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Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows Review

TMNT:OOTS basiert lose auf die aktuelle CG-Turtles-Serie von Nickelodeon. Macht euch darüber aber nicht zu viele Gedanken. Die Handlung ist eher vernachlässigbar. Shredder klaut sich Technologie zusammen um damit eine Superwaffe zu bauen, die Turtles wollen ihn stoppen und zwischendurch wird April mal kurz entführt.

Der Pitch für OOTS muss ungefähr so geklungen haben: Turtles in Time mit dem Kampfsystem von Arkham City. Klingt erst mal ziemlich genial. Ihr lauft durch lineare Level und vermöbelt dabei Horden von Gang-Mitgliedern, Foot Ninjas und Kraang-Aliens. Neben zwei verschiedenen Angriffs-Tasten ist ein Konter-Button essentiell um die Kämpfe unbeschadet zu überstehen. Durch ein kurzes Aufleuchten signalisieren euch Gegner wie sie euch angreifen und ihr müsst angemessen reagieren. Manche Attacken können einfach geblockt bzw. gekontert werden, teilweise sogar mehrere auf einmal, anderen müsst ihr ausweichen. Steigt euer Kombo-Zähler, könnt ihr mit dem rechten Stick Spezial-Attacken vom Stapel lassen, die mehrere Gegner auf einmal treffen oder betäubte Gegner sofort ausschalten.

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Wenn das funktioniert ist es ein grandios anzusehendes Spektakel, wie wir es noch in keinem TMNT-Spiel zuvor hatten, weil jeder Turtle einen ganz individuellen Kampfstil hat und außerdem mit verschiedenen Gegnertypen unterschiedlich umgeht. Raphaels Muay Thai-basiertes Moves-Set schmerzt allen schon beim Zuschauen, wenn er einem Gegner seine gepanzerten Knie und Ellebogen ins Gesicht haut. Leonardo blockt mit seinen Katanas konzentriert zwei Angriffe gleichzeitig, während Donatellos Bo-Stab gezielt Nasen und Magengruben anpeilt und außerdem das längste Zeitfenster hat um einen Konter zu initieren. Mein persönlicher Favourit ist und bleibt aber natürlich Michaelangelo, denn der jüngste Turtle hat wie üblich einen sehr unkonventionellen Kampfstil. Bei Kontern rülpst er den Foot Ninjas auch schonmal schamlos ins Gesicht und in einem seiner Finisher wirbelt er die Nunchakus wie wild vor dem Gesicht eines Gang-Mitglieds herum, nur um ihm dann einen herzhaften Tritt in die Eier zu verpassen. Es macht einfach Spaß.

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All diese Fähigkeiten lassen sich natürlich auch ausbauen. Regelmäßig bekommt ihr eine Handvoll Erfahrungspunkte, die ihr dann auf die vier Turtles verteilen könnt. Somit schaltet ihr zum Beispiel den „Shell-Shock“-Finisher für Mikey frei, bei dem er hoch in die Luft springt und mit dem Panzer vorraus auf einem betäubten Gegner landet. Außerdem lassen sich zwischen den Missionen je eine Sekundärwaffe für die Turtles freischalten, wie z.B. Donatellos Gravity Gauntlet.

Wenn Out of the Shadows funktioniert ist es ein wahres Fest… aber leider ist das nicht sehr oft der Fall. Attacken wollen nicht immer zünden, ein paar der Tutorials und Moves sind unklar und manchmal wollen bestimmte Tasten einfach nicht auf eure Eingaben reagieren. Manchmal scheint sich der Kombo-Zähler aus Jux und Tollerei von selbst wieder auf Null zu setzen, obwohl man gar nicht aufgehört hat zu kämpfen. Da hilft es auch nicht, dass man den Zähler mit einem kurzen Siegestanz weiter ausbauen kann. Ein schneller Wechsel zwischen den Turtles um einen Kombo zu verlängern funktioniert auch nur dann, wenn ihr genau wisst, wo die Brüder stehen und ob sie überhaupt einen Gegner in Reichweite haben. Und auch wenn die Grundmechaniken von den Arkham-Spielen abgekupfert sind, werden sie nie so elegant und flüssig umgesetzt wie in Batmans Spielen.

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Ende des 2. Levels sackt der Spielspaß dann total in den Keller, als ich gegen einen besonders nervigen Endboss kämpfen musste. Der von Baxter Stockman gebaute Cerberus Mouser ist ein dreiköpfiger Riesenroboter mit Laserstrahlen, unblockbaren Stampfattacken und zu hoch platzierten Schwachpunkten weiter oben am Körper. Das ist der einzige Kampf dieser Art im Spiel und man merkt es, weil die Mechaniken für so eine Konfrontation gänzlich ungeeignet sind.

Ihr könnt Out of the Shadows alleine oder on- wie offline mit Freunden spielen. Alleine habt ihr die Möglichkeit jederzeit zwischen den vier Brüdern hin und her zu schalten, im lokalen Multiplayer können zwei Spieler im Splitscreen die Kampagne angehen oder ihr stürzt euch zu viert in den Retro-artigen Arcade Modus.

Wenn ihr gerade nicht dabei seid eure Feinde grün und blau zu prügeln, nutzt das Spiel rudimentäre Stealth- und Platformer-Mechaniken. Die sind weder sonderlich sinnvoll noch fordernd, aber zumindest wirken die Level so etwas weniger korridor-artig. Natürlich gibt es auch ein Hacking-Minigame, because Videogames. Hier müsst ihr verschiedene farbige Punkte auf einem Hex-Feld miteinander kombinieren. Alleine ein abgedroschenes Klischee, doch hinzu kommt, dass diese Rätsel immer zufallsgeneriert werden und ihr immer wieder mal vor unmögliche Puzzle gesetzt werdet.

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Abzüge gibt es auch im Bereich Sound. Da wären zum einen die etwas lahmen Synchronsprecher. Zwar kommen die Charakteristiken der Turtles ganz gut rüber, doch alles in allem wirken die Sprecher etwas unmotiviert. Man fragt sich, warum man nicht die Sprecher aus der Serie genommen hat. Splinter fehlt jeglicher Charme des wundervollen Serien-Originals und Shredder hat einen super-peinlichen Akkzent, der dem Charakter jegliche Bedrohlichkeit raubt.
Auch die Soundeffekte sind eher enttäuschend. Der Klang der Waffen und Schläge ist sehr dumpf und unbefriedigend.

Am ärgerlichsten ist aber Soundtrack, der zwischen furchtbar generisch und furchtbar anstrengend schwankt. Dabei macht das Spiel auch keinen Unterschied ob ihr gerade den Dialogen einer Zwischensequenz lauschen wollt oder gegen einen mächtigen Bossgegner kämpft. Die selbe handvoll Tracks dudelt weiter vor sich hin. Spielt ihr das Spiel auf der Xbox, habt ihr zumindest die Möglichkeit eure eigene Musik einzuspielen und witzigerweise macht das Spiel damit gleich viel mehr Spaß. Wer es etwas moderner mag, dem empfehle ich diese Dupstep-Variante des alten Cartoon-Intros, aber auch Titelsongs der späteren Serien oder sogar alte Videospiel-Musik sorgen für eine bessere Atmosphäre als der normale Soundtrack.

Eventuell sollten auch noch ein paar Worte über das neue Design der Ninja Turtles gesprochen werden. Ganz im Ernst, ich find es toll. Ja, es ist unnötig Charaktere wie die TMNT so radikal neu zu gestalten, aber mir gefällt der realitäts-nähere Schildkröten-Look. So sehr, dass ich es schade finde, wenn das Spiel für Zwischensequenzen auf minimalistische Comic-Panels umsteigt. Außerdem ist es zu schade, dass Shredder, Karai und Splinter kein ähnlich radikales Re-Design erfahren haben.

Summary
Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows ist - in gewisser Hinsicht - das beste TMNT-Game seit dem legendären Turtles in Time. Leider sagt das nicht viel aus, denn das Spiel ist trotzdem randvoll mit sehr ärgerlichen Macken. Attacken funktionieren manchmal nicht richtig, feindliche Kampfmuster sind nicht ersichtlich, ab und zu setzt die K.I. einfach mal aus. Aber trotz seiner zahlreichen Schwächen hat das Spiel in den richtigen Momenten Spaß gemacht. Ich hatte beim Spielen zum ersten Mal das Gefühl, dass die Entwickler eines TMNT-Games echte Fans der Vorlage sind. Das Spiel ist so randvoll mit Anspielungen und Gags aus fast 30 Jahren TMNT-History, dass ich geneigt bin dem Spiel so einige qualitative Fehltritte zu verzeihen. Ich meine.... sie tanzen den verdammten Ninja-Rap!Darauf läuft es eigentlich hinaus. Ähnlich wie das Deadpool-Videospiel oder Captain America: Super Soldier ist Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows wirklich nur was für Fans. Ich weiß, das ist ein furchtbar abgedroschenes Fazit, aber so ist es nun mal. Es ist ein Drittel... sagen wir ein Viertel eines wirklich großartigen Turtles-Spiels. Und das macht es, so traurig das auch klingen mag, zum besten TMNT-Game in über zwei Dekaden.
Good
  • An sich recht komplexes Kampfsystem
  • Bewegungen der Turtles
  • Voller obksurer Anspielungen auf die TMNT-Geschichte
  • Das neue Design gefällt mir
Bad
  • Kombo-Zähler ist manchmal nicht nachvollziehbar
  • Soundtrack ist langweilig oder anstrengend
  • Zu lange Level
  • Mittelmäßige Synchronisation
  • Dumpfer Sound
  • Hacking Minigame ist oft unmöglich zu lösen
4
Schwach
Written by
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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