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Super 3-D Noah’s Ark im Test

In den 90er Jahren gab es zwei Dinge, die man mit zahlreichen kleinen Indie-Spielemachern verband: Nicht lizenzierte Konsolenspiele und Klone von id Softwares wegbereitendem Shooter Doom. Mit einer Neuauflage von Super 3-D Noah’s Ark feiert Wisdom Tree seine Wiederauferstehung aus dieser längst vergessenen Ära. Unser Test der neuen Steam-Version!

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Ein kurzer Rückblick

Bevor wir überhaupt mit dem Test beginnen können, ist ein kleiner Blick auf die Geschichte vielleicht hilfreich: Während der 80er und frühen 90er Jahren existierte eine Firma namens ColorDreams. Während die meisten Leute ihre Spiele direkt bei Nintendo einreichten, um ein offizielles Siegel zu erhalten, machte sie hingegen genau das nicht, sondern produzierten munter darauf los. Schon bald gab es Dutzende NES-Spiele von ColorDreams.

In den frühen 90er Jahren änderten sie schließlich ihren Namen zu Wisdom Tree und setzten diese Tradition fort, in dem sie ihre alten Spiele noch einmal veröffentlichten, aber jedem von ihnen ein Bibelthema gaben. Religiöse Inhalte waren von Nintendo einst für absolut tabu erklärt worden, weswegen viele Lizenzspiele eben diese Thematik herausschneiden mussten. 1995 erschien mit Super 3-D Noah’s Ark Wisdom Trees erstes – und einziges – Super Nintendo-Spiel. Mit Hilfe eines aufsteckbaren Moduls konnte der von Nintendo installierte Chip, der das Abspielen von Nicht-lizenzierter Ware verhinderte, ausgetrickst werden.

Doch in diesem Fall ist die SNES-Version nur ein Randthema, denn Super 3-D Noah’s Ark erschien im gleichen Jahr auch ganz regulär für PC – worauf auch die Neuauflage basiert.

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Wann kommt die Flut?

Noah hat von Gott den Auftrag bekommen, eine Arche zu bauen und zusammen mit seiner Familie, seinen Freunden und Hunderten von Tierpaaren die kommende große Sintflut zu überstehen. Doch die Tiere erweisen sich als äußerst widerspenstig. Noah macht sich auf, um unter Deck mit einer Steinschleuder bewaffnet den Tieren Futter zu geben, bis sie sich beruhigen.

Wenn ihr jetzt schon denkt „Wie bitte?“: Nein, das denke ich mir nicht aus. Genau so lässt sich die Geschichte des Spiels zusammenfassen. Im Grunde ist es auch nicht wichtig, um was es geht. Noah ist der einzige menschliche Charakter des Spiels. Der Rest besteht durchweg aus Tieren. Ob nun Ziegen, Straußen oder Ochsen: Sie alle wollen Noah ans Leder und stellen sich ihm in insgesamt 30 Levels in den Weg.

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Schleudertrauma

Anfangs kann sich Noah noch gut auf seine Reflexe verlassen, denn die frühen Gegner können entweder nur im Nahkampf oder auf sehr kurze Distanz angreifen. Zur Selbstverteidigung hat er seine Schleuder, mit der er den Tieren Futter entgegen schießt. Je nach Größe des Gegners werden sie nach genug Beschuss müde und fallen in einen permanenten Schlaf – ganz recht: Es fließt nicht ein Tropfen Blut in diesem Shooter. Im Laufe der Spiels findet Noah auch zusätzliche Schleudern, mit denen er entweder schneller normale Munition oder ganz andere Kaliber verschießt. Zu den Körnern gesellen sich später auch Nüsse und sogar Wassermelonen. Für die eigene Gesundheit sorgen Pflaster und die sehr seltenen Noah-Kugeln, die zusätzlich ein Extraleben geben. Ja, Extraleben. Denn wie in klassischen Jump’n’Runs muss sich Noah hier sein Recht verdienen weiterzumachen zu können. Dafür sorgen zusätzlich Früchte, von denen 50 jeweils eine weitere Extrachance bedeuten. Über Schriftrollen kommt der biblische Aspekt rein: Wenn Noah eine findet, wird ihm eine Frage zum Alten Testaments gestellt, speziell natürlich zum 1. Buch Mose. Antwortet man richtig, wird er geheilt und kriegt zusätzliche Munition für seine aktuelle Waffe.

Insgesamt gilt es fünf Bereiche der Arche zu besuchen – mit Unterabschnitten -, an deren Ende jeweils ein großes Tier als Endgegner wartet, das in den Schlaf geschossen werden muss. Struktur lässt Super 3-D Noah’s Ark also nicht vermissen. Aber leider Abwechslung, denn wie schon bei anderen Klonen von Doom stellt sich schnell Eintönigkeit ein. Die Levels sehen nicht gerade spannend aus, das Gameplay ändert sich nicht großartig und auf die Dauer sind die ewig gleichen Geräusche auch nicht das wahre. Es lohnt daher immer wieder mal Pausen einzulegen.

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Musik aus dem Lande Nod

Machen wir uns nichts vor:  ist 20 Jahre alt und genau so sieht es auch aus: Pixelig, mit übergroßen flachen 2D-Sprites – doch bedeutet das nicht, dass man den Port verteufeln sollte, denn es läuft tatsächlich auch in modernsten Auflösungsmodi, kann mit Controller gespielt werden und verfügt über voll anpassbare Tastenbefehle. Sogar Steam-Integration wie Erfolge und Cloud-Speicherung gibt es. Und wer total nostalgisch werden will, kann das Spiel sogar in der Optik der SNES-Version spielen. Gratis beigelegt ist zudem die Original-MS DOS Fassung, die auf Dosbox gespielt wird. Auf technischer Seite kann ich nichts beanstanden.

Das wahre Problem ist die Musik. Egal welches Stück des Soundtracks – es klingt müde, langweilig und wiederholt sich immer und immer wieder. Es als Gedudel zu bezeichnen wäre noch nett gemeint.

FAZIT: Kein Spiel der heutigen Generation, aber die Umsetzung ist zeitgemäß.

Getestet wurde die PC-Version auf Steam. Publisher Piko Interactive bietet außerdem Nachbauten der alten Super Nintendo-Version zum Verkauf an. 

Summary
Ich fürchte, man muss schon einen sehr speziellen Geschmack für alte Spiele haben, um Super 3-D Noah's Ark wirklich zu mögen. Nicht mal ich habe es soweit geschafft, denn dafür ist das Spiel selbst etwas zu eintönig und die Musik bringt einen regelrecht um den Verstand. Aber es ist ein harmloses kleines Spiel und das wichtigste: Es funktioniert und erreicht genau das, was es eigentlich erreichen möchte.
Good
  • Guter Port
  • Einfache Steuerung
  • Steam-Erfolge laden echte Könner ein
Bad
  • Eintönigkeit macht sich schnell breit
  • Sehr dröge Musik
  • Hoffnungslos veraltete Grafik
  • Wird selbst auf niedrigen Schwierigkeitsgraden sehr schnell schwer
5
Mittelmässig
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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