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Samurai Warriors 4 Empires Review

Es wird erneut in die Schlacht gezogen in Samurai Warriors 4 Empires, denn die Spieler betreten ein weiteres Mal die japanische Geschichte mitsamt den großen Persönlichkeiten. Doch diesmal wird der Krieg und die Herrschaft nicht nur durch das Schwert entschieden, sondern auch mit Strategie und Organisation. Und über Erfolg oder Untergang, darüber darf jeder Spieler selbst entscheiden, denn der Fokus liegt diesmal auf der Freiheit des eigenen Weges. Gnadenloser Herrscher oder bedachter Stratege, die Wahl liegt bei jedem selbst. Wir haben uns ebenfalls als großer Feldherr versucht und berichten ausführlich über das Leben eines solchen, die Schlachten und was es sonst noch bedeutet, zu dieser Zeit regiert zu haben.

Conquest Mode – Der Weg zur Einigkeit

Der Conquest Mode stellt das Herzstück des Titels dar und gestattet dem Spieler jene in den bisherigen Trailern und Promo-Videos präsentierte Freiheit in Form der Eigenmächtigkeit aller Entscheidungen und Konsequenzen über den Spielverlauf. Der Name ist bei den Empires-Einträgen dieses Franchises Programm. Das bedeutet der Hauptfokus liegt auf der großflächigen Eroberung und der Verwaltung des eingenommenen Landes. Dieses mal stehen dafür mehr Möglichkeiten zur Verfügung als bisher, angefangen von Ernennung von Offizieren zu bestimmten Magistraten/Ämtern, bis hin zur Delegation verschiedener Entwicklungsdirektiven, welche Einfluss auf die unterschiedlichsten Bereiche wie Einkommen, Ruhm oder militärische Stärke haben. Und in Anbetracht dessen, dass es keinen einstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt, sondern die Stärke der Gegner abhängig von der jeweiligen Situation ist, muss der Spieler sich auch mit all diesen Elementen und mehr auseinandersetzen.

Vom Allgemeinen zum Speziellen kommend, das heißt den Details und jener angesprochener Vielfalt des Ganzen, beginnt der Spieler wie folgt: Zunächst wird aus 3 vorhandenen „Szenarien“ (später mehr verfügbar), welche als Startpunkte der eigenen Geschichte fungieren gewählt. Beispielsweise der Vorfall bei Honnojí, bei welchem Akechi Mitsuhide Oda Nobunaga verraten hat, oder die Schlacht von Sekigahara, bei der Mitsunari Ishida und Tokugawa Ieyasu sich gegenüberstanden und jene Auseinandersetzung den Fortgang der japanischen Geschichte geprägt hat. Von diesen verschiedenen möglichen Anfängen, beginnt das Spiel und es ist nun dem Spieler überlassen welchen Weg dieser mit seinen Offizieren, Kampfgefährten und Landsleuten geht. Doch im Gegensatz zu den action-fokusierten Hauptteilen der Reihe, bedarf es mehr als nur in die Schlacht zu ziehen und mit „brachialer Gewalt“ Richtung Erfolg zu laufen. Dies lernt der Spieler spätestens, nachdem er sich aufgrund dieser Annahme hoffnungslos überschätzt, direkt seine erste Niederlage kassiert und somit auch die Konsequenzen zu tragen hat.

Zwei wichtige Punkte sind hierbei zu beachten: Observation & Einschätzung. Zunächst besitzt der Spieler nur ein paar Gebiete und eine entsprechend kleine Anzahl an Offizieren sowie Ressourcen (Reis, Einkommen, Vorräte und Weiteres). Es wäre wie oben erwähnt, vorerst nicht ratsam sich nun sofort an ein Gebiet zu wagen, wo sich der General einer feindlichen Hauptstreitmacht befindet, in der Hoffnung durch seine Niederlage alle unter ihm regierenden Gebiete zu übernehmen und sich somit ohne viel Zeit und Aufwand zum Sieg bewegt.

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Die Tugenden Geduld und Achtsamkeit

Diese beiden Dinge sind jedoch notwendig um das gewünschte Ziel von Einigkeit zu erreichen. So muss der Spieler in jedem Zug seine Entscheidungen mit Bedacht treffen. Der Aktionsraum besteht aus zwei Phasen: Zum einen der Politikphase, in welcher alle Handlungsentscheidungen vom Schloss aus getätigt werden und zum anderen die Kampfphase, in der festgelegt wird, ob ein Angriff auf einen Gegner deklariert, sich gegen den Angriff eines solchen verteidigt wird (sowohl persönlich, das bedeutet an der Schlacht direkt teilnehmend, oder aber passiv, sprich man überlässt es der CPU), oder aber eine passive Haltung einnimmt und somit Vorräte und Geld spart. Ungeachtet der Entscheidung ist nach dem Ende der beiden Phasen eine Jahreszeit vergangen und es geht zur nächsten, wo erneut gehandelt werden kann.

Ein Jahr besteht hierbei aus den 4 Jahreszeiten anstatt aus Wochen oder Monaten. Zwischen dem Ende eines Zuges (was folgend der Begriff für eine abgeschlossene Phase 1 & 2 sei) und dem Beginn eines neuen kann jedoch auch einiges passieren, worauf der Spieler keinen Einfluss hat. Es kann beispielsweise zu Naturkatastrophen kommen, welche die verschiedensten Auswirkungen haben und ebenso unterschiedliche Gebiete betreffen können. Eine Krankheit beispielsweise kann die Truppenstärke der in den jeweiligen Gebieten vorhandenen Offiziere senken, Erdbeben die Verteidigung der Burgen schwächen; jedoch kann es auch zu Ernteglück kommen, was das Gesamtvorratseinkommen positiv begünstigt.

Ein weiterer Fall dieser nicht beeinflussbaren Begebenheiten ist das Verhalten der Gegner. Es ist möglich Bündnisse einzugehen und so Allianzen gegen andere Gegner aufzustellen, doch da der Spieler sich hier auf einer Karte der Größe von ganz Japan bewegt, mitsamt seinen einzelnen Gebieten, ist es, besonders anfangs nicht möglich, weit entfernte Konflikte zu beeinflussen. Es kann vorkommen, dass nach einiger Zeit sich ein paar wenige Großmächte etabliert haben auf der Karte, oder aber ein ständiges Hin-und-Her zwischen den Streitkräften entsteht, welches ausnutzbar ist, indem der Spieler u.a. entsprechende Bündnisse schließt und diese direkt wieder auflöst und den geschwächten Vertragspartnern mitsamt dem eigentlichen Ziel der Allianz von der Landkarte streicht.

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Delegieren und regieren

Die Politikphase bietet eine große Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten um das eigene Schicksal und all jener im Land zu beeinflussen, denn hier legt der Spieler selbst fest, was geschieht und wie die Geschichte geschrieben werden soll. Zunächst müssen alle Posten im Schloss besetzt werden: mind. von einem Offizier, wahlweise von zwei. Dabei können diese bestimmte Affinitäten zu den jeweiligen Posten haben, was entsprechend einen positiven Einfluss auf die von ihnen gebrachten Vorschläge für die Entwicklung dieser hat. Ist dies erledigt, ist es dem Spieler gestattet sich den gegebenen Möglichkeiten zu widmen, das bedeutet abzuwägen, ob man auf die Vorschlage der Magistrate eingeht oder nicht, oder aber als Daimyó ganz eigene Handlungen vornimmt.

Die Anzahl der durchführbaren Aktionen in der Politikphase wird durch den Ruhm des Daimyós bestimmt, weswegen es ratsam ist, hin und wieder Direktiven zu genehmigen, die jenen steigern. Doch sollte, wenn später entsprechend viele zur Verfügung stehen, nicht verschwenderisch mit diesen umgegangen werden, da jede Direktive ihren Preis hat, zum einen Vorräte und zum anderen Geld, und da Vorräte auch für die Durchführung von Schlachten benötigt werden, ist auch auf dies zu achten in jener Phase.

Um überhaupt in eine Schlacht ziehen zu können, bedarf es Vorräte für die Truppen, welche unter den jeweiligen, in die Kämpfe ziehenden Offiziere dienen. Je mehr von diesen Gebrauch gemacht werden möchte, desto größer muss die Menge an vorhandenen Vorräten sein.

Es spreche die Klinge

Die Kampfphase bietet, je nachdem ob sich für einen Angriff oder eine Verteidigung entschieden wird, jenes Gameplayelement, für welches die Reihe bekannt ist: Hack & Slay. Eine interessante Option hierbei ist, dass während einer Schlacht die Möglichkeit besteht zwischen 2 Offizieren zu wechseln, sofern diese entweder miteinander verheiratet sind, Waffenbrüder oder aber in einem Lehrer-Schüler-Verhältnis stehen. Aus diesem Grund ist es ratsam, im Idealfall, zwei Charaktere mit denen gern gespielt wird, in der Politikphase näher zusammenbringen oder aber jene oft zusammen kämpfen lassen, um so eine Verbindung zwischen diesen entstehen zu lassen.

Die Kampfmechaniken haben sich dabei nicht verändert und man benutzt auch weiterhin eine Mischung aus verschiedenen Combos und Musou-Angriffen. Überraschend ist jedoch der Fakt, dass man schon direkt bei jedem Charakter Zugang zu allen Angriffskombinationen hat, denn das ist bisher in den vorherigen Teilen sowie der Dynasty Warriors Reihe nicht der Fall gewesen. Sonst ist jenes immer abhängig gewesen von dem Charakterlevel oder wurde durch Fähigkeitsfreischaltung erreicht, doch hier ist der Spieler sofort in der Lage, fast schon choreografisch die gegnerischen Reihen zu lichten.

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Eine historische Schönheit im HD-Gewand

Doch wäre das alles nur halb so schön, wenn sowohl die Kämpfe, Menüs und Weiteres nicht ansprechend präsentiert werden würde. An dieser Stelle hat man sich, bis auf eine Sache welche bei den Negativpunkten betrachtet wird, auch Mühe gegeben. Sowohl die Gestaltung des Schlosses sowie auch die Menüübersichten und die Angriffe selbst sind mit Liebe zum Detail gemacht und ermöglichen so einen angenehmen optischen Spielfluss, was mittlerweile ein wichtiger Punkt hinsichtlich der Qualität der Reihe ist. Denn zum einen befindet sich das Franchise nun schon auf der PlayStation 4 beim 3. Teil und aus diesem Grund wäre ein Rückschritt nicht entschuldbar.

Schwing die Shamisen

Der Soundtrack liefert für die Reihe im Grunde das was auch sonst schon bekannt ist. Auf der einen Seite gut, jedoch auf der anderen Seite bleibt somit auch sogut wie kein Track entsprechend in Erinnerung. Zugegeben die Dynasty Warriors Reihe hatte auch noch nie einen Bombastsoundtrack, aber dennoch hat man hier eine handvoll markante Titel, welche Fans der Reihe mit bestimmten Ereignissen bzw. Charakteren direkt assoziieren.

Die Kehrseite des großen Herrschers

Als erstes ist hier der Ton, explizit die Stimmen der Charaktere zu nennen. Trotz hoher Einstellungen am Fernsehgerät selbst und den entsprechenden Anpassungen in den Menüs des Spiels, sind diese relativ leise, was ein kleiner Wermutstropfen in Anbetracht des gut besetzten, japanischen Synchronsprechercasts ist. Direkt bei den Charakteren bleibend ist ein weiteres Manko das Fehlen eines Waffenwechsels.

Ein allgemeines Problem mit welchen das Franchise bisher zu kämpfen hatte, ist die Spielfreundlichkeit einiger Charaktere und ihren entsprechenden Waffen. Stellenweise zu zäh, oder aber zu langsam, nicht effizient genug und weiteres sind Beispiele für jene „Unfreundlichkeit“. Um dem entgegen zu wirken, hat die Dynasty Warriors Reihe seit dem 7. Eintrag nicht nur den Waffenwechsel eingeführt, sondern zusätzlich die Möglichkeit implementiert 2 Waffen mit in die Schlacht zu nehmen.

Die nächste Kehrseite betrifft erneut einen darstellerischen Aspekt und zwar die Charakterexpressionen. Abgesehen von den kurzen Animationen während eines Musou-Angriffs sind diese im Grunde nicht existent, besonders auffällig und erwähnenswert in Anbetracht dessen, dass es sich hier um einen PlayStation 4 Titel handelt und sogar in einem Trailer damit geworben wurde, dass die Charaktere entsprechend verschieden auf jede Situation während Cutscenes reagieren würden. Diese sind der nächste und letzte Negativpunkt, denn zum einen sind sie sehr kurz und zum anderen sind die entsprechenden Hintergründe währenddessen grafisch auf PlayStation 2 Niveau, was besonders hinsichtlich der vorher genannten Punkte, doppelt so schwer an Gewicht hat.

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Samurai Warriors 4 Empires erscheint am 11. März 2016 exklusiv auf PlayStation 4.

Summary
Samurai Warriors 4 Empires ist trotz der vorhandenen Abstriche, definitiv ein guter Eintrag der Reihe, da es den bisher größten Freiraum hinsichtlich der strategischen Elemente der Reihe bietet, und das entsprechend in ein größtenteils gut anzuschauendes Paket aus einzigartigen Charakteren und solidem Gameplay steckt. Während meiner Spielstunden sind mir die Mankos zwar des öfteren ein Dorn im Auge gewesen, doch bedingt durch die „Basis“, das heißt die Kernelemente wie die Schlachten selbst und die große Auswahl an Charakteren sowie den anfangs genannten, großen Handlungsspielraum, war ich nach dem Ende jeder Spielsitzung zufrieden.Samurai Warriors bewegt sich in kleinen Schritten vorwärts, was durchaus legitim ist, da auch Dynasty Warriors bis zum 7. Teil einen eher sicheren Weg veränderungstechnisch eingeschlagen hat. Doch könnte es durchaus sein das damit bald die Kluft qualitativ zwischen diesen beiden ziemlich groß wird. An die beiden vorherigen Teile, das heißt Samurai Warriors 4 und Samurai Warriors 4-II, kommt es leider nicht ganz heran, doch im Vergleich mit anderen Einträgen aus der Empires-Reihe, die Dynasty Warriors Titel eingeschlossen, ist es definitiv unter den besten 3.
Good
  • bekanntes und entsprechend solides Gameplay
  • gute Schlacht- und Kampfanimationen
  • Vielzahl der Möglichkeiten im Conquest Mode
  • übersichtliche Menügestaltungen
Bad
  • kein erinnerungswürdiger Soundtrack
  • Cutscenes leblos konzipiert und präsentiert
  • Charakterexpressionen sogut wie nicht vorhanden
  • Charakterstimmen kaum hörbar
7
Gut
Written by
games! Redakteur

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