Resident Evil: Revelations Review

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Eine neue Konsolengeneration bedeutet meist auch: Mehr Ports von Capcom-Spielen. Speziell die Resident Evil-Reihe scheint es den japanischen Machern angetan zu haben. Schon 2016 veröffentlichten sie die Teile 4 bis 6 für PS4 und Xbox One. Da blieb nur einer übrig: Resident Evil: Revelations, der Serienableger für den 3DS. Nachdem er bereits den Weg auf PC, Xbox 360, Wii U und PS3 nun also auch die Version für die heutige Generation.

Offenbarung dazwischen

Angesiedelt ist die Geschichte nach den Ereignissen von Resident Evil 4, aber vor denen von 5. Wir schreiben das Jahr 2004: Die schwimmende Insel Terragrigia wird Opfer eines Terrorangriffs. Eine Rebellengruppe namens Il Veltro setzt biogenetisch erschaffene Kreaturen frei, die von der obersten Kontrollbehörde, der Federal Bioterrorism Commision (FBC), nur durch einen Angriff eines Killersatelliten vernichtet werden können. Um Situationen wie Terragrigia besser vorzubeugen wird die Bioterrorism Security Assesment Alliance (BSAA) gegründet. Jene Organisation, die auch in allen späteren Resident Evil-Spielen bis Teil 6 eine wichtige Rolle spielt. Ein Jahr später werden die BSAA-Agenten Parker Luciani und Jill Valentine auf die Queen Zenobia geschickt, einem luxuriösen, doch verlassenen Kreuzfahrtschiff, auf dem Jills alter Partner Chris Redfield sowie dessen Partnerin Jessica Sherawat vermutet werden. Leider entpuppt sich das ganze als Falle, denn Chris ist mit Jessica bereits in Skandinavien unterwegs, wo sie Spuren einer eventuellen Rückkehr von Il Veltro nachgehen.

Man sollte sich über eventuelle Logikfehler besser nicht den Kopf zerbrechen. Resident Evil hat es mit einer wirklich gut durchdachten Story noch nie sehr ernst genommen, zumindest nicht vor Teil 7. Was aber nicht heißt, dass es keinen Unterhaltungswert gibt. Vor allem ist Resident Evil: Revelations durch seinen Ursprung auf einem Handheld-System bedeutend kleiner aufgebaut als vergleichbare Resident Evil-Titel. Dadurch erinnert es mehr als die Anfänge der Reihe auf der alten Playstation. Doch mit einer Handvoll Schauplätze schafft Revelations es deutlich besser, die beklemmende Atmosphäre rüber zu bringen als Teil 5 oder 6.

Aufgebaut ist das Spiel in zwölf Episoden mit einzelnen Unterkapiteln. Hier übernimmt man immer wieder abwechselnd die Rolle von drei Teams. Große Unterschiede in der Spielweise gibt es nicht. Jeder Charakter kann drei Waffen gleichzeitig mit sich führen. Die Auswahl beschränkt sich dabei auf bekannte Waffen des Resident Evil-Universums: Pistolen, Schrotflinten, MGs, Scharfschützengewehre. Neu hingegen war einst die Möglichkeit, Waffen mit Spezialwerkzeugen zu verbessern. Dies ersetzte die stumpfen Aufrüstoptionen aus Resident Evil 5. So können einige durchaus interessante Fähigkeiten wie aufladbare Schüsse verwendet werden.

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Nicht ist „Zen“ auf Zenobia

Mit der Episodenweise wollte man 3DS unter die Arme greifen, um die Kampagne in kleineren Abschnitten durchzuspielen. Inzwischen ist es ein fester Bestandteil der Revelations-Reihe. So muss man sich nicht wundern, dass die Episoden hier noch relativ kurz und mit klaren Zielen versehen sind. Was aber nicht bedeutet, dass Erforschung nicht gewollt ist. Denn mit jeder neuen Episode erhalten die Teams Zugang zu weiteren Räumen der Queen Zenobia durch spezielle Schlüssel, Schalter oder Zugangskarten. Räume, die in früheren Episoden verschlossen blieben, bieten oft wichtige Ausrüstung. Ein wenig rarer hingegen sind grüne Kräuter, die hier komplett Erste Hilfe-Sprays ersetzten. Doch auch hier wird ein wenig Hilfestellung geliefert. Teil der Ausrüstung von Jill, Chris & Co. ist auch der Genesis-Scanner. Damit können Feinde und Räume untersucht werden, um versteckte Gegenstände ausfindig zu machen oder die Untersuchungsanzeige zu füllen. Einmal auf 100%, gibt der Scanner ein gratis Kraut für den Spieler ab. Außerdem dient er zur Entdeckung der insgesamt 30 versteckten Handabdrücke. Ein paar Bosskämpfe sind regelrecht obligatorisch für ein Resident Evil-Spiel. Leider sind sie oft sehr hektisch aufgebaut. Noch dazu fressen Bosse wie eigentlich immer viel zu viel Munition. Umso frustrierender, dass sie häufig auch über Attacken verfügen, die sofort tödlich sind.

Bei all dem sollte man aber nicht vergessen: Die Kampagne ist nur ein kleiner Teil von Resident Evil: Revelations. Der andere Teil befindet sich im Raubzugmodus. Dieser, von der Kampagne unabhängige Teil, ist den Mercenaries-Szenarien früherer Resident Evil-Spiele nachempfunden, allen voran dem ersten echten Mercenaries aus Teil 3. Ziel ist es, allein oder zu zweit (Lokal oder Online), möglichst schnell von einem Punkt A zu einem Ziel Punkt B zu kommen und dabei so viele Gegner wie möglich zu erledigen, am besten ohne dabei selbst Treffer zu erleiden. Dieser Modus bietet Belohnungen für erledigte Gegner, Medaillen sowie ein Level-System, mit dem mehr Charaktere, Waffen und Kostüme freischaltet. Hier kommen auch Charaktere zum Zug, die in der Kampagne nur am Rande auftauchen. Zwar erfüllt Resident Evil: Revelations nicht ganz die Erwartungen, welche durch den noch deutlich größeren Raubzugmodus des Nachfolgers aufgebaut wurden, aber amüsante Kostüme und eine ordentliche Auswahl an Leveln macht das wett. Highlight dürfte sicher eine komplett begehbare Version der Queen Zenobia sein, die über nicht weniger als sieben verschiedene Ausgänge verfügt, einer davon sogar mit einem geheimen Boss.

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Ein Remaster eben

Große technische Überraschungen sucht man vergebens. Meiste Arbeiten wurden bereits geleistet, als Revelations einst für PC, Xbox 360, PS3 und Wii U erschien. Diese Neuauflage ist nichts weiter als ein relativ simpler Port, der immerhin solide arbeitet. Schnelle Ladezeiten und eine konstante Framerate können überzeugen. Auch die Sprecher machen einen relativ guten Job, mal abgesehen von einigen unfreiwillig komischen Akzenten.

Zum Haareraufen ist aber einmal mehr die merkwürdig belegte Ausweichenfähigkeit – besonders weil sie in einigen Fällen schlichtweg nicht funktioniert. Oft muss Glück im Spiel sein, wenn das Spiel sich entscheidet, mal das Manöver richtig zu deuten. Ansonsten ist die Steuerung wie gewohnt aus der Reihe.

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FAZIT: Hinkt dem Nachfolger hinterher. Trotzdem noch gut.

Die Jahre waren nicht gut zum ersten Revelations-Teil. Vor allem nach Resident Evil 7 sind die Erwartungshaltungen an die Reihe nur noch höher gestiegen und in Anbetracht dessen, was seit dem Revelations-Debüt erschienen ist – ja, da kann der Titel leider nicht mehr mithalten. Wer sich für den Raubzug-Modus interessiert, der ist mit Revelations 2 weit besser aufgehoben, weil er auch mit Charakteren sowie den Levels des ersten Teils (und darüber hinaus) aufwartet. Immerhin bietet die Story ein paar Überraschungen und füllt einige Lücken Hintergrundinformationen. Preislich orientiert sich Capcom an anderen Resident Evil-Remastern, daher kann eine Empfehlung zum normalen Preis nur voll und ganz ausgesprochen werden, wenn man es nicht bereits für andere Systeme besitzt.

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Getestet wurde die digitale PS4-Version. Resident Evil: Revelations ist außerdem erhältlich für PC, Xbox One, Xbox 360, Wii U, PS3, Nintendo 3DS und bald auch für Nintendo Switch. 

 

Good

  • Trotz allem eine gute Atmosphäre
  • Anständige Präsentation
  • Durchaus viel Inhalt

Bad

  • Nicht gut gealtert
  • Steuerung nicht immer präzise
6.5

Okay

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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