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Spider-Man: Miles Morales Review

Zum Launch der PS5 packt Sony gleich die dicken Kanonen aus mit einem (Mini-)Sequel zum hochgelobten Marvel’s Spider-Man. Nur hat die Hauptrolle dieses mal der neue Spider-Man: Miles Morales.

Zuerst einmal: Ja, das Spiel ist zwar einer der großen Aufhänger für die neue Konsolengeneration mit noch schickeren neuen Licht-Effekten und Ray-Traycing und wie sie alle heißen, aber Marvel’s Spider-Man: Miles Morales erscheint außerdem für die Playstation 4. Auf dieser Plattform habe ich das Spiel auch gespielt (ein PS5-Test wird aber auch noch folgen Anm.d.Red.).

Nachdem der Vorgänger schon den Grundstein legte Miles zum nächsten Spider-Man zu machen, beginnt das Spiel nun einige Zeit später und der Teenager ist jetzt Peters Spider-Azubi. Allerdings muss Pete für einige Zeit die Stadt verlassen und das macht Miles zu New Yorks einzigem Spider-Man. Tolles Timing für den Energie-Konzern Roxxon mit einer kleinen Privatarmee einzurücken, während der neue Schurke Tinkerer eine Untergrundbewegung genannt The Underground mit High-Tech Waffen ausstattet.

Dabei geht die Story so ein bisschen die Beats einer Miles Morales Story ab, wie man sie inzwischen aus Film und Cartoon kennt. Sein bester Freund Gank, sein Onkel der Ex-Superschurke, seine ihn liebende Mutter und der Drang als Spider-Man ernst genommen zu werden. Die Story liefert die emotionalen Beats gut ab, auch wenn sie selten überrascht.

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Im Großen und Ganzen unterscheidet sich Miles Abenteuer nicht sehr von dem von Peter vor 2 Jahren. (Lest hier nochmal unser Review.) Ihr schwingt immer noch stylisch durch Manhattan, erledigt kleine und große Sidequests, legt euch mit Superschurken und deren Armee von Handlangern an. Und ich meine ARMEEN!

Wie auch schon der Vorgänger bewirft euch das Spiel mit einer gerade zu lächerlich großen Zahl an Henchmen (und Henchwoman, der Underground ist sehr divers) zum vermöbeln. Roxxons Goon Squad füllen dabei mehr oder weniger die selben Slots wie die Privatarmee von Silber Sable im Hauptspiel mit Riot Shields und Schock-Granaten, während der Underground ihre Nanobot-Ausrüstung zu Sturmgewehren und Schwertern formt und somit eine ähnliche Rolle erfüllt, wie die Gang von Mr. Negative. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn das Kampfsystem funktioniert weiterhin sehr gut. Verschiedene Gegner verlangen verschiedene Techniken und mehr und mehr erweitert sich deren Arsenal um mit Miles neuen Fähigkeiten Schritt zu halten.

Wie auch in den Comics hat Miles neben den kompletten Spider-Skill-Set von Super-Stärke, Super-Geschwindigkeit, klebrigen Händen und Spinnensinn noch temporäre Unsichtbarkeit und mit Bio-Elektrizität geladene Superschläge genannt Venom-Strikes (nicht verwandt oder verschwägert mit außerirdischen Symbionten). Diese werden so ein bisschen der Dreh- und Angelpunkt der Massenschlägereien: Ihr benutzt elektrisch geladene Schläge um die dicken Gegner mit einem Schlag umzuhauen oder die traditionelle Erst-hoch-springen-und-dann-mit-der-Faus-landen Schockwelle um Gruppen von Gegnern zu erledigen. Später gibt es Gegner, die genau diese Techniken mit ihrer neuen Ausrüstung countern. Also schaltet ihr neue Attacken frei um deren Schwächen auszunutzen. Das ganze wird dann noch begleitet von vielen echt schnicken Lichteffekten, die auf einer PS5 vermutlich noch schöner aussehen würden.

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Die Unsichtbarkeit kommt primär als kleiner Bonus in den Stealth-Abschnitten zu tragen. Wie auch im Hauptspiel gibt es immer wieder Momente, in denen Ihr ein größeres Areal von Gegnern aufräumen musst und es ist leichter, wenn ihr vorher ein paar per Stealth-Takedown erledigt. Inklusive lässigem Shoulder Touch.

Friendly-Neighborhood

Miles Morales unterscheidet sich vor allem in den kleinen Dingen vom großen Vorgänger. Zwar habt ihr erneut die gesamte Insel Manhatten zur Verfügung um zwischen den Wolkenkratzer-Schluchten empor zu schwingen, aber Miles Geschichte spielt sich größtenteils im Stadtteil Harlem ab.

Hier interagiert ihr mit Anwohnern, Künstlern und Ladenbesitzern. Dabei bleibt die Supporting Cast relativ klein und bis auf sehr wenige Ausnahmen seid ihr auch immer in Miles Strumpfhosen unterwegs und lauft nur ab und zu in Zivil durch die Stadt. Das klingt jetzt nicht sonderlich aufregend, aber der kleinere Rahmen hilft wirklich die Geschichte etwas kompakter und persönlicher wirken zu lassen. Dabei liegt der Fokus auch gar nicht so sehr auf Dinge, die man sich vielleicht wünscht. Es gibt erneut einen persönlichen Konflikt zwischen dem Helden und dem Schurken, aber das ist mehr „Superhelden Drehbuch 101“ an diesem Punkt. Ihr solltet auch nicht mit der Hoffnung an dieses Spiel rangehen euch durch Peter Parkers Rogues Gallery zu prügeln. Nach dem Zusammenkommen der Sinister 6 im letzten Spiel ist auch hier das Gesamterlebnis im Vergleich eher kompakt.

Der Soundtrack bleibt zwar größtenteils bei generischem Superhelden-Orchester, ergänzt sich aber ab und zu ein bisschen mehr mit einem… Beat. Es fühlt sich anders an, passend, aber nicht so dominant wie in Enter the Spider-Verse.

Get me pictures! Pictures of Spider-Man!

Wie auch schon der Vorgänger und viele gängige Next-Gen Spiele bietet auch Miles Morales wieder einen großzügigen Foto-Modus. Wie auch schon im Vorgänger könnt ihr das Spiel jederzeit anhalten, die Kamera beliebig drehen, mit Stickern versehen und Selfies mit an die Wand geklebten Ganoven machen. Zusätzlich habt ihr sogar die Möglichkeit eure Bilder aus unterschiedlichen Quellen zusätzlich zu beleuchten, falls ihr mal einen Shot in einer richtig coolen Pose gemacht habt, aber das Umgebungslicht zu schwach ist.

Summary
Ansonsten fällt es mir wirklich schwer mehr zu diesem Spiel zu sagen. Es ist mehr von Marvel's Spider-Man, nur mit einem neuen Protagonisten, der sich zwar anders bewegt, aber relativ ähnlich spielt und einer Story die euch wenig überraschen wird, aber dennoch unterhält. Es gibt dramatische Zweikämpfe und epische Rettungsaktionen inmitten katastrophaler Unfälle. Es ist weiterhin ein sehr gutes Videospiel und die Tatsache, dass es insgesamt deutlich kompakter ist als sein Vorgänger, ist es für manche Leute vielleicht sogar ansprechender. Ich wurde sehr gut unterhalten, aber nicht ganz so aus dem Wasser geblasen wie beim ersten Spiel. Es ist das typische Sequel-Problem, dass man einfach mehr vom Selben bekommt. Auf der anderen Seite wiederum, ist mir das nicht lieber als die massive Eskalation unter der Fortsetzungen sonst leiden? Letztendes ist Miles Morales ziemlich genau so gut wie sein Vorgänger in ein bisschen kompakter/kürzer (was mir durchaus gefällt), aber mit zu wenig Shocker.
Good
  • Solides Kampfsystem sinnvoll erweitert
  • Immer noch tolles Schwing-Gefühl
  • Weiterhin ein guter Score
  • Erzählt seine eigene Geschichte
  • Angenehm kompakt und kurz
Bad
  • Story etwas vorhersehbar
  • Zu wenig Shocker
  • Selber Ablauf und Aufbau wie im Vorgänger
9
Großartig
Written by
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

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