Styx: Shards of Darkness Review

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Ein kleiner, grüner Goblin schleicht sich in das frühe Spiele Line-Up von 2017. Dabei scheint dieser unbemerkt an den Augen der Spieler vorbeizugehen. Warum ihr vielleicht doch einen Blick auf „Styx: Shard of Darkness“ werfen solltet, verrät euch unser Test!

 

Gute, alte Stealth-Action

Im Jahre 2014 erschien „Styx: Master of Darkness“. Damals war dies ein kleiner Geheimtipp für Stealth-Fans, doch der große Erfolg blieb aus. Genauso scheint es aktuell dem Nachfolger zu ergehen. Jedoch hat der Titel viel auf dem Kasten, sodass sich ein Blick lohnen kann. Wir übernehmen in „Styx: Shards of Darkness“ die Rolle des Goblins „Styx“. Dieser schlägt sich hauptsächlich als Dieb herum. Doch nach einem erfolgreichen Raubzug trifft er auf die Menschen-Kommandantin „Helledryn“. Sie benötigt die Hilfe des Diebes, um an ein mächtiges Zepter zu gelangen. Warum genau dies so mächtig ist und warum Helledryn es haben möchte, lass ich hier mal offen. Die Geschichte von „Styx: Shards of Darkness“ ist in netten Zwischensequenzen erzählt und unterhält, jedoch fesselt diese nicht wirklich und wirkt eher als Aufhänger, um unseren Protagonisten in die heikelsten Situationen zu bringen.

Statt der Geschichte aufmerksam zu folgen, solltet ihr mehr Aufmerksamkeit auf das Gameplay legen. Hier liegt nämlich die große Stärke des Spiels. Wir schleichen uns durch die großen Level und bringen, am besten heimlich, einen Gegner nach dem anderen um die Ecke. Dazu haben wir verschiedene Möglichkeiten. Gegner können leise erdolcht werden oder wir vergiften ihre Nahrung, wobei sie schon nach einem Bissen schnell das Zeitliche segnen. Doch da hört der Spaß nicht auf, denn es gibt sehr viele kreative Möglichkeiten des Tötens. Wir können Säurefallen legen, Gegner von Klippen stoßen, mit spitzen Messern werfen oder Kronleuchter lösen. Fallen und Messer müssen wir dabei selbst herstellen. Dafür finden wir überall Materialien, welche wir dann an Werkbänken verarbeiten. Doch es muss nicht immer tödlich enden. Wir können auch einfach an den Gegner vorbeischleichen und versuchen unbemerkt an unser Ziel zu gelangen. Dazu stehen uns Ablenkungsgegenstände, wie Vasen und Gläser,  zu Verfügung. Einmal geworfen erwecken diese die Aufmerksamkeit der Wachen und wir können unbemerkt an ihnen vorbeischleichen. Zudem besitzt Styx noch ein paar Spezialfertigkeiten: So kann er einen Klon erschaffen oder sich gleich ganz unsichtbar machen. Diese Fertigkeiten benötigen Goldharz, welches vergleichbar mit Mana ist. Werden wir aber dennoch einmal entdeckt, so kann sich Styx in einem einfachen Kampfsystem zur Wehr setzen. Doch bereits ab mehr als einem Gegner stehen die Chancen für unseren Goblin sehr schlecht. Daher ist von einer direkten Konfrontation abzuraten.

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Starkes Leveldesign

Die verschiedenen Areale von „Styx: Shard of Darkness“ sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Dabei lassen sie uns genug Möglichkeiten, um unserer Kreativität freien Lauf zu lassen. Da die Level viele verschiedene Ebenen besitzen, können wir mit Styx auch viele Wände erklimmen. Die Klettermechanik ist den Entwicklern jedoch nicht so richtig gut gelungen, da es an einem gut erkennbaren Identifikator fehlt und nicht jede Wand zu erklimmen ist. So führen manche Sprünge ins Ungewisse und oftmals auch in den Game-Over Screen.

Sobald eine Mission startet haben wir ein primäres Ziel zu erfüllen, im Laufe der Mission kommen auch noch sekundäre Ziele hinzu. Das eigentlich Ziel liegt aber im Weg. Es führt nie ein direkter Weg zum Ziel und man verbringt viel Zeit mit dem Erkunden der Level. Das macht auch sehr viel Spaß, vor allem da es sehr viele alternative Routen gibt. Die KI reagiert zudem gut auf unser Handeln und ist die meiste Zeit aufmerksam. Jedoch wird eine eindeckte Leiche auch schnell wieder ignoriert und auch ein aktivierter Alarm ist schnell wieder vergangen, solange uns die Flucht gelingt. Ganz große Aussetzer gibt es dafür aber eher selten. Damit unserer Beutezug nicht zu einfach wird, gibt es noch verschiedenen Gegnerarten. Wachen mit starker Panzerung können wir nicht erdolchen und benötigen daher anderweitige Vorgehensweisen. Zwerge können uns durch ihren guten Geruchssinn aufspüren und machen sich schnell auf der Suche nach uns. Das sorgt für mehr Nervenkitzel und lässt uns Fehler noch weniger verzeihen. Allerdings können wir jeder Zeit speichern, wodurch ein wenig an Spannung verloren geht, zugleich bleibt der Frustfaktor dadurch sehr niedrig.

Waren wir besonders schnell, haben wenige Alarm ausgelöst und wenige Gegner getötet, erhalten wir nach dem Abschluss einer Mission besonders viele Fähigkeitspunkte. Diese können wir in einem simplen Skill-System investieren. So können wir Styx Wahrnehmung verbessern oder uns mehr Fallen herstellen lassen. Ein erlerntes Talent kann auch jederzeit wieder verlernt werden, ohne das uns dabei Fähigkeitspunkte verloren gehen. Aus diesem Grund nimmt die Sinnhaftigkeit stark ab und es gibt keinerlei Konsequenzen für ein verpatztes Talent. Ebenso erlernt man sehr schnell alle Talente und sehr große Änderungen im Gameplay bringt uns das Skill-System auch nicht. Wer jedoch immer noch Probleme im Spiel hat, kann sich einen Freund dazuholen und die gesamte Kampagne im Koop durchspielen. Das macht durchaus mehr Spaß und dadurch entstehen viel mehr Optionen. Allerdings gibt es ebenso Missionen, in denen ihr nicht entdeckt werden dürft. Diese sind dann doch im Einzelspieler einfacher. Insgesamt handelt es sich dennoch um eine gute Ergänzung und der Spielspaß kann durch den Koop-Modus noch einmal ansteigen.

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Technik und Humor

Werfen wir noch schnell einen Blick auf die Technik: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger strahlt der neue Ableger mit kräftigen Farben und schönen Beleuchtungseffekten. Insgesamt ist „Styx: Shards of Darknesss“ ein wirklich schönes Spiel und erzeugt eine schummrige Atmosphäre. Zwar sind einige Texturen nicht sehr detailliert, dafür läuft das Spiel aber auch mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde. Hier gibt es also nichts zu meckern. Dafür muss ich aber noch ein anderen Punkt ansprechen, der mich persönlich gestört hat. Humor ist natürlich eine Geschmackssache, dennoch war ich von eben diesem genervt. Styx kommentiert fast alle eure Aktionen und selbst nach dem Ableben folgt noch ein hämischer Spruch von ihm. Dabei wird vor allem immer wieder die vierte Wand durchbrochen und es folgt eine Anspielung auf die Pop-Kultur nach der anderem. Was am Anfang vielleicht noch für ein Schmunzeln sorgt, wird auf Dauer zur Geduldsprobe. Der sarkastische Ton passt sehr gut zu den grünen Dieb, jedoch haben die Autoren es hier eindeutig übertrieben. Zudem gibt es keine deutschen Synchronsprecher, lediglich ein deutscher Untertitel ist vorhanden.

Fazit

„Styx: Shards of Darkness“ ist ein gutes Stealth-Spiel. Das Level-Design ist hervorragend, die Spielmechaniken funktionieren wunderbar und zudem ist es technisch noch auf einen guten Stand. Die Geschichte kann getrost ignoriert werden und in seinen knapp 15 Stunden Spielzeit kommt fast nie Langeweile auf. Mit ein paar Problemen hat der grüne Goblin aber dennoch zu kämpfen: Das Skill-System wird überflüssig, die Klettermechanik hat ein paar Probleme und der Humor ist eine Frage des Geschmacks. Dennoch sorgt die spielerische Freiheit für unterhaltsame Stunden und ich kann jeden Fan von guter Schleich-Aktion raten, mal einen Blick auf „Styx: Shards of Darkness“ zu werfen.

Good

  • Große und weitläufige Level
  • Viele versteckte Wege
  • Kreative Möglichkeiten
  • Unterschiedliche Gegnertypen
  • Kooperative spielbar

Bad

  • Klettermechanik ist nicht ausgereift
  • Skill-System zu simple
  • Flache Story
  • Keine deutsche Sprachausgabe
8

Sehr gut

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