paradebeispiel dafür was der kreative Markt der „Indie-Spiele“ bieten kann. Obwohl es ein Spiel voller gar schrecklicher Morde ist, geht es darum diese zu verhindern. Es fühlt sich so… erfrischend an. Dabei ist es nicht für jeden. Es fühlt sich auch so ein bisschen an wie der schräge europäische Indie-Film, von dem eure Freunde nicht glauben wollen wie gut er ist. Es ist mehr als nur ein bisschen verrückt und wahnsinnig makaber. Aber das macht es gleichzeitig so verdammt charmant. The Sexy Brutale ist ein echter Knaller und ich werde dieses Studio im Auge behalten.

9/10

The Sexy Brutale ist für PS4, Xbox One und PC erhältlich.

Good

  • Großartiges Konzept
  • Hat einfach Style
  • Dieser Name

Bad

  • Rätsel etwas zu leicht
  • Hört zu früh auf
  • Manchmal etwas langsam
9

Großartig

Profilbild von Konrad Huber
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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