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Saints Row IV Review Gat out of Hell

Ein höllisch gutes Geschenk!

Die Geschichte von Gat out of Hell beginnt am Geburtstag von Computer-Ass Kinzie Kensington. Ein kleines Spiel mit einem Hexenbrett soll die Party auflockern, doch dummerweise erwischen die Saints dabei ein Exemplar aus dem Besitz von Aleister Crowley, wodurch ihr Anführer in die Hölle entführt wird. Sein bester Freund Johnny Gat und Kinzie springen hinterher und wollen ihren Boss davor bewahren, die Tochter des Teufels selbst zu ehelichen. In der Hölle angekommen treffen sie auf Dane Vogel aus Saints Row 2, dem ehemaligen Chef der Ultor Corperation. Er macht inzwischen Geschäfte in der Höllenstadt New Hades und würde dafür gerne Satan aus dem Weg haben – weswegen er auch gerne den Saints unter die Arme greift.

Man merkt schon: Gat out of Hell ist für Leute gedacht, die zumindest etwas mit der Materie vertraut sind. Zumindest Teil 4 sollte man zuvor gespielt haben (das Spiel entdeckt sogar Speicherdaten aus Teil 4 und ersetzt den Charakter des Boss mit dem Spielercharakter aus dem Vorgänger). Denn zum ersten Mal steht nicht der vom Spieler erstellte Charakter im Vordergrund, sondern Ur-Saint Johnny Gat, auch dieses Mal wieder gesprochen von US-Schauspieler Daniel Dae Kim.

Zusammen mit Kinzie erklärt er sich bereit, für Vogel die Laufarbeit zu übernehmen. Als Dank erhalten sie von ihm Luzifers zerbrochenen Heiligenschein, der ihnen nicht nur magische Fähigkeiten gibt sondern auch den aus Saints Row IV bekannten Supersprint. An die Stelle von Gleiten tritt dieses Mal echtes Fliegen mit Engelsflügeln auf dem Rücken. All das erhält man in den ersten 10 Minuten des Spiels! Ab dann werden Bodenfahrzeuge nahezu überflüssig. Größter Unterschied zwischen Teil 4 und Gat out of Hell ist das Fehlen echter Storymissionen. Zwar gibt es eine Hauptstory, doch dort macht man nur Fortschritt, wenn man Nebenaktivitäten und anderes in New Hades erfüllt. Und es gibt tatsächlich eine Menge zu sehen.

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Selbstbeschäftigung als Spaßtherapie

Nach dem Prolog hat man praktisch alle Möglichkeiten der Welt, wie man seine Zeit in New Hades verbringt. Dafür haben die Entwickler viele bekannte Aktivitäten zurückgeholt und etwas abgewandelt. Statt Versicherungsbetrug macht man z.B. Qualbetrug, wo man den Seelen verstorbener Menschen hilft, durch große Schmerzen ihre Zeit im Fegefeuer zu reduzieren. Auch Flugprüfungen gibt es, wo man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss. Anderes hingegen wie Überleben und die von Dämonen verteidigten Verteidigungsspitzen, Altare und Schnellreise-Plattformen sind ebenfalls alte Bekannte, die ihren Weg zurückfanden.

Und dann sind da noch die anderen Superkräfte. Satan hat bekannte Persönlichkeiten der Erdgeschichte wie Vlad den Pfähler und William Shakespeare in der Hölle schmoren lassen und jeder von ihnen hat deswegen noch eine Rechnung mit ihm offen. Für ihre Befreiung belohnen sie Johnny (oder wahlweise auch Kinzie. Man kann jederzeit im Hauptquartier von Ultor zwischen beiden wechseln) mit weiteren Fähigkeiten, die man schon aus dem Vorgänger kennt wie einen Energieball, eine schmerzhafte Aura und der Superstampfer. Ganz neu hingegen ist die Fähigkeit, Kreaturen der Hölle herbei zu beschwören und für sich kämpfen zu lassen. Für den Kampf kombiniert man diese Fähigkeiten mit den Waffen der Hölle – und wow, da sind einige echte Highlights dabei!

Speziell hervorstechen tun sieben verschiedene Waffen die jeweils einer der sieben Todsünden nachempfunden sind. Bei Habgier handelt es z.B. um eine Maschinenpistole, die Diamanten verschießt und Gegner zusätzliches Geld fallen lassen lässt. Faulheit wiederum ist ein Fernsehsessel mit eingebautem Maschinengewehr und Raketenwerfer. Und Völlerei ist ein Gewehr, das Kuchenglasur verschießt, wodurch Gegner vor Hunger übereinander herfallen – und ja, das mein ich durchaus ernst. Der Rest der Waffen ist zwar nicht komplett herkömmlich, fällt aber gegen diese Konzepte etwas ab. Ausnahmen gibt es allerdings, z.B. eine neue Schrotflinte, die Armbrustbolzen verschießt, wodurch man Gegner an die Wand nageln kann oder ein Granatwerfer, der explodierende Frösche ausspuckt.

Neben Hunderten einsammelbaren Seelen zum Stärken der eigenen Kräfte dürften Spieler sich zudem über Bücher freuen, in denen die Charaktere ihre Geschichte in der Hölle rekapitulieren oder in denen Satan etwas über die Gepflogenheiten seines Reiches berichtet. Am witzigsten sind sicher die zahlreichen Stellen, an denen Johnny und Kinzie etwas kommentieren, was sie gerade sehen. Diese Stellen sind sogar Charakter-spezifisch, wodurch beide zum Einsatz kommen müssen um alles zu sehen. Auch wenn New Hades nur etwa halb so groß ist wie Stillwater oder Steelport aus den vergangenen Spielen, so hat man doch einiges zu erledigen.

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Roter Himmel

Auf technischer Ebene betrachtet ist Saints Row: Gat out of Hell seinem Vorgänger überlegen. Nicht ein einziges Problem hatte ich während meiner Spielzeit. Weder hing sich das Spiel auf noch kam es zu großartigen Leistungseinbrüchen oder ärgerlichen Glitches – und das, obwohl mir das Spiel Ultra als Standardeinstellung empfahl. Eine bemerkenswerte Leistung, die man auch High Voltage Software anrechnen kann, die als Co-Entwickler Jahrzehnte alte Erfahrung mit Ports mit einbrachten. Ich habe wie schon in Teil 4 mit Maus und Tastatur gespielt und es ging wie gewohnt gut von der Hand. Wer einen Controller hat kann auch diesen nutzen, aber man sollte ihn abklemmen, wenn man ihn trotzdem nicht verwenden will. Da kam es auf einigen Rechnern zu Verständigungsproblemen.

Grafisch sollte man nicht allzu viel erwarten. Auch 2015 basiert Saints Row nach wie vor auf der selben Technik, die schon Red Faction: Guerilla möglich machte. Und einen echt dicken Minuspunkt muss ich leider für die Musik vergeben: Es gibt so gut wie keine lizenzierte Musik und Radiosender. Hier vergibt Volition eine tolle Möglichkeit, höllenbasierte Musik aus den Lautsprechern dröhnen zu lassen und dann ist da…praktisch nichts. Eine echte Schande! Entschuldigt wird das mit ansprechender eigener Musik und einem…ganz besonderen musikalischen Moment in der Mitte des Spiels, in dem auch die Sprecher zeigen können, was in ihnen steckt. Ohnehin sind sie einmal mehr ein Garant für gute Lacher. So kehrt beispielsweise US-Comedian Jay Mohr als Dane Vogel mit einer bekannte schmierigen Performance zurück. Und Daniel Dae Kim hat Johnny Gat inzwischen so verinnerlicht, dass er wie eine eigene Persona wirkt.

Wie schon bei Saints Row bekannt, verfügt auch Saints Row: Gat out of Hell über einen kooperativen Onlinemodus, in dem einer der Spieler Johnny und der andere Kinzies Steuerung übernimmt. Auf dem PC gibt es sogar LAN-Support – auch etwas, was man inzwischen immer weniger sieht.

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FAZIT: Ein infernales Finale – vor allem für Fans geeignet.

Saints Row: Gat out of Hell ist gedacht als letztes Hurrah vor einer eventuell längeren Pause von der Serie. Im wohl letzten noch plausibel wirkenden Schritt (namentlich der Fahrt zur Hölle) wirft Volition die Serie noch einmal vorwärts, aber der Fortschritt ist weniger offensichtlich als zwischen The Third und IV, weil 4 nun mal schon so gnadenlos abgefahren war. Gat out of Hell wirkt nicht so, als wolle man noch einen draufsetzen. Vielmehr ist es ein konsequenter Schritt der Weiterführung. Dazu passt, dass man Saints Row IV nicht einmal besitzen muss, um Gat out of Hell spielen zu können. Wer vom Vorgänger nicht genug bekommen hat, ist hier genau richtig. Und als kurzer Spaß ist es ebenfalls empfehlenswert. Gat out of Hell ist ein höllischer Spaß für Leute mit dem dazu passenden Humor.

Getestet wurde die PC-Version auf Steam. Es ist außerdem verfügbar auf PS4, Xbox One, PS3 und Xbox 360.

Good
  • Sehr kreatives Waffen und Fähigkeitendesign
  • Abgedrehter Humor
  • Spielbar ohne Hauptspiel
  • Co-Op
Bad
  • Wenig Story
  • Etwas kurz
  • Keine Lizenzmusik
8
Sehr gut
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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