Vor kurzem hatten wir ja hier Mighty No. 9. Hattet ihr euch gefragt, wie das Spiel aussehen würde, wenn Ameisen darin die Hauptrolle spielen würden? Dann hat Xibalba Games genau das richtige für euch: MilitAnt vereinigt viele Dinge – manche davon nicht sehr glücklich. Lest hier unser Review!

 

Kriegerameise

Um das Kristallith gibt es Streit im Insektenkönigreich. Kontrolliert wird es von den Ameisen, die mit dessen Hilfe auch die technisch überlegende Gruppe geworden sind. Vor allem die zahlenmäßig überlegenen Termiten trachten ihnen nach dem Material, so dass sie sich eines Tages mit den Wespen und den Skorpionen zur Allianz zusammenschließen und über das Ameisen-Königreich herfallen. Man selbst ist nur ein einfacher Soldat in der Armee und muss sich nun gegen die Horden von einfallenden Gegnern erwehren.

MilitAnt erzählt seine Geschichte in Form von kurzen animierten Comicsequenzen – deren Erzähler so ziemlich mal überhaupt keine Lust hat, irgendwie Emotionen reinzubringen. Noch nie habe ich jemanden in einem Videospiel als Sprecher vernommen, der so unglaublich gelangweilt von seiner Arbeit zu sein scheint. Erschwerend kommt dazu, dass er der einzige Sprecher im Spiel ist.

MilitAnt_20160718185715  MilitAnt Review

Unten durch

Auf den ersten Blick punktet MilitAnt mit seiner wirklich schönen Umgebungsgrafik und den Einsatz von Farben, die zeitweise an Frozenbytes Trine-Spiele erinnern. Doch das Gameplay hinterlässt einen sehr frustrierenden Eindruck: Nicht nur haben Gegner die Angewohnheit aus dem Nichts zu erscheinen. Auch Fallen innerhalb eines Levels sind nicht auf den ersten Blick offensichtlich und führen zu ärgerlichen Trial & Error-Situationen. Bewaffnet ist unser Ameisenkrieger mit zwei Waffen gleichzeitig, die aber separat abgeschossen werden und zu allem Überfluss auch noch überhitzen können. Normalerweise kennt man das eher von Geschützsektionen, nicht von regulären Waffen. Überhaupt scheint das ganze Kampfsystem darauf ausgelegt zu sein, für Speedruns und nichts anderes genutzt zu werden. Methodische Spieler sind schnell überfordert, wenn man allmählich den Überblick darüber verliert, aus welcher Richtung man überhaupt beschossen wird. Denn Gegner sind nicht nur im Vordergrund. Auch aus dem Hintergrund kann man beschossen werden, was eigentlich zunächst wie eine nette Sache erscheint, dass MilitAnt über einen 2,5D-Blickwinkel verfügt, aber das Zielen ist nicht intuitiv. Mit dem rechten Analogstick visiert man Gegner an und das Ziel bleibt anvisiert, bis der Gegner tot ist. Ärgerlich nur, wenn man direkt fünf verschiedene Ziele hat und zu einem schnell wechseln will.

Purer Frust ist ständiger Begleiter in MilitAnt. Oftmals will man einfach nur an Gegnern vorbeilaufen, weil man einfach keine Zeit oder Lust hat alle um die Ecke zu bringen, was die ganze Sache aber noch gravierender macht: Manchmal ist das sogar tatsächlich die beste Lösung. Immerhin auf eine Sache kann man setzen: In den Leveln versteckte Waffenkristalle können beim Schmied gegen neuere, effektivere Schusswaffen eingetauscht werden. Aber auch die sind nur bedingt nutzbar, wenn man gegen die Bosse antritt. Jeder von ihnen ein Schwamm, der Kugeln regelrecht in sich aufsaugt und einen glauben lässt, man würde mit Platzpatronen auf die Gegner schießen, wenn nicht jeder einen völlig versteckten Trick hätte, wie man sie einfacher besiegen kann. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle an die unglaublich miese Art und Weise, wie das Spiel das telegrafiert.

Nämlich gar nicht.

Dazu kommen ein paar der längsten Ladezeiten, die ich jemals auf der PS4 erlebt habe. Bei einem Spiel, das komplett digital ist, sollte das eigentlich unverzeihlich sein. Vor allem habe ich nicht die geringste Ahnung, warum sie so lang sind.

MilitAnt_20160718185542  MilitAnt Review

FAZIT: Ein Fall für den Ameisenbär

Für mich war MilitAnt ein klassischer Fall eines Blenders: Auf den ersten Blick sieht es spaßig und teilweise sehr schön aus, aber all das endet, sobald man mal anfängt zu spielen. Mit einer mehr als schwammigen Steuerung und extrem fragwürdigen Designentscheidungen nimmt es methodischen Spielern jede Motivation und ist für Speedrunner einfach nicht interessant genug.

Getestet wurde die PS4-Version. Es ist außerdem erhältlich für PC und kommt noch für PS3 und PS Vita.

Good

  • Schöner Artstyle

Bad

  • Miese Steuerung
  • Frustrierend und oft unfair
  • Musik und Sprecher enttäuschen
  • Abnorme Ladezeiten
3

Mangelhaft

Redakteur, Gamer und Filmliebhaber. Mag Indie-Spiele, die PS Vita und Indie-Spiele auf der PS Vita.

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