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Serienkritik – Part 1: Doctor Who – The Magician’s Apprentice/The Witch’s Familiar (S9, E1-2)

Inhalt

Der Doctor ist zurück. Jedenfalls fast. Eigentlich ist das halbe Universum auf der Suche nach ihm. Allen voran ein mysteriöser Fremder, der im gesamten Universum Hinweise auf seinen Verbleib zu finden versucht. Währenddessen bleiben plötzlich die Flugzeuge auf der ganzen Welt, wie zu Eis erstarrt, am Himmel stehen und des Doctor’s alter Feind der Master, jetzt Time-Lady Missy, kehrt in das Geschehen zwischen Tardis und Weltuntergang zurück.

Diese Review enthält eventuell Spoiler zur Handlung der Serie Doctor Who.

Plottwistmania

Dass Moffat unter immensem Druck seine Drehbücher schreibt, ist ein offenes Geheimnis. Die Erwartungshaltung gegenüber einer so beliebten und für England fast traditionellen Serie ist sehr hoch. Erhöht wird diese zusätzlich noch durch Moffats zeitweilige Riesenerfolge mit einigen Episoden aus Doctor Who und auch seiner eigenen Serie Sherlock, die die Fans dazu bringen, Internetportale wie Twitter mit Lobpreisungen und detailgetreuen Beschreibungen ihrer Gänsehautmomente zu überfluten. Ich sehe hinsichtlich dieser Erwartungshaltung an der Stelle ein Problem, wenn der Zuschauer beim Anschauen einer neuen Episode durch foreshadowing so weit in gewisse Richtungen gedrängt wird, dass es schwierig ist, ihn nicht zu enttäuschen. Dass Moffat nicht in der Lage ist jede Episode seiner Serien zu einem wahren Meisterwerk zu machen, sollte eigentlich jedem klar sein, dennoch bin ich der Meinung, dass Moffat zu sehr versucht und zu wenig erreicht.

Auch der Staffelbeginn ist dafür ein sehr gutes Beispiel. The Magician’s Apprentice (Episode 1) war rundum eine sehr gelungene Episode mit vielen lustigen Momenten, einer großartigen Schnitttechnik und Regie, tollen Schauplätzen und Wendungen. Sehr überraschend war, dass sich bereits der Staffeleinstieg mit einem so wichtigen Thema wie den Daleks befasst, die seit Anbeginn der Doctor Who-Serie aus dem Jahre 1963 des Doctors schlimmste Feinde sind. Bereits vor dem Intro schafft es Moffat den Zuschauer mit einem kleinen Plottwist zu teasen. Der Doctor sieht sich in dieser Episode nämlich nicht nur mit den Daleks konfrontiert, sondern mit einem viel schlimmeren Gegner.

Problematisch wird es im zweiten Teil der Doppelfolge. Auch diese hat einige sehr starke Momente, aber der zentrale Plot der Folge findet in einer Szene ihren Höhepunkt, die durch die letztendliche Auflösung an viel Gewicht verliert. Genau hier setzt oben genanntes Problem an. Entgegen der Erwartung vieler Who-Fans, die durch heftiges anteasen eines Plottwists eine riesige Erwartungshaltung gegenüber dem Ausgang der Episode haben, passiert im Grunde gar nichts. Bereits in vorangegangenen Staffeln gab es in Puncto Drehbuch einige Schwächen, die zum Großteil auf dieses Problem zurück geführt werden können. Meiner Meinung nach ist es kontraproduktiv, im Zuschauer durchgehend starke Spannung aufzubauen und ihn am Ende a la „Verarscht!“ wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Gerade in Bezug auf Davros, der das pure Böse des Universums darstellt, hätten die Zuschauer sich eine mal etwas andere Sicht auf den gefühllosen Roboter gewünscht; und selbst, wenn es nicht dazu kommt, sollte der Zuschauer gar nicht erst in eine solche Richtung gedrängt werden.

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Exterminate

Eine der größten Stärken Doctor Who’s war bisher schon immer die Emotionalität der Serie. Auch in dieser Doppelfolge durfte der Zuschauer die ein oder andere Träne verdrücken. Großartig geschrieben und umgesetzt sticht vor allem die Dalek-Clara ins Auge. Die Begleiterin des Doctors, die nun schon zum zweiten Mal in der Geschichte von Doctor Who zu einem Dalek wird, darf im Staffelauftakt am eigenen Leibe erfahren wie es sich anfühlt, ein kalter, hasserfüllter Roboter zu sein. In The Witch’s Familiar und auch im gesamten Plot um die Daleks gehört diese Szene eindeutig zu den stärksten.

Weiterhin positiv aufgefallen ist ebenfalls, dass der Zuschauer zum ersten Mal in der New Who-Serie einen Blick auf die Heimat der Daleks werfen darf. Bisher war Skaro nur in der alten Doctor Who Serie zu sehen.

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Freundschaft und Gnade

Die Freundschaft zwischen Doctor und Begleiterin ist in Doctor Who schon immer ein zentrales Thema gewesen. Die Doppelfolge enthält einige gute Szenen im Bezug auf die Beziehung zwischen Clara und dem Doctor, zusätzlich lässt sie den Zuschauer aber auch einen Blick auf die Freundschaft oder auch Feindschaft zwischen dem Master und dem Doctor werfen. Im Zuge dieser Szenen bekommen die Zuschauer auch gleich eine Erklärung für Missys Überleben am Ende der achten Staffel, welches ich für eine elegante Lösung halte. Welche starken Gefühle der Doctor gegenüber Clara hegt, verpackt die zweite Hälfte der Doppelfolge in einer sehr schönen Szene, in der Clara weinend nach dem Doctor ruft, aber er sie nicht zu hören vermag. All dies ist sehr schön abgerundet in zusammenhängenden Szenen und gut geschriebenen Dialogen.

Einen weiteren positiven Moment gibt uns die Doppelfolge in einem Twist über die Konstitution der Daleks. Davros vermittelt dem Doctor in einem Gespräch, ihm wäre in der Konstruktion seiner ewig hassenden Roboter ein Fehler unterlaufen, welcher sich später nicht nur als Rettung für den Doctor herausstellt.

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Fazit

Mit einem unheimlichen Potential startet die neue Staffel mit einer Doppelfolge, die mehr gekonnt hätte. The Magician’s Apprentice und The Witch’s Familiar eröffnen den Weg für eine starke neunte Staffel, bremsen den Zuschauer gegen Ende der Folge allerdings etwas aus. Im Großen und Ganzen wäre es ratsam, wenn sich die Autoren für die nächsten Episoden an das Motto „Weniger ist mehr“ halten.

8
Sehr gut
Written by
Game Design-Studentin, Teetrinkerin, Leseratte, Serienjunkie, Filmliebhaber, Videospielenthusiast.

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