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Resident Evil 5 Review

Mit dem bereits dritten Remaster eines Resident Evil-Titels dieses Jahr bringt Capcom einen Titel auf die neue Konsolengeneration, der einst kontrovers diskutiert wurde. Doch wie schlägt sich Resident Evil 5 heute? Lest es in unserem Review!

 

In Zaire

2009 reist Chris Redfield im Auftrag der BSAA nach Afrika, um einen Mann namens Ricardo Irving dingfest zu machen, der mit biologischen Waffen Geschäfte macht, darunter einer Form des Plagas-Virus aus Resident Evil 4. Was zunächst wie eine simple Razzia beginnt, entwickelt sich für Chris und seine Partnerin Sheva Alomar zu einer Hexenjagd, in der Umbrella trotz seiner Zerschlagung seinen langen Schatten voraus wirft – und in der ein alter Feind von Chris seine Finger im Spiel hat: Albert Wesker, der ehemalige Chef von Raccoon Citys S.T.A.R.S.-Einheit, der jetzt mit dem Tricell-Konzern im Bunde steht, um seine Weltherrschaftspläne zu verwirklichen…

Nur knapp schrammt Resident Evil 5 an der Grenze vorbei, die Resident Evil 6 mit Pauken und Trompeten überquert hat. Denn so viel sei gesagt: Teil 5 hat eine dumme Story, aber ist in seiner Gesamtheit nicht annährend so schlimm wie Resident Evil 6 – was auch daran liegen mag, dass es im Grunde nur eine Handvoll Protagonisten und mit Afrika nur einen zentralen Schauplatz gibt. Aber trotzdem kann man es nicht anders sagen: Resident Evil 5 ist im Grunde genommen ziemlich dumm und hoffnungslos offensichtlich, wenn es darum geht, die Merkmale der Resident Evil-Reihe in den letzten Jahren hervorzuheben. Dabei sind gerade die Charaktere in dieser Disziplin Goldmedaillen-Gewinner: Chris Redfield gibt einmal mehr den stumpfen, völlig ignoranten Klotz, der lieber mit dem Kopf durch die Wand möchte als einmal kurz nachzudenken (jedenfalls wenn der Plot nicht gerade genau das von ihm erfordert) und Sheva bleibt – wie so viele Einmalcharaktere vor und nach ihr – blass. Man muss schon dankbar sein, dass Resident Evil 5 mit Albert Wesker einen der besten Feinde der Reihe präsentiert, denn Wesker ist so herrlich offensichtlich leidenschaftlich böse, dass es eine Freude ist ihm zuzuschauen.

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Kill-imandscharo

Mit Resident Evil 5 wurde zum ersten Mal echter Co-Op eingeführt, sowohl lokal als auch Online. Chris und Sheva sind jederzeit gemeinsam unterwegs und wie man es von diesen Spielen erwarten sollte, wirft einem das Gameplay immer wieder Stolpersteine in den Weg, bei dem beide voneinander getrennt werden oder man an den Haaren herbeigezogene Puzzle zu zweit lösen muss. Während man zu Beginn noch relativ gut an die Survival-Horror Vergangenheit der Reihe erinnert wird, entwickelt sich Resident Evil 5 mit der Zeit immer mehr zu einem schlechten Third Person Shooter, in der Dinge wie eine Deckungsmechanik wie reingeworfen wirken, ohne sich groß Gedanken zu machen. Vor allem erstaunlich: Mit der Zeit wirft das Spiel so viele neue Gegnerkombinationen in den Weg, dass aus der angeblichen Herausforderung schnell eine Qual und Nerven strapazierende Angelegenheit wird: Helme, die die ohnehin schon relativ sinnlosen Kopfschüsse vollends nutzlos machen, Gegner, die nur an ihren Schwachpunkten verletzlich sind und natürlich der Klassiker: Gegner mit Fähigkeiten, die einen sofort umbringen, egal wie viel Energie man noch hat.

Hätte man sich etwas mehr auf ein paar einzelne Aspekte konzentriert, wäre es besser gewesen. Denn die ersten beiden Akte von Resident Evil 5 sind nämlich sogar recht gut: Man hat mit ein paar guten Mysterien zu tun und untersucht recht abwechslungsreiche Umgebungen. Ähnlich wie in Resident Evil 4 wird auch in Teil 5 die Erkundung belohnt: So findet man hin und wieder Embleme, die man abschießen muss, um freischaltbare Extras zu erhalten wie zusätzliche Kostüme oder Figuren. Weiterhin gibt es Schätze, die man für Gold verkaufen kann. Dieses lässt sich wiederum in Waffen und Upgrades investieren. Rüstet man eine Waffe voll auf, kann man die Option für unendliche Munition erwerben, was die Sache vor allem im Fall von Magnum-Pistolen sehr viel angenehmer macht.

Nach dem Abschluss der Hauptkampagne ist noch lange nicht Schluss. Zwei weitere Einzelspieler-Episoden warten auf den Abschluss. „Lost in Nightmares“ ist die direkte Vorgeschichte zu Resident Evil 5 und so ziemlich auch der beste Teil des Spiels. Chris Redfield und Jill Valentine kommen in einer Nachbildung der alten Spencer-Villa aus Resident Evil dem Namensgeber des Hauses und Umbrella-Gründers Ozwell E. Spencer auf die Schliche. Zwar ist „Lost in Nightmares“ relativ kurz, gefüllt ist die Zeit aber mit einigen guten Puzzles und genug Action, dass man sich an alte Tage zurückerinnert. Mit einem kleinen Trick lässt sich diese Episode übrigens auch in der fixierten Kameraperspektive der alten Spiele erleben. Man muss nicht mal die Hauptkampagne komplett abschließen, um es spielen zu können. Nötig ist das nur für die zweite Zusatzkampagne: „Desperate Escape“ ist eine Parallelhandlung, die während des letzten Kapitels stattfindet. Hier wird beleuchtet, wer Chris und Sheva am Ende zu Hilfe eilt. Noch nicht genug? Resident Evil 5 enthält außerdem einen Versus-Modus und zwei Mercenaries-Modi, Normal und Reunion. In letzterem geben sich zusätzliche Charaktere aus dem Resident Evil-Universum ein Stelldichein. Barry Burton aus Resident Evil: Revelations 2 ist ebenso spielbar wie Rebecca Chambers aus Resident Evil 0. Für zusätzliche Spielzeit ist also gesorgt.

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Nil-hilistisch

Viel hat sich nicht geändert auf der neuen Generation. Resident Evil 5‚ größter grafischer Fehler ist der merkwürdige Grafikfilter, der die ganze Umgebung leicht grau und matt wirken lässt. Vergleichen kann man das mit zu greller Belichtung, wodurch die Farben recht unangenehm wirken. Gute Musik hört man leider erst gegen Ende des Spiels. Und natürlich leidet es an Capcoms altbekanntem Problem mit einer völlig überzogenen Steuerung. In dieser Hinsicht ist es ein merkwürdiger Hybrid aus Resident Evil 4 und 6: Immer noch mit der klassischen panzerhaften Steuerung aus 4, aber mit Action-orientierten Änderungen, die erst in Teil 6 völlig ausgereift waren.

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FAZIT: Inhaltstechnisch das beste Remaster, aber…

Getestet wurde die PS4-Version. Es ist auch erhältlich für Xbox One.

Summary
Viel zu tun hat man auf jeden Fall in Resident Evil 5. Allein vom Preis/Leistungsverhältnis ist es Capcoms bisher dickstes Remaster-Paket und nach den Enttäuschungen der letzten Monate ist es eine willkommene Abwechslung, auch mal wieder einen Titel der Reihe zu spielen, bei dem zumindest ein paar Dinge noch aus den alten Tagen erkennbar sind. Anders als Teil 6 empfiehlt sich aber hier, das Spiel mit einem Partner zu spielen. Allein zehrt es mit der Zeit leider gehörig an den Nerven. Nie so weit, dass man Handtuch werfen möchte, aber doch so sehr, dass man sich zeitweise zwingen muss.
Good
  • Sehr viele Inhalte
  • Es ist nicht Resident Evil 6
  • Albert Wesker
  • Größtenteils angenehm zu spielen
Bad
  • Nimmt zum Ende hin doch sehr ab
  • Präsentation kein Renner
  • Story teilweise zum Augenrollen
6
Okay
Written by
Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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