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Reus Review

Das Genre der Götter-Simulationen wurde in letzter Zeit nicht viel Beachtung geschenkt. Die Zeiten von „Black and White“ und „Populous“ sind vorbei, doch dies hat die Entwickler „Abbey Games“ nicht daran gehindert, ihr Erstwerk „Reus“ zu veröffentlichen. Ob sie damit in die großen Fußstapfen von Peter Molyneux und Co. treten können, erfahrt ihr im Test.

 

Vier Riesen müsst ihr sein

„Reus“ wurde im Mai 2013 für den PC veröffentlicht und erschien nun, drei Jahre später, auch für die Xbox One und PS4. Wir übernehmen im Spiel die Kontrolle von vier Riesen, welche mit ihren Fähigkeiten das Terrain des zweidimensionalen Planeten verändern können. Der Wasserriese erschafft Meere, der Waldriese grüne Wälder und Felder, der Sumpfriese sorgt für schummrige Moore und der Gebirgsriese erschafft große Gebirgsketten. Im Tutorial lernen wir die verschiedenen Fertigkeiten und den Aufbau des Spiels kennen. Habt ihr ein Meer erschaffen, wird die Erde daneben bewässert und erst dann lässt sich ein Wald oder ein Sumpf erstellen. Durch die großen Berge erschaffen wir zudem noch Wüsten und somit gestalten wir den Planeten. Daraufhin platzieren wir noch Kräuter oder Nahrung und auch die ersten Tiere, sowie Mineralien. Ist dies getan, lassen sich die ersten Menschen nieder und damit beginnt auch schon der eigentlich Spielablauf.

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Gott sein ist nicht einfach

Die Siedlungen der Menschen brauchen, abhängig von ihrer Lage, Reichtum, Nahrung oder Wissen. Wir platzieren also unsere Pflanzen, Tiere und Mineralien um die Menschen glücklich zu machen. Dabei können wir nur eine gewisse Anzahl von Pflanzen, Tieren, Kräutern oder Mineralen in der Nähe der Siedlungen erstellen. Durch Projekte der Menschen, z.B. durch den Bau einer Schule, erfahren wir welche Rohstoffe benötigt werden. Schnell stellt sich heraus, dass man durch einfaches Platzieren von Rohstoffen nicht die Ziele der Menschen erfüllen kann. Hier kommt die sogenannte Symbiose ins Spiel.

Am einfachsten erkläre ich das mal an ein Beispiel: Heidelbeeren bringen euch mehr Nahrung, wenn sie neben Erdbeeren stehen. Erdbeeren wachsen besonders gut neben einem Apfelbaum, dieser wiederum bringt noch mehr Nahrung, wenn sich ein Tierhort in der Nähe befindet. Hier wird „Reus“ eher zu einem Puzzlespiel. Auf den geringen Platz der uns zur Verfügung steht, müssen wir immer genau überlegen was wohin platziert wird. Mineralien, Pflanzen, Kräuter und Tiere lassen sich zudem noch verbessern oder entwickeln, wodurch sich die Symbiose wieder ändert und erneut unser Grips gefragt wird. Soweit alles verstanden? Dann wird es jetzt noch komplizierter: Schaffen wir es eins der Projekte der Menschen abzuschließen, steht uns ein Botschafter der Menschen zur Verfügung. Einer der Riese kann diesen auf seine Schulter heben und somit eine neue Verbesserung für die Rohstoffe freischalten. Entscheiden wir uns für den falschen Riesen, können eventuell weitere Projekte nicht abgeschlossen werden. Das klingt vielleicht alles unfassbar kompliziert, jedoch nimmt uns das Tutorial gut an die Hand und nach kurzer Einspielzeit macht es unfassbar viel Spaß mit den Rohstoffen, Fertigkeiten und Botschaftern herum zu experimentieren.

Das Handeln der Menschen können wir dabei nur passiv beeinflussen. Besitzt eine Siedlung zu viele Reichtümer, wird sie Gierig und greift eventuell andere Siedlungen an. Damit das verhindert wird, können wir den Menschen Gefahr verdeutlichen, durch zum Beispiel gefährliche Tiere. Auch gibt es noch Ehrfurcht. Die Menschen können sich nämlich auch gegen ihren Erschaffer wenden und eure Riesen angreifen. Wir lassen dann einfach unsere göttliche Macht walten und zerstören kurzerhand die Siedlung. Jedoch zerstören wir dann eventuell eine hochentwickelte Kultur und unser Spielfortschritt nimmt ab.

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Und in 30 Minuten erschuf Gott die Menschen…

Damit komme ich dann auch zu meine größten Kritikpunkt. Eine Spielrunde mit „Reus“ dauert zuerst 30 Minuten. In der Zeit müssen wir Errungenschaften abschließen, welche einem an das Erfolge – und Trophäensammeln der Xbox bzw. Playstation erinnern. Schließe eine Runde mit einer Siedlung mit 200 Wohlstand ab oder schließe ein Projekt der Stufe 2 ab, heißt es dann. Sammelt ihr genug dieser Errungenschaften, schaltet ihr die 60-und 120-minütigen Runden frei. Nur auf diese Art und Weise erhaltet ihr einen Fortschritt im Spiel. Es gibt keine Kampagne und man hat schnell alles gesehen. Der Umfang ist in diesem Sinne also nicht sehr groß. Zudem ist der Aufbau jeder Runde immerzu der gleiche. Wem dieses Prinzip des Fortschritts aber nicht stört, kann so einige Stunden mit dem Spiel verbringen. Die Projekte der Menschen werden nämlich immer aufwendiger und wir müssen immer wieder knobeln, wie eine Siedlung zum Beispiel 100 Nahrung und Reichtum erhält.

Technik

„Reus“ setzt bei der Technik auf einen Comic-Style, welcher sehr gut zum Spielgeschehen passt. Die vier Riesen sind zudem sehr schön gestaltet man beobachtet gerne ihr Handeln. Auch bringt es Spaß, das Treiben der Menschen und Tiere zu beobachten. Der Soundtrack ist sehr ruhig und passt zum Design der Spielwelt, jedoch bleibt dieser auch sehr stark im Hintergrund und sticht niemals besonders hervor. Die Steuerung mit dem Controller ist dafür aber sehr angenehm gelungen. Das Tutorial erklärt einem alle wichtigen Funktionen und nach einer gewissen Zeit geht alles gut von der Hand. Falls es aber mal zu hektisch wird und wir die Übersicht verlieren, können wir das Spiel jederzeit pausieren und so unsere nächsten Schritte in aller Ruhe planen. Leider gibt es einige Übersetzungsfehler und teilweise werden Texte komplett in Englisch angezeigt. Diese kleinen Patzer kann man aber jedoch schnell verzeihen.

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„Reus“ ist erhältlich für Xbox One, PS4 und PC. Getestet wurde die Xbox One Fassung.

Summary
„Abbey Games“ haben mit ihrem ersten Titel vielleicht kein Meisterwerk geschaffen und sie treten bestimmt nicht in die Fußstapfen von vergangen Götter-Simulationen. Jedoch müssen sie das auch gar nicht. Mit dem originellen Spielprinzip hat mich „Reus“ für mehrere Stunden gefesselt und mir vor allem etwas Neues gezeigt. Durch die verschiedenen Fertigkeiten der Riesen, die Symbiose und den Botschaftern ist genug Tiefgang geboten. Dafür überrascht das Spiel nach weniger Spielzeit nicht mehr und das Prinzip des Fortschritts ist für mich nicht sehr motivierend. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird mit „Reus“ bestimmt so einige Stunden Spaß haben.
Good
  • Originelles Spielprinzip
  • Tiefgang durch Verbesserungen und Botschafter
  • Ansteigende Komplexität
  • Schöner Grafikstyle
  • Tutorial bringt einem alle wichtigen Funktionen bei
  • Controller Steuerung fühlt sich gut an
Bad
  • Geringer Umfang
  • Fortschritt durch Errungenschaften
  • Übersetzungsfehler
  • Sound sticht niemals besonders hervor
7
Gut
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