Mute – Netflix-Film erntet vernichtende Kritik: Warum eigentlich?

Mute – Netflix-Film erntet vernichtende Kritik: Warum eigentlich?

Mehr und mehr versuchen die Streaming-Kings von Netflix den Film-Markt mit Eigenproduktionen zu erobern. Nach Bright und Cloverfield Paradox kommt nun Mute. Niemand geringerer als Duncan Jones (Warcraft: The Beginning) hat diesen gedreht. Alles andere als stumm sind aktuell Filmkritiker, welche das Sci-Fi Spektakel, das im futuristischen Berlin spielt, geradezu zerreißen.

Doch ist dies gerechtfertigt? Duncan Jones kehrt mit Mute zu seinen Anfängen zurück. Der Sohn von David Bowie hat schon mit Moon und Source Code gezeigt, dass er sein Fachwerk beherrscht. Warcraft schien da eher eine kurze Reise in die Fantasy-Welt gewesen zu sein. In den sozialen Netzwerken erntet der Film jedoch aktuell übelste Kritik. Auf Rotten Tomatoes hat der Film 8 % erreicht! Whoa!  Warum eigentlich? Ein schönes, cyberpunkiges Sci-Fi Berlin im Stile von Blade Runner, eine interessante Story, Herzschmerz, tolle Ideen? Das Problem lässt sich schnell zusammenfassen: Im Gegensatz zu Größen wie Blade Runner oder der im ähnlichen Segment angesiedelten Serie Altered Carbon fehlt es Mute an Tiefe, vor allem was die Charaktere angeht.

Zur Story: Leo (Alexander Skarsgård) ist seit seiner Kindheit stumm. Bei einem Unfall während eines Bootsausfluges werden seine Stimmbänder verletzt, seine Mutter, der Amisch-Religion angehörig, verweigert jedoch eine Operation, da Gott schon helfen würde. Damit ist das Kernmerkmal des Protagonisten schon festgelegt. Wir erleben Leo später als Barkeeper im Jahre 2052 in einem zwielichten Club, wie er sein Leben fristet, ohne Stimme, mit einem religiösen Hintergrund in einer zukünftigen, technisierten Welt, in der Gott schon lange Adieu gesagt hat. Das Einzige, was durchweg im Film einen Hoffnungsschimmer bereitet, ist die Liebe zu Naadirah (Seyneb Saleh), einer Kellnerin, was wie zum Kontrast zum tristen, durchgeknallten Berlin erscheint. Doch eines Tages verschwindet die blau-haarige Schönheit und Leo trotz seines Mankos der Sprachlosigkeit die Suche auf. Dabei findet er nicht nur allerhand düstere Gestalten, sondern auch heraus, dass Naadirah eine dunkle Vergangenheit hat, die sie ihm vorenthalten hat.

Kurioserweise wirkt die Nebenhandlung um das Männerduo Cactus Bill und Duck Teddington über den Film hinweg fast interessanter als die Hauptstory, behandelt sie besonders gewagt das Thema Pädophilie, dass es manch einem bitter aufstoßen wird. Paul Rudd als Cactus Bill und Justin Theroux als Duck sind die geheimen Stars des Films. Duncan Jones hat Berlin nicht zufällig als Stadt seines Films gewählt. David Bowie lebte dort in den 70er Jahren und Duncan Jones hat die Hauptstadt bewusst als Vision seines Sci-Fi-Märchens gewählt.Trotz all dieser Voraussetzungen reicht es nicht, dass der Film einen wirklich mitnimmt.

Man will es liebhaben, doch verliert sich Mute zu sehr in Langatmigkeit und die Figuren können das Geschehen nicht tragen. Allerdings verdient er nicht die negative Kritik, die gerade auf ihn einschießt. Netflix wagt sich mehr und mehr vor und liefert auch mit Mute einen passablen Film für den Abend, der sicher nicht das Sci-Fi-Rad neu entwickelt, aber auch nicht absolut mies ist.

Gamingnerd und Filmjunkie. Angefangen hat die Videospiel-Reise mit NES und Gameboy, seither der Gameswelt verfallen. Filme und Serien sind seine Passion seit er selbstständig den Fernseher bedienen konnte. Besitzt eine Affinität zu allen Technik-Innovationen und nerdigen Trends.

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