Follow
Startseite » Reviews » Gaming Reviews » South Park: Der Stab der Wahrheit Review

South Park: Der Stab der Wahrheit Review

Einige Zeit war gar nicht klar, ob das mit diesem Spiel überhaupt was wird. Entwickler Obsidian hat zwar einige sehr gute Rollenspiele produziert, die des öfteren aber gerade zu vor Bugs gestrotzt haben. Dann machte der ursprüngliche Publisher THQ dicht und unter Ubisoft musste das Spiel mehrmals verschoben werden. Doch jetzt ist South Park: Der Stab der Wahrheit endlich erschienen und als Fan der Serie kann ich nur sagen, das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich möchte an diesem Punkt aber nochmal eindeutig betonen, dass ich ein großer Fan bin. Wer mit dem kruden Humor von South Park nichts anfangen kann, der wird mit diesem Spiel nicht glücklich werden.

South Park: Der Stab der Wahrheit Review 1-south-park-the-stick-of-truth-classroom1

Like olden times

Der Spieler ist „der Neue“, der, nachdem er mit seiner Familie aus mysteriösen Umständen in die kleine gemütliche Stadt in den Bergen gezogen ist, gleich in den Krieg zwischen Menschen und Elfen gezogen wird. Dieser Krieg ist natürlich nur ein Spiel, welches die Kinder von South Park unter sich austragen. Cartman ist der noble Zauberer, der die Menschen anführt und den Neuling für seine Seite rekrutiert um den titelgebenden Stab der Wahrheit zu beschützen. South Park-typisch läuft die ganze Sache schon nach kurzer Zeit völlig aus dem Ruder, doch es ist die Rahmenhandlung des Rollenspiels der Kinder, die weiterhin alles zusammen hält.

South Park: Der Stab der Wahrheit Review 2-South-Park-The-Stick-of-Truth-fort

Auch das Kampfsystem ist in die Handlung mit eingewoben. Cartman erklärt im Tutorial wie das rundenbasierte Kampfsystem funktioniert. „No, Clyde, it’s like olden times. You have to wait your turn. I know it’s lame, but that’s how we’re fucking doing it.“ Erst seid ihr dran, dann der Gegner. Aber zusätzlich kommt es wie in den Super Mario RPGs auf euer Timing an. Drückt im richtigen Moment eine Taste um die Art der Attacke zu ändern oder mehr Schaden zu machen. Das System funktioniert gut und bringt mehr Interaktion in die rundenbasierten Kämpfe.

Zu Beginn kämpft ihr mit simplen Waffen wie Stöcken und Bögen mit Saugnapf-Pfeilen und eure Feinde sind die anderen Kinder, die ebenfalls am Spiel teilnehmen. Doch schon nach kurzer Zeit wird das Waffenarsenal härter, bzw. scharfkantiger (inkl. Ninjasterne versteht sich) und man muss sich auch gegen Gegner wehren, die nicht an der Schlacht um den Stab der Wahrheit teilnehmen. Also haben wir eine Bande 10-jährige die Wachmänner, wilde Tiere und kanadische Geistliche verprügeln. Es passt einfach. Hinzu kommen zahlreiche Spezial-Attacken, Beschwörungen und die mächtige Furz-Magie.

An sich ist das Spiel ziemlich einfach. Sobald man die Grundzüge des Kampfsystems erkannt hat, lassen sich die meisten Gegner recht schnell besiegen. Der Fokus liegt dabei auf Statusveränderungen. Während eure Charaktere in Final Fantasy vielleicht vergiftet oder versteinert werden, attackiert man in South Park mit Waffen, die so ekelerregend sind, dass sie anfangen unkontrolliert zu kotzen und so keine Heil-Items mehr konsumieren können. Manche Attacken, wie z.B. faule Eier, machen den Gegner so stinkwütend, dass er mehr Schaden macht, aber dafür keine Spezialangriffe mehr benutzen kann. Meine persönliche Lieblingswaffe: Ein mit Glasscherben präparierter Flummi. Der trifft mit einem Wurf mehrmals alle Gegner im Kampf, macht dabei wenig Schaden, verursacht aber mehrfach den „Bluten“-Statuseffekt, durch den man konstant Energie verliert. Mit den richtigen Mitteln sind selbst die Bosskämpfe keine große Herausforderung. So richtig lang andauernde Ausdauerkämpfe wie in Final Fantasy gibt es (leider) nicht.

Keine Tabus

Die Sache an South Park im allgemeinen ist die, dass man nie weiß, was die beiden Autoren Matt Stone und Trey Parker als nächstes machen. South Park ist absurd, grotesk, ekelerregend, und, sofern man damit klar kommt, unglaublich witzig. Außerdem toppt es sich konstant. Dieser Humor kommt auch wunderbar im Spiel zum tragen, ist aber wie immer nichts für zarte Gemüter. Am besten sitzen dabei die Witze, die man wenige Sekunden vor der Punchline kommen sieht. Eine ganz besondere Szene lies einen Freund und mich beim Spielen kurz erstarren. „Nein, das machen sie jetzt nicht wirklich, oder?“ Und dann tun sie es. Es sind auch diese Momente, die es relativ schwer machen, das Spiel zu beschreiben. Jeder Witz sitzt so gut, wenn ihr wirklich plant dieses Spiel selber zu spielen, möchte ich so wenig wie möglich davon spoilern. Sagen wir einfach ihr besucht Orte, die ihr niemals besuchen wolltet. Never.

South Park: Der Stab der Wahrheit Review 3-South-Park-stick-of-truth-fart

Natürlich ist South Park: Der Stab der Wahrheit randvoll gepackt mit Anspielungen auf die vergangenen 17 Staffeln der Serie. Ihr könnt nicht nur nach Herzenslust die gesamte Stadt erforschen, sondern auch jedes 2. Item das ihr findet, nimmt irgendwie Bezug auf die Serie. Endlich kann man nachsehen was Cartmans Mom in ihrem Nachttisch hat und in Jimbos Waffenladen einkaufen. In den Zimmern von Cartman, Kyle, Butters und Kenny könnt ihr einen Blick in in ihre Schränke werfen und ihre Trophäen betrachten. Aber nicht in den von Stan, Tom Cruise lässt euch nicht rein. Und für Al Gore geht ihr auf die Jagd nach Man-Bear-Pig. Dabei kratze ich nur an der Oberfläche, denn dieses Spiel hat einfach so viel zu bieten.

Matt und Trey lassen es sich auch nicht nehmen, sich im Spiel über zahlreiche Videospiel-Konventionen lustig zu machen, aber man merkt gleichzeitig ihre Leidenschaft für RPGs der alten Schule. Das ganze Set-Up mit den Kindern die den Kampf gegen das Böse aufnehmen, erinnert nicht zu knapp an den Klassiker Earthbound.

Schere im Kopf

Wie wir vor dem Launch bereits ausgiebig berichtet haben ist Der Stab der Wahrheit in Deutschland geschnitten. In allen Versionen wurden die Hakenkreuze der Nazi Zombie-Gegner unkenntlich gemacht. Das ist letzendes aber gar nicht so tragisch, da einmal abgesehen von den Hakenkreuzen in keinster Weise getarnt oder verändert wird, worum es sich bei diesen Gegnern handelt. Texte und Dialoge sind gleich geblieben und die jeweiligen Gegner werden eindeutig als Nazi Zombies identifiziert. Insofern ist das Verschleiern der Hakenkreuze eigentlich ziemlich nutzlos, aber das ist eine Diskussion für einen anderen Tag.

South Park: Der Stab der Wahrheit Review 4-South-Park-Anal-probe

Außerdem wurden bestimmte Szenen in denen außerirdischen Analsonden und Abtreibungen vorkommen aus „Marketing-Gründen“ aus der Konsolen-Version (USK ab 16), nicht aber der PC-Fassung (USK ab 18) entfernt. Was diese Gründe sind und wie man bei Ubisoft darauf kam, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Es fühlt sich fast ein bisschen so an, als hat sich Ubisoft verpflichtet gefühlt, irgendetwas an diesem Spiel zu schneiden. Tatsächlich ist das herausgeschnittene Abtreibungs-Minispiel so ziemlich die harmloseste Szene die in dem ganzen Quest in der Abtreibungsklinig stattfindet. Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen.

South Park: Der Stab der Wahrheit Review 5-South-Park-stick-of-truth-abortion1

Jede einzelne Zeile Dialog im Spiel ist vertont, allerdings wie gewohnt nur auf englisch.

Fazit: Voll geil!

Summary
Rein spielerisch hat Der Stab der Wahrheit kaum nennenswerte Schwächen. Ja, die meisten Kämpfe sind zu leicht und das Menü ist manchmal etwas unkomfortabel zu bedienen. Aber die Elemente passen alle sehr gut zueinander, sind kompetent umgesetzt und der Reiz dieses Spiels liegt eh nicht im Gameplay. Es ist die exzellente Umsetzung der Serie in einen Videospiel-Rahmen der besser kaum funktionieren könnte. Der Stab der Wahrheit fühlt sich an wie eine Episode, ach was, wie eine ganze Staffel South Park, so gelungen ist die Präsentation und so ausgiebig der Inhalt.Allerdings würde ich in diesem speziellem Fall von der Konsolenfassung abraten, weil ich Schnitte aus "Marketing Gründen" absolut nicht gutheißen kann. Wer die Serie mag, darf sich dieses Spiel nicht entgehen lassen. Wer mit South Park nichts anfangen kann... warum lest ihr diese Kritik?
Good
  • Story ist exzellente Basis für ein Spiel dieser Art
  • Typischer South Park Humor
  • Die ganze Stadt lädt zum Erforschen ein
  • Simples, aber cleveres Kampfsystem
  • Unzählige Anspielungen an die Serie
  • Viele Sidequests
Bad
  • Etwas zu leicht
  • Könnte länger sein
  • Menü-Führung manchmal etwas umständlich
  • Unnötige Schnitte in der Konsolenfassung
8
Sehr gut
Written by
Selbserklärter König der Nerds, Herausforderer bitte hinten anstellen. Ich bin der mit den Nunchakus und dem im Wind flatternden Bandana.

Bewerte den Artikel

0 0

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Lost Password

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.