The Bard’s Tale 4 Review: Die Rückkehr des Runden-RPGs!

PC

 

Oh, wie schön sind Zocker-Erinnerungen! Die Frage ist, welcher Gamer diese im Fall von The Bard’s Tale wirklich besitzt. Das Spiel erschien 1985 bei der renommierten Software-Schmiede Interplay Productions. Nun, nach 33 Jahren, dürfen sich Fans der Serie freuen. Die Kickstarter-Kampagne hat gefruchtet und inXile Entertainment hat geliefert. The Bard’s Tale 4 lässt Nostalgie-Gefühle wach werden, die lustig-schräge Atmosphäre um Skara Brae strahlt wie nie zuvor. Alte Fans der Serie werden sich genauso an den Barden-Kämpfen erfreuen wie junge Gamer und Gamerinnen.

Ein Meilenstein des RPGs

The Bards’ Tale ist im Kern ein Dungeon-Crawler und war für die Rollenspielwelt in der Games-Geschichte damals ein Meilenstein. Es orientierte sich an dem Regelsystem des Pen & Papers Dungeons and Dragons und verhalf dem RPG allgemein, als Genre in der Spielewelt anzukommen. Zwei weitere Teile erschienen in Iso-Optik, erreichten aber nicht den Charme des ersten Teils.

Doch nun ist alles anders: Jetzt geht es zurück mit den Barden in die Dungeons rundum Skara Brae, dem Dorf, das bereits im ersten Teil Ausgangsort aller Abenteuer war. Wer jetzt Angst hat, dass er nichts versteht, wenn er die alten Teile nicht kennt, der kann beruhigt aufatmen. Die Entwickler und Entwicklerinnen rundum Designer-Primus Brian Fargo (Fallout, Stonekeep, The Bard’s Tale, Neuromancer) haben die Story 150 Jahre nach dem Ende des dritten Teils angesetzt.

Kein Geschnetzel, alles rundenbasiert

Wie im Original laufen die Kämpfe in The Bard’s Tale 4 rundenbasiert ab. Mit schnellem Haudrauf á la Diablo ist nicht. Vielmehr befindet sich unsere Heldengruppe auf einem schachbrettartigen Raster, auf welchem sie nur eine bestimmte Reichweite zu ihren Gegnern besitzt. Ein jeder Charakter hat unterschiedliche Fähigkeiten und Skills, beispielsweise aus den Bereichen Angriff, Verteidigung oder Magie, auf die er zurückgreifen kann.

Die Devise ist, taktisch klug vorzugehen und jeden verfügbaren Handlungspunkt weise einzusetzen. Die Kämpfe gestalten sich anfangs relativ leicht, ziehen aber im zunehmenden Spielverlauf rasant an, insbesondere dann, wenn man glaubt, auf Taktik und Hirnschmalz nicht achten zu müssen. Für rasche Hack’n’Slay Orgien ist The Bard’s Tale 4 sicher nicht gedacht.

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Die Fatherites sorgen für Ärger

Doch worum geht es eigentlich? In Skara Brae herrscht Unruhe. Die Fatherites, eine an abergläubische Paladine erinnernde Sekte, hat sich der Stadt angenommen. Wir müssen als Held versuchen, dem Orden den Garaus zu machen. Wenn wir kein Barde sein wollen, wie zu Spielbeginn vorgegeben, können wir auch auf andere altbekannte Klassen wie Krieger, Schurke oder Heiler ausweichen und aus sieben Kulturen wählen. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Für Abwechslung neben den kuriosen Dialogen der Charaktere sorgen zudem Rätsel, deren Qualität von einfallsreich bis nervig reicht. Und was wäre The Bard’s Tale ohne die entsprechenden Songs der Barden? Auch im vierten Teil spielt die Musik eine elementare Rolle, um beispielsweise Fähigkeiten freizuschalten oder die Zeit zurückzudrehen. Dies sorgt neben einem Crafting-System für erfrischende Momente im Spielverlauf. Die meiste Zeit des Spiels werdet ihr jedoch mit dem Runden-Kampf verbringen. Wer da nicht Fan davon ist, der wird womöglich schnell Langeweile empfinden.

20180915220413_1  The Bard’s Tale 4 Review

Grafisch schönes Barden-Abenteuer

Ebenfalls grafisch glänzt Teil 4 dank der tollen Unreal Engine 4 in wunderschönem Gewand. Neben dem Dorf Skara Brae gibt es ebenso, Wälder und eine eisige Tundra zu bestaunen. Letztlich sind es allerdings die Charaktere mit ihren großartigen Synchronisationen, die dem Game eine ungeahnte Atmosphäre verleihen – jedoch leider nur im englischen Original.

Fazit:

Von wegen alt! The Bard’s Tale 4 glänzt durch alte Tugenden in einer aufpolierten Grafik, ohne dabei seine Stärken zu vergessen. Sowohl Fans als auch Neueinsteiger werden sich an dem Rollenspiel erfreuen, falls sie mal etwas Abwechslung im RPG-Einerlei der Gaming-Welt suchen. Insbesondere der Sarkasmus und der Humor schlagen erneut durch. Einziges Manko: Wer gar nicht mit rundenbasierten RPG zurechtkommt, der wird schnell seine Freude an The Bard’s Tale 4 verlieren. Und auch wer es mag, der kann auf Dauer etwas Monotonie empfinden. Wen das aber nicht stört, erhält ein tolles RPG.

Update
Nach neuesten Informationen will Bard’s Tale Designer Brian Fargo das renommierte Studio Interplay zurückkaufen, sofern The Bard’s Tale 4 auf dem PC ein Hit wird. Da heißt es doch, einmal mehr darüber nachdenken, sich dieses Kleinod zu gönnen, ermöglicht man damit vielleicht die Rückkehr eines legendären Studios an den Spielehimmel.

 

 

 

Good

  • Charme des Originals eingefangen
  • Tolle rundenbasierte Kämpfe
  • Kuriose Charaktere und atmosphärische Story

Bad

  • Auf Dauer gestalten sich Kämpfe zu monoton
  • Nur im Englischen gute Synchronisation
  • Teils nervige Rätsel
8

Sehr gut

Gamingnerd und Filmjunkie. Angefangen hat die Videospiel-Reise mit NES und Gameboy, seither der Gameswelt verfallen. Filme und Serien sind seine Passion seit er selbstständig den Fernseher bedienen konnte. Besitzt eine Affinität zu allen Technik-Innovationen und nerdigen Trends.

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