SATURN - Soo! muss Technik

 

   

Eine neue Spielemarke von Blizzard – und dann auch noch ein Shooter? Wir haben uns in Overwatch gestürzt, um herauszufinden, wie gut es wirklich ist.

 

Zwölf comichafte Heldenfiguren metzeln einander mit Gewehren, Raketen oder Streithämmern nieder. Aufhänger der Streitigkeiten ist eine farbig eingerahmte Kontrollzone. Trotz seines Comicstils dürfte Overwatch keinen Preis für besonders friedliches Spielkonzept gewinnen. Vorweg, liebe Singleplayer-Fans, ihr werdet mit Overwatch nicht glücklich werden. Denn bei ihm handelt es sich um einen reinen Multiplayershooter. Werft stattdessen lieber einen Blick auf DOOM.

Doch zurück zu Overwatch: Auf zwölf Karten können sich die jeweils aus sechs Spielern bestehenden Teams mit unterschiedlichen Helden in drei Modi austoben. Dabei kennt es die unterschiedlichen Spielarten Schnellsuche, Matches gegen die KI und den Weekly Brawl. Am 28.06 stieß auch das Ranglistenspiel hinzu.

Ein Held für jede Lebenslage

Statt Klassen greift Overwatch auf eine Riege aus 21 Helden und Antihelden zurück. (Wobei Blizzard noch in diesem Jahr kostenlos Neue nachliefern will.) Zuzüglich teilt es diese in die vier übergeordneten Rollen Offensiv, Defensiv, Tank und Supporter. Diese vier Rollen verfügen zuzüglich über Subrollen: Dem folgend lassen sich manche Helden zusätzlich in Sniper, Konstrukteure oder Heiler einteilen.

Warum heißt es eigentlich Helden und nicht Klassen? Nun, ähnlich wie bei den Mobas verfügt jeder Held über mindestens drei Fähigkeiten und einen Angriffsmodus – mancher kann auch noch einen sekundären Angriff beisteuern. Am hilfreichsten oder gefährlichsten von ihnen bleibt zumeist die Ultimate eines Helden. Sie lädt sich durch Aktionen des Helden auf, was auf dem Bildschirm prominent im Ultimeter angezeigt wird. Weiterhin unterscheiden sich die einzelnen Helden voneinander auf signifikante Weise. Das liegt zum einen in den vier Rollen begründet, zum anderen aber auch an ihrem klugen Gameplay-Design. Während Soldier 76 als klassischer Shooter-Guy mit seinem Sturmgewehr über die Karte hetzt, fliegt Pharah mit einem Jetpack durch die Luft und lässt mit Raketen Feuer regnen. Genji hingegen beharkt seine Kontrahenten mit Wurfsternen oder reflektiert Projektile. Wohl gemerkt, alle diese drei Helden gehören der offensiven Rolle an. Solche doch auffälligen Unterschiede in der Spielweise finden sich bei den Helden aller vier Ausrichtungen wieder. Trotz der Beschränkung auf jeweils eine Waffe pro Held entsteht so ein sehr abwechslungsreiches Spielgefühl, das nicht so schnell eintönig wird. Ein besonderer Clou von Overwatch entstammt allerdings dem Klassenkonzept aus anderen Shootern: Ihr könnt euren Helden jederzeit wechseln, um euch an eine geänderte Spielsituation anzupassen. Ewiges Verharren auf einem schlecht ausgewählten Charakter, wie es in einem Moba passieren kann, muss in Overwatch nicht sein.

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Beim eigentlichen Charakterdesign schwankt Overwatch zwischen Klischees und sehr kreativen Schöpfungen. Reaper beispielweise erfüllt auf einer Liste eines Comic-Bösewichts wohl alle gängigen Stereotypen: Tiefschwarze Kleidung, eine skelettartige Maske, eine tiefe Stimme und melodramatische Todesdrohungen

Dafür stechen auch kreative Figuren wie Zenyatta, Tracer oder D.va hervor: Zenyatta ist ein Energiebälle schleudernder Androidenmönch in Supporterrolle. Die junge Pilotin Tracer kann durch die Zeit springen, was sie zu einer sehr agilen, offensiven Kämpfern macht. Bei D.va handelt es sich um eine südkoreanische Mech-Pilotin, die eine Ex-StarCraft-Progamerin ist. Gemein haben alle Helden, dass es durchweg Spaß bereitet sie zu spielen und keiner überflüssig erscheint.

Dem Schießen in einem Shooter ist besonders Rechnung zu tragen, auch wenn Overwatch ein Spezialkandidat ist. Immerhin definiert dieser Shooter sich nicht allein nur durch seine Schießeisen. Nichtsdestotrotz sehen die Waffen von Overwatch nicht nur passend aus, sondern vermitteln auch ein angemessenes Schussgefühl. Bis dato konnte ich noch keine Waffe eines Helden ausmachen, die sich falsch anfühlt. Wo Overwatch noch Verbesserungspotenzial hat, ist das Feedback, das es getroffenen Spielern gibt. Teilweise verliert man Leben, ohne wirklich etwas davon mitzubekommen. Worauf man beim ersten bemerkten Angriff verwunderterweise sofort aus den Latschen kippt.

Indes bleibt die Steuerung von Overwatch durchgehend konsequent: Die Fähigkeiten liegen immerzu auf denselben Tasten und die Fortbewegung der Charaktere fühlt sich gut an. Ewiges Hängebleiben an der Geometrie der Karten sucht man vergebens. Einzig nachteilig am minimalistischen Steuerungskonzept bleibt, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass eine Fähigkeit auf derselben Taste auch die gleiche Aufgabe erfüllt wie bei den zuvor gespielten Helden. Hier verschafft die Heldeninformationsfunktion Abhilfe, die kurz und bündig die Funktionsweise aller Angriffe und Fähigkeiten eines Helden erklärt.

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Lucio ist einer der Supporter in Overwatch. Kleiner Tipp: Mit seinem sekundären Angriff lassen sich Gegner in den Abgrund stoßen.

Teamplay? Aber bitte!

Manche moderne Teamshooter tun sich unheimlich schwer damit, funktionierendes Teamplay zu fördern. Overwatch gehört nicht zu diesen Kandidaten. Ohne Teamplay geht in ihm gar nichts. Zudem sorgt sein Design dafür, dass die sechs Spieler eines Teams auf den Sieg hinarbeiten. Trivialerweise hat auch ein unscheinbares Feature einen Anteil daran: Overwatch zählt nicht nur die finalen Treffer auf einen Gegner als Kill, sondern schreibt jedem eine Eliminierung zu, der einen Anteil am zu Fall bringen eines Gegners hatte. Dadurch gibt es schlichtweg kein Kill-Stealing. Auch dem K/D-Fokus aus anderen Spielen wird das Wasser weggegraben.

Eine noch bedeutsamere Stellung für das Teamplay nehmen die unterschiedlichen Rollen ein: Das Heldenauswahlfenster gibt hierbei eine Hilfestellung und empfiehlt beispielweise, dass ein Team unbedingt einen Supporter und einen Tank dabei haben sollte. Aus der Teamkomposition und dem Teamplay ergeben sich teils leider noch Balance-Schwierigkeiten. Momentan kann das doppelte bis mehrfache Wählen eines Helden zu überraschendem Erfolg führen. Meistens lässt sich dies zwar durch kluges Heldenwechseln wieder ausgleichen, manchmal führt dies jedoch zu einem unverhältnismäßig starken Gegnerteam. Meines Erachtens kann es nicht Ziel des Balance sein, dass die mehrfache Wahl des gleichen Helden überdurchschnittliche Vorteile bringt.

Ein weiterer Schlüsselstein im Spielkonzept von Overwatch besteht in der Möglichkeit, die Fertigkeiten der verschiedenen Helden zu kombinieren. Die sich daraus ergebenden Synergien können große Auswirkung auf ein Match haben. Besonders deutlich wird dies bei der Kombination von Ultimates. Als besonders synergiefreudige Heldin sticht beispielsweise Zarya hervor, deren Ultimate alle in Reichweite befindlichen Feinde heranzieht. Feuert nun eine Pharah ihre Trommelfeuerultimate oder ein Junkrat seinen Selbstmordreifen in das Getümmel, regnet es Eliminierungen. Häufig sichert eine solche Aktion einem der Beteiligten auch das Play-of-the-Game.

Das was? Am Ende eines jeden Matches präsentiert Overwatch die hervorragendste Aktion des Spiels: Das sogenannte Play-of-the-Game. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als gegenüber dieser Idee den Hut zu ziehen, da sie wirklich überzeugt. Auch wenn der dazugehörige Algorithmus noch nicht vollständig ausgefeilt ist: So kann es schon einmal passieren, dass der Türme errichtende Torbjörn das Play-of-the-Game dafür erhält, dass sein Turm mehrere Feinde zersägte, während er der Sniperin Widowmaker unter den Rock geschaut hat. Klar, Torbjörn mag in diesem Moment essentiell zum Match beigetragen haben, aber eine spannende Spielaktion sieht anders aus. Erfreulicherweise erhalten inzwischen auch Supporter häufiger diese Ehrung: Die Heilungsspezialistin Mercy kann beispielsweise bei richtiger Positionierung mehrere Teammitglieder mit ihrer Ultimate wiederbeleben. In der richtigen Situation winkt hierfür ein wohlverdientes Play-of-the-Game.

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Im Fall der Fälle kann die Heilerin Mercy zu einer Pistole greifen. Dauerhaft sollte sie aber nicht auf sich selbst gestellt sein.

Karten und Modi

Der Umfang von Shootern wird allzu gern an der Fülle an Karten und Modi gemessen: Overwatch bietet hier derzeit 12 Karten, die in drei Modi aufwarten. Bei Letzteren handelt es sich um Kontrolle, Fracht und Punkteroberung. Was auf den ersten Blick nach einer objektiv hohen Zahl klingt, schrumpft etwas, da jede Karte nur einen Modus bereitstellt. Achja, manche Karten kombinieren Punkteroberung und Fracht, wodurch technisch gesehen eine Art vierter Modus entsteht.

Wie funktionieren diese Modi eigentlich? Bei Kontrolle kämpfen die zwei Teams in einer Art King-Of-The-Hill um die Kontrolle einer farbig eingerahmten Zone. Erobert ein Team diese Zone, muss es sie halten bis seine Prozentleiste sich komplett aufgefüllt hat. Freilich versuchen die Gegner dasselbige. Da so ein Submatch schnell ausgetragen ist, wird Kontrolle in der Schnellsuche in einem Best-of-Three- und im Ranglistenspiel in einem Best-of-Five-Format ausgetragen. Während Kontrolle symmetrisch angedacht ist, nimmt in Punkteroberung und Fracht ein Team die Verteidiger- und das andere die Angreiferrolle ein. Erobern die Angreifer den eingerahmten Punkt gewinnen sie, scheitern sie, gewinnen die Verteidiger. Wer Team Fortress 2 gespielt hat, dem wird Fracht bekannt vorkommen: Ein Team muss einen Transporter über verschiedene Checkpoints bis zu einem finalen Ziel schieben. Das andere wirft sich diesem Vorhaben entgegen.

Gut und nicht gut – Overwatch verlässt sich bei seinen drei Modi auf eine sichere Formel. Klar, alle drei funktionieren. Sie funktionieren sogar hervorragend im Zusammenspiel mit dem Spielkonzept von Overwatch. Doch sind sie wahrhaft neu oder gar Genre definierend? Stechen sie im Vergleich zur Konkurrenz hervor? Anders als Multiplayershooter wie Battlefield fehlt es Overwatch an einem Signaturmodus. Außerdem hält Blizzard seine Kreativität bei der Modusschöpfung bis dato noch zurück.

Overwatchs Karten profitieren dadurch, dass ihr Design sich immer an einen der Modi anpasst. Hier hat Blizzard eindeutig richtig entschieden. Das Gegenteil hätte auf dem Papier des Marketing besser ausgesehen, aber die spielerische Erfahrung hätte merklich gelitten. Ähnlich wie bei den drei Modi gilt: Sie funktionieren im Rahmen des Spielkonzepts. Einzelne Karten setzen allerdings eine Spur zu sehr auf Engpässen. Volskaya Industries, einer Punkteroberungskarte, müssen die Angreifer mehrheitlich durch ein großes Tor. Während mobileren Helden noch ein Schleichweg offensteht, bleibt allen anderen nur der Frontalangriff.

Spielarten: Über den KI-Trainingsmatches bis hin zum Ranked

Abgesehen von den Modi und Karten unterscheiden sich die Matches von Overwatch noch nach ihrer Spielart: Hier stehen Trainingsmatches gegen die KI,  die Schnellsuche, das Ranglistenspiel und der Brawl der Woche offen. Der erste Punkt in dieser Liste dürfte selbsterklärend sein. Kurz gesagt handelt es sich bei der Schnellsuche um das Standardformat von Overwatch. Es führt einen entweder mit einer vorab zusammengestellten Gruppe bis zu sechs Spielern oder allein in ein Overwatch-Match. Hierfür füllt die Spielsuche bei Bedarf das eigene Team auf und sucht ebenso ein Gegnerteam, das in etwa der Stärke des eigenen Teams entspricht. Gleichzeitig versucht die Suche, die gleiche Anzahl von vorab zusammengefundenen Spielern im Gegnerteam herzustellen, was eine generelle Regel der Spielsuche von Overwatch ist. Bis jetzt habe ich meine meiste Spielzeit in eben dieser Schnellsuche verbracht und wenig an ihr auszusetzen. Ab und an kommt es zu einem starken Ungleichgewicht zwischen zwei Teams, was dazu führt, dass die Matches sehr einseitig verlaufen. Etwas Arbeit am Matchmaking steht noch aus. Eventuell ist das bei der Schnellsuche aber auch unumgänglich.

Ähnlich wie beim Brawl in Hearthstone verändert der jeweilige Brawl der Woche die Spielregeln von Overwatch. Im Aktuellen treten nur Mercy und Pharah gegeneinander an, während gleichzeitig die Flugfähigkeiten mit sehr niedriger Abkühlungszeit neu eingesetzt werden können. Ein anderes Mal kämpften bei Shimada Brothers nur Genji und Hanzo gegeneinander oder plötzlich standen sich nur Soldier 76 mit verringertem Leben gegenüber. Ihr merkt schon, beim Brawl der Woche tobt sich Blizzard etwas aus. Es geht hier nicht um Ernsthaftigkeit und auch die Balance ist bisweilen eher fragwürdig. Obendrein bereiten manche Brawls einfach mehr Spaß als andere. Nichtsdesotrotz handelt es sich bei ihnen um ein cooles Konzept.

Das Ranglistenspiel gleicht der Schnellsuche, ändert nur die Spielregeln bei den Modi etwas. Gleichzeitig kämpfen die Spieler um Ruhm, Ehre, eine Skillwertung und besondere Boni. Wie genau das funktioniert, könnte ihr in dieser News herausfinden. Nach meinen ersten zwei Ranglistenmatches fehlt es mir noch etwas an Spielerfahrung. Doch insgesamt scheint die Spielsuche gleichartigere Teams zusammenzubringen, was für spannendere Matches als bei der Schnellsuche sorgt. Fortlaufend erhöhen die auf Wettbewerb getrimmten Spielregeländerungen die Spannung im Modus um ein Weiteres. Nur das Konzept der K.O-Runden gefällt mir nicht besonders. Glücklicherweise wird Blizzard diese nach dieser Saison nach und nach streichen.

Wer nie das bekommt, was er/sie haben will, kann es in der Heldengallerie gegen die Ingame-Währung eintauschen.

Belohnungen: Der Fluch der Lootboxes

Preiset Blizzard! In Overwatch muss niemand etliche Waffen, Visiere oder Aufsätze freischalten, um mit den anderen Spielern mithalten zu können. Dieser Volkskrankheit moderner Multiplayershooter verwehrt sich Blizzard. Stattdessen pflegen sie ein sanfteres Belohnungssystem ein, das nur auf Kosmetik setzt. Abgesehen von den Belohnungen aus dem Ranglistenspiel und Profilrahmen finden sich die meisten dieser kosmetischen Boni in den Lootboxen. Von ihnen erhält jeder je eine bei jedem Levelaufstieg. Ein Levelcap gibt es indes nicht, ihr könnt euch also bis zum Ende aller Tage weiter aufleveln. Ähnlich wie in mmorpgs gewichtet Blizzard jede Belohnung aus einer Lootbox nach Seltenheit. An Kategorien können sich Sprays, Nutzericons, Emotes, Sprüche, Siegscreenposen, Play of the Game-Posen und Skins in ihnen wiederfinden. Am begehrtesten etablierten sich die letzten beiden Arten. Sie zu bekommen, ist dementsprechend selten: Zumeist werfen die Lootboxes einen mit allerhand Kram zu, den man gar nicht haben will. Zu allem Übel können auch noch doppelte Items in ihnen aufwarten, die sich in eine kleine Ingame-Geldsumme umwandeln. Manchmal schütten die Boxen einem auch gleich eine gewisse Summe dieser Währung aus. Mit ihr lassen sich in der Heldengallerie Belohnungen erwerben, die man wirklich haben will.

Für Aufwind sorgt Blizzards Entscheidung diese ominösen Glückslose, was die Lootboxen am Ende sind, auch für Echtgeld anzubieten. Auch hier gibt es keinerlei Garantie, dass man das bekommt, was man haben will. Ob man damit leben kann, weil es sich nur um kosmetische Belohnungen geht oder ob diese Art der Mikrotransaktionen einem zu weit geht, bleibt jedem selbst überlassen. Objektiv betrachtet, opfert sich Overwatch auf dem Altar der Mikrotransaktionen, damit alle zukünftigen Karten, Modi und Helden kostenlos an alle Spieler gehen können, ohne für Finanzexperten unschöne Umsatzzahlen riskieren zu müssen.

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Technik: Wie schlagen sich die Optik, der Sound und die Stabilität?

Für Blizzard-Verhältnisse fordert Overwatch vergleichsweise hohe Hardware-Anforderungen ab. In gleicher Weise präsentiert es sich mit vergleichsweise schöne Optik. Obgleich ein genauer Blick auf die Grafik offenbart, dass Overwatch keine Grafikliebhaber beeindrucken wird. Mit etwas geübten Auge erspäht man relativ schnell niedrig auflösende Texturen und auch generell kann es dem Grafikaufgebot von Unreal 4 und FrostBite 3 nicht mithalten. Das muss es aber auch nicht: Wieder einmal überzeugt der Stil eines Blizzard-Spiels durch seine Zeitlosigkeit. Weiterhin trägt der Comic-Look maßgeblich zum Spielerlebnis bei, da Blizzard ihn ästhetisch ansprechend gestaltet hat. Die Musik-Themas von Overwatch fügen sich ins Ganze gut ein. Die Sounds der Waffen, Fähigkeiten und die Vertonung befinden sich auf einem hohen Niveau. Abstürze musste ich keine durchleben und, soweit ich mich entsinne, auch niemand, den ich kenne. Insgesamt überzeugt Blizzard abermals durch ein unheimlich stabiles und bugfreies Spiel. Hey, ihr großen Shooter-Entwickler, nehmt euch bitte ein Beispiel daran!

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Fazit: Blizzards Formel wird als Shooter zum Hit

award-games-overwatch-heldenhaft  ReviewOverwatch bereitet Laune – unheimlich viel Laune. Blizzard hat als völlig unbeschriebenes Blatt der Shooterentwicklung vollbracht, einen sehr Spielspaß intensiven Multiplayershooter zu erschaffen. Das verdient Respekt. So viel Spaß ich mit Overwatch auch habe, so gern ich dieses Spiel auch lobe, bin ich dem Genre dennoch eine Feststellung schuldig: Overwatch ist keine Revolution. Ja, ich habe es ausgesprochen. Wie zuvor bedient sich Blizzard gelungener Ideen eines Genres und webt eigene Konzepte ein, so dass ihre eigene Kreation daraus entsteht. Dies führte zu einem tollen Spiel, das fast in jeder Hinsicht überzeugt. Nichtsdestotrotz setzt Overwatch für das Genre keine neuen Maßstäbe. Das mindert jedoch keineswegs die Qualität des Spiels, stattdessen handelt es sich hierbei um eine nüchterne Feststellung. Ich würde Overwatch jeder Zeit wieder kaufen.

Für wen eignet sich Overwatch? Hauptzielgruppe von Overwatch dürften Moba- und Shooter-Fans sein. Auch wenn ich Overwatch nicht als Mobashooter erachte – das Spielkonzept ist anders – dürfte das Heldenprinzip einen gewissen Sog auf Mobafans ausüben. Wer eine 1-zu-1 Umsetzung des Moba-Prinzips auf einen Shooter erwartet, sollte hingegen lieber seinen Blick gen Battleborn wenden. Noch erheblich interessanter ist Overwatch für Shooterfans. Jeder der Team Fortress 2 mochte, dürfte Gefallen an ihm finden. Doch auch alle anderen sollten mit ihm liebäugeln. Auch wer Team Fortress 2 wie ich nicht mag, könnte durch Overwatch positiv überrascht werden. Nur wer nichts anderes als authentische oder realistische Shooter mit realtitätsnaher Optik spielen kann, wird mit Overwatch wahrlich nicht glücklich werden. Überraschenderweise scheint Overwatch aber sogar für Leute, die weder Mobas noch Shooter mögen, eine Faszination auszuüben. In diesem Fall solltet ihr allerdings eine Affinität für auf das Gegeneinander getrimmte Teamspiele habe.

Blizzard hat sich an einer neuen Marke in einem neuen Genre versucht und einen Punkttreffer gelandet: Overwatch ist ein richtig guter Teamshooter. Mehr als zehn Millionen Spieler bestätigen, was für einen ungeheuren Sog Overwatch entwickeln kann und schließe mich diesen Spielern gern an.

SATURN - Soo! muss Technik

Good

  • Spielkonzept funktioniert in den Modi hervorragend
  • 21 sehr abwechslungsreiche Helden
  • Teamplay notwendig und treffend unterstützt
  • Rollenverteilung führt zu interessanten Teamkompositionen
  • Heldenwechseln innerhalb der Matches
  • Spielarten wie Schnellsuche, Brawl der Woche und Ranglistenspiel verleihen Langlebigkeit
  • Blizzard unterstützt kompetitive Entwicklungen von Overwatch durch Ranglistenspiel-Features
  • Keine den Spielfluss störenden Freischaltungen
  • Modusbindung der Karten führte zu qualitativeren Karten
  • Legendäre Skins sind sehr schön ausgearbeitet
  • So gut wie keine Bugs und sehr stabil
  • Zeitloser Comicgrafik-Stil

Bad

  • Keine bahnbrechenden Modi
  • Keine große Kartenzahl (aufgrund der Modusbindung)
  • Teilweise sehr klischeehafte Helden
  • Lootboxen können in Frust ausarten
  • Mehrfachpick eines Helden kann zum Vorteil gereichen
  • Grafik eigentlich nicht zeitgemäß
  • Asymmetrie der K.O-Runden im Ranglistenspiel unschön
8.5

Sehr gut

Meist zu finden in Shootern, Rollenspielen oder Strategiespielen. Zudem Student der Informatik.

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