Playerunknown’s Battlegrounds und die Lust am töten

Playerunknown’s Battlegrounds und die Lust am töten

Was macht dem Hype und Playerunknown’s Battlegrounds aus und kann es sich auf Dauer beweisen? Diese Fragen werden wir auf den Grund gehen

In weiter Distanz ist eine Person zu erkennen, sie befindet sich auf dem direkten Weg zu dem Gebäude. Das Gewehr im obersten Stockwerk wird angelegt Gewehr angelegt. Durch das Visier ist jene Person gut zu erkennen: Sie trägt einen Helm, in der Hand befindet sich zudem ein Sturmgewehr. Der Atem wird angehalten, die Person befindet sich direkt in der Mitte des Visieres. Der Abzug wird gelöst, ein lauter Knall folgt. Die Fensterscheibe zerspringt und die Person wird von der Kugel getroffen, welche direkt zu Boden sackt. Der Schütze begibt ohne zu zögern zu dem Toten, doch bevor er diesen erreicht, lösen sich mehrere Schüsse und beenden sein Leben aus dem Hinterhalt. Was aus einem Kriegsgebiet stammen könnte, stammt aus dem Playerunknown’s Battlegrounds und der Schütze ist einer von hundert Spielern in einem Kampf um Leben und Tod. Wer noch nichts von dem Titel gehört hat, gehört wohl zu den wenige Spielern, die noch nicht einen Blick in den Titel geworfen haben. Denn der Battle-Royale Shooter Playerunknown’s Battlegrounds ist zurzeit in aller Munde. Bereits über 10-Millionen wurde der Titel über die Plattform Steam verkauft und ein Ende ist nicht in Sicht. Doch woran liegt das? Warum trifft ausgerechnet dieser Shooter den Nerv der Spielergemeinde? Handelt es sich nur um einen kurzzeitigen Hype, oder werden wir noch länger von diesem Titel hören? Diese Fragen versuche ich nun auf den Grund zu gehen.

Das Spielkonzept

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Erst mal zu den Grundlagen. In „Playerunknown’s Battlegrounds“ befinden wir uns in einem Kampf ums Überleben gegen hundert andere Spieler. Bevor der Kampf jedoch beginnt, müssen wir aus einem Flugzeug springen, welches quer über ein Insel fliegt. Auf dem Boden angekommen machen wir uns auf die Suche nach Ausrüstung: Waffen, Schutzwesten, Helmen und Medikamenten. All dies benötigen wir, um den Kampf gegen andere Spieler zu gewinnen. Damit wir uns aber nicht das ganze Spiel über verstecken, zwingt uns eine blaue Barriere zum Fortbewegen. Befinden wir uns nämlich außerhalb dieser Barriere, erhalten wir kontinuierlich Schaden. Nach und nach wird der Kreis immer kleiner und wir kommen unseren Gegner damit immer näher. Sind wir weit von der Barriere entfernt, können Fahrzeuge einen schneller ans Ziel bringen. Das einzige Ziel des Shooters bleibt es zu überleben. Wie wir das genau machen, bleibt uns selbst überlassen: Ob wir uns in einem Haus verbarrikadieren, ins tiefe Gras legen oder die direkte Konfrontation suchen, viele Wege führen zum Sieg oder zur Niederlage. Wenn wir dann doch unser Ende finden, ist das Match für uns vorbei und wir müssen erneut von Vorne starten.

Woher kommt der Hype?

Der Hype um Playerunknown’s Battlegrounds kommt nicht von ganz allein. Stattdessen haben Titel wie „DayZ“ und „H1Z1“ seinen Weg geebnet. Der Kampf um das Überleben ist etwas, was den Menschen schon immer fasziniert hat, vor allem die sozialen Interaktionen untereinander. Über das Leben einer anderen Person zu entscheiden löst ein gewisses Machtgefühl aus, und sei es nur das virtuelle Leben. Vor allem die Kämpfe sind Adrenalin geladener als in anderen Shooter. Der Tod bedeutet hier den Verlust von kostbarer Ausrüstung und mehrerer Spielstunden dazu. „Playerunknown’s Battlegrounds“ bietet nun genau dass, jedoch auf das Geringste heruntergebrochen. Es gibt keine Nahrung, Krankheiten oder unverständliche Mechaniken, stattdessen geht es nur um das Kämpfen. Dies ist wohl auch einer der Gründe, warum der Shooter so erfolgreich ist: Er ist deutlich kompakter, schneller und einfacher als andere Gerne-Vertretern. Bereits nach wenigen Spielminuten gibt es die ersten Erfolgserlebnisse: Das Finden bestimmter Waffen bis hin zum ersten Abschuss. Zudem gibt es hier ein konkretes Ziel. Dahingegen gibt es in Genrevertretern wie „DayZ“ und Co. kein direktes Ziel, die eigentliche Spielmechanik ist das Ziel. Dies kann vor allem nach langen Partien ermüdend wirken. Wiederum in „Battlegrounds“ haben wir ein Ziel: Überleben. Nach zwanzig bis vierzig Minuten ist alles vorbei und wir stehen entweder als Gewinner da oder alles verloren was wir uns in den Minuten zuvor aufgebaut haben. Dern Verlust ist jedoch nicht so gravierend wie in anderen Survival Spielen: Wir verlieren zwar unsere Ausrüstung, doch die nächste Runde kann direkt losgehen, ohne dass wir Gegner mit besserem Equipment begegnen. Chancengleichheit wird hier großgeschrieben. Dies verhindert zu starke Frustmomente und hält die Motivation aufrecht, eine weitere Runde zu starten. Da der Verlust nicht so groß ist können auch eher Wagnisse eingegangen werden. Das gesamte Spiel wird damit zugänglicher und ein wenig einstiegsfreundlicher.

Die Lust zu töten

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Damit stehen bereits einige Argumente, warum der Titel in kurzer Zeit Scharen von Spielern begeistert. Doch da gibt es noch mehr. Neben dem angenehmen Trefferfeedback ist es wohl die Lust am Töten. Das klingt dabei aber härter als es ist. Einen Spieler auszuschalten macht nicht so viel Spaß, weil ich damit einem anderen Spieler den Spaß verderbe. Es geht eher um die Ausschaltung der Bedrohung und die Chancen auf den Sieg zu steigern. Das wird einem zudem in dem Zähler für die gesamte Spieleranzahl noch mal verdeutlich. Die Grundmechanismen des Menschen werden dabei zudem noch gleichzeitig befriedigt: Das Jagen und das Sammeln. Denn ein getöteter Gegner bereichert uns dann auch noch mit wertvoller Ausrüstung.

Ob „Playerunknown’s Battlegrounds“ auf der Langstrecke gewinnt, ist ungewiss. Jedoch müssten die Entwickler nur ein Blick auf „DayZ“ werfen und das genaue Gegenteil tun. Regelmäßige Updates mit neuem Inhalt und eine ständige Verbesserung der Engine sollten die Spieler bei der Stange halten. Die Community ist hier das A und O und sollte auf keinen Fall vergrault werden. Denn „Battlegrounds“ muss sich eine feste Spielerbasis aufbauen, um auch in Zukunft relevant zu bleiben. Vor allem bekannte Probleme sollten so schnell wie möglich angegangen werden, um auch die bereits jetzt etablierten Spieler nicht zu verscheuchen. Ein Hype hält nämlich nicht für immer an

 

 

 

 

 

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