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Shadow Warrior 2 Review

Lo Wang ist wieder da: Nach seinem Gastspiel im Multiplayer-Modus von Rise of the Triads ist er dieses Mal wieder der Tonangeber: Shadow Warrior 2 von Flying Wild Hogs und Devolver Digital will den ohnehin schon tollen Vorgänger noch einmal übertrumpfen und schöpft dafür ordentlich viele Elemente nach. Lest unser Review!

 

Schattenwelt

Ironischerweise beginnt Shadow Warrior 2 fast exakt so wie sein Vorgänger: Mit „The Touch“ von Stan Winston dröhnend während einer Autofahrt. Fünf Jahre nachdem er in die Schattenwelt hinab stieg um einen Gott zu töten, verdient Lo Wang seine Brötchen inzwischen als freier Söldner. Dämonen sind nach den Ereignissen des Vorgängers schon nahezu eine Selbstverständlichkeit geworden. Einige leben tatsächlich sogar unter Menschen und möchten einfach nur ihre Ruhe. Doch immer noch ist die Opposition groß genug, dass Wang seine Arbeit praktisch nie ausgeht. Noch dazu wird er von seinem ehemaligen Chef Orochi Zilla gejagt, den er einstmals in einem Duell übel verstümmelte. Wangs jüngste Mission führt ihn in einem Forschungseinrichtung Zillas, wo er die Tochter eines großen Yakuza-Bosses, Kamiko, retten soll. Zwar gelingt ihm das, doch scheint ihr Körper kurz davor zu sein von einem Dämon besessen zu werden. Im letzten Moment kann Wangs Lehrmeister Smith zumindest ihre Seele retten – in dem er sie in Lo Wangs Kopf transferiert…

Und hier haben auch direkt den Partner, mit dem Lo Wang sich dieses Mal kabeln darf: Kamiko ist leider nur nicht ganz so interessant wie ihr Vorgänger Hoji. Denn während der Dämon einst nicht nur eine zynische Persönlichkeit sondern auch ein gutes Storyelement mitbrachte, so hat Kamiko nur wenig wirklich gutes Sprüchepotential beizutragen. Viel mehr Humor kommt stattdessen von Lo Wang und wie er auf ihre Sprüche reagiert. Ansonsten sind die meisten Charaktere eher oberflächlicher Natur, was aber an der Story keine Auswirkungen hinterlässt. Denn wie im ersten Teil ist die Geschichte durchaus interessant, ein wenig augenzwinkernd und mit viel Action unterlegt. Es hilft wenn man den Vorgänger relativ frisch in Erinnerung hat, denn im Laufe des Spieles tauchen zahlreiche Charaktere aus dem Vorgänger auf, die man im Laufe des ersten Spiels immer mal wieder am Rande traf.

Shadow Warrior 2 Review SW2-3

Nicht mehr alleine

Auf den ersten Blick ist Shadow Warrior 2 vor allem eines: Mehr von allem. Z.B. kann man sich aus einem Arsenal von über 70 (!) verschiedenen Waffen seine ganz persönlichen Favoriten aussuchen. Und wer meint, dabei handelt es sich größtenteils um Reskins der gleichen Waffe, irrt. Tatsächlich hat jede im Spiel verfügbare Waffe eigene Feuermodi, Stärken, Schwächen und Nutzen. Möchte man sie modifizieren so ist dies durch Edelsteine möglich, die als Beute von Gegnern zurückgelassen werden – wo wir auch schon bei einem der größten Schwachpunkte des neuen Shadow Warrior sind: Die Beute. Sie ist nämlich nicht im geringsten interessant, aber gerade so wichtig genug, dass man sie nicht ignorieren kann. Gegner haben die Angewohnheit vor allem in hohen Schwierigkeitsgraden zu Munitionsschwämmen zu mutieren, die so viele Kugeln fressen, dass man teilweise meint, die eigenen Waffen wären nicht wirkungsvoll. Oft kann man dabei sogar so lange mit Kämpfen zubringen, dass einem nach und nach die Munition ausgeht. Will man stark genug für seine Gegner bleiben, muss man ständig seine Steine nachjustieren. Es hilft auch nicht, dass man weit mehr Fähigkeiten zum investieren hat als im Vorgänger – so viele, dass man praktisch unmöglich alles lernt.

Anders als der erste Teil zieht Shadow Warrior 2 seine Inspiration bei Spielen wie Borderlands und Diablo: Statt einer streng linearen Angelegenheit hat man es dieses Mal mit einer relativ offenen Welt zu tun, die teilweise zufällig generiert wird. Dazu kommt auch eine ähnliche Aufgabenstruktur mit Nebenmissionen, die für zusätzliche Langlebigkeit sorgen soll, aber nur einen Schönheitsfehler hat: Auch wenn es sich offiziell um Nebenmissionen handelt, so sind die Belohnungen dafür oftmals spielentscheidend: Neue Waffen und Fähigkeiten verstecken sich nicht nur als Belohnungen für den erfolgreichen Kampf gegen einen der vielen Bosse, sondern eben auch in Nebenmissionen, die teilweise furchtbar trivial wirken.  Und eben weil sich Flying Wild Hogs an Beuteshootern orientiert haben, so gibt es auch in Shadow Warrior 2 einen Co-Op Modus für bis zu vier Spieler. Jeder sieht sich darin selbst in der Rolle von Lo Wang, aber seine Mitspieler als namenlose, in verschiedenen Kostümen und Farben gehaltene Ninjas. Doch wirklichen Nährwert gibt es eher selten, außer dass die Gegner nur noch mehr Kugeln einstecken können.

Shadow Warrior 2 Review SW2-2

Mit einem zu schwachen Rechner

Bei der Präsentation musste ich einige erhebliche Abstriche machen, denn Shadow Warrior 2 lief auf meinem alten Rechner leider nur auf unterstem Niveau. Zwar stabil, aber eben auch extrem hässlich, was schade ist – und auch der Grund, wieso dieser Test dieses Mal keine eigenen Screenshots von mir verwendet. Wer einen wirklich guten Rechner hat, kann aus Shadow Warrior 2 unglaublich schöne Bilder ziehen. Optionen dafür gibt es genug und dank sehr verliebter Detailarbeit lernt man vieles zu schätzen. So hat z.B. jede einzelne Waffe des Spiels mehrere Schuss- und Ladeanimationen, viele davon auf Humor getrimmt, aber durchaus schön anzusehen, was der kernigen Atmosphäre zu gute kommt.

Große Pluspunkte verdient auch wieder einmal der Soundtrack, der östliche Klänge mit westlichem Rock und Metal verbindet. Weniger gut ist die Steuerung – ein Überbleibsel aus dem ersten Teil. So muss man z.B. die Bewegungstaste doppelt drücken um zu sprinten.

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FAZIT: Zwiegespalten

Getestet wurde die PC-Version auf Steam. Im Januar erscheint es zudem auf PS4 und Xbox One.

Summary
Shadow Warrior war einst mein absolutes Lieblingsspiel von 2013. Eine in jeder Hinsicht grandiose Hommage an Shooter der 90er, kombiniert mit vielen modernen Ideen, die auch heute noch gut ankommen. In der Hinsicht bin ich stark irritiert, dass Flying Wild Hogs nicht auf dieser Formel aufgebaut, sondern lieber versucht haben sich zu erfinden - was leider nicht besonders gelungen ist. Es ist im Grunde eine Mischung aus allem (Missionsstruktur, zu widerstandsfähige Gegner, zu wenig Munition, zu schwach wirkende Waffen), dass ich Shadow Warrior 2 leider als sehr viel schwächer als seinen Vorgänger bewerten muss. Noch mehr frustriert mich, dass hinter all den fragwürdigen Designentscheidungen tatsächlich ein fantastisches Spiel zu stecken scheint, das immer noch tollen Humor, eine gute Story und einen klasse Soundtrack besitzt.
Good
  • Sehr gute Musik
  • Viel Humor
  • Sehr viel Umfang
Bad
  • Uninteressantes Beutesystem
  • Zu schwache wirkende Waffen
6
Okay
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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