The Legend of Zelda: Breath of the Wild Review – ein Meisterwerk

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Zelda Review. Los geht’s. Okay, ich bin ein bisschen spät dran. Hat private Gründe. Machen wir also schnell. Breath of the Wild. 10/10. Geht es alle spielen ASAP. Gut? Okay, weitermachen.

 

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Na gut, ich schätze ein bisschen mehr kann ich schon schreiben.

Ein Zelda-Eintopf wie die Gerichte die man selber kocht

Breath of the Wild ist anders als jedes Zelda das ihr bisher gespielt habt. Viele Dinge sind anders als in den Vorgängern und viele diese Änderungen wurden mir schon mehr oder weniger ernst als Kritikpunkte genannt. Dungeons haben eine völlig neue Form angenommen! Es gibt keine Musik mehr beim Öffnen der Kisten! Die Waffen gehen andauernd kaputt. So Open-World passt doch gar nicht zu Zelda!

Und das stimmt. Man muss sich mit zahlreichen Veränderungen auseinandersetzen und anerkennen, dass Breath of the Wild ein völlig anderes Spiel als Ocarina of Time ist. Aber wenn man die Serie verfolgt hat, sieht man gleichzeitig auch wie es diese Form angenommen hat und auf seinen Vorgängern aufbaut.

Die Nintendo Switch ist eine Konsole die zahlreiche Eigenschaften ihrer Vorgänger vereint. Portabilität, ein Tablet Controller, Motion Control. All das sind Dinge bekannt von alten Nintendo Geräten, die in der Switch zusammen kamen. Ähnlich verhält es sich mit Breath of the Wild, dem man anmerkt wie es aus Elementen besteht die Nintendo über Jahrzehnte hinweg in Zelda-Spielen erforscht und entwickelt hat. Ein Ausdauer-Energie Balken der beim Sprinten und Klettern sinkt, ebenso wie das sammeln von Zutaten wurde in Skyward Sword bereits getestet. Die völlig offene Spielwelt, losgelöst von einer festgelegten Reihenfolge kennt man schon aus A Link Between Worlds und die weiten Ebenen mit mysteriösen Silhouetten am Horizont erinnern an den großen Ozean aus The Wind Waker.

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Letztlich erreicht man ein Ergebnis, dass sich augenscheinlich vielen Genre-Konventionen hingibt wie aus Survival-Games bekannten Crafting, dem Ersteigen von ubisoft-schen Türmen und dem Füllen von gut sortierten Questlisten à la Skyrim. Dabei stolpert das Spiel hier und da, doch gleichzeitig macht es alles mit einer Hingabe und einem Charme, wie es eben doch nur Nintendo kann.

Have you tried turning it on and off again?

„Erneut“ findet sich ein Link in einer apokalyptischen Zukunft wieder. Der Kampf gegen Ganon ist verloren, seine Freunde tot und 100 Jahre später erwacht unser Held in einer mysteriösen Kammer. Stückweise erfahren wir, wie es zum Fall Hyrules kam. Die Wiederkehr Ganons, Zeldas Training und das Bündnis mit den vier Champions.

Einige Zelda-Titel, besonders Skyward Sword, spielten mit dem Element von uralter aber hochentwickelter Technologie als Ausgangspunkt für einige Mechaniken und Orte, aber Breath of the Wild dreht nochmal richtig auf. Hyrule ist… okay, war ein klassisches Fantasy Königreich mit Rittern, Pferden und Burgen, doch Technik und Roboter spielen dieses mal eine große Rolle in der Form verschiedener Wächter: uralte Kampfmaschinen, die von Ganon korrumpiert wurden. Da gibt es kleine Kampfdrohnen, die mächtigen Guardians die mit ihren Superlasern auf euch Jagd machen und die vier Haupt-Dungeons selbst, sind gigantische Kampfmaschinen.

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To fight monsters, we created monsters of our own.

Thematisch ist es ein sehr schöner Ansatz und erlaubt auch einige sehr interessante Ideen und Welten. Ich wünschte mir zwar immer noch, Zelda würde mal einen richtig heftigen Genre-Sprung versuchen, aber diese Kombination aus Fantasy und High-Tech ist auf jeden Fall spannend inszeniert.

Die 120 Prüfungen

Nach einer kompakten Einführungsphase öffnet sich ganz Hyrule für euch. Ihr könnt überall hingehen, wenn auch nicht zwingend überall überleben. Mächtige Gegner und gefährliche bis tödliche Wetterbedingungen erschweren die Reise durch Hyrule. Und anstatt den Fokus auf das Erreichen und bezwingen von mehreren großen Dungeons zu legen, gibt es in Breath of the Wild dutzende kleine Schreine zu finden, die jeweils einen Kampf oder eine kompakte Serie von Rätseln beinhalten und deren Belohnung letztlich als eine Art Level-Aufstieg fungiert. Viele dieser Rätsel basieren auf der wirklich cleveren Physik des Spiels, bei denen Waffen als Fackeln oder Stromleiter missbraucht werden und man mit Bomben Katapulte antreibt. Da einem so ziemlich alle „Werkzeuge“ (Bomben, Magnet- und Eiskräfte und ein wunderbarer Zeitstop-Trick) in der ersten Stunde in die Hand gegeben werden, ist fast jedes Rätsel von Anfang an zu lösen. Tatsächlich ist es sogar oft möglich die Schreine auszutricksen und euch anders fortzubewegen als vielleicht gedacht. Die Physik-Engine erlaubt es euch z.B. auch fallengelassene Schwerter anstatt der vorgegebenen Metalblöcke als Stromleiter zu verwenden und besonders clevere Spieler katapultieren sich auch mal mit Bomben über Absperrungen.

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Dafür muss man die Schreine aber erstmal erreichen. Manchmal bedarf es dazu körperlicher Fähigkeiten und/oder Resourcen die ihr an diesem Punkt einfach noch nicht habt. Manche öffnen sich erst nach dem Bezwingen eines Gegners oder Gipfels und dafür benötigt man die richtige Ausrüstung.

Die vier Haupt-Dungeons fallen ebenfalls sehr kompakt aus und können meist in unter einer Stunde Spielzeit bewältigt werden. Aber jeder von Ihnen beitet zusätzlich die Option das Layout des Schreins durch sich drehende Räume oder Ähnliches zu verändern, was zu tollen Puzzles führt. Das einzige was ich wirklich an Ihnen auszusetzen habe ist, dass augfrund des neuen Settings und der Geschichte die erzählt wird, sich die Schreine und „Divine Beasts“ optisch nicht sonderlich stark unterscheiden. Selbes gilt leider auch für die Endbosse. Es ergibt erzählerisch Sinn, aber ich vermisse so abwechslungsreiche Dungeons wie Jabu Jabus Belly Bauch in Ocarina oder das vereiste Herrenhaus in Twilight Princess.

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Außerhalb der Schreine kommen Magnet- und Zeitkräfte seltener zum Einsatz, dabei macht das Entdecken von Einsatzmöglichkeiten viel mehr Spaß. Man kann Gegner mit metallenen Boxen vermöbeln oder sich selbst durch die Landschaft katapultieren, in dem man eine in der Zeit eingefrorene Plattform mit kinetischer Energie lädt.

Hero of a thousand swords

In den meisten Zelda-Titeln hatte Link 1-3 Schwerter zum Verkloppen der Monster und konnte auch eine Reihe von Items dazu verwenden. (Oh nein, Ganon hat mir das Master Schwert entrissen. Muss ich ihn wohl mit meinem Hammer verkloppen. ¯\_(ツ)_/¯ ) In Breath of the Wild kann und muss man so ziemlich alles als Waffe benutzen. Äste, Holzfäller-Äxte, Energie-Lanzen, noch zappelnde Skelett-Arme. Und jede Waffe (mit einer Ausnahme) geht früher oder später kaputt. Das ist Teil einer spannenden, aber manchmal etwas irritierenden Survival-Mechanik.  Die Idee ist, dass sich Link in diesem post-apokalyptischen Hyrule selbst versorgen muss und alles kaputt gehen kann. So kann es passieren, dass man in einem Kampf gegen eine Horde Goblins auf einmal ohne Waffe da steht und besser das Weite sucht. Je mehr man im Spiel voran kommt und neue Inventar-Slots freischaltet, desto seltener passiert euch zwar, dass ihr unbewaffnet im Kampf steht, aber man beginnt damit Waffen zu horten und nur selten zu benutzen weil sie so cool sind.

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Nur noch der eine Berg

Bei vielen Nintendo Spielen weiß man von Anfang an was einen erwartet. Der Publisher versteht sich darauf die grundlegenden Konzepte eines Spiels sehr gut in Trailern und Demos den Spielern näher zu bringen, so, dass man bei der ersten E3 Präsentation schon ein gutes Gefühl vom Spiel hat. Bei Breath of the Wild funktioniert das aber gar nicht so leicht. Kein Trailer könnte den Forscherdrang beschreiben, den ich beim Spielen fühlte. Nur noch auf diesen Berg klettern. Hey, da ist ein Schrein, da muss ich hin! Ich frage mich was in dieser Richtung liegt? Es klingt vielleicht nach einer 08/15 Open-World Kritik wenn ich sage „es gibt überall etwas zu entdecken“, aber genau so ist es. Das Spiel konfrontiert einen konstant mit neuen Orten, Personen und Objekten. Es weckt eine Neugierde und Entdecker Lust in mir, wie ich sie in nur wenig anderen Spielen habe. Breath of the Wild ist die Sorte Spiel die man nachts leicht 1-3 Stunden länger spielt als geplant, was bei mir nur wenig Titel schaffen. Es ist ähnlich wie „nur noch eine Mission“ bei XCOM, aber hier ist es ein Berg. Oder ein Horizont.

Dazu empfehle ich dringendst die Minimap von Anfang an auszuschalten, weil ein großer Spaß darin liegt Orte selbst zu entdecken. Ein Story Quest schickt euch auf die Suche nach Orten die anhand von Fotos finden müsst und einige Sidequests verlangen von euch Wegbeschreibungen zu folgen.

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Breath of the Wild ist eines der Spiele in der ihr eure eigene Geschichten schreibt, weil das Spiel so viele Herangehensweisen an so viele Elemente bietet, dass man sehr unterschiedliche Spielerlebnisse haben kann. Zum Beispiel war ich total froh, als ich das Dorf der Rito auf einer Felssäule in einem See entdeckte. Ich sprang mit Anlauf in Richtung See, nutze den Gleiter um den Felsen zu erreichen und konnte gerade so die Spitze erklimmen bevor meine Ausdauer-Energie erschöpft war. Und während des Klettergangs setze langsam die Musik aus dem Dorf ein. Ich bin mir nicht ganz sicher inwiefern sie dynamisch auf meinen wortwörtlichen Aufstieg reagiert hat, aber das Feeling das ich bekam als sich die Melodie ihrem Crescendo näherte während Link am Felsen kraxelte war einfach toll.

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Oben angekommen merkte ich dann, dass auf der anderen Seite des Sees Brücken und Treppen waren und ich mir all die „Mühe“ gar nicht hätte machen müssen. Aber da liegt der Charme von Breath of the Wild. Dinge selber entdecken und sich Ziele setzen. (Ich empfehle die Minimap auszuschalten) Auch wenn vielleicht nicht immer alles sofort klappt.

Noch ein Glas Milch zu den Monster-Innereien?

Breath of the Wild hat ein spannendes Crafting-System, das zum experimentieren einlädt, aber nicht so viel bietet wie man sich vielleicht manchmal wünscht. Überall in der Welt verteilt findet man Gemüse, Fleisch, Krabbeltiere, Pflanzen und Monster-Teile die man in einen der zahlreichen Kochtöpfe werfen kann um sich mehr oder weniger schmackhafte Gerichte oder Tränke damit zu brauen. Viele dieser kulinarischen Experimente geben noch zusätzliche Effekte die man oft dringend benötigt. Kocht man ein Gericht mit Chilis ist Link aufgewärmt, dass er es eine Zeit lang in kälteren Gefilden aushält ohne Schaden zu nehmen. Aber auch ein Bonus auf Ausdauer oder Verteidigung ist oft Gold wert.

Ansonsten spielen die zahlreichen Zutaten auch eine Rolle im westlichen Wirtschafts-System von Hyrule. Man kann viele Dinge auch natürlich einfach für Rubine verkaufen und an bestimmten Orten kann man auch seine Rüstungen und Trachten aufleveln. Manche Charaktere bieten einem mehr Geld für gesammelte Objekte wenn man ihnen viele auf einmal bringt. Und doch wünschte ich mir manchmal das Crafting System hätte noch mehr zu bieten. Mit einer Handvoll wenigen Ausnahmen hat Looten und Craften nämlich nichts mit den tausenden von Hieb- und Schlagwaffen zu tun die ihr so findet. Ich vermisse auch sehr die Möglichkeit mir selber Blitz- oder Feuerpfeile herstellen zu können.

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Fazit

award-zelda-editors-choice  The Legend of Zelda: Breath of the Wild Review - ein MeisterwerkEs gibt eine Handvoll Dinge an Breath of the Wild die ich nicht mag. Ich vermisse visuell abwechslungsreichere Dungeons. Das mit den Waffen, dass die kaputt gehen, ist ein bisschen anstrengend. Und warum kann ich mir nicht selber Bombenpfeile basteln? Aber einmal abgesehen davon… ich war lange nicht mehr so besessen von einem Spiel. Selbst wenn man alle Türme erklettert, jedes Devine Beast bezwungen und Hyrule Castle auf den Kopf gestellt hat, gibt es noch so viel zu sehen und zu tun. Von vielen Dingen weiß ich noch nicht einmal ob sie gehen. Aber ich will es selbst herausfinden. Selten verliere ich mich so in einem Spiel, sonst schaffen das nur rundenbasierte Strategie-Titel wie Fire Emblem. Aber selbst jetzt wenn ich hier sitze und über Zelda schreibe denke ich mir „eigentlich könnte ich es jetzt auch stattdessen spielen“.

Meine Kritikpunkte verblassen einfach im Vergleich zu der Freude die ich an diesem Spiel habe. Nintendo hat es wieder mal geschafft. Breath of the Wild bedient sich vielleicht hier und da an anderen Spielen und Genres, aber das Gesamtergebnis ist ein ganz eigenes Ding. Ein wunderschönes, gigantisches Abenteuer bei dem hinter jedem Fels etwas neues wartet. Ich könnte es noch wochenlang spielen und meine Freude daran haben. Breath of the Wild ist ein wirklich fantastisches Spiel.

Good

  • Riesige Welt deren Erforschung unheimlich Spaß macht
  • Tolles "stärker werden"-Gefühl
  • Sehr zurückhaltende, aber wunderschöne Musik
  • Das Gefühl einen Lynel zu erlegen
  • Tolle Schrein-Rätsel
  • Clevere Physik-Engine und Fähigkeiten die zum experimentieren einladen
  • Bolson

Bad

  • Waffen gehen zu schnell kaputt
  • Crafting könnte noch mehr Optionen bieten
  • Dungeons optisch nicht sehr abwechslungsreich
  • Von einem Lynel in Grund und Boden gestampft zu werden, diese überpowerten Drecksviecher!
  • Ich darf das Skelett-Pferd nicht im Stall anmelden
10

Meisterhaft

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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