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Passkontrolle: Tales from the Borderlands (Teil 1)

You didn’t know Jack

Die Geschichte beginnt nach den Ereignissen von Borderlands 2: Nach seinem kometenhaften Aufstieg musste sich Hyperion-Chef Handsome Jack den Kammer-Jägern geschlagen geben und bezahlte seinen Griff nach der Herrschaft mit seinem Leben. Seine Firma hat nun eine neue Führungsriege. Einer davon ist der aufstrebende Kaufmann Rhys. Sein größter Traum ist es, eines Tages einen großen Konzern zu führen, doch seine anstehende Beförderung fällt in die Hände seines alten Gegners Vasquez – und der nutzt seine Position, um ihn kaltzustellen. Rhys schwört auf Rache und findet schon bald den idealen Ansatz: Ein anstehendes Geschäft, das Vasquez auf dem Planeten Pandora einfädeln möchte. Was er aber nicht ahnt: Hinter dem Deal selbst steckt die einheimische Betrügerin Fiona – doch das ist nicht das geringste ihrer gemeinsamen Probleme.

Auf den ersten Blick wirkt der Erzählfluss wie jede andere Episode von Telltale auch, aber das täuscht: Denn die Geschichte ist schon längst passiert und was der Spieler zu sehen bekommt sind nicht die echten Ereignisse, sondern eine Nacherzählung dessen, was die beiden Hauptdarsteller erlebt haben. So können sich bestimmte Handlungen je nach Charakter völlig unterscheiden und man bekommt einige Szenen aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Wie auch schon in früheren Telltale-Spielen gibt es ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen: Nutze ich meine eine Patrone jetzt oder hebe sie auf? Wie soll mein Roboter aussehen? Und speziell für Fiona: Was mache ich mit meinem Geld? Denn sie kann das aus Borderlands bekannte Geld aufnehmen und es an verschiedenen Stellen investieren. Rhys kann mit seinem Roboterauge hingegen Objekte in der Umgebung scannen und dabei einige lustige Hintergrundinformationen erhalten.

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Cast Away

Dass einem Rhys und Fiona auf Anhieb sympathisch sind, hat sehr mit ihren beiden Sprechern zu tun: Mit Laura Bailey und Troy Baker gewann Telltale zwei der vielleicht meist beschäftigten Menschen in der Branche für ihre Serie und beide liefern eine gewohnt hohe Leistung ab. Besonders letzterer spricht einen hervorragenden Part als Möchtegern-Jack Rhys. Unter den Nebencharakteren stechen besonders die beiden Partner der Hauptcharaktere sowie ein Charakter hervor, der von Veteranensprecher Nolan North gesprochen wird. Und das besondere: Jeder von ihnen ist ein komplett neuer Charakter in Pandoras Universum. Doch wäre es nicht Borderlands, wenn man nicht auch das ein oder andere bekannte Gesicht auftauchen würde, inklusive ihren jeweiligen Sprechern. Speziell natürlich Roboterassassine Zer0, nach dem die Episode schließlich benannt ist.

Aber nicht nur Sympathie entwickelt man für die Charaktere: Man kann auch sehr gut mit und über sie lachen. Denn Tales from the Borderlands hebt sich mit seinem Humor und einer gewissen Leichtgängigkeit erheblich von Telltales letzten Titeln The Walking Dead und The Wolf Among Us ab. Anders als in Borderlands 2 oder The Pre-Sequel bleiben einem allzu große Albernheiten erspart. Stattdessen sind die Dialoge tatsächlich ziemlich lustig, auch wenn die ganz großen Lacher ausbleiben.

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Telltale-technisch

Und dann wären wir schließlich bei den technischen Problemen, die scheinbar mit jedem Telltale-Spiel einhergehen: Flackernde Charaktere, teilweise Einbrüche der Framerate, leicht verbuggte Kamerafahrten – es ist bemerkenswert, dass Telltales Engine schon seit Jahren die selben Probleme mit nahezu punktgenauer Präzision wiederholt. Immerhin blieben mir bei meinem Durchgang ärgerliche Glitches erspart.

PASS-Status: Neugierde definitiv

Tales from the Borderlands legt mit seiner ersten Episode eine extrem gute Grundlage, die das von Gearbox geschaffene Universum schon jetzt umfangreicher ausbaut als das ebenfalls dieses Jahr erschienene Pre-Sequel! Zum ersten Mal werden die Personen greifbarer und verständlicher. Sie sind jetzt nicht mehr länger nur Zielscheiben für Spieler. Für Telltale ist es die Gelegenheit im Laufe der kommenden Monate dem Universum, seinen Bewohnern und der Kultur Pandoras eine Seele zu geben.

Man kann nur hoffen, dass sie dies nicht ungenutzt lassen.

Die games!-Passkontrolle zu Tales from the Borderlands basiert auf der PC-Version auf Steam.

Written by
Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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