Redeemer Review

PC

 

   

Brawler findet man häufig, doch einen von oben zu sehen kommt nicht alle Tage vor: Redeemer von Sobaka Studio und Gambitious kombiniert Elemente eines Spektakel-Actionspiels wie God of War mit der Perspektive des ersten Metal Gear Solid – und dem Gewaltgrad von Mother Russia Bleeds. Lest jetzt unseren Test zu Redeemer!

 

Gott kennt Gnade, Vasily nicht

Eigentlich wollte er nur etwas Ruhe: In seinem früheren Leben war Vasily ein Söldner, der ohne mit der Wimper zu zucken Leute bedroht, gefoltert und ermordet hat. Doch eines Tages will seine Armee ihn verstümmeln lassen, um aus ihm einen noch tödlicheren Cyborg zu machen. Der Punkt, an dem Vasily schließlich flieht und mit seinem Leben als Killer bricht. In einem Shaolin-Kloster lernt er seinen inneren Frieden zu finden – bis seine alte Einheit um Anführer General Volkov ihn Jahre später aufspürt und ihn dazu zwingen will, sich umwandeln zu lassen. Nicht nur töten sie die meisten von Vasilys Brüdern, sie nehmen auch Mönche gefangen. Um zumindest sie vor Schrecken zu bewahren, folgt er ihnen.

Seine Geschichte erzählt Vasily in Comic-artigen Zwischensequenzen. Jede davon ist sehr detailliert erzählt. Im Spiel selbst bleiben von diesen nur Vasilys Erzählerstimme und der ein oder andere Nebencharakter übrig. Wirkliches Interesse vermag die Geschichte allerdings nicht zu wecken. Es spielt sich eher wie eine Mischung aus Rambo und Rambo III. Aber solange das Gameplay drumherum stimmt, muss das kein schlechtes Omen sein. Und in dieser Hinsicht punktet Redeemer gehörig.

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Mal es rot!

Schon von Beginn an verfügt Vasily über sein ganzes Arsenal an Fähigkeiten, darunter Schläge, Tritte, eine Ausweichrolle und die Fähigkeit zu parieren. Große Kombos gibt es zwar nicht, aber dafür unzählige temporäre Nah- und Fernkampfwaffen. Diese verfügen meist nur über wenig Haltbarkeit beziehungsweise sehr eingeschränkte Munition, aber sie können Vasily in dieser Zeit einen deutlichen Vorteil verschaffen. Ob Schockstäbe, Eisenrohre, Messer oder Macheten – Nahkampfwaffen werden auch für Finisher eingesetzt. Überhaupt setzt Redeemer sehr auf die Verwendung eben jener Finisher: Gegner können mit Hilfe der Umgebung sofort ausgeschaltet werden, indem man sie zum Beispiel unter eine medizinische Säge wirft, sie in einen Schrank schmettert oder ein Waschbecken nach ihnen wirft. Power-Ups gibt es hingegen keine. Vasily stellt seine Lebensenergie über Finisher und Gegnerbeseitigungen wieder her.

All das sieht man in Redeemer aus der Vogelperspektive, was stark an einen anderen, ähnlich blutigen Titel erinnert: Hotline Miami. So kann man – wie auch dort – sich mit Tastendruck einen kurzen Überblick über die weitere Umgebung verschaffen, was auch recht wichtig ist, denn die Level sind sehr linear und lang aufgebaut. An Gegnern bekämpft man zu Beginn vor allem Söldner. Relativ früh werden diese vor allem durch verschiedene Arten von Mutanten ersetzt, denen man in einer Forschungseinrichtung begegnet. Ein wenig Abwechslung vermisst man bei der Umgebung. Oft ist man in engen Fluren einer Forschungseinrichtung oder in alten Abwasserrohren unterwegs. Nur selten wird das Kampfgebiet etwas größer, meist wenn man Arena-mäßig in den Räumen eingeschlossen wird. Diese Arenen kann man auch für einen kleinen Überlebensmodus frei spielen, wo man gegen weitere Wellen von Schergen antritt. Weiterhin findet man hin und wieder Schriftrollen, auf denen man Konzeptzeichnungen findet.

Außer Kämpfen bietet Redeemer wenig Abwechslung. In diesem Fall ist das jedoch kein Nachteil, da Sobaka Studios sich Mühe gegeben haben, die Präsentation der Kämpfe so ansprechend wie möglich zu gestalten. Bei bestimmten Finishern zoomt die Kamera nah an Vasily heran und zeigt in Zeitlupe, wie er den Gegner ausschaltet. Die Soundkulisse ist ausgesprochen hervorragend und gibt jedem Schuss, Schlag oder gebrochenen Knochen das nötige Brummen.

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Controller bitte!

Ich habe Redeemer abwechselnd mit Maus+Tastatur und Controller gespielt. Letzterer ist insgesamt vorzuziehen, da man ansonsten mit der Maus die Blickrichtung zusätzlich zur Laufrichtung kontrolliert und sich mit Controller deswegen freier bewegen kann als mit der Maus. Wie auch der Sound ist die Musik ziemlich gelungen. Kopfzerbrechen bereitet eher die stellenweise sehr schlechte Performance: Das Spiel selbst läuft in der Unreal4-Engine und wenn sehr viel auf dem Spielfeld passiert, wird es manchmal sehr langsam. Nicht unspielbar langsam, aber deutlich genug, dass es auffällt.

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FAZIT: Schlachtplatte von oben

Redeemer ist ein gewalttechnisch recht drastischer Titel, der mit einer simplen Story, aber einer tollen Präsentation aufwartet. Zugegeben, man wird hinterher nicht daran zurückdenken, aber es wird solide Action geboten für knapp sechs Stunden Spielzeit.

Redeemer ist ein exklusiver PC-Titel.

Good

  • Solide Actionkost
  • Gute Präsentation
  • Gelungene Soundkulisse

Bad

  • Könnte technisch besser sein
  • Etwas wenig Abwechlung
8

Sehr gut

Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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