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The Legend of Korra im Review

Die Legende von Korra ist eine ganz ausgezeichnete Trickserie von Nickelodeon, die auch mich als großen Fan der ersten Avatar-Serie vollauf begeistert. Neben tollen Charakteren und einem herrlichen Humor begeistert die Serie auch durch exzellent choreographierte Action-Szenen, dominiert von Charakteren welche die Kraft haben die Elemente zu bändigen. Deswegen hatte ich auch auf eine Videospiel-Umsetzung gehofft, die der Qualität der Serie gerecht wird. Da konnte mir die Ankündigung, dass sich Platinum Games der Sache annehmen würde, ein Studio mit einem ganz eigenen Stil aber unglaublichem Talent was ungewöhnliche Actionspiele anbelangt, nur recht sein. Selbst wenn diese Spiele nicht jedermans Geschmack treffen demonstrieren Bayonetta, Vanquish und Metal Gear Rising doch beeindruckend die Fähigkeiten des Studios.

Kommen wir also zum offiziellen Spiel zu The Legend of Korra. Das Spiel ist zwischen der 2. und 3. Staffel angesiedelt und soll als Bindeglied dienen, praktisch wird dieses Potential aber kaum genutzt. Ein kaum erklärter neuer Schurke, dessen Name ich jetzt schon wieder vergessen habe und der keinem der Antagonisten aus der Serie auch nur annähernd das Wasser reichen könnte, raubt Korra die Kräfte und setzt eine Horde von Chi-Blockern und Triaden-Schlägern auf sie an. Von Platinum erwarte ich keine aufregenden Stories, von Avatar allerdings schon, doch das Spiel versucht nicht einmal etwas erwähnenswertes mit dem Setting anzufangen. Die tolle Cast der Serie wird auf eine handvoll winziger Cameos reduziert.

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Einen Großteil der Spielzeit werdet ihr damit verbringen durch Korridore zu laufen und Massen an Gegnern zu verprügeln. Hauptsächlich die aus der 1. Staffel bekannten Chi-Blocker, im Verlauf des Spiels anhand ihrer Fähigkeiten farbkodiert, wie Foot Soldiers in Turtles in Time.

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Der vorab erwähnte Kräfteraub dient natürlich einzig und allein dem Zweck, den Spieler nach und nach neue Fähigkeiten frei schalten zu lassen. Das erste Level müsst ihr noch mit nackten Fäusten bestehen, doch Korra gewinnt nacheinander ihre Fähigkeiten die Elemente zu kontrollieren zurück.

Wasser hat dabei die längste Reichweite, Erd-Angriffe sind unblockbar, Feuer sind schnelle Schläge und Tritte und Luft ist am besten um große Gruppen von Gegner zu erledigen. Essentiell ist außerdem ein Block/Counter, ohne den es die reinste Qual wäre, die riesigen Energieleisten der Bossgegner klein zu hauen.

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In der Theorie könnt ihr zwischen den verschiedenen Bändigungs-Stilen hin und her wechseln wie zwischen Waffen in God of War oder Devil May Cry, praktisch ist das aber selten nötig oder nützlich. Zwar ist es mit der schweren Erd-Attacke möglich Gegner in die Luft zu katapultieren, der Angriff selbst ist aber so langsam, dass es keine Möglichkeit gibt eine Kombo mit Air Juggling oder Ähnlichem fortzuführen.

Es gibt zwar eine Handvoll Special Moves die man in Onkel Irohs Shop in der Geisterwelt erwerben kann, aber wirklich komplex ist das Kampfsystem leider nicht. Es fehlt die Eleganz und der Flow, den man sowohl von Platinum als auch einem Korra-Spiel erwartet.

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Platinum hat ein Talent dafür Action-Konventionen mit neuen Elementen aufzufrischen. Man nehme z.B. Vanquish, was ich gerne als „Gears of War mit Iron Man auf Speed“ beschreibe. Im Vergleich dazu ist es geradezu peinlich wie abgedroschen manche Elemente in Legend of Korra wirken.

Unser unbekannter Nemesis erschafft andauernd magische Barrieren, die sich natürlich erst auflösen wenn alle Gegner bezwungen wurden und sogar Korra selbst kommentiert das mit einem sarkastischem „Great, more glowing barriers“. Die Zerstörung von Republic City am Ende der 2. Staffel dient einzig und allein für rudimentäre Platformer-Passagen, in denen man über ein paar Löcher springen muss. Natürlich gibt es auch jede Menge Objekte zum Zertrümmern, aber leider keine Kohlkopfhändler-Karren.

Zwischendrin gibt es Abschnitte in dem Korra auf ihrem treuen Eisbärhund Naga reitet. Ein nicht zwingend essentielles, aber durchaus häufig auftrendes Element in der Serie. Das Gameplay wird hier aber auf die Mechaniken eines Mobile Endless-Runners á la Temple Run reduziert. Naga rennt automatisch auf einer von drei „Spuren“, sammelt währenddessen leuchtende Dinger ein, springt über Abgründe und rutscht unter Barrieren durch. Es ist… aufregend, sag ich mal, wird dem Original aber in keinster Weise gerecht. Es fehlt das Momentum, die Kraft und Energie die man Naga in der Serie in jeder Animation ansieht.

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Ein weiteres Problem: Manche Kapitel sind angenehm kurz, dem Genre angemessen, andere aber geradezu lächerlich lang, was einem jegliche Motivation raubt. In einem Kapitel kämpft man sich durch die Straßen von Republic City und springt über die bereits erwähnten Schluchten.

Nach einer Weile trifft man auf einen Mecha-Tank, der in fast jeder Hinsicht die nötigen Kriterien für einen Bosskampf erfüllt. Nur, dass das Level nach diesem Kampf einfach weiter geht. Etwas später kämpft man gegen ein Triaden-Trio, absolviert dann einen Abschnitt mit Naga und kämpft dann noch gegen einen Mecha-Tank. Warum brauche ich in einem Spiel wie diesem über eine Stunde für ein Level?

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The Legend of Korra ist als Download-Titel für PC, Xbox 360, Xbox One, PS3 und PS4 erhältlich. Getestet wurde die Version für die Xbox 360.

Summary
The Legend of Korra scheitert in zwei Bereichen: Es wird dem Standard, den sich Platinum selbst gesetzt hat, nicht annähernd gerecht und es ist keine angemessene Vorlage der Serie. Ja, es ist ein 15€ Download-Titel basierend auf einer Nickelodeon-Serie, ich hätte damit rechnen sollen. Aber ich war optimistisch. Eine qualitativ so hochwertige Serie verdient ein Spiel, dass über den üblichen Lizenz-Brei hinaus geht und Platinums Name steht für Qualität. Leider hat das beides irgendwie nicht so richtig geklappt.
Good
  • Korra-Lizenz
  • Solides Kampfsystem
Bad
  • Lahme Story
  • ...dem aber jede Eleganz fehlt
  • Viel zu lange Level
  • Nicht wirklich schöne Charaktermodelle
  • Verlässt sich sehr auf oft auf Klischees
4
Schwach
Written by
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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