State of Decay 2 Review

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Vor einigen Jahren noch waren Zombie-Spiele praktisch überall zu finden. Ob nun Actiontitel wie die Resident Evil-Serie oder in Sandbox-Umgebungen wie Dead Rising 4 – vor den wandelnden Toten gab es kein entrinnen. Auch weit verbreitet einst: Überlebens-Simulatoren, oft mit Mehrspielerfunktionalität. Mit dem ersten State of Decay fügten Undead Labs und Microsoft auf Xbox 360 und später dem PC beide zusammen, verzichteten jedoch auf den Mehrspieler-Modus. Mit dem Nachfolger, State of Decay 2, wollen sie dieses Territorium auch noch angehen.

 

Untotenland

Eine wirkliche Story gibt es in State of Decay 2 nicht. Eher eine Ausgangslage mit drei verschiedenen Szenarien: Hauptakteure sind jedem Fall zwei Charaktere, die zu Beginn ausgesucht werden. Ob beste Kumpel, Pärchen oder Geschwister tut dabei kaum Unterschied. Jeder Charakter in State of Decay 2 hat die Möglichkeit permanent zu sterben, daher ist es eigentlich von vorne rein gegeben, dass wohl oder übel nur einen Bruchteil seiner Zeit mit den Charakteren verbracht wird, die zu Beginn gewählt wurden. Im Vordergrund steht mehr der Aufbau einer Überlebensgemeinschaft.

Doch bevor es soweit ist, wird in einem Prolog die Steuerung erklärt. Wer den Vorgänger kennt, dürfte sich schnell zurecht finden. Gekämpft wird mit Schusswaffen und allerlei Werkzeug. Eingeschränkte Verstohlenheit ermöglicht das unauffällige Ausschalten von Zombies. Auf diese Fähigkeiten muss sich der Spieler verlassen, wenn er nach dem Prolog sich den Ort aussucht, wo er sich ansiedeln will. Einen großen Unterschied macht es nicht. Egal ob Vorgebirge, Hochland oder Tal, in jedem Gebiet gibt es jede Menge leer stehende Gebäude, die für Vorräte untersucht werden müssen. Nebenbei muss die Heimatbasis gesichert bleiben, damit unliebsame Gäste nicht den niederreißen. Zudem erhalten Basen (je nach Platz und Menge der Baumaterialien) die Möglichkeit zu wachsen und so mehr Leuten zu dienen. Zu Beginn sollte man sich nicht zu weit in die infizierte Zone hinein begeben. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Erkundung von erhöhten Standorten wie Werbetafeln oder Telefonmasten. Markierungen zeigen an, für welche Güter sich bestimmte Standorte zum Erkunden eignen.

Sowohl Munition als auch Haltbarkeit der Waffen, Baumaterial und Nahrung sind begrenzt, daher steht praktisch immer an vorderster Stelle in State of Decay 2, dass Material gesammelt wird. Ein wenig Hilfe sind dabei auch die eigenen Begleiter, die ihrerseits Zeug zurückbringen. Übertreiben sollte die Sammelei aber nicht. Der eigene Charakter kann müde oder hungrig werden und brauch möglichst regelmäßig Pausen. In diesem Fall ist es oft besser, sich hinzulegen und die Kontrolle über ein anderes Mitglied der Gruppe zu übernehmen.

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Schleifenspiel

Zwangsläufig kommt man auch mit anderen Überlebenden in der Stadt in Kontakt. Zu Beginn beschränkt sich das auf den Austausch von Informationen, wo am besten nach bestimmten Materialien gesucht wird. Später sind Seuchenherde und die Sammlung von Proben ein wichtiger Baustein der Zusammenarbeit. Mit genug Ansehen lassen sich Verbündete sogar davon überzeugen, sich der eigenen Gruppe anzuschließen. Mit Glück sind darunter auch Leute mit wertvollen Spezialfähigkeiten. Einen Arzt, Waffenspezialisten oder Pflanzenexperten um sich zu haben kann die Herstellung neuer Gegenstände stark vereinfachen. Natürlich sind auch diese Neumitglieder dann wahlweise spielbar.

Im Grunde gibt es eine Serie von Aufträgen, die einen über die ausgewählte Karte schickt, aber dazwischen macht man im Grunde immer das gleiche: Material sammeln. Praktisch ständig fallen Hinweise, welche Dinge jetzt wieder fehlen. Dadurch entwickelt sich eine Gameplay-Schleife, die praktisch nie aufhört, auf Dauer aber auch extrem nervig wird. Meist lassen sich nämlich nur sehr begrenzte Mengen an Gegenständen mitnehmen und auf Dauer immer wieder zur Basis zurückkehren zu müssen zum Abladen – ja, da gibt es besseren Zeitvertreib.

Interessanter sind da schon Aufgaben wie das Ausheben von Seuchenherden oder sogar eines Herzen. Da diese teils gut bewacht sind durch spezielle Zombietypen, ist hier ein wenig Taktik gefragt. Umso besser, wenn andere Überlebende zur Hand gehen. Meist machen die auch einen relativ guten Job auf sich selbst aufzupassen. Aber wehe etwas misslingt. Andere Gruppen wechseln dann die Seite und plötzlich sind neue Gegner mit Schusswaffen ein Thema. Alternativ können sich Spieler kooperativ zusammenschließen und gemeinsam auf Erkundung gehen. Jeder ist dabei für seine eigene Gemeinschaft verantwortlich. Die Zombies selbst kommen ebenfalls in verschiedenen Geschmacksrichtungen: Schreier können andere Zombies anlocken, Kolosse sind echte Schwergewichte, die nur mit viel Schaden umkippen und Aufgeblähte, man ahnt es schon, explodieren, im schlechtesten Fall in der Nähe des eigenen Charakters.

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Wirkt gehetzt

Unter den Funkbefehlen in State of Decay 2 ist eine Möglichkeit, sich aus der Levelgeometrie zu befreien, wenn der eigene Charakter stecken bleibt. Das ist allerdings nicht als Vorteil zu sehen, sondern zeugt von mehr schlechtem als rechtem Leveldesign. Es lässt sich nicht nachprüfen, aber es überkommt einem das dumpfe Gefühl, dass hier auf Zeit gearbeitet wurde und dieser Fehler nicht rechtzeitig zu beheben war. Vielleicht ändert sich hierbei noch etwas bei den anstehenden Patches.

Zwar lässt sich State of Decay 2 mit Maus und Tastatur spielen, aber empfehlen würde ich es nicht. Ein Griff zum Controller ist da eher ratsam. Besonders Leitern werden so zu einer echten Zitterpartie, da es sehr leicht ist, an ihr vorbei in den Tod zu laufen. Grafisch ist es keine Offenbarung. Animationen sind oft hölzern, die Farben sind dröge und langweilig, die Sprecher nicht unbedingt gelungen. Nur die Musik geht einem nicht nach einer halben Stunde auf die Nerven. Sie ist sogar einigermaßen atmosphärisch.

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FAZIT: Mehr vom gleichen

State of Decay 2 wirkt über weite Strecken wie eine Weiterentwicklung des ersten Teils, ohne wirklich viel eigene Ideen zu bieten. Klar gibt es jetzt einen Co-op Modus, das Territorium ist größer, es sieht (etwas) besser aus – aber es erscheint im Jahr 2018, als die Zeit der Zombiespiele schon lange beendet ist. Nur eingefleischte Fans des Genre und Freunde werden hier genug Beschäftigung finden. Davon aber eine ganze Menge.

Getestet wurde die PC-Fassung aus dem Windows 10 Store. State of Decay 2 ist ein Play Anywhere-Titel auf Windows 10 und Xbox One.

SATURN - Soo! muss Technik

Good

  • Genug Aufgaben im Spiel
  • Viel zu erkunden
  • Musik ist gut
  • Online Co-Op

Bad

  • Wird auf Dauer langweilig
  • Langer Lernprozess
6

Okay

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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