Rise of the Tomb Raider Review

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Oh Lara. Arme, arme Lara Croft. Dies sind die Gedanken, die mir kamen, als ich anfing Rise of the Tomb Raider zu spielen. Wie viel Unglück kann ein Mensch nur haben? Kein Wunder hat Lara Croft für jede noch so knifflige und brenzlige Lage die richtigen Tricks und athletischen Fähigkeiten parat. Sie kommt aber auch wirklich kaum zum Durchschnaufen! Das 2013er Tomb Raider-Reboot hatte ich nur kurz angezockt und das letzte Tomb Raider, welches ich gespielt hatte war noch Tomb Raider II. Da war ich gerade mal in der Grundschule und die wichtigste Beschäftigung war es, den armen Butler im Gefrierschrank einzusperren. Kennen wir doch alle.

Genug der Nostalgie, denn Rise of the Tomb Raider kommt in einer Grafik daher, da würden meinem Grundschul-Ich die Ohren schlackern. Okay, die schlackern selbst jetzt, denn die Grafik kann sich definitiv sehen lassen. Nur allzu oft ertappte ich mich dabei, wie ich die Kamera hin und herschwenkte um die Aussicht und die Umgebung zu genießen. Eine kurze, wohlverdiente Schnaufpause, bevor wir uns als Lara Croft ins nächste Abenteuer, in die nächste Gefahr stürzen.

Die Story in Rise of the Tomb Raider (Spoiler-frei)

Laras Vater begab sich auf die Suche nach etwas, dass sich die “Göttliche Quelle” nennt. Diese göttliche Quelle war ihm so wichtig, dass er dafür sogar starb. Lara macht es sich deshalb zum ihrem Ziel, diese göttliche Quelle zu finden. Da diese ewiges Leben verspricht, ist es kein Wunder, dass es auch andere gibt, die sich diese Quelle zu eigen machen wollen. An sich ist die Story offen gesagt eher mau. Sie liest sich mehr wie ein Grund, Lara in ein neues Abenteuer zu stürzen und sie dabei auf einige Gefahren zu begeben. Die Charaktere sind dementsprechend auch eher lasch. Die Story selbst ist schlüssig, gibt allerdings nicht allzu viel her. Macht aber kaum was, man ist so mit Entdecken und Kämpfen beschäftigt, dass man das eigentliche Ziel gerne mal aus den Augen verliert.

Erste Spieleindrücke

Auch in Rise of the Tomb Raider ist der sogenannte Überlebensinstinkt unser bester Freund und Helfer. Man kann ihn gar nicht oft genug verwenden – damit man auch ja kein Dokument, Artefakt oder ähnliches verpasst. Denn sonst passiert es schnell, dass euer Sprachlevel noch zu niedrig ist um Monumente zu lesen oder das ihr einiges an Loot verpasst. So dient die Story wie eine Art roter Faden, von dem man aber immer und immer wieder wegkommt, weil es einfach so viel zu entdecken und zu erforschen gibt. Jagt Tiere, sammelt Holz und andere Ressourcen, stattet so Lara Croft mit genügend Materialien aus um Equipment (wie Pfeile) zu craften, Waffen zu verbessern sowie neue Skill-Punkte zu ergattern.

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Kennt man ja so ähnlich schon aus dem Vorgänger, wurde allerdings nochmal überarbeitet, verbessert und erweitert.

Rätsel und Herausforderungen

Auch die Gräber sind dieses Mal etwas zahlreicher als im Vorgänger. Während das Reboot aus 2013 sieben Gräber hatte, gibt es in Rise of the Tomb Raider neun Gräber.

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Herausforderungen und Rätsel lauern euch hier auf: es fängt schonmal damit an, das Grab überhaupt zu finden. Die Gräber sind hierbei optional aber absolut empfehlenswert – machen sie doch das eigentliche Spiel sowie Spielerlebnis aus. Manche Gräber sind dabei wirklich knifflig (vor allem bei manchen den Eingang erstmal zu finden), andere sind wiederum fast enttäuschend einfach. Hierbei gilt es Lara Crofts Fähigkeiten mit der eigenen Kombinationsgabe zu verknüpfen um so an den begehrten Schatz der jeweiligen Gräber zu gelangen. Dazu gibt es noch fünf Krypta, mit denen ihr den legendären Bogen, den Grabflüsterer sowie einen legendären Köcher erhalten könnt. Krypta fühlen sich ein bisschen an wie stark abgespeckte Gräber – sie sind eher schnell durch und enthalten kaum bis keine Rätsel. Sie sind dennoch ein ganz netter Zusatz.

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Noch mehr Spielinhalte

Gräber sowie das Sammeln von Ressourcen sind jedoch nicht das Einzige, das euch von der Story abhalten. Wie bereits erwähnt gibt es sehr viel zu entdecken und zu sammeln. Je mehr man entdeckt, umso mehr Dinge werden auch auf der Karte sichtbar, was wiederum bedeutet, dass ihr bei weiteren Zugang zu noch mehr Loot erhaltet.

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In der Kartenübersicht sieht man nicht nur eine Zusammenfassung dessen, was man in dem Gebiet schon alles gemacht hat; man bekommt auch Symbole angezeigt für Münzenverstecke, Dokumente, Überlebensverstecke und mehr. Diese bekommt ihr allerdings nur angezeigt, wenn ihr wiederum Rucksäcke findet, die mal hier mal da rumliegen. Diese “enthüllen” nämlich die Orte auf der Karte und machen es somit einfacher, alles einzusammeln was das Spiel so hergibt. Wo wir gerade beim Sammeln sind: auf eurer Reise trefft ihr manchmal auf exotische Tiere. Sie sind stark und gefährlich – und treiben den Adrenalinpegel bei so ruhigen Gamern wie mir schon mal gut in die Höhe.

Spielmechanik und Grafik

Gespielt habe ich mit einem (Logitech-) Controller und muss sagen, dass die Steuerung sehr flüssig ist. Sie ist logisch, unproblematisch und funktioniert hervorragend – was das absolute A und O ist, bedenkt man, dass es desöfteren zu heiklen Situationen kommt in denen man äußerst schnell reagieren muss. Zum Beispiel wenn das gesamte Gebäude einstürzt und man hier herunterkommenden Steinen ausweichen und über neu entstandene Löcher springen muss. Hier muss ich sagen: Top. Auch beim Klettern mit allen möglichen Hilfsmitteln funktioniert alles reibungslos und flüssig.

Allerdings gibt es dennoch ein kleines “Aber”: ich empfand gerade am Anfang das Anschleichen an Gegner als eine Qual. Man kann über den Boden rollen, von Busch zu Busch. Anfangs erschien es mir aber fast schon willkürlich, ob Lara nun wirklich geduckt im Busch sitzt oder ob sie nicht doch halb herausragt. Dem konnte man dann leider auch nicht großartig entgegen wirken. Sobald man dann einmal entdeckt wurde, war es auch fast unmöglich sich nochmal irgendwo zu verstecken. Auch hätte ich es hier schön gefunden, dass die lebenden Gegner immer (!) im Überlebensinstinkt rot markiert sind. Hier schien es mir, als seien sie nur ganz am Anfang rot, wenn man sie frisch entdeckt, dann wurden sie gold-gelb. Das war besonders dann verwirrend, wenn man sich nicht sicher war, ob da jemand hinter einer Kiste kniete, oder ob der Gegner schon getötet wurde. (Noch nicht gelootete, tote Gegner leuchten nämlich ebenfalls gold-gelb.)

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Hab ich eigentlich schon erwähnt, wie wunderschön die Grafik ist? Man kann hier eigentlich gar nicht viel sagen. Die Grafik war schon auf der Xbox One wunderschön, wurde allerdings für die PC Version noch ein wenig verbessert. Hierbei machten sich die Macher von Rise of the Tomb Raider unter anderem eine neue Technologie von NVIDIA zu Nutze: HBAO+. HBAO+ sorgt ab der GeForce GTX 660 für schönere und verbesserte Licht- sowie Schatteneffekte. Dank der Haarsimulation “Pure Hair” sieht auch Lara Crofts Frisur so authentisch und realistisch aus wie nie. Geht Lara eine Runde schwimmen, so bleiben die Haare erstmal nass. Bei Schneefall bleibt der Schnee an ihren Haaren kleben. Bei jeder Bewegung fällt, schwingt und weht Lara Crofts Haar realistischer denn je. Noch nie durfte ich jemals einen so schönen Haarschopf beim Spielen beobachten! Aber auch sonst ist Lara Croft in Rise of the Tomb Raider einfach wunderschön gelungen.

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Der Expeditionsmodus

Einen Multiplayer-Modus wurde dieses Mal nicht mitgebracht. Dafür allerdings etwas, das als Ersatz dienen und gewissermaßen “Multiplayer”-Feeling bringen soll: der Expeditionsmodus. Hier könnt ihr die Kapitel nochmal durchspielen oder euch Herausforderungen stellen und versuchen so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Zweiteres ähnelt dabei allerdings eher einem Speedrun. Der “Multiplayer”-Part dabei ist, dass ihr eure Freunde dazu herausfordern könnt, euren Highscore zu überbieten. Ebenfalls zum Expeditionsmodus gehören übrigens diese Karten.

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Im Laufe des Spiels erhaltet ihr “Credits” die ihr im Marktplatz gegen Karten eintauschen könnt. Karten geben euch im Expeditionsmodus Buffs, die euch bei den Herausforderungen helfen sollen. Für mich eher eine Spielerei, die man schon mal machen kann, wenn man das Spiel auf 100% durch hat. Für andere allerdings sehr motivierend – denn mit dem Expeditionsmodus kann man weitere Karten freischalten und Medaillen erlangen. Genau der richtige Modus für Spieler, die es mehr konkurrenzbetont mögen.

Fazit

Rise of the Tomb Raider ist ein gelungener neuer Titel in der Tomb Raider-Reihe. Für die Zukunft würde ich mir noch mehr Gräber und Rätsel wünschen, ebenso wie eine etwas verbesserte Kampfmechanik. Davon abgesehen konnte Rise of the Tomb Raider besonders mit seiner Grafik als auch seiner wirklich glatten Steuerung überzeugen. Egal ob eingefleischter Tomb Raider-Fan oder Neuling, Rise of the Tomb Raider ist wirklich kein Titel den man sich entgehen lassen sollte.

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Zweitmeinung von Connor Schönberner:

Zunächst einmal ist Rise of the Tomb Raider, ohne zu übertreiben, eine optische Wucht – ob Lara nun durch die Gletscher klettert oder durch Ruinen watet: Die Szenarie stimmt, die Lichteffekte sitzen und nur die Performance röchelt etwas. Zum Glück besitze ich keine AMD-Hardware, denn die hat nach Forenaussagen nach wie vor ordentlich mit dem Spiel zu kämpfen. Auch die eingesetzte Pure Hair Technologie setzt sich gegenüber der Haar-Technologie des Vorgängers ab, ohne wie Nvidia Hairworks in Witcher 3 die FPS in den Keller gehen zu lassen.

Doch genug der Optikbeweihräucherung – in den Kämpfen macht Lara eine wirklich gute Figur. Der Spaßfaktor stimmt hier eindeutig und lädt zu Schusswechseln mit verschiedenem Spielzeug ein. Der von Manchen im Vorgänger bemängelte Zwiespalt, dass Lara in einem Moment noch ein Reh beweint und im nächsten 50 Gegner umlegt, ist auch nicht mehr präsent.

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Darüber hinaus bewirft einen Rise of the Tomb Raider nicht mehr durchgehend mit etlichen Gegnerwellen und die Kletter- und Rätselkomponente sind dominanter als im ersten Reboot. Mit nur neun Gräbern, die meist nur ein richtiges Rätsel beinhalten, bleibt Letztere aber ausbaufähig. Dafür sind sie auf ihre Weise besser ins Spiel eingebunden, da für das Bezwingen eines jeden Grabs eine nützliche Fähigkeit winkt. Die Krypten hingegen wirken wirklich aufgesetzt und wie dahin geworfen. Sie sind sehr kurz, es gibt keine nennenswerten Spielelemente in ihnen und nur ein bis zwei archälogische Dokumente oder Tafeln. Mein Wunschtraum wäre es gewesen, wenn diese fünf Krypten auch Rätselspielplätze wie die Gräber geworden wären.

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Dem weggefallenen PvP-Multiplayer trauere ich keine Sekunde nach. Er kam mir schon damals überflüssig vor. Da gefällt mir der Ansatz mit dem Expeditionsmodus deutlich besser, der hoffentlich noch für ein paar Spielstunden meinerseits sorgen wird. Achja – ich habe Rise of the Tomb Raider durchgängig mit Maus und Tastatur gespielt. Was allein schon sein musste, weil ich nichts Shooterähnliches mit dem Gamepad spielen mag. Trotz aller Unkenrufe kam ich mit meinem Steuerungssetup recht gut klar. Nur beim Springen muss der geneigte Maus- und Tastaturnutzer wirklich aufpassen, sonst zerschellt Lara an etwaigen Felsen, Gletschern oder dem Boden von Abgründen. Nach etwas Eingewöhnung passierte mir das aber nur noch relativ selten.

Wo wir bei selten sind: Leider entführt Rise of the Tomb Raider seinen Spieler selten in Nebenmissionen. Hier gibt es wirklich noch Nachbesserungsbedarf. Stattdessen verfügt das Spiel über relativ viele Sammelgegenstände – während Relikte und Bücher zu sammeln, eher motivierend ist, ist das Auspüren der Münzen und Überlebensverstecke entnervend. Statt die Welt mit etlichen Collectibles zu füllen, wären ein paar ausgefeilte Nebenmissionen erfreulicher gewesen. Die Vorhandenen haben mich dazu nicht wirklich überzeugt.

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Dafür glänzt die Story durch filmreife Inszenierung und auch die deutsche Synchronisation weiß wieder zu gefallen. Die Story ist zwar nicht sonderlich vielschichtig, aber sie gefällt mir auf ihre Weise. Lara Croft trägt die Handlung souverän. Dafür könnte sie ruhig etwas länger sein, ruhig ein paar mehr Zonen mitbringen. Naja ich will fair sein: Rise of the Tomb Raider’s Hauptspiel hat einen angemessenen Umfang. Es ist nicht super kurz, aber leider auch nicht episch lang. Gerade weil es mir so viel Spaß bringt, hätte ich gern noch etwas länger Spaß mit Story- und Nebenmissionen und Rätsel- und Klettereinlagen gehabt.

Der erste Reboot der altehrwürdigen Reihe hatte mich bereits in seinen Fängen. Mit Rise of the Tomb Raider verbessert Crystal Dynamics sein Konzept  in nahezu allen Aspekten und lässt mich mit nur einem Gefühl zurück: Ich will mehr. Weil ich das nicht allzu bald bekomme, muss ich wohl Rise of the Tomb Raider früher oder später einfach nochmal spielen.

Good

  • flüssige, schöne Steuerung
  • flüssige, gut zu spielende Kämpfe
  • atemberaubende Grafik
  • tolle Inszenierung
  • ausgefallene Rätselgräber
  • Spielzeit-Potential
  • vieles zu entdecken

Bad

  • eher lasche Story
  • noch immer zu wenig Gräber
  • recht wenige Neuerungen
8.5

Sehr gut

23-jährige Koreanistik-Studentin, süchtig nach Games, Serien und Büchern.

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