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Muss Gewalt in Videospielen neu bewertet werden?

Hatred

Es ist eine alte Geschichte in der Computerspiel-Welt; ein besonders gewalttätiger Spiele-Trailer, wird veröffentlicht, Schreie der Entrüstung aus den Medien werden laut, die Entwickler schreiten ein, um ihre Arbeit zu verteidigen und letztendlich wird das Spiel mit einer weitaus größeren Aufmerksamkeit veröffentlicht, die es jemals ohne diese Abläufe erhalten hätte. 

Der neueste blutspritzende Titel, der das Ziel öffentlichen Unmutes geworden ist, heißt “Hatred”: ein Ego-Shooter, dem selbst die Entwicklerfirma “Destructive Creations” eine “verstörende Atmosphäre von Massentötungen” bescheinigt hat, in welcher der Spieler in die Rolle eines namenlosen Protagonisten schlüpft, der für seine Teilnahme an grauenhaften Tötungsorgien belohnt wird.

Die Grenzen von Gewalt in Videospielen sind ein besonders zentraler Streitpunkt in den Medien und Tragödien aus dem realen Leben werden häufig mit virtueller Gewalt in Verbindung gebracht. Die US-Polizei hat beispielsweise das Sandy-Hook Schulattentat mit den Videospielen des Täters, Adam Lanza, in Zusammenhang gebracht, welcher unter anderem Titel wie Call of Duty und Grand Theft Auto genutzt hat. Die meisten Gamer sind bisher immun für die Hysterie, die Überreaktion und die zweifelhafte Logik, die solche Ereignisse erzeugen – aber diesmal wird die Bewertung von “Hatred” unter der Kategorie “Nur für Erwachsene” wohl dafür sorgen, dass das Spiel den Konsolen und Steam, welche Spiele mit einer solchen Bewertung nicht vertreibt, fernbleibt.

Langzeitstudien haben gezeigt, dass keine oder nur geringe Verbindung zwischen dem Ausmaß an Gewalt in Spielen und Verbrechensraten besteht, für einige Verfehlen solche Ergebnisse jedoch den Punkt. Während die große Mehrheit von uns durchaus in der Lage ist zwischen der virtuellen und der wirklichen Realität zu unterscheiden, mag es gestörten Persönlichkeiten an dieser Fähigkeit mangeln. Und auch wenn wir nie Gewissheit haben können, ob diejenigen, die von den brutalen Bildern und Szenen aus Spielen beeinflusst werden auch ohne den Einfluss solcher Spiele Gewaltverbrechen verüben würden, ist es gänzlich unplausibel zu fragen, ob die Verbrechen, die verübt werden, früher geschehen oder brutaler ausgeübt werden aufgrund von gewalttätigen Bildern in Videospielen?

Und da wir uns auf eine Ära umfassender virtueller Realität zubewegen, etwa durch Geräte wie Oculus Rift, sollten wir uns fragen, ob wir es uns wirklich erlauben können derart gleichgültig auf mögliche Langzeiteffekte zu reagieren? Frühzeitige Anwender von Oculus Rift haben von einem unglaublichem Level an Tiefe und Versenkung in Spielen berichtet und ist es wirklich völlig aus der Luft gegriffen anzunehmen, dass Mord in einer überzeugend und realistisch gestalteten, virtuellen Welt schädliche Auswirkungen auf die reale Welt haben kann?

Natürlich gibt es noch andere Bereiche, in denen Spieleentwickler sich Kritik ausgesetzt sehen. Viele Firmen, wie beispielsweise das in Shanghai ansässige Start-up Unternehmen Spicy Horse, beginnen damit interaktive Glücksspiele zu entwickeln und mit ihnen traditionelle Spiele zu ergänzen. Zusätzlich wendet sich eine zunehmende Anzahl an Entwicklern dem Bereich “social gaming” zu, mit kleinen Aufgaben, Herausforderungen und anderen Zielen, die der Spieler entweder allein oder gemeinsam mit Freunden zu meistern versucht.

Die Befürchtungen bei diesen Spielen ist jedoch ihre Anziehungskraft auf Kinder, denn schließlich gibt es Belege, dass das Nutzen von Glücksspielen im Jugendalter mit gesteigerter Wahrscheinlichkeit zu Zwangsverhalten führt. Gerechte Regelungen müssen deshalb sicherstellen, dass derartige Spiele nur auf lizensierten Seiten, wie etwa Euro Palace Online-Casino gefunden werden können; angesichts derepidemischen Anzahl von bereits 60.000 jugendlichen Spielsüchtigen in Großbritannien könnte diese Maßnahme allein jedoch nicht genug sein, um die öffentlichen Ängste zu beschwichtigen.

Bis jetzt hatte die Gaming-Industrie stets solide wissenschaftliche Beweise und die allgemeine Zustimmung der Öffentlichkeit für die Veröffentlichung der meisten Spieletitel. Das neueste Streben der Branche die virtuelle Realität in die alltägliche Wirklichkeit einzubinden sowie die Grenzen zwischen Video- und Glückspielen verschwimmen zu lassen, wird jedoch dafür sorgen, dass Entwickler auch in Zukunft etliche Kämpfe zu bestreiten haben werden.

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Michael Bragg ist der Chefredakteur von games! Dein Gaming-Magazin. Er hat kein spezielles Genre, sondern zockt alles was er in seine Finger bekommen kann.

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