Sniper: Ghost Warrior 3 – Beta Preview

PC
   

Vor kurzer Zeit veranstaltete das Entwicklungsstudio CIGames eine kleine aber feine Beta und ließ uns in den kommenden Taktik-Shooter Sniper Ghost Warrior 3 reinschnuppern. Wie uns der Kurztrip ins entlegene Georgien gefallen hat, erfahrt ihr in unserem Preview zum Spiel.

 

Sniper Ghost Warrior 3 - Open Beta Trailer

Betatests sind immer eine tolle Sache. Zum einen geben sie Spielern die Möglichkeit, schon vor dem Release in ein Spiel reinzuschauen, um auszuloten, ob das Spiel den eigenen Vorstellungen entspricht und zum anderen ist es für die Entwickler wichtig zu erfahren, wie das Produkt bei den Kunden ankommt und an welchen Stellen es mögliche Probleme gibt. Genau von diesen fanden wir tatsächlich einige, aber alles der Reihe nach. Wenn im April Sniper: Ghost Warrior 3 erscheint, führt uns das Spiel in die Schrecken eines Bürgerkrieges im eigentlich so beschaulichen Georgien. Als ausgebildeter Scharfschütze der US-Army sind wir in dem vom Krieg gebeutelten Land auf der Suche nach unserem vermissten Bruder, welcher wohlmöglich von Separatisten entführt worden ist. Das Spiel legt seinen Schwerpunkt auf eine besonders authentische Spielatmosphäre und auch das Gameplay soll so realitätsnah wie möglich sein. Ungeachtet der doch etwas uninspirierten Hintergrundgeschichte, machte das Spiel sowohl in den Trailern als auch in der Zeit, die wir in der Beta verbrachten, einen guten Eindruck auf uns.

Bevor wir uns in den nebenstehenden Jeep setzen, halten wir in der schönen Landschaft zunächst einen Moment inne und blicken uns in aller Seelenruhe um, erst dann fahren wir in Richtung unseres ersten Unterschlupfes. Auf dem Weg dahin machen wir uns ein wenig mit der Steuerung vertraut, spielen ein wenig mit der Drohne (unserem treuesten Freund im Spiel) herum und erledigen ein paar erste Gegner, um uns ihrer wertvollen Ausrüstung zu bemächtigen. Gefundene Waffen können wir entweder selbst sofort benutzen oder sie in Einzelteilen einsammeln, die wir später zum Bau neuer Ausrüstung verwenden. In unserem Unterschlupf haben wir praktischerweise eine voll ausgestattete Werkbank, an der wir Waffen, Ausrüstung, Munition und diverse Gadgets wie Drohnen, Wurfmesser oder Erste Hilfe Kram zusammenbasteln können. Die dafür nötigen Teile finden wir entweder bei Gegnern oder in Kisten, die wir überall in der Spielwelt entdecken können. So kommt zum eigentlichen Gameplay auch noch das aus Open World Spielen typische Sammelfieber auf, welches hier ganz gut ins Spiel passt. Wer nicht auf Beutezug gehen will, kann sich neue Gegenstände ebenso gut mit dem aus Missionen verdienten Geld kaufen. Die Anpassungmöglichkeiten der Waffen sollen im fertigen Spiel sehr umfangreich sein, waren in der Beta aber leider recht spartanisch. Bastelfreunde werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen.

Um Geld und Erfahrungspunkte zu verdienen, ist es wichtig verschiedenste Aufgaben zu erfüllen. So gibt es kleinere Nebenaufträge, in denen wir meist kleine Trupps der Separatisten ausschalten müssen, um so wertvolle Daten oder Dokumente zu bergen. Gewonnene Erfahrungspunkte können in drei unterschiedliche Talentbäume investiert weden, die den persönlichen Spielstil unterstützen. In den etwas aufwendigeren Missionen, die eng mit der Story verknüpft sind, ist es wichtig, sich vorab mit dem Auftrag vertraut zu machen und die richtige Ausrüstung einzupacken. Ist dies getan geht es entweder per Schnellreise oder ganz klassisch mit dem nächsten verfügbaren Vehikel in Richtung Missionsgebiet. Hier ist es dann wichtig, sich erstmal eine gute Position zu suchen, um die Lage zu sondieren und die Drohne über das Gebiet kreisen zu lassen, um gegnerische Stellungen auszumachen. Nonchalant in ein schwer bewachtes Gebiet zu marschieren und wilde Sau zu spielen, führt nur zum vorzeitigen Ableben. Anfängern ist zu empfehlen, erst einmal aus der Ferne aktiv zu werden.

Doch man muss nicht immer nur per Scharfschützengewehr aus dem Hinterhalt draufhalten. Wer will kann natürlich auch mit einem Sturmgewehr und einer Handvoll Granaten die Gegner umnieten, aber auch hier ist kluges Vorgehen zu empfehlen. Ohne Aufklärung kommt man meist nie sehr weit, denn selbst mit Schutzweste hält der Spielcharakter nur wenige Treffer aus, bevor er den harten Boden im Gesicht spürt. Es sei hierbei zu erwähnen, dass die Beta lediglich auf dem Schwierigkeitsgrad „normal“ spielbar war. Wir hätten gerne gewusst, wie sich das Spiel auf dem höchstmöglichen Härtegrad anfühlt, aber da müssen wir uns wohl bis zum Release gedulden.

Das Gameplay selbst wirkt sehr vertraut und nach kurzer Zeit hat man die wichtigsten Mechaniken im Umgang mit dem Präzisionsgewehr verinnerlicht. Denn diese sind hier die Stars und CIGames gibt uns einige der schönsten und zugleich tödlichsten Gewehre in die Hand. Einfach draufhalten ist hier allerdings nicht drin. Zuerst sollte man sich immer eine gute Position suchen, von der man gut schießen und im schlimmsten Fall schnell fliehen kann, sollte man entdeckt werden. Ein Hausdach mag im ersten Moment gut klingen, wenn aber nach dem Schuss ein ganzer Trupp durch das Treppenhaus nach oben stürmt und die rettende Leiter nach unten ebenfalls von Gegnern blockiert wird, heißt es Nerven bewahren und das Beste aus der Lage machen! Das oft bergige Terrain bietet häufig gute Möglichkeiten, Gegner zu umgehen oder Orte auszukundschaften. Dank „Scout“-Modus können wir Objekte, mit denen wir interagieren können, wie zum Beispiel Minen, leichter entdecken. Auf die gleiche Weise lassen sich ebenso Fußabdrücke von Gegnern, die kürzlich des Weges kamen, besser sichtbar machen.

An vielen Felsen oder anderen Wandflächen kann sich der Charakter mit Leichtigkeit hochziehen, um so höhergelegene Ebenen oder Vorsprünge zu erreichen. Das ist zwar Gameplaytechnisch eine tolle Sache, nimmt sich jedoch in Anbetracht des angepriesenen realistischen Anspruchs des Spiels oft nicht sehr nachvollziehbar aus, wenn sich der Protagonist aus dem Stand und mit zwei Gewehren und sonstigem Gedöns behangen, 2 Meter in die Höhe springt und sich locker von einer Kante zur nächsten schwingt.

Habt ihr einen guten Punkt zum Spähen ausgewählt und eine bequeme Haltung eingenommen, gilt es die Entfernung zum Ziel zu ermitteln, die Kalibrierung am Zielfernrohr vorzunehmen und den Wind mit einzuberechnen, der via rotem Marker in der Zieloptik angezeigt wird. Das mag im ersten Moment kompliziert klingen, ist aber relativ simpel. Das Heranpirschen an die Gegner und das leise Ausschalten ist zwar ein Hauptaspekt von Sniper: Ghost Warrior 3 und machte uns immer wieder aufs neue Spaß, manchmal machten es uns die Gegner allerdings viel zu leicht. So gingen sie seelenruhig ihre Patroullie ab, während sie an der Leiche des kürzlich erschossenen Kollegen vorbei stolzierten ohne zu reagieren. An anderer Stelle wiederrum, hatten sie dann gottgleiche Fähigkeiten und konnten anscheinend durch Wände sehen und über 100m präzise hören zu können. Das nimmt sich dann ziemlich seltsam aus und wir hoffen, dass die K.I. in der Endversion des Spiels noch ausgebessert wird.

Das betrifft auch die hiesigen Zivilisten, die im Spiel ihrem Tagwerk nachgehen. Diese agieren oft sehr untypisch – oder besser gesagt desinteressiert: Da läuft ein Amerikaner schwer bewaffnet an ihnen vorbei, schaltet Soldaten oder gar einen Arbeitskollegen aus (Fehlschüsse passieren halt) und die Zivilisten just don´t give a fuck! Das killt die Immersion schneller als jede Gewehrkugel. Sie müssen ja nicht gleich wie die Brüllaffen auseinanderlaufen, aber ein wenig mehr Reaktion auf Umwelteinflüsse wäre schon schön.

Eine weitere Ausbesserung hat auch die allgemeine Performance des Spiels unserer Meinung nach nötig. Angetrieben von der bekannten CryEngine schafft es Sniper: Ghost Warrior 3, uns eine tolle Optik auf den Bildschirm zu zaubern. Ganz egal zu welcher Tageszeit, SGW3 garniert die Kulisse mit sehr schönen Wettereffekten und mit dem integrierten 24-Stunden Tag- und Nachtzyklus kommt eine wirklich schöne Atmosphäre im Spiel auf. Doch leider fühlte sich die Betaversion nie so flüssig an, wie wir das gerne gesehen hätten. Miniruckler und kurze Standbilder, wenn man beispielsweise auf die Karte sehen wollte, bremsten den Gameflow und waren teilweise etwas nervig. Selbst das Anpassen der Grafikdetails brachte keine wirkliche Verbesserung. Da fehlt es anscheinend noch an Feinschliff oder es handelte sich hier einfach um eine ältere Version des Spiels.

Immerhin ist der Soundtrack sehr stimmig komponiert und könnte von uns aus sogar öfter eingespielt werden, wenn man durchs Dickicht schleicht. Sniper: Ghost Warrior 3 hat ganz offensichtlich noch einige Stellen an denen gearbeitet werden muss. Wenn diese aber bis zum Release ausgebessert werden, dann erwartet uns am 04. April höchstwahrscheinlich ein spaßiger und zugleich fordernder Taktik-Shooter für alle Hobby-Scharfschützen. Getestet wurde die PC-Version des Spiels.

Wer sich das Spiel schon vorab bestellen möchte, der erhält zudem einen mehr als tollen Bonus. Alle Informationen dazu, erfahrt ihr in dieser News.

Good

  • Eingängiges Gameplay
  • Schöne Grafik und gute Effekte
  • Waffenhandling sehr gut
  • Stimmiger Soundtrack
  • Atmosphärisches Open World Feeling
  • Skill-System unterstützt verschiedene Spielstile
  • Nützliches Crafting System
  • Schwierigkeitsgrad recht fordernd

Bad

  • K.I. mit einigen Schwächen
  • Mangelhafte Performance
  • Klettereinlagen wirken unauthentisch
Profilbild von Daniel Martin
Shooter-Urgestein, Let´s Player und Twitch-Streamer, Abgedreht und doch freundlich

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