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The Crew Review

Ihr wolltet schon immer mal die USA bereisen, von Küste zu Küste, jede Sehenswürdigkeit einmal bestaunen und zwischendurch mit euren Freunden und den ikonischen Muscle Cars die Straßen von New York, Los Angeles, Las Vegas, Chicago und Co. unsicher machen? Kein Geld für einen Flug und Google Maps ist euch zu trocken? Dann könnte The Crew aus dem Hause Ubisoft genau das Richtige für euch sein.

Unter dem Deckmantel einer Story, die einem Vin Diesel wie auf dem Leib geschneidert scheint (der allerdings leider nicht zugeben ist), habt ihr nämlich eine gewaltige Miniaturausgabe der USA zu bereisen, mitsamt allem was dazu gehört. Dazu gibt noch eine Art MMO-Gerüst, Automodding im RPG-Stil und als Basis einen soliden Arcade-Racer. Aber konnten die Entwickler von Ivory Tower auch alles abliefern was sie sich vorgenommen haben? Überzeugt The Crew oder zerbricht es an der Größe seiner Vorsätze? All das erfahrt ihr im Folgenden!

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Not quite as fast or furious

Da im CaRPG The Crew eurem Auto die Rolle eines Avatar zufällt, wurde dem fleischlichen Protagonisten hinterm Lenkrad die Rolle des Alex Taylor auf den Lieb geschneidert. Mit seinem Vollbart und der markanten Brille ist er einer dieser Hipster-Typen, die ihr mittlerweile zwar immer häufiger auf den Straßen sieht, aber sicherlich noch nie so recht spielen wolltet. Aber bevor ihr euch über Alex lustig machen könnt wird im Intro gleich klar gemacht, dass dieser schon einiges in seinem Leben wegstecken musste. Nachdem sein großer Bruder und Boss der prominentesten Auto Gang in den Staaten, der 5-10, hinterhältig erschossen wird, wandert Alex für 5-Jahre in den Bau – ein korrupter FBI-Agent macht ihn nämlich für den Mord an seinem Bruder verantwortlich.

Aber keine Sorge, die gute Seite des FBI unterbreitet ihm hinter schwedischen Gardinen schon bald ein Angebot, welches Alex nicht ausschlagen kann: Er soll helfen den korrupten FBI-Agenten Coburn ans Messer zu liefern, dafür gibt’s den neuen 510-Boss Shiv zusätzlich auf dem Silbertablett. Und genau hier kommt ihr ins Spiel, schließlich müsst ihr in der Haut von Alex erstmal euer Raser-Talent unter Beweis stellen. Dabei reist ihr quer durch die USA, erhaltet Aufträge in Detroit und Chicago, in New York, Miami und schließlich sogar in Las Vegas und Los Angeles, wo es schließlich zum großen Showdown kommt.

Zugegeben die gut 20 Stunden die ihr für das Durchspielen der Story benötigen dürftet werdet ihr höchstwahrscheinlich nicht gerade von der Geschichte gefesselt werden, aber als wirklich schlecht könnte ich die Story von The Crew auch nicht bezeichnen. Sie lebt eher durch ihre abwechslungsreiche Missionsvielfalt als durch ihre eigentliche Handlung, die Charaktere sind flach geschrieben und von Klischees überladen und die Oneliner einiger Charaktere sind an der ein oder anderen Stelle haarsträubend schlecht. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen birgt die Geschichte rund um Alex Taylor den ein oder anderen Schmunzler und weiß in seiner Gänze die Qualitäten eines Fast and the Furious Lite auf.

Aber kommen wir zu dem wirklich fesselnden Aspekt der Storyline: den Missionen. Wie oben bereits erwähnt, gestalten sich diese erfrischend abwechslungsreich! Ob On- oder Offroad, ihr bekommt hier alles geboten was ein Rennspiel nur hergeben kann. Klassische Rennen, Eskort-Missionen, Verfolgungsjagden, Flucht-vor-der-Polizei – selbst als Kisten-Schreck könnt ihr euch versuchen.

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Diese erweisen sich durch die Bank weg als unterhaltsam, bergen aber auch die ein oder andere Rücke: So zum Beispiel bei den Fluch-Missionen, weil die Cops ungeachtet der Stärke eurer Motorisierung ständig bei der Beschleunigung mitgehen können und mitunter schneller aus den Kurven herauskommen als ihr selbst mit einem hoch hochperformanten Vehikel – hier wird von den Gegnern gecheatet und das kann zu dem ein oder anderen Frust führen.

Die Mühe dieser Herausforderungen nehmt ihr natürlich aus dem Grunde heraus an um sich Respekt bei den 510-Mitgliedern zu verschaffen und so irgendwann zu eurer Rache zu gelangen, allerdings lohnt sich jede einzelne Mission auch für euer Gefährt. Aber bevor ich darauf näher eingehe, kommen wir erstmal zum dem RPG-Anteil im CaRPG.

Reifen und Felgen statt Schwerter und Schild

Mit seiner gigantischen Welt, voller entdeckenswerter Dinge und der ein oder anderen Quest, könnte man The Crew als das Skyrim unter den Rennspielen bezeichnen. Aber ein Rollenspiel mit Autos? Kann das wirklich Tiefgang bieten oder sitzen wir letztlich nicht eher mit Matchbox-Gefährten auf einem Straßenteppich in unserem Kinderzimmer? Mit nichten! Eure bereiften Spielzeuge sind in The Crew mehr als nur Mittel zum Zweck – sie werden zu eurem Avatar. Ihr personalisiert diese mit Lacken und optischen Feinschliff, ihr verbessert sie technisch bis ins kleinste Detail, ihr werdet euer Auto. Und wie es sich für ein CaRPG gehört, bekommt ihr massig Möglichkeiten geboten euren Boliden zu verbessern:
Jede absolvierte Mission bringt euch Erfahrungspunkte ein, die nach und nach unseren Fahrerlevel steigen lassen. Außerdem gibt es abhängig von der Qualität eures Missionsabschlusses ein bronzenes, silbernes oder goldenes Bauteil für das Auto, welches dann wiederum euren Fahrzeugrang erhöht. So leveln eure Autos durch die einzelnen Komponenten wie Übersetzung oder Getriebe auf und werden kontinuierlich immer besser.

Dank dieser Möglichkeiten ist es tatsächlich passiert, dass ich das gesamte Spiel mit ein und demselben Auto absolviert habe – welches möchte ich euch an dieser Stelle nicht verraten, da es sich um eines der Versteckten handelt. Zugegeben mit gerade mal 40 erhältlichen Automobilen, scheint der Fuhrpark von The Crew nicht gerade ein enormer zu sein, ist aber dank der Rollenspiel-Elemente durchaus gerechtfertigt. Hier müsste man der Fairness halber eher den Vergleich mit Rollenspielen als mit Rennspielen suchen.

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Ein weiters Plus in Sachen Vielfältigkeit gewinnt The Crew nämlich mit seinen unterschiedlichen Renn-Kits. Jeder Wagen lässt sich auf verschiedene Arten spezialisieren, die Basis-Wagen sogar in jeder der Disziplinen. Zu Auswahl stehen: Street, Gelände, Performance, Rallye und Racing. Dabei unterscheiden sich die Spezialausführungen eurer Lieblinge nicht nur im Aussehen sondern auch in eklatanter Art und Weise im Fahrverhalten. Während ihr mit Performance-Schlitten in halsbrecherischen Geschwindigkeiten über den Asphalt brettert, steht euch mit einem Rallye-Wagen Mutter Natur zur freien Verfügung.

Und Mutter Natur hat im Mini-USA von The Crew so einiges zu bieten. Denn neben der Story muss es ja in einem Rollenspiel auch irgendwelche Nebenquests geben, oder? Stimmt, denn auf eurer Reise durch Nordamerika erwarten euch viele kleine Herausforderungen, bei denen es Teile für euren motorisierten Avatar gibt. Und auch diese gestalten sich recht abwechslungsreich und vor allem spaßig: Mal müsst ihr möglichst viele Ziele zerstören, mal Tore präzise durchfahren, einen Berggipfel erklimmen oder einer Ideallinie folgen.

Dabei habt ihr immer einen Geisterfahrer im Nacken den es für ein goldenes Wagenteil zu schlagen gilt. Das erzeugt nicht nur ein perfektes Spannungsgefühl, sondern auch so manchen Jubel wenn das frisch erkämpfte goldene Ersatzteil das Level eures Wagens in die Höhe schnellen lässt. Ganz davon zu schweigen, dass sich jedes neue Teil merklich auf das Fahrverhalten auswirkt. Damit ist denke ich klar wo da das Suchtpotential von The Crew schlummert oder?

Die Crew in The Crew

Ich weiß ja nicht ob euch das bereits aufgefallen ist, aber bisher habe ich noch kein Wort zum Online-Part von The Crew verloren – und das auch ganz bewusst. Dieser gestaltet sich nämlich etwas anders als erwartet oder erhofft. Denn von den versprochenen Hunderten von Spielern die gleichzeitig die Welt von The Crew bevölkern sollten, hab ich bisher noch nicht viele gesehen. Trauriger Weise besitzt die Miniatur-USA, die der Entwickler Ivory-Tower detailgetreu nachgebaut hat, eher die Bevölkerungsdichte eines Sibiriens als die seines eigentlichen Vorbild.

Auf der Karte werden mir zwar so manche Spieler-Bilder angezeigt, aber meine effektiven Zusammentreffen mit echten Mitspielern in der freien Welt lassen sich bisher an einer Hand abzählen – ganz davon zu schweigen, dass diese keine andere Freizeitbeschäftigung zu kennen scheinen als ihre Mitspieler von der Straße zu drängen.

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Nennt man jedoch den ein oder anderen Freund sein eigen können die Online-Komponenten von The Crew glänzen. Die namensgebende Crew ist schnell und intuitiv zusammen gerauft und mit maximal vier Fahrern machen die ganzen Events und Story-Missionen gleich nochmal mehr Spaß – und ganz nebenbei kann man auch noch mit seinen Lieblingen angeben. Ist gerade niemand aus eurer Freundesliste online, so könnt ihr auch an den einzelnen Missionen „Hilfe rufen“ und fremde Spieler in der Umgebung einladen. Das kann allerdings ein wenig dauern und euren neuen Freunden steht dann auch nicht immer der Sinn nach Fairness. Aber keine Sorge wenn euch das abschrecken sollte, die gesamte Story lässt sich auch Solo durchziehen.

Und die anderen Online-Features? Die bestehen aus üblichen Wettbewerben, die man entweder für eine Rangliste oder nur zum Spaß, öffentlich oder privat starten kann. Doch sowohl die Duelle zu viert (Jeder-gegen-Jeden) als auch die Crew- bzw. Fraktions-Auseinandersetzungen (Vier-gegen-Vier) scheinen sich keiner großen Beliebtheit zu erfreuen. Bisher ist es mir nur wenige Male gelungen, genug Fahrer für ein PvP-Fraktionsrennen zusammen zu trommeln – die teils dann aber in der Lobby wegen Sync-Problemen wieder gegangen sind oder rausgeschmissen wurden. Und damit scheint das Konzept des Online-Rennspiels auch aus technischer Sicht nicht wirklich zu zünden. Denn auch während der Rennen hat man nicht nur mit den aggressiv fahrenden Gegnern, sondern zusätzlich mit Lags zu kämpfen, die dafür sorgen können, dass die Fahrzeuge der anderen wie wild auf der Fahrbahn hin und her springen. Und das gilt sowohl für Duelle von zwei Vierer-Teams als auch bei den reduzierten Jeder-gegen-Jeden-Jagden mit einem Spieler-Quartett.

Daher stellt sich mir am Ende des Tages die Frage warum ein Online-Zwang erforderlich ist? The Crew erweist sich nicht als das MMO welches es mal sein wollte und das ist ja im Grunde auch nicht schlimm, aber warum muss ich für mein Solo-Erlebnis stets mit dem Internet verbunden sein?

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Schwamm auf Rädern

Diesen Titel verdient sich wohl jedes Auto in der Anfangsphase von The Crew. Jede Kurve ist eine Bürde und der Hintern eurer Karre schert sich einen Dreck um eure Befehle und rutsch fröhlich kreuz und quer. Aber keine Sorge, denn mit jedem gewonnenen (und eingesetzten) Bauteil wird das Fahrgefühl besser und das Heck spielt auch mal mit. Und wenn man nach und nach die fünf Fahrzeuggrundtypen freischaltet, in die man die Basis-Modelle umbauen lassen kann, diese hochzüchtet und schließlich auch verschiedene Untergründe unsicher macht, stellt man fest, dass die auf Arcade getrimmte Fahrphysik deutlich mehr kann, als nur Glatteis in verschiedenen Intensitäts-Stufen zu simulieren.

So scheinen die für Rennen spezialisierten Wagen untrennbar mit der Straße verbunden zu sein, während Rallye-Ungetüme ohne jeglichen Geschwindigkeitsverlust durch die Umwelt pflügen. Zugegeben weder Physik noch Schadensmodell entsprechen der Spitzenklasse, verstecken müssen sie sich aber nicht. Wer nicht gerade eine Rennsimulation alá Grid Autosport erwartet dürfte hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Aber kommen wir nochmal auf das Umpflügen der Umgebung zurück: Hier sorgt eine wechselmütige Kollisionsabfrage für den ein oder anderen frustigen, wenn auch lustigen Unfall. So zerbrettert ihr Zäune als wären es Pappaufsteller und weder Laternen noch Ampeln halten eurem Zorn stand – bis ihr dann irgendwann einmal euren Meister in einer kniehohen Vorgartenhecke findet, die euren Hummer H1 zerschellen lässt als sei sie aus Adamant. Obwohl das vielleicht ganz witzig klingt, erweißt es sich auf der Jagd nach einer Goldmedaille als enormer Frustfaktor, da man nie genau abschätzen kann wo sich einem die Möglichkeit für eine Abkürzung aufzeigt oder nicht.

Abseits davon gibt es aber an der Rennbasis von The Crew wenig zu meckern. Simulation sucht ihr vergebens, Arcade Spaß findet ihr zuhauf!

„From sea to shining sea“

Ob ihr jetzt ein Staaten-Fan seid oder nicht, die im wahrsten Sinne größte Besonderheit von The Crew dürfte euch dennoch in seinen Bann ziehen: Die 5000 Quadratkilometer große Formatierung der Vereinigten Staaten – From sea to shining sea braucht ihr mehr als eine Stunde! Mit über 200 Sehenswürdigkeiten, versteckten Autoteilen/Radaranlagen und einer Hülle und Fülle an Quests und Missionen, bietet diese Welt Spielspaß pur.

Die unterschiedlichen Landstriche von Großstädten über die Prärien in Texas, der Yellowstone Nationalpark bis hin zu den Küstengebieten der Florida Keys oder die San Francisco Bay wurden mit ihren visuellen Eigenheiten und Lichtstimmungen sehr schön sowie überzeugend eingefangen.

Natürlich erwartet euch in den Crew-Staaten keine 1 zu 1 Kopie des Originals, sondern lediglich eine Komprimierung – solltet ihr also versuchen mit dem Maßband die Entfernung zwischen Grand Canyon und Everglades zu überprüfen könntet ihr wohl möglich enttäuscht werden. Für alle Anderen: Entscheidende Orte sind am richtigen Platz, wenngleich der Weg dorthin nicht über die Straßen führt, die man als Städtekenner/Staatenkenner evtl. erwartet.

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Und selbst eurer Fuhrpark liegt optisch keine Lichtjahre hinter einem Driveclub oder einem Forza, wenngleich schon von Anfang an ersichtlich ist, dass grafische Spielereien der Größe hinten an gestellt wurden. Trotzdem haben sich die Entwickler vom Ivory Tower nicht lumpen lassen und selbst an eine Cockpitperspektive gedacht, auch wenn diese leider ohne Rück – und Seitenspiegel auskommen muss.

Was dem Innenleben eures PS-Monsters fehlt, macht die Welt um euch herum jedoch um ein vielfaches wett: Treudoofer Zivilverkehr, Tiere und Menschen tummeln sich in der virtuellen Mini-Version der USA, am Himmel ziehen immer mal wieder Flugzeuge entlang und Vogelschwärme flattern vorbei…tagein, tagaus. An einen Tag-/Nachtwechsel wurde nämlich gedacht, wenn auch leider nicht an Wettereffekte.

Trotz aller Lobpreisungen bringt The Crew aber auch einige Ecken und Kanten in seiner optischen Bildgewalt mit sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade die von uns getestete PS4-Version des Spiel hat so manches mal mit Bildrateneinbrüchen zu kämpfen, die einem das Hochgeschwindigkeits-Rasen ein wenig vermiesen können. Ganz zu schweigen von den Kanten in der ansonsten so schönen Landschaft.

Versteht mich nicht falsch, die Highlights Nordamerikas glänzen in grafischer Pracht. Ich spreche hier eher von der Umgebung abseits der Stars, die teilweise wie eine ganz andere Spielwelt anmutet. Die Diskrepanz zwischen visuellen Glanzlichtern und Tiefpunkten ist bei The Crew hoch, was schade ist und den Gesamteindruck ein wenig vermiest.

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Bliebe nun noch der Sound an dem es allerdings überhaupt nichts zu meckern gibt. Die Motorengeräusche klingen satt und gut abgemischt, der Soundtrack bleibt dagegen recht subtil und eher im Hintergrund. Nur die deutschen Sprecher fallen, ungewöhnlich für Ubisoft-Verhältnisse, negativ aus dem Rahmen, sind aber noch zu ertragen. Spätestens wenn ihr aus den verschneiten Mountain States in die Wüste Nevadas brettert, hört ihr schon gar nicht mehr zu – ich spreche aus Erfahrung.

Gettin‘ money

Neben Assassin’s Creed Unity ist The Crew der zweite aktuelle Ubisoft-Titel mit Mikrotransaktionen. Für echtes Geld könnt ihr sogenannte Crew-Credits kaufen und damit dann neue Autos, Tuning-Teile oder optische Gimmicks wie neue Lackierungen oder Aufkleber erwerben. 45.000 Crew-Credits kosten beispielsweise 4,99 Euro, für 600.000 Credits sind 49,99 Euro fällig. Zum Vergleich: Ein Startauto kostet 22.500 Credits, also umgerechnet ungefähr zwei Euro. Und obwohl diese Mikrotransaktionen komplett freiwillig sind und ihr das gesamte Spiel genießen könnt ohne noch etwas drauf zu buttern, stoßen sie mir sauer auf.

Denn nachdem ich die komplette Story abgeschlossen hatte, mit zahlreichen Quests nebenher, hatte ich mit ach und krach das Geld für einen Wagen der Oberliga und das obwohl ich wirklich sparsam mit meinen Bucks umgegangen bin, ganz davon zu schweigen, dass die Herausforderungen an sich Pfennigbeträge liefern im Anbetracht der Unsummen die ein Traumwagen kostet. Klar kann ich nicht beweisen, das Ubisoft nicht vielleicht auch finanziellen Realismus einbauen wollte, damit so ein Supersportwagen alá Ferrari hart erarbeitet wirkt, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sie eher ihre eigenen Taschen dabei im Sinn hatten.
Dabei handelt es sich aber lediglich um meine subjektive Meinung, die Mikrotransaktionen sollen eigentlich nur eine Shortcut-Möglichkeit für ungeduldige Raser darstellen und beeinflussen in keinster Weise euer Spielerlebnis!

The Crew ist am 02. Dezember 2014 für PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One und PC erschienen.

Summary
Tja, was ist eigentlich The Crew bzw. was will es sein?Mir wurde eine Action Seifenoper alá Fast and Furious geboten, die trotz aller Beklopptheit auch einen gewissen Charme in sich birgt. Aber würde ich es mir dafür noch einmal kaufen? Nein.Mir wurde eine verschrobene Art MMO geboten, welches aber trotz Online Zwang nicht so wirklich bemerkbar war. Zudem wollte der PvP nicht wirklich funktionieren und selbst wenn ich mal jemand anderen als einen meiner Freunde in meine Crew einlade bereue ich es schnell, da diese meistens einfach nur pöbeln wollen. Also würde ich mir The Crew aufgrund seiner Online Funktionen nochmal holen? Nicht wirklich.Mir wurde eine Art Rollenspiel auf Rollen geboten, die Möglichkeit mich durch mein Auto auszudrücken und meine Lieblinge sowohl optisch als auch technisch zu perfektionieren, egal ob On-oder Offroad, Renn- oder Straßenwagen. Und das allen in dem Gewand eines recht spaßigen Arcade-Racers. Aber würde ich mir The Crew aufgrund dessen noch einmal kaufen? Schon eher.Mir wurde eine komprimierte, gigantische, lebhafte und teils wunderschöne Spielwelt auf Basis der Vereinigten Staaten von Amerika geboten, mit all den Sehenswürdigkeiten die man irgendwie kennt, mit Wüsten, Bergen, Sümpfen, Großstädten und Küsten. Ich konnte um Spaceshuttle Abschussrampen driften und die Everglades erkunden, Berge und Täler rund um den Grand Canyon erklimmen und durch die Straßen von Vegas brettern. Würde ich mir deswegen The Crew noch einmal holen? Auf jeden Fall!The Crew hat auf seine Weise viel zu bieten, aber nicht alles zündet so wie Ubisoft sich das vielleicht gewünscht hat. Die ganzen Online Komponenten wirken wie draufgeklatscht und verschleiern ein wenig das solide Solo-Erlebnis welches dahinter steht. Der große Star ist und bleibt aber einfach die enorme Spielwiese in Gestalt einer Miniatur-USA, die man mit herrlich spezialisierbaren Gefährten erkunden und unsicher machen kann - und die den für mich vorrangigen Kaufgrund darstellt.Wer also Lust auf eine Sightseeing Tour im Amiland hat sollte zugreifen, aber auch Arcade-Rennfreunde kommen voll auf ihre Kosten.
Good
  • gigantische, abwechslungsreiche Miniatur-USA
  • lebendige Umgebungen
  • abwechslungsreiche Story-Aufgaben
  • passable, wenngleich stereotype Story auf Fast-and-Furious-Niveau
  • abseits der Story Unmengen an Aufgaben
  • arcadige Fahrphysik
  • umfangreiches visuelles und Performance-Tuning (CaRPG)
  • diverse Kameraperspektiven, Cockpitsicht
  • hoher Detailgrad
  • Kooperativer Spielspaß dank Crew
  • Tag-/Nachtwechsel
  • Auto-Avatar
Bad
  • Online-Modus wirkt aufgesetzt, kein MMO-Feeling
  • zu schwammige Kontrolle in der Anfangsphase
  • kein dynamisches Wetter
  • teils fiese Kanten und seltene Bildrateneinbrüche
  • Mikrotransaktionen
  • nur visueller Schaden
  • Detailschwächen bei Texturen
  • Unfaire Mitspieler im Koop
7
Gut
Written by
Studierender Gamer und Kinogänger. Zu finden auf Playstation 4 und Nintendo Handhelds, meistens beim Rollenspielen.

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