Onimusha: Warlords Remastered Review

PC PlayStation 4 Xbox One

 

Vor 18 Jahren brachte Capcom eine Reihe heraus, die als fernöstlicher Ableger ihrer Resident Evil-Spiele gedacht war. Unter der Leitung von Mega Man-Schöpfer Keiji Inafune sollte Onimusha das Actiongenre von Sonys neuer Playstation 2 stärken. Obwohl es die Reihe ihrerseits auf drei Fortsetzungen und eine Reihe von Spin-Offs brachte, verschwand Onimusha nach 2006 aus dem Gedächtnis. Nun hat Capcom bei ihrer Suche nach Remasters den ersten Teil der Reihe wieder veröffentlicht.

Genma sein oder nicht sein

Japan, im 16. Jahrhundert: Der oberste Kriegsfürst des Oda-Clans, Nobunaga, überzieht das Land mit Gewalt, um die ultimative Herrschaft über das Land zu erringen. In der Schlacht von Okehazama fällt er schließlich den Streitkräften von Imagawa Yoshimoto zum Opfer. Bis dahin ist das nicht einmal Fiktion. Nobunaga gab es tatsächlich. Doch ist er im Universum von Onimusha wiederauferstanden – und hat das teuer erkauft: Ein Pakt mit dem Dämonenlord Fortinbras verleiht ihm die Kontrolle über dessen Armeen, den Genma. Mit ihrer Hilfe steht Nobunaga kurz vor dem absoluten Sieg. Nur eine Sache muss dafür besiegelt werden: Ein dunkles Ritual, welches Nobunaga selbst in einen Dämonenfürsten verwandeln soll. Als Opfer dient die Prinzessin Yuki des verfeindeten Saito-Clans. Doch die witterte bereits Gefahr und konnte vor ihrer Entführung ihren Cousin kontaktieren, den einstigen Oda-Gefolgsmann Samanosuke vom Akechi-Clan. Obwohl hoffnungslos unterlegen gegen die Dämonen, schließt sich Samanosuke mit seiner Parterin, der Auftragsmörderin Kaede zusammen und macht sich auf den Weg zur Festung von Imagawa, in der Yuki festgehalten wird.

Onimushas Geschichte mixt nach Herzenslust japanische Mythologie mit echter Geschichte und garniert seine Handlung mit einem guten Schuss von Shakespeares Hamlet. Auch Samanosuke bleibt nicht lange ohne entsprechende Kräfte: Sehr früh im Spiel erhält er von den zwölf Oni deren Handschuh, mit dem er die Seelen gefallener Genma absorbiert. Ab hier geht es im Grunde nur noch darum, die Prinzessin zu befreien. Wirklich tiefgründig ist die Geschichte im ersten Teil nicht – jedenfalls noch nicht.

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Resident Samurai

Schnell werden Parallelen mit Capcoms Resident Evil-Serie deutlich. Fixe Kameraperspektiven geben einem in Onimusha: Warlords das Gefühl, einen Survival Horror zu spielen. Samanosuke und Kaede sind wenn gleich weit aus offensiver. Mit Schwert beziehungsweise Messer werden Gegner beharkt. Alternativ bekommen beide Zugriff auf Fernkampfwaffen: Samanosuke nutzt einen Bogen und kann eine Muskete finden, Kaede besitzt Wurfmesser. Zudem kann auch nur sie mit dem Shinobi-Werkzeug bestimmte Türen öffnen und so Bereiche betreten, die exklusiv ihr gelten. Dafür kann sie auch keine Upgrades sammeln. Samanosuke findet zusätzliche Klingen und Elementarkugeln, die gleichzeitig als eine Art Fortschrittsbegrenzung herhalten. Bestimmte Türen sind nur zu öffnen, wenn die entsprechende Kugel weit genug entwickelt wurde. Abschnitte mit Gegnern werden zu Glück nie ganz von ihnen befreit. So lassen sich weitere Seelen zum Aufwerten problemlos sammeln.

Im Verlauf des Spiels warten mehrere Bosskämpfe. Für sie lohnt es sich, das Parieren zu üben. Für weitere Abwechslung gibt es das Dunkle Reich, ein Arena-basierter Hordenmodus, an dessen Ende eine große Belohnung wartet. Insgesamt hingegen ist Samanosukes erstes Abenteuer erstaunlich kurz. Selbst ungeübte Spieler sollten in 4 Stunden ohne Weiteres durch die Handlung kommen. Mit etwas Übung ist sogar weit weniger möglich.

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Neue Musik

Auf der technischen Seite ist der Soundtrack eine ganz besonders große Änderung, denn Capcom entschied sich, dem Spiel ganz neue Musik zu verpassen. Dieses Mal lag das Problem aber nicht an fehlenden Lizenzrechten. Der ursprüngliche Komponist von Onimusha: Warlords, Mamoru Samuragochi, hatte angegeben taub zu sein und machte sich mit seiner Musik einen Ruf als Beethoven Japans. Seine Arbeit wurde jedoch als großer Schwindel entlarvt: Nicht nur kann er wie ein normaler Mensch hören, er hatte zudem keine Ahnung von Musik und ließ einen Ghostwriter Kompositionen erstellen, die er als seine eigenen verkaufte. Daher ist die Musik in Onimusha: Warlords Remastered komplett durch neue Stücke ausgetauscht worden. Leider kann ich nicht beurteilen, wie viel besser oder schlechter diese sind, weil ich das Original nie gespielt habe.

Die Steuerung enthält sowohl die klassischen “Panzer”-Kontrollen des Originals als auch eine überarbeitete Analogsteuerung für zusätzliche Bewegungsfreiheit. Grafisch muss man eben in Kauf nehmen, dass es sich um ein Remaster handelt. Vor 18 Jahre setzte Onimusha neue Maßstäbe auf der PS2, heute weitaus weniger. Es bleibt funktional.

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FAZIT: Der Weg des Samurai beginnt hoffentlich erst

Das wir überhaupt Onimusha: Warlords als Remaster begrüßen dürfen, ist allein schon ein Glücksfall. Tatsächlich hatte ich niemals mit einer Wiederveröffentlichung gerechnet. Capcom zeigt hier aber einmal mehr, dass sie von Remastern durchaus etwas verstehen. Onimusha: Warlords legte den Grundstein für eine Reihe von noch viel besseren Fortsetzungen. Hoffen wir, dass diese ebenfalls irgendwann kommen.

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Getestet wurde die PS4-Fassung. Onimusha: Warlords Remastered ist außerdem erhältlich für PC, Xbox One und Nintendo Switch.

Good

  • Unterhaltsame Story
  • Neuer Soundtrack ist gelungen
  • Freischaltbare Extras

Bad

  • Zu kurz
  • Hätte mehr Extras vertragen können
8

Sehr gut

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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