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Super Smash Bros. Review Wii U

Ich sollte an diesem Punkt eigentlich nicht mehr viel darüber schreiben müssen was Super Smash Bros. an sich ist. Die grundlegende Spielstruktur hat sich gegenüber den Vorgängern und der 3DS Version nicht wahnsinnig verändert.

Noch immer sucht ihr euch aus einem von über 50 Charakteren euren Liebling aus und zieht in den Kampf gegen den Computer oder Mitspieler auf der Couch oder im Internet. Dabei funktioniert das Gameplay wie eh und je, jeder Charakter hat unterschiedliche Eigenschaften und Spezial-Angriffe. Je mehr Schaden ein Kämpfer einsteckt, desto leichter fliegt er durch die Luft und Ziel ist es den Kontrahenten aus der Arena zu befördern.

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Nintendo All-Stars Mega Mash-Up

Der Reiz von Super Smash Bros. war (für mich) schon immer, dass es so ein gigantischer Crossover ist. Hier geben sich Figuren aus Super Mario, The Legend of Zelda, Metroid, Pokémon und zahlreichen anderen Serien die Klinke in die Hand.

Neben Sonic the Hedgehog haben wir als Nicht-Nintendo Gastcharaktere dieses Mal außerdem Pac-Man und Mega Man im Roster. Jeder Kämpfer wurde mit viel Liebe zum Detail umgesetzt um seine Persönlichkeit und seine Spiele am besten zu repräsentieren. Die Umsetzung von Mega Man sticht dabei besonders hervor weil… naja, ihr wisst schon. Capcom und so.

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In keinem anderen Prügelspiel gibt es so massive Abwechslung im Roster. Natürlich sind auch einige Klone dabei, aber das wird durch die schiere Zahl an verschiedenen Spielstilen wieder ausgeglichen. Gerade die neuen Charaktere bringen so viele taktisch interessante neue Spielstile mit sich.

Ich hatte schon einige sehr gute Matches gegen einen Freund der inzwischen hauptsächlich den Villager aus Animal Crossing spielt, dessen Attacken teilweise sehr merkwürdig, aber deswegen nicht weniger effektiv sind. Rosalina scheint taktisch viele Möglichkeiten zu bieten – ihr Luma erhöht ihre Reichweite immens – aber so richtig komme ich noch nicht mit ihr klar. Mein persönlicher Favourit unter den Neulingen ist aber Bowser Jr., ein schneller Charakter mit überraschendem Fern- und Nahkampf-Potential.

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In Sachen Mechaniken, Charaktere und Items hat sich in der Wii U Version gegenüber der 3DS Version nichts verändert. Die Konsolenfassung hat allerdings eigene Arenen und zahlreiche neue Spiel-Modi. Einen Adventure Modus wie in Super Smash Bros. Melee oder sogar eine Story Kampagne wie in Brawl sucht man in diesem Spiel leider vergeblich.

In Sachen Single-Player Content wird aber dennoch einiges geboten. Es gibt erneut einen Event-Mode, in dem man gewisse Siegesbindungen erfüllen muss, z.B. mit Bowser Jr. innerhalb einer Minute Mario zu besiegen, bevor man Unterstützung von einem Riesen-Bowser bekommt. Oder mit Falco mehrere abwärts gleitende Mr. Game & Watch davon abzuhalten auf einem Raumschiff zu landen.

Bei den Special Orders misst man sich an zufällig generierten Herausforderungen und im Stadium kann man sich am Zielscheibenschießen oder Sandsackschlagen versuchen. Und natürlich gibt es wieder einen All-Star Mode, in dem man gegen ALLE Smasher hintereinander kämpfen muss.

Obwohl sehr viel geboten wird, empfand ich den Single-Player Content der Wii U Version nicht als sonderlich reizvoll. Nicht weil es an Abwechslung oder Qualität mangelt, sondern weil ich schon so viel Zeit alleine mit der 3DS Version verbracht habe. Dies überschneidet sich mit einem neuen Element, dass ich an sich sehr mag, mir nun aber etwas auf den Keks geht:

Der Charakter-Editor

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Wie auch schon in der 3DS Version könnt ihr bestehende Charaktere mit bestimmten Items und neuen Special Moves modifizieren. So ist es Beispielsweise möglich, einen Bowser zu erstellen, der Feuerbälle spuckt, anstatt einen andauernde Flamme zu blasen und sich noch dazu, im Austausch gegen Schlagkraft, deutlich schneller bewegen kann. Es macht das an sich schon riesige Roster des Spiels nochmals interessanter, weil man seine Lieblingskämpfer nochmal anpassen kann.

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Dieses Konzept hängt zusammen mit der Möglichkeit aus euren Miis eigene Kämpfer zu machen. Das ist in der Tat eines meiner liebsten neuen Features.

Nicht nur, dass man durch kreative Nutzung des Mii Makers Charaktere wie Admiral Ackbar oder Hellboy erstellen kann, es macht einfach Spaß mit einem personalisiertem Videospiel-Ebenbild seiner selbst gegen Link, Mario und Konsorten zu kämpfen (und gewinnen). Kämpft man gegen ein „Fighting Mii Team“ bedient sich das Spiel außerdem aus dem Vorrat eures Mii Makers.

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Das Problem ist, dass ich viel Zeit in diverse Modi der 3DS-Version gesteckt habe um all diese neuen Attacken, Upgrades und Mii-Kostüme freizuschalten und jetzt keine große Lust mehr habe, das erneut zu tun. Zwar kann man bereits erstellte Charaktere von einer Version auf die andere übertragen, diese aber nicht weiter modifizieren und man erhält auch keine neuen Items.

Es wäre ganz angenehm gewesen, wenn ich so zumindest einige Elemente durch die Verbindung beider Versionen gleich hätte freischalten können. Umso mehr, weil es durch die schiere Masse an Kämpfern ewig dauert, bis man die Moves zusammen hat, die man eigentlich haben möchte.

8-Player Smash

Eine der größten Neuerungen im Spiel ist die Möglichkeit nun (auf ca. einem Drittel der Stages) mit 8-Spielern gleichzeitig zu smashen. Ein Modus den ich gleich zum Launch mit einigen Freunden, darunter auch @manuspielt, ausprobieren musste.

Super Smash Bros. ist normalerweise schon dezent unübersichtlich und meistens ist es klar, warum die Leute, die es etwas „ernsthafter“ spielen möchten, lieber ohne Items und auf Stages ohne große Ablenkung spielen. Smash zu acht als „Absolutes Chaos“ zu beschreiben wäre eine Untertreibung.

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Stages, die sonst mehr als genug Platz bieten, wie Eldin Bridge zum Beispiel, sind auf einmal ein unbeschreibliches Feuerwerk an Explosionen, Blitzen und Lasern. Aber spielt man auf den extra für 8-Spieler Smash konzipierten Riesen-Stages wie The Great Cave Offensive und Palutena’s Temple hat man deutliche Schwierigkeiten seinen Kämpfer wieder zu finden. Zur Klarstellung: Wir haben Smash mit etwas über 3 Meter Abstand zu einem 47-Zoll Bildschirm gespielt und dennoch war die neue Kirby Stage kaum spielbar.

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Ich möchte nicht sagen, dass 8-Spieler Smash unspielbar ist. Um genau zu sein ist es ziemlich geil. Aber man sollte es sich vielleicht für Matches auf einer Leinwand aufheben. Da wir es grade von den Stages haben…

Crisis on Infinite Levels

Viel Liebe ging auch in das Design der verschiedenen Stages. Neben einigen Klassikern aus Brawl und sogar Melee gibt es viele neue Level basierend auf zahlreichen Spielen.

Viele Arenen folgen dem Muster der Isle Dolfino Stage aus Brawl, d.h. man kämpft auf einer fliegenden Plattform, die regelmäßig über bestimmten Teilen einer Videospiel-Welt anhält. So kämpft man zum Beispiel über Skyloft auf The Legend of Zelda: Skyward Sword, Wuhu Island aus Wii Sports und einer Strecke aus Mario Kart 8.

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In manchen Arenen gilt es sogar während des eigentlichen Kampfes gleichzeitig gegen riesige Bosse wie Ridley oder den Yellow Devil zu kämpfen, was sich dann ebenfalls auf die Kämpfe auswirkt. Manche explodieren einfach nur spektakulär, aber in der aus der Metroid: Other M entnommenen Pyrosphere Stage schlägt sich Weltraum-Pirat Ridley auf die Seite des Spielers, der ihm am meisten Schaden zugefügt hat, während es in der selben Stage gleichzeit Metroid-Gegner hagelt.

Auch wenn es abgedroschen klingt, es ist tatsächlich für jeden etwas dabei. Die einzige Stage die ich wirklich vermisse ist Corneria, bzw. Sektor Z, denn die neue Starfox-basierte Stage „Orbital Gate“ ist dann doch etwas arg hektisch und verwirrend.

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Außerdem kann jede Arena in einer speziellen „Omega-Form“ benutzt werden. So behält sie alle optischen Qualitäten des Originals, ist von Form und Funktion her aber identisch mit Final Destination. Also perfekt für Spieler die zwar gerne ohne Ablenkung, aber zumindest mit etwas optischer Abwechslung spielen möchten.

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Solltet ihr mit dem Gesamtangebot an Arenen überhaupt nicht zufrieden sein, könnt ihr euch im Stage Builder selbst welche erstellen. Einfach auf dem Touchpad Linien einzeichnen wo was hin soll. Ich muss allerdings sagen, so richtig den Dreh raus hab ich dabei noch nicht. Meine Level sehen nie sonderlich beeindruckend aus.

Ich freue mich daher schon sehr auf das bereits angekündigte Share-Feature, denn es gibt einige sehr talentierte Bastler da draußen, auch wenn nicht alles NSFW ist.

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Erneut könnt ihr auch in den Weiten des Internets gegen Smasher aus aller Welt antreten. Entweder in zufällig ausgesuchten Arenen mit allen Items in einer speziellen Lobby genannt „For Fun“. Oder dem für Hardcore Profi-Smasher ausgelegten „For Glory“, in dem ohne Items auf den Omega Stages gespielt wird.

Bored Game

Es gibt noch einen weiteren neuen Modus in der Wii U Version, der den Smash-Run aus der 3DS-Version ersetzt: Smash-Tour ist eine Art Brettspiel, bei dem man einen Mii mit Würfeln über ein Feld bewegt und dabei Verstärker, Items und Charaktere aufsammelt. Treffen zwei Spieler aufeinander, so kommt es zu einem Kampf mit variablen Bedingungen.

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Nett gesagt: Smash Tour ist… nicht so toll. Es ist unübersichtlich und hektisch, die Matches zu schnell und es fehlt jegliche Strategie weil man von einer Minute auf die andere in völlig unterschiedliche Situationen geworfen wird, die auch schon vorbei sind, bevor man überhaupt richtig angefangen hat.

Die Bewegung auf dem Brett selbst ist dabei eher träge. Ich kam auch nach mehreren Runden einfach nicht in Smash Tour rein und fürchte auch, dass das nichts mehr wird.

Dein Amigo der Amiibo

Ich hatte im Vorfeld schon so einiges über Nintendos Amiibo geschrieben. Nintendos Sammelfiguren können zwar ein paar Kleinigkeiten in anderen Spielen freischalten, doch ihre Kernfunktion ist im Moment das Trainieren von K.I.-Partnern in Smash.

Jeder Amiibo kann im Spiel aktiviert werden und dient quasi als virtueller Sparring-Partner. Er lernt von euren Taktiken und kann viel stärker werden als ein durchschnittlicher CPU-Gegner. Auch nach einigen Stunden ist es schwierig festzuhalten, wie viel die Amiibo tatsächlich lernen um umsetzen, aber ich kann bestätigen, dass sie ziemlich stark sind. Auch meine Freunde, die in Smash eigentlich deutlich besser sind als ich, hatten erhebliche Schwierigkeiten gegen meinen Level 47 Fox zu gewinnen.

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Der Soundtrack des Jahres

Besonders loben muss ich erneut den Soundtrack. Das beeindruckende Komponisten-Team hat die beste Nintendo-Musik aus 30 Jahren zusammen getragen und zusätzlich zahlreiche wirklich fantastische Remix-Stücke erstellt. Schon der Soundtrack von Brawl enthielt Melodien aus Gameboy-Klassikern wie Super Mario Land oder Link’s Awakening und Smash 4 setzt noch ein paar Ladungen oben drauf.

Es finden sich aber auch modernere Tracks wie Musik aus dem noch unveröffentlichtem Yoshi’s Woolly World. Mein persönlicher Lieblingstrack ist die neue Version von King Dededes Thema.

Ist ein Song nicht nach eurem Geschmack, kein Problem. In einem seperaten Menü kann man einstellen wie oft welcher Track in welcher Stage gespielt wird. So können wir gleich zu Beginn „Seven Rings in Hand“ aus der Playlist der Sonic-Stage verbannen und wieder verdrängen, dass Sonic and the Secret Rings jemals existiert hat. Ich prangere allerdings an, dass man im Punch-Out Boxring keine Musik von King Dedede spielen lassen kann, das gehört schon irgendwie dazu.

Super Smash Bros. for Wii U ist seit dem 28. November 2014 im Handel erhältlich.

Summary
Für lange Zeit war Super Smash Bros. Brawl mein Lieblingsspiel. Davor war es Melee. Denn selbst mit all den großartig erzählten, wunderschönen, abwechslungsreichen, tragischen, witzigen und abwechslungsreichen Videospielen geht für mich nichts über eine ordentliche Runde Multiplayer auf der Couch. Und kein Spiel hat das jemals so schön eingefangen wie Super Smash Bros.. Das Gameplay ist einwandfrei und ich kann gar nicht beginnen zu beschreiben wie viel Freude ich an lokalem Multiplayer habe. Jegliche Kritik die ich noch anbringen könnte erscheint verschwindend gering, im Angesicht der schieren MASSE an Content, den dieses Spiel bietet. Selbst wenn man keine Lust mehr auf All-Star, Classic oder Master Orders hat, es geht noch nichts über eine ordentliche Runde Smash mit guten Freunden. Es ist ein Gefühl, dass sich in 15 Jahren nicht verändert hat und es fühlt sich auch ein bisschen so an, als wäre dieses Spiel für langjährige Fans wie mich gemacht worden. Immerhin hat Nintendo alleine für dieses Spiel einen Adapter veröffentlicht, mit dem man an der Wii U wieder Gamecube Controller benutzen kann.Super Smash Bros. for Wii U ist eine nahezu perfekte Fortsetzung eines wunderbaren Spiels. Es ist eine Zeitreise in bzw. eine Geschichtslektion über 30 Jahre Videospielgeschichte. Es ist das Spiel in dem Super Mario, Sonic und Pac-Man sich gegenseitig verkloppen. Es ist ein wundervoller Mehrspieler-Spaß. Es ist von nun an mein Lieblingsspiel.
Good
  • Altbekanntes, wundervolles Gameplay
  • Riesiges Roster
  • Charaktere mit viel Liebe umgesetzt...
  • ...Ganz besonders Mega Man
  • Fantastische Soundtrackauswahl
  • Sieht einfach geil aus
  • Gamecube Controller Adapter
  • Hab ich Mega Man schon erwähnt?
Bad
  • Leider keine Kampagne
  • Ausgiebiges Spielen der 3DS Version schaltet nichts neues frei
  • Smash Tour
  • Dark Pit (aus Prinzip)
9.5
Großartig
Written by
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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