Steel Rats Review

PC PlayStation 4

 

Heute im Pulp Showdown: Biker Gang vs. Schrottplatz Roboter. Was klingt wie die nächste Erweiterung für Smash-Up ist in Wirklichkeit Steel Rats, ein Arcadiges Actionspiel das noch etwas mehr Zeit in der Werkstatt hätte vertragen können.

Steel Rats ist eines von diesen Spielen von denen ich wirklich wünschte es würde mir mehr gefallen. Das Konzept ist schon mal echt stark: Man nehme Bestandteile der grundlegende Mechanik der Trials Serie und schraubt diverse weitere Teile dran, wie eine pulpige Story, arcadige Kämpfe und was moderne Videospiele sonst noch so brauchen wie Skill-Trees und Audio Logs. Aber vielleicht sollten wir im 1. Gang anfahren.

Die Metropole Coast City ist die Heimat der Biker Gang Steel Rats, die sich auf einmal mitten in einer Invasion von schrottigen Robotern wiederfinden. Ihr Ziel ist es die belagerte Stadt zu durchqueren um dem Ursprung der rostigen Eroberer ausfindig zu machen und zu stoppen. Dabei läuft jede Mission mehr oder minder gleich ab: Fahrt von links nach rechts, schrottet zwischendurch Roboter und erreicht das Ziel.

Ich vergleiche das Spiel gerne mit Trials, weil man so von Anfang zumindest ein grobes Bild davon hat wie der generelle Aufbau ist, insoweit dass es durchaus eine Rolle spielt ob ihr euch beim Fahren nach vorne oder nach hinten lehnt, doch eigentlich bietet Steel Rats deutlich mehr. Zum einen ist man nicht völlig an eine 2D Ebene gebunden. Ihr könnt jederzeit die “Spur wechseln”, was aber auch nötig ist um diversen Hindernissen auszuweichen. Und natürlich gibt es zahlreiche Angriffe mit denen man sich gegen die metallene Bedrohung wehren muss. Euer primäres Angriffswerkzeug ist dabei eine im Vorderrad eingebaute Kreissäge mit der man durch viele kleinere Gegner und Hindernisse einfach durchfräst. Dazu gibt es noch Charakter-spezifische Specials, Schusswaffen, sowie Counter- und Super Moves. Es ist eigentlich fast schon zu viel für ein so simples Spiel.

Steel-Rats™_20181127202318-1024x576  Steel Rats Review

Die Stadt erinnert dabei Design-technisch so ein bisschen an das Art Deco Gotham City von Batman: The Animated Series (inklusive Zeppeline) doch leider hilft interessantes Design nicht über die sehr triste Farbgebung weg. Einmal abgesehen von kurzen Abstechern über die Docks oder durch einen Park hat man das Gefühl sehr viel Zeit auf den gleichen Dächern und in den gleichen Gebäuden zu verbringen. Und auf der einen Seite ist es witzig durch eine Stadt zu fahren deren Einkaufszentren, Lagerhallen und Hochhausdächer wie gemacht sind für die Durchquerung mit einem Motorrad, aber manchmal lies mich das Level Design auch sehr stutzen. Nicht zuletzt weil man dank des sägenden Vorderrads an bestimmten Wänden und sogar Decken entlangfahren kann, die aber quasi überall zu finden sind. Also ich springe über diesen Laster an die Wand, fahre senkrecht an der Hauswand nach oben, aber 20 Sekunden später lande ich schon wieder in einem Kellergewölbe. Es fühlt sich merkwürdig an, dass ich darüber überhaupt schreibe, ich würde mich ja auch nicht über Loopings in der Green Hill Zone beklagen, aber selbst in der 3. von 5 Welten denk ich mir so “wirklich, Steel Rats, schon wieder die Wand hoch, die Decke entlang um auf dem Dach einen Schalter zu aktivieren?”. Auf der einen Seite ist es cool, aber es fühlt sich auch stark danach an als hätte man ein gutes Gimmick gehabt und sich dann zu sehr darin verbissen.

Steel-Rats™_20181128232801-1024x576  Steel Rats Review

 

Steel Rats teilt sich amüsanter weise noch ein weiteres Problem mit Sonic the Hedgehog: ich bin zwar meistens schnell unterwegs, sehe aber selten wo ich hin muss. Die Kamera ist oft ziemlich nahe am Bildschirm und zoomt nur in dramatischen Momenten etwas heraus. Das hilft den Aufstieg an einem Wolkenkratzer oder die Flucht vor einem besonders großem Gegner gut in Szene zu setzen, aber kurz darauf ist der Bildschirm Ausschnitt wieder ärgerlich klein und meistens überwindet man die Hindernisse im Spiel mit mehr Glück als Reflexen.

Ist man schnell mit dem Bike unterwegs, schneidet sich mit der Kreissäge durch kleinere Roboter macht das kurzfristig Spaß. Aber oft versucht das Spiel andere Dinge und sobald der Gameplay Flow abbremst – zum Beispiel weil man gezwungen ist auf sehr engen Pfaden zwischen Abgründen zu fahren oder Ausnahmsweise mal tatsächlich einen anderen Gegner auf einem Motorrad bekämpft – ist die Steuerung zu hakelig und die Bikes zu unflexibel.

Steel Rats hat ein gutes Set-Up, cooles Design irgendwo zwischen Diesel Punk und Art Déco und interessante Grund-Mechaniken. Aber es versucht zu viele Dinge auf einmal zu sein und macht deswegen nichts davon wirklich gut. Die Bikes sind schnell und cool, aber meistens sehe ich nicht genug vom Level und werde im besten Fall auf Schienen geleitet und falle im schlimmsten schon wieder in ein Loch was ich gar nicht rechtzeitig sehen konnte. Und bremst das Spiel mal lange genug ab das so etwas nicht passiert, ärgert man sich nur darüber, wie wenig euer Gefährt für alles andere zu gebrauchen ist. Da helfen auch keine zu findenden Secrets und  Skill-Trees, ich hatte einfach keinen großen Spaß mit diesem Spiel.

Steel Rats ist für PC (via Steam) und Playstation 4 erhältlich.

6

Okay

Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password