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Telekom drosselt unsere Bandbreite – Das kann sich für uns ändern

Die Telekom, oder auch Drosselkom, wie sie nach bekanntwerden ihres Vorhabens der Volumenbegrenzung genannt wird, bekam für selbige jetzt eine Abmahnung. Welche Konsequenzen die Pläne der Telekom für Gamer und für unser tägliches Leben haben erfahrt ihr im Artikel.

Wir haben vor kurzem über die Umstellung der Tarife bei der deutschen Telekom berichtet. Statt unbegrenztem surfen soll jetzt eine Volumengrenze eingeführt werden, die ab 75GB Datenverkehr die Geschwindigkeit deutlich drosselt.

Erst galt diese Neuerung in den Tarif nur für Neukunden, die ab dem 2. Mai einen Internettarif der Telekom buchen. Aber auch Bestandskunden werden ab 2018 mit der Umstellung auf die All-IP-Netztechnologie von den Änderungen betroffen sein.

Nun erhielt die Telekom die erste Abmahnung von der Verbraucherzentrale NRW, mit der Begründung, dass die Drosselung ab einem bestimmten Volumen eine zeitgemäße Nutzung des Internets unmöglich mache. Zudem steht die Diskrepanz zwischen der versprochenen Internetgeschwindigkeit und der Drosselung selbiger zur Diskussion. Die Telekom hat bis zum 16. Mai Zeit eine Unterlassungserklärung abzugeben. Sollte die Drosselklausel künftig nicht wieder gestrichen werden, müssen sich die Gerichte dem Verfahren annehmen. Telekom-Chef Niek Jan van Damme sah ein Zurückrudern aber als äußerst unwahrscheinlich an. Ob seine Meinung noch umgestimmt werden kann, werden wir in den nächsten Tagen erfahren.

Dennoch scheinen in Zeiten, in denen Streamingdienste wie Watchever und Maxdome boomen und Anbieter uns dazu bringen wollen, unsere Daten in der Cloud abzulegen, die Pläne der Telekom geradezu absurd. Nicht ohne Grund sehen Experten vor diesem Hintergrund auch die Netzneutralität in Gefahr.

Netzneutralität? Was bedeutet das? Die Telekom drosselt eure Geschwindigkeit bei einem verbrauchten Volumen von 75 Gigabyte. Die Telekom hat aber die Möglichkeit, eigene Dienste, wie zum Beispiel Entertain, von diesem Volumen auszuschließen. Im Klartext: Per Entertain könnt ihr so viele Filme schauen wie ihr möchtet, ohne das irgendwann eure Geschwindigkeit reduziert wird. Für euch als Konsument bedeutet das aber auch, dass ihr nicht mehr die freie Wahl des Anbieters habt, da ihr quasi Bestraft werdet, wenn ihr bei Watchever oder Maxdome schaut und nicht den Telekom eigenen Dienst nutzt.

Wir reden hier aber von 75 Gigabyte. Wie schnell kann das denn wirklich aufgebraucht werden?
Dazu stellen wir uns erst einmal die Frage, wie viele Geräte eigentlich im Haushalt an unserem Volumen zerren können. Da haben wir die Klassiker wie PCs, Laptops, Tablets und Smartphones. Mit denen surft ihr im Netz, schaut Videos, ladet Musik und Filme herunter (natürlich legal bei iTunes und Co.), tauscht Dateien aus, updated Software und spielt Online euer Lieblingsspiel. Wow, das ist ja schon einiges. Aber noch lange nicht alles. Auch eure Konsole, falls ihr eine habt, will Systemupdates fahren, Patches runterladen und natürlich auch hier: Online spielen! Oh, stimmt, die Streamingdienste für euren Fernseher wollen wir in der Liste nicht vergessen. So, das ist doch eine ganze Menge an Geräten und Einsatzmöglichkeiten.

Rechnet ihr das jetzt auf einen Haushalt mit 4 Personen, hoch kommt schon einiges zusammen. Besonders dann, wenn ihr eure Gameplays beispielsweise bei Youtube hochladet, fallen pro Video noch mal einige MB mehr an.

Zudem hat sich in letzter Zeit der Trend zu digitalen Kopien gewandt. Immer mehr Spiele werden als Downloadversion gekauft, statt im Laden. Ein Spiel umfasst locker 5 GB, was schon ca. 7% eures Volumens ausmacht. Gerade bei PlayStation Plus Member, die sich ein Spiel kostenlos runterladen möchten, sollte dieser Aspekt Unmut auslösen. Ebenso bei den Xbox Live Mitgliedern, die ebenfalls doppelt zur Kasse gebeten werden.

Besonders kurios ist in diesem Zusammenhang auch die von Google, respektive Youtube, bekanntgegebene Einführung von bezahlpflichtigen Kanälen. Nicht nur, dass ihr für Content, den ihr bisher völlig kostenlos beziehen konnten zahlen müsst, nein, wenn ihr das Telekom Volumenlimit verbraucht habt, könnt ihr euch auch noch über sehr lange Landezeiten der Videos ärgern. In Verbindung mit Spielen, die eine ständige Internetverbindung voraussetzen, ziehen deutsche Spieler hier ganz klar das Verliererlos.

So weit so gut, aber spinnen wir das ganze doch noch etwas weiter. Langsamere Internetverbindung sorgt nicht nur für unzeitgemäße Ladezeiten von Videos, sondern senken auch den Spaß am surfen. Wollt ihr etwa Amazon nach neuen Spielen oder Zubehör durchstreifen, wenn ihr dies nur im Schneckentempo tun könnt? Euch wird unter Garantie die Lust vergehen und damit dem Anbieter Umsatz. Natürlich will ich hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber zumindest einige mögliche Konsequenzen der Drosselung aufzeigen.

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Spielt von RPGs bis Shooter fast alles - aber nur auf der Konsole.

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